Autor Thema: Selbstbauprojekt: Makroskop mit kleiner Vergrößerung  (Gelesen 2642 mal)

Stuessi

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Selbstbauprojekt: Makroskop mit kleiner Vergrößerung
« am: Dezember 17, 2012, 21:12:00 Nachmittag »
Hallo,

mich störte, dass ich mit meinem Stemi (Nikon SMZ-1) auch bei Einstellung 0.7 einen zu kleinen Bereich überblicke. Deshalb habe ich aus verschiedenen Komponenten ein Makroskop gebaut, das eine kleinste Vergrößerung von 0.3 erlaubt, dabei dann einen großen Arbeitsabstand von etwa 140 mm hat und insgesamt nicht größer als ein Mikroskop ist.
(Wo liegt das Problem, mag man denken. Die Bildweite ist vorgegeben durch das Binokular+Befestigung: ca. 20 cm. Mit einer einfachen Linse sollte dann die Gegenstandsweite bei einem Abbildungsmaßstab von 1/3 3x so groß, also 60 cm sein. Dann kann man nur im Stehen mit einem solchen Makroskop arbeiten.)

Zunächst der Blick durch das Stemi:



und dann der Blick durch das Makroskop:



Und so sieht das Makroskop aus:



Der Aufbau von unten nach oben:

1. Eine Zerstreuungslinse (Achromat) mit ca. -30 Dioptien, befestigt auf einem kleinen Metallzylinder. Diese Linsen erzeugt ein stark verkleinertes (z.B. 1:10) virtuelles Bild. Man findet solch eine Linsenkombination in (defekten) Zoomobjektiven.



Hier weitere Exemplare:



2. Ein Pentacon auto 1,8/50 Objektiv, befestigt retro an einem Balgengerät. Mit diesem Objektiv erzeuge ich ein vergößertes (z.B. 3x) Bild des virtuellen Bildes. Die Bildweite ist so groß, wie der Lichtweg im Binokular.
Die Änderung der Entfernungseinstellung dieses Objektivs ändert den Abstand zwischen Objektiv und Zerstreuungslinse, damit die Vergrößerung. Allerdings muss das Makroskop dann auch in der Höhe verstellt werden.

3. Ein Balgengerät oder Zwischenring mit Stativbefestigung.

4. Ein Binokular, das auf das Balgengerät kommt. Die Befestigung ist zwar stabil (Uhuplus), aber noch nicht optimal, d.h. austauschbar gegen ein Trinokular.



Zum Fotografieren nehme ich das Binokular ab und ersetze es durch einige Zwischenringe und die Kamera:



Hier ein Bild mit dem gezeigten Aufbau ohne Änderung des Arbeitsabstands:



Die Vergrößerung ist stufenlos einstellbar von 0,3 bis 1. Bei stärkerer Vergrößerung kommt an das Balgengerät unten nur ein Vergrößerungsobjektiv mit maximal 75 mm  Brennweite.

Grüße an alle Makroskopiker,
Stuessi
« Letzte Änderung: Dezember 17, 2012, 22:15:31 Nachmittag von Stuessi »

Günther Langer

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Re: Selbstbauprojekt: Makroskop mit kleiner Vergrößerung
« Antwort #1 am: Dezember 17, 2012, 23:23:52 Nachmittag »
Hallo Stüssi,

eine kleine Ergänzung:

Ich habe vor vor etwas 20 Jahren ein ähnliches Gerät mit Nikon/Zeiss Normen gebastelt. Besonders als Reise Makroskop war es gedacht.

Der Unterschied: Ich habe einen T2 Adapter auf Zeiss Rindschwalbengröße “aufgebohrt“ und mit drei Madenschrauben einen Monotubus am Novofles Balgenrät  befestigt. An der vorderen Standarte Objektivköpfe von Novoflex bis 135 mm oder auch ein Micro-Nikkor.

Ich konnte das Gerät durch Tausch von Tubus gegen Kamera als Makrofotoeinrichtung verwenden. Der Tausch dauert nur  knapp 5 Minuten.

In das Stativgewinde habe ich einen Pistolengriff geschraubt zur bequemeren Handhabung. Zuhause kam das Gerät dann an den kleinen Novoflex Makrostand.

Ich habe das Teil geliebt!

Nomals die Aufbau Reihenfolge:

1. Kamera oderTubus
2. :*UNSINN >:(: s.u.T2 Adapter „aufgebohrt“, wenn Tubus
3. Balgengerät und ev. Zwischenringe mit Pistolengriff
4. Objektive bis 135 mm

Zuhause
Makrostand (jetzt meist recht günstig bei Ebay)  

Viele Grüße

Günther L.

PS: Ich habe „Aufbohren“  lassen ;D
*) Das geht gar nicht - male an male geht nicht! Ich habe noch mal nachgeschaut: Es handelt sich um einen schmalen NI Zwischenring,der entsprechend geändert wurde.
« Letzte Änderung: Dezember 18, 2012, 08:40:51 Vormittag von Günther Langer »
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