Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard

Begonnen von felix, März 06, 2009, 19:37:17 NACHMITTAGS

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felix

Hallo,

ich habe vor ein paar Tagen einen Zeichenapparat für das Zeiss Standard ersteigert. Der Zeichenapparat ist ein Zwischentubus, der in die beim Standard üblichen Ringe eingesetzt wird. Im Ring gehalten wird der Tubus, wie auch ein Okularaufsatz durch drei Pinschrauben. Zwei sind davon sind starr, eine ist gefedert -- oder sollte es sein. Hier ist mein Problem:

<img src="http://a01-b01.mypicturetown.com:80/P2PwebCmdController/cache/WTrEDgpVU*as3G%25zx6-k%25GxFTaqmieA9ZhGv_2kAPELx5Ip8xKFr6-*oVF0GvwU/item.jpg?rot=1" title="" alt="" width="640"height="480">

Im Bild ist die gefederte Schraube zu sehen. Sie sollte eigentlich aus dem Ring herausfedern so, daß man den Abstand, mit dem sie in den Ring greift mit einer Außenschraube (ebenfalls zu sehen) einstellen kann. Meine Schraube war arg verharzt.  Aber auch nach Entharzung in Waschbenzin federt da nix. D.h. sie bleibt starr in der Position, in die man sie durch die Außenschraube schiebt.  Damit wird der Ein- und Ausbau des Zwischentubus' so aufwendig, daß keine rechte Zeichenlaune aufkommen will.

Soll ich es mit weiterem Entharzen versuchen? Womit? Oder muß ich die Schraube austauschen?  Gibt es die zu kaufen?  Wenn ja, wo? Und wie tausche ich die Schraube aus?

Dankbar für jede Hilfe! -- AF
"Du" angenehm.

Jürgen Boschert

Hallo Felix,

diese Dinger können ganz schön verharzen, so, dass auch Waschbenzin da Schwierigkeiten hat. Eine Möglichkeit da besser beizukommen:
den Sprengring auf der Seite der Fixierunghutmutter abziehen. dann versuchen den Stift in Richtung Tubusinnenseite herauszudrücken. Da müssteeine Spiralfeder drüber sein. Dann kann man alles sorgfältig reinigen und wieder zusammensetzen. Als Fett tuts hier auch säurefreie Vaseline.

Gruß !

JB

P.S.: Wenn man die Schraube tauschen möchte, mal bei Zeiss nachfragen; ich habe solche Schrauben schon kostenlos von dort bekommen. Aber das Herausdrehen ist nicht ganz unkritisch !
Beste Grüße !

JB

Klaus Herrmann

Hallo Felix,

wie Jürgen Boschert schon sagte: Sprengring abziehen - mit einer feinen spitzen Flachzange fassen. Den Pin nach innen durchdrücken. Die Feder wird dabei mit rausgedrückt; alles in Xylol entfetten; mit Ohrstäbchen innen reinigen (mit Xylol befeuchtet). Gut fetten; Pin durchdrücken und Sprengring mit Flachzange wieder aufdrücken.
Achtung: Sprengring neigt zum Springen: wenn er weg ist, kannst Du nur noch weinen. Zeiss hat keine mehr! Ich suche welche!

Viel Glück und Geschick!

Alles andere hilft nicht - das alte Fett muss raus. Ich hab die Operation sicher schon 20 mal gemacht - dabei 3 Sprengringe verloren.

Die Gewindehülse rausdrehen ist mir nur einmal geglückt. Sie sitzt meist so fest, dass man eher das Gewinde vermurkst, als dass man sie unbeschädigt herausdrehen kann. Manchmal ist sie auch zusätzlich von oben mit einer winzigen Madenschraube festgesetzt. Gehört verboten so feine Schrauben zu konstruieren!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Frank D.

#3
Zitat von: Klaus Herrmann in März 06, 2009, 22:30:29 NACHMITTAGS
Hallo Felix,

wie Jürgen Boschert schon sagte: Sprengring abziehen - mit einer feinen spitzen Flachzange fassen. Den Pin nach innen durchdrücken. Die Feder wird dabei mit rausgedrückt; alles in Xylol entfetten; mit Ohrstäbchen innen reinigen (mit Xylol befeuchtet). Gut fetten; Pin durchdrücken und Sprengring mit Flachzange wieder aufdrücken.
Achtung: Sprengring neigt zum Springen: wenn er weg ist, kannst Du nur noch weinen. Zeiss hat keine mehr! Ich suche welche!

Viel Glück und Geschick!

Alles andere hilft nicht - das alte Fett muss raus. Ich hab die Operation sicher schon 20 mal gemacht - dabei 3 Sprengringe verloren.

Die Gewindehülse rausdrehen ist mir nur einmal geglückt. Sie sitzt meist so fest, dass man eher das Gewinde vermurkst, als dass man sie unbeschädigt herausdrehen kann. Manchmal ist sie auch zusätzlich von oben mit einer winzigen Madenschraube festgesetzt. Gehört verboten so feine Schrauben zu konstruieren!

Hallo Felix, hallo Klaus,

wenn es sich um ein metrisches Gewinde handelt, sieht nach M2 aus, können 2 Muttern aufgeschraubt und gegeneinander festgesetzt werden. Danach immer die äußere Mutter ( in Schraubrichtung gesehen ) mit einem Schlüssel oder einer Zange drehen. (Bei Bedarf kann ich welche schicken, auch leihweise Gewindebohrer ab 0,6mm aufwärts )

Bremsenreiniger bewirkt eine sehr starke Entfettung und löst verharzte Fette in kleine Bestandteile auf. Je nach Dicke der Harzkörper kann eine mehrstündige Einweichzeit notwendig werden. Aus geschossenen Bereichen kriegt man das Zeug natürlich nicht heraus, der Bremsenreiniger hilft dann trotzdem für erste mech. Bewegungen.

Den Verlust eines Sprengringes vermeidet Ihr, wenn die Tätigkeit in einem großen durchsichtigen Gefrierbeutel stattfindet, besser einem durchsichtigen Beutel mit Kordelverschluss. Häufig kann eine Hand außen und eine im Beutel arbeiten. (gegen ein Beschlagen des Beutels hilft Puder oder ein OP-Handschuh)

Freundliche Grüße
Frank

Hugo Halfmann

Ohne das Teil näher zu kennen:

wenn möglich und nichts kaputt gehen kann, mach das Teil mal mit einem Heißluftgerät warm. Dicke Lederhandschuhe anziehen, sonst verbrennste Dir die Finger. In Verbindung mit Bremsenreiniger sollte sich das "Problem" dann lösen.
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Jürgen Boschert

Hallo,

bevor Du aber mit dem Heißluftgerät oder organischen Lösungsmitteln da dran gehst, die Telan-Optik herausschrauben; die neigt sonst zum Delaminieren !

Gruß !

JB
Beste Grüße !

JB

wilfried48

Zitat von: felix in März 06, 2009, 19:37:17 NACHMITTAGS
......  Aber auch nach Entharzung in Waschbenzin federt da nix. D.h. sie bleibt starr in der Position, in die man sie durch die Außenschraube schiebt.  Damit wird der Ein- und Ausbau des Zwischentubus' so aufwendig, daß keine rechte Zeichenlaune aufkommen will.

Wieso so harte Massnahmen (Waschbenzin, Xylol oder gar Bremsenreiniger und Heissluft igitt ???).

Nach dem oben beschriebenen sitzt doch nichts fest, sondern lässt sich durch die Schraube verschieben und ich nehme an durch Drücken von innen auch wieder herausschieben (es federt halt nicht von selbst zurück).
Ein Tropfen WD 40 Öl auf jede Seite der Führung und hin und her schieben und nach einigem Warten diese Prozedur mehrmals wiederholen und man wird sehen, dass das Hin- und Herschieben immer leichter geht. Das habe ich bei vielen solcher Federbolzen an den Zeiss Mikroskopen schon so gemacht. Was anderes ist es bei Führungen- Lagern oder Iustierschrauben, wo man eine gewisse Zähigkeit beim Verstellen erreichen will. Da muss natürlich das alte verharzte fett unbedingt raus allerdings dann auch durch ein fett mit der entsprechenden Zähigkeit ersetzt werden. Aber Gängigmachen mit WD 40 zum Demontieren hilft auch da.

Gruss Wilfried

P.S.: Kein WD 40 Spray benutzen sondern Öl mit Pinsel an lokale Stelle auftragen und in Spalte einziehen lassen. Falls nur WD 40 Spray zu Hand, erst in in Gefäss sprühen und Treibmittel ausschütteln !
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

felix

Ganz herzlichen Dank für die kompetenten und ausführlichen Hinweise. Nach der Rückkehr von einer Reise werde ich mit frischem Mut ans Werk gehen. -- AF
"Du" angenehm.

Miner

Ich habe ein ähnliches Problem: Wenn ich die Messingschraube mit der Feder bis zum Ende in die Aluminiumhülse drehe, ist die ganze Sache zu kurz um gegen den Tubus gedrückt werden zu können. Drehe ich die Messingschraube aber nicht bis zum Ende in die Aluhülse, so kann ich sie nicht in's Stativgewinde schrauben, denn eher schraubt sich die Hülse auf die Messingschraube als dass die Messingschraube sich in's Stativ dreht. Was geht hier verkehrt?
Gruß
Ole

T. Ebbinghaus

Hallo Zusammen,

also erstmal vorsicht bei der Madenschraube im Stativkopf, diese bitte auf keinen Fall demontieren:
Es ist eine M5 x 0,5 Schraube (Feingewinde), sie ist hart eingeklebt, d.h. sie soll sich nicht mehr lösen lassen. Alle hier vorgeschlagenen Methoden funktioneren nicht, selbst ein Kontern mit zwei Mustern geht i.d.R. nicht (Feingewinde), es drehen sich beide Muttern vom Gewinder herunter (!). Eine Zange führt unwiederbringlichen zur Zerstörung des Gewindes (welches man evtl. noch nachschneiden könnte) oder - schlimmer - die Hülse wird zerdrückt - Werkstoff scheint Messing zu sein....

Ich habe bisher mit folgendem "Werkzeug" wiederholt erfolg gehabt, es ist im Prinzip eine formangepasste Quetschzange:

In ein Flacheisen - nicht zu hart, kein Werkzeugstahl!!! - ca. 12 x 12 mm im Quadrat; 4 mm stark wird mittig durchbohrt und anschliessend ein M5 x 0.5 Feingewinde eingeschnitten. Anschliessend mit einer Eisensäge durch eine der 12 mm Kanten einen Schlitz bis zum Gewinde einsägen und das Gewinde vorsichtig nachschneiden.

Dieses Werkzeug hat nun eine perfekte Passform, um auf die Schraube aufgedreht zu werden. Anschliessend wird mit einer Schwedenzange (!) über die beiden "Flügelseiten" auf die Schraube aufgequetscht und die Schraube aus oder eingedreht, bis der Kleber bricht.... Kratzer im Lack des Stativs sind vorprogrammierung fast unvermeidlich....

Sorry for the bad news, aber die obige Variante mit Stift herausnehmen, reinigen und neu einsetzen ist sicherer .... Ich kann nur dringend dazu raten, dies zuerst zu versuchen. Meine Version sollte man erst dann machen, wenn der Bolzen trotz reinigen nicht mehr geht und - und nur dann - wenn eine Ersatzschraube zur Verfügung steht. Im meine Fall habe war die Schraube verbogen und musste ausgetauscht werden...

Bei älteren Stativen (z.B. Phomi, Hammerschlaglack) ist die Schraube übrigens nicht eingeklebt, sondern von oben mit einer kleinen Madenschraube fixiert. Hier kann man ganz leicht an die Schraube kommen.

Viel Glück
Thorsten
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Ich suche:
- Zeiss West Halteschraube für Objektivrevoler am Standard 18/WL
- Einzelne Lamellen für Leuchtfeldblende

Miner

Hallo Thorsten,
jetzt bin ich aber immer noch nicht schlauer. Mein Problem ist nicht, dass ich die Schraube nicht aus Aluhülse lösen könnte, sondern dass sie sich so leicht raus- und wieder reindrehen lässt. Ich entnehme deiner Bemerkung aber, dass die Messingschraube in die Aluhülse geklebt ist. Stimmt das? Und wenn ja, wie klebe ich meine wieder ein?
Ole

TPL

Hallo Ole,
ich glaube, hier gibt es ein oder zwei Missverständnisse. Zumindest verstehe ich nicht, was Du mit der Aluhülse meinst. (Wo ist da eine Aluhülse?)

Was ich verstehe: bei Dir lässt sich die Messing-Madenschraube M5x0,5 mit dem federgespannten Bolzen leicht herausdrehen. Also ist entweder die harte Klebestelle bereits gebrochen oder die winzige Madenschaube, die von der Schwalbenaufnahme her die größere Madenschraube sichert ist locker oder weg.

Solltest Du mit der Aluhülse die Schraubhülse meinen, die auf der Messing-Madenschraube M5x0,5 sitzt (und an der man die Arretierung der Tuben löst, bzw. festzieht): die soll beim Ein- und Ausschrauben abgenommen werden. Alle Klarheiten beseitigt ???.

Schönen Gruß, Thomas

Miner

Alles wieder klar: Mit Aluhülse meine ich die Schraubhülse. Die Klebestelle war in der Tat bei mir gebrochen. Ich habe jetzt die Messingschraube und ihr Innenleben gereinigt und neu gefettet (säurefrei!), mit spitzen Fingern in den Stativkopf geschraubt (mit eingesetztem Tubus), ein wenig anaeroben Kleber auf die Messingschraube gegeben und zum Schluss die Aluhülse=Schraubhülse wieder aufgeschraubt. Und nun lasse ich die Chose bis morgen stehen ehe ich schaue wie gut die neue Klebung nun ist.
Schönen Gruß auch
Ole

T. Ebbinghaus

Hallo Ole,

sorry, ich habe Dich vergessen: Es gibt div. Metall- und Schraubenkleber ins zwei Qualitäten, ich meine, meiner ist von Henkel (UHU): Hart (nicht lösbar) sowie mittel (mit Werkzeug lösbar). Weich ist wohl nur ein Originalitätslack. Ich habe das bisher mit "Mittel" eingeklebt.

Gruss
Thorsten
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Gerhard P.

#14
Zitat von: Miner in März 09, 2009, 11:27:41 VORMITTAG
Ich habe ein ähnliches Problem: Wenn ich die Messingschraube mit der Feder bis zum Ende in die Aluminiumhülse drehe, ist die ganze Sache zu kurz um gegen den Tubus gedrückt werden zu können. Drehe ich die Messingschraube aber nicht bis zum Ende in die Aluhülse, so kann ich sie nicht in's Stativgewinde schrauben, denn eher schraubt sich die Hülse auf die Messingschraube als dass die Messingschraube sich in's Stativ dreht. Was geht hier verkehrt?
Gruß
Ole
Hallo Ole,

die Beschreibung lässt darauf schließen, dass die Klemmschraube irgendwann mal durch eine zu kurze Version ersetzt worden ist.

Üblicherweise sollte der innere Bolzen mit dem abgerundeten Kopf gerade noch soweit in den Tubuskopf hineinragen, dass von der Messunghülse noch nichts zu sehen ist, aber sich andererseits die Rändelhülse noch mit etwa 1 mm Abstand zur Tubuskopf-Aussenseite festsetzen lässt.

Lösungsvorschlag: Klemmschraube herausdrehen, in einen Umschlag stecken und an mich schicken (meine E-Mail-Adresse für die Anschrift ist offen). Ich habe verschiedene Längen dieser Klemmschrauben vorrätig oder kann gegebenenfalls eine Neue anfertigen. Wichtig wären die Aussen- und Innenmaße bzw. die Wanddicke des Tubuskopfes, um die richtige Länge erkennen zu können.
Wenn ich die richtige Klemmschraube geschickt habe, auf diese vorsichtig und sehr dünn einen Zwei-Komponentenkleber (z.B. UHU-Plus) auf den Gewindeteil, der in der Tubuswand sitzt, auftragen. Dann eindrehen, endgültig justieren (solange der Kleber noch nicht ausgehärtet ist) und trocknen lassen.

Wenn es sich um ein kleineres Teil handelt (z.B. Zwischentubus) können Sie mir das komplette Teil auch gerne zuschicken, damit ich die Klemmschraube optimal anpassen kann.

Gruß,
Gerhard Preis 

- ZEISS Universal (Pol, Phako, DIK, Fluoreszenz)
- ZEISS SV Stereo