Autor Thema: Kennt jemand dieses Hensoldt-Stemi und weis wie alt es ist?  (Gelesen 6960 mal)

Dünnschliffbohrer

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Kennt jemand dieses Hensoldt-Stemi und weis wie alt es ist?
« am: November 10, 2013, 19:26:12 Nachmittag »
Liebe Mitforisten,

Hensoldt´s Spezialität war ja bekanntlich eher die Fernoptik. Seine bekanntesten Mikroskope waren wohl nur die Tami´s, die Windmühlen, und das Diamal-Stemi. Dieses Stemi hier ist sicher älter, aber wie alt?

Die Einstellrändel wirken wie aus der frühen Nachkriegszeit, der Rest aber eher, als wäre es aus der Zwischenkriegszeit. Rolf Beck bildet aber ein ophthalmologisches Spaltlampenmikroskop von Leitz ab, welches vom technischen Stand und Design her ähnlich wirkt, und welches sogar aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg stammt. Interessant ist die Beleuchtung: die ist nämlich (besser: war einmal) von Durchlicht auf Auflicht umschaltbar, und im Durchlichtfuß hat es eine weiße Streuscheibe, eine Klarscheibe und einen Blaufilter in einer Revolverscheibe.

Über entsprechende Hinweise würde ich mich sehr freuen. - Dsb.









"Und Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; und er schuf um ihn Laubmoose und Lebermoose und Flechten und ein Mikroskop!"
[aus: Kleeberg, Bernhard (2005): Theophysis, Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen,  S. 90]

Oecoprotonucli

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Re: Kennt jemand dieses Hensoldt-Stemi und weis wie alt es ist?
« Antwort #1 am: Januar 29, 2014, 01:48:48 Vormittag »
Hallo "Dünnschliffbohrer",

wahrscheinlich sollten wir alle (= also die Hensoldt-Interessierten) mal die unter http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9829.msg69880#msg69880 genannte Literatur lesen und wären vielleicht schon etwas schlauer.

Aus dem Forum und ein paar Ebay-Fotos habe ich folgende Informationen gezogen, vielleicht kann man Stück für Stück mehr in die Reihe einsortieren:

   * Dein schwarzes Stereomikroskop hat die niedrigste Seriennummer, die 1130. (Das erste Stemi überhaupt, nach dem Greenough-Prinzip, wurde wohl 1892 durch Carl Zeiss in Jena gebaut) Ob die Seriennummer nun eine Orientierung gibt, oder nur ein Teil betrifft, und nicht das gesamte Mikroskop, wer weiß das? Steht denn eigentlich irgendetwas auf den Objektiven?

   * Das von Florian in obigem Link zuerst gezeigte Mikroskop (kein Stemi) hat die Seriennummer 6460. Florian datiert es auf die 1920er/30er Jahre, sucht aber selbst noch nach einem genaueren Datum.

   * Das schwarze, Mikroskop "Diami" mit dem "Windmühlentubus", Lampenbeleuchtung, Seriennr. nicht gezeigt, Jahr unbekannt. Ein anderes "Windmühlenfoto" hier im Forum scheint eine 30tausender Seriennr. zu haben (Spiegel-Beleuchtung). Vielleicht ist die "Windmühle" doch älter als die "Kugel" (siehe nächster Punkt).

   * Florians schwarzes Mikroskop mit dem "Kugelrevolver", Seriennummer 40328. Jahr nicht genau bekannt, 1948 Gebrauchsmusterschutz. Es heißt wohl ebenfalls Diami und ist später als die "Windmühle" einzuordnen? (Edit: Eines auf Ebay hat die S/N 40017.)

   * Mein schwarzes Stereomikroskop (Edit: ein "Diamal") http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=13573.msg103000#msg103000, Seriennr. 41394, Jahr unbekannt. Der Objektiv-Schieber (2x) hat die Nr. 24197. Der Tubus ist asymmetrisch, ein Okular-Tubus fest, der andere beweglich.

   * Baugleiche/ähnliche habe ich bei Ebay gesehen: Baugleich, schwarz: S/N 42457 (Stativ), Objektivschieber 2x: S/N: 25157, Objektivschieber 4x: S/N: 25863(? jedenfalls 25XXX). Ähnlich: auf einem Stativ mit höhenverstellbarer Klemmung), es hatte die S/N 48336. Und noch eins an einem wieder anderen Tischstativ: S/N: 50534 (Objektiv-Schieber 2x: 31557; Schieber 4x: 31618).

   * Zwei mal habe ich ein hammerschlaggraues/silbernes "Diamal" bei Ebay gesehen. Der Tubus ist symmetrisch. Einmal mit einer Bedienungsanleitung, die nach 50er/60er Jahren aussah. Das andere mit der Seriennr. 51071 (falls ich das richtig entziffert habe).  Der Objektiv-Schieber (4x) hat die Nr. 31840 (ist aber schwarz und daher vielleicht von einem älteren Mikroskop angesetzt). Ein weiteres Bild von einem mutmaßlichen Diamal (hammerschlag, silbergrau) habe ich gefunden mit der S/N 50449.

Vielleicht sollte "jemand" auch einmal versuchen, beim Hensoldt-Nachfolger Carl Zeiss Sport Optics anzufragen.

Nächtlichen Gruß

Sebastian

P.S.: Zu Stereomikroskopen allgemein scheint gerade eine Artikelreihe herauszukommen unter

http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/indexmag.html
http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artjan14/rjk-Stereomicroscopes-1.pdf

« Letzte Änderung: Dezember 03, 2015, 13:45:39 Nachmittag von Oecoprotonucli »
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Dünnschliffbohrer

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Re: Kennt jemand dieses Hensoldt-Stemi und weis wie alt es ist?
« Antwort #2 am: Januar 29, 2014, 23:04:06 Nachmittag »
Hallo Sebastian,

vielen Dank für die ausführliche Antwort, die erste auf den Beitrag. Lass mich mal Listen-artig in einzelnen Punkten antworten, der Übersichtlichkeit wegen:

1) Die Seriennummer kommt mir so verdächtig niedrig vor (die werden ja wohl nicht die Stereomikroskope unabhängig von den anderen Produkten nummeriert haben), dass ich ihr alleine nicht recht traue. Das müsste ja sonst uralt sein, aber gerade mit der ausgereiften Beleuchtung wirkt es schon recht modern.

2) Auf den anderen Teilen (z.B. Objektiven) sind keine Seriennummern.

3) Ich hatte bisher davon abgesehen, bei Hensoldt nachzufragen, weil eine frühere Anfrage wegen der "Mikroskopbasis Stereo" dort unbeantwortet geblieben war (bei Fernoptik habe ich aber bei Hensoldt bisher mit dem Service gute Erfahrungen gemacht).

4) Da das Stativ auf der Unterseite sogar mit einer Art "imprägnierter Pappe" verschlossen ist, denke ich, dass es bestimmt aus der Zwischenkriegszeit ist, vieleicht aber sogar aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Aber gegen diese letzte Möglichkeit sprechen die modern ausgeführten Rändel - trotz der ungewöhnlich niedrigen Seriennummer, die mir rätselhaft ist.

5) Ein ganz ähnliches Diamal wie deins - auch mit dem schwarzen, eigentlich eher vor dem II. Wk. verbreiteten schwarzen Runzellack, habe ich auch  (SN: 41465, 2X Obj.: 22566) - es ist bestimmt aus den frühen 50ern, und nicht wie ich ursprünglich dachte aus der Weimarer Zeit. Vieleicht habendie erst noch Restbestände der Farbe aufgebraucht...

Vielen Dank auch für den Verweis auf den microscopy-uk-Artikel. Es ist schön, wenn sich jemand diesen so oft zu unrecht verachteten Instrumenten mal annimmt.

Einen schönen Abend noch, in der Hoffnung auf weitere Informationen aus dem Forum.  - Dünnschliffbohrer


P.S.: Für die Massenprodukte von Leitz existiert ja eine Liste mit Seriennummern, obwohl die ohnehin viel einfacher zu datieren sind. Sollten wir mal für Hensoldt, Winkel etc. auch anfangen, da wäre es m.E. notwendiger.
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Oecoprotonucli

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Re: Kennt jemand dieses Hensoldt-Stemi und weis wie alt es ist?
« Antwort #3 am: Januar 30, 2014, 20:21:27 Nachmittag »
Hallo Dünnschliffbohrer,

ja, es wäre wohl sinnvoll, wenn wir mit dem Sammeln von Seriennummern von Hensoldt-Mikroskopen anfangen bzw. weitermachen.

Bei Deiner kleinen Seriennummer bestehen also Zweifel und Du meinst, auch mein Stemi ist als "Diamal" zu bezeichnen.

Ich habe eine Mail an Zeiss (Sport Optics) geschrieben und auch schon eine Antwort, dass noch wenige Unterlagen dort existieren und ich spezifisch anfragen sollte und evtl. auch Fotos schicken. Das werde ich dann mal tun und ich kann ja versuchen, gleich für Dein Stemi mitzufragen und die Fotos von hier verwenden?

5) Ein ganz ähnliches Diamal wie deins - auch mit dem schwarzen, eigentlich eher vor dem II. Wk. verbreiteten schwarzen Runzellack, habe ich auch  (SN: 41465, 2X Obj.: 22566) - es ist bestimmt aus den frühen 50ern, und nicht wie ich ursprünglich dachte aus der Weimarer Zeit. Vieleicht habendie erst noch Restbestände der Farbe aufgebraucht...

Hast Du die gleiche Stativausführung wie ich? Ein Foto, hier oder als privat-Mail, würde mich interessieren...

Viele Grüße

Sebastian
« Letzte Änderung: Januar 30, 2014, 21:18:05 Nachmittag von Oecoprotonucli »
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Dünnschliffbohrer

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Re: Kennt jemand dieses Hensoldt-Stemi und weis wie alt es ist?
« Antwort #4 am: Januar 31, 2014, 19:33:47 Nachmittag »
1)
Zitat
Bei Deiner kleinen Seriennummer bestehen also Zweifel

Ja, nicht dass ich glauben würde, die Nummer wäre irgendwie gefälscht. Aber ich verstehe das System nicht, nachdem die ihre Geräte durchnummeriert haben. Ich denke, es würde nur dann funktionieren, wenn die alle Stereomikroskope mit einer eigenen Nummernreihe versehen hätten, denn ibis zu den 20er Jahren hatten die bestimmt mehr 1130 Mikroskope insgesamt gebaut, von der Fernoptik mal abgesehen.

2)
Zitat
und Du meinst, auch mein Stemi ist als "Diamal" zu bezeichnen.

Ja sicher ist deins auch ein Diamal.


Hallo Sebastian,

Ich hab gerade noch mal um wirklich ganz sicher zu sein in dem "Ergänzungsband II A" des "Handbuches zur Geschichte der Optik" (den einzigen den ich habe) von E. Schmitz nachgesehen: auf den Seiten 300-301 bildet er es ab. Ich habe die Ausführung mit dem Durchlichtsockel, aber das Netzkabel fehlt. Dient aber ohnehin nur als Vitrinenexemplar, die Prismen müssten innen erst mal gereinigt werden. Aber an die ist auch nach Abschrauben des Frontdeckels nicht so gut heranzukommen.
Du kannst gerne mal für mich mit Nachfragen, wenn du bereits erfolgreich Kontakt mit Hensoldt aufgenommen hast. Häng doch bitte einfach einen Verweis auf diesen Diskussionsfaden hier an deine Nachricht an, dann können die sich die Bilder direkt ansehen. Vieleicht wundern die sich insgeheim, welche Rätsel ihre hauseigenen Produkte bei uns Laien so aufwerfen...

Viele Grüße, Dünnschliffbohrer
« Letzte Änderung: Januar 31, 2014, 19:39:06 Nachmittag von Dünnschliffbohrer »
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Oecoprotonucli

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Re: Kennt jemand dieses Hensoldt-Stemi und weis wie alt es ist?
« Antwort #5 am: Januar 31, 2014, 22:27:49 Nachmittag »
Du kannst gerne mal für mich mit Nachfragen, wenn du bereits erfolgreich Kontakt mit Hensoldt aufgenommen hast. Häng doch bitte einfach einen Verweis auf diesen Diskussionsfaden hier an deine Nachricht an, dann können die sich die Bilder direkt ansehen. Vieleicht wundern die sich insgeheim, welche Rätsel ihre hauseigenen Produkte bei uns Laien so aufwerfen...

Hallo Dünnschliffbohrer,

da bin ich bereits dabei und habe auch das mit dem Diskussionsfaden schon getan. Ich bin jetzt an den hier im Forum schon erwähnten Herrn Dr. Wimmer von Zeiss ( http://www.archive.zeiss.de/ ) verwiesen worden. Mal sehen...

Viel sieht man ja nicht, wenn man dort "blättert", aber es tauchen zumindest "Diamal" und "Diamal II" auf. Könnte ja sein, dass meines zur ersten Baureihe gehört, und die silbergrauen dann die "II" sind. Aber wir werden sehen. Ich denke, Dein Stemi ist das schwerer zu identifizierende.


Viele Grüße

Sebastian
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Oecoprotonucli

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Re: Kennt jemand dieses Hensoldt-Stemi und weis wie alt es ist?
« Antwort #6 am: Februar 07, 2014, 21:05:53 Nachmittag »
Hallo Dünnschliffbohrer und Hensoldt-Interessierte,

ich habe nun die Rückmeldung vom Zeiss-Archiv (Frau Schmied/Hr. Dr. Wimmer) erhalten:

Leider konnten sie nicht sagen, wann die Geräte hergestellt wurden, da sie keine Fabrikationslisten für Mikroskope von Hensoldt im Bestand haben.

Mein Stereomikroskop konnten sie, wie schon erwartet, als Diamal identifizieren und haben mir auch einen kleinen Prospekt/Preisliste als elektronisches Dokument zugeschickt. Soweit schön für mich!

Leider hatten Sie aber zu Deinem älteren Mikroskop keine Unterlagen und bedauerten dies!

In der Fussnote der E-Mail steht, dass die Infos für den persönlichen Gebrauch sind etc. - wie streng das ausgelegt wird, weiß ich nicht, will es aber nicht ausprobieren. Wer den Prospekt (3 Seiten) gerne sehen möchte, kann mir ja vielleicht eine PN schreiben.

In der Bibliothek habe ich mir jetzt übrigens auch das schon erwähnte Büchlein "100 Jahre M. Hensoldt & Söhne" von 1952 ausgeliehen. Auch dort ist auf der vorletzten S. 45 "mein" schwarzes Hensoldt Diamal abgebildet (sonst enthält das Buch aber nur noch ein Bild vom "TAMI", keine weiteren Bilder von Mikroskopen). So liege ich wohl mit meiner zeitlichen Einschätzung ganz gut.

Die Jagd nach Unterlagen/verschollenem Wissen zu Deinem Stemi muss also noch weitergehen...

In dem Prospekt gibt es übrigens typische "Bestellwörter", wie sie bei Leitz üblich waren. Es bestanden ja sowieso auch Verknüpfungen zu Leitz? Dann könnte man evtl. nun auch dort, also Leica Microsystems, noch einmal anfragen?

Viele Grüße

Sebastian
« Letzte Änderung: Februar 07, 2014, 21:17:10 Nachmittag von Oecoprotonucli »
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Dünnschliffbohrer

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Re: Kennt jemand dieses Hensoldt-Stemi und weis wie alt es ist?
« Antwort #7 am: Februar 10, 2014, 20:08:12 Nachmittag »
Hallo Sebastian,

vielen Dank für deine Erkundigungen. Das deins ein Diamal ist, war ja klar. man hätte das schwarze Modell aber noch für eine Vorkriegsvariante halten können,aber das ist jetzt auch geklärt.
Ich hatte schon befürchtet, das zu meinem Mikroskop nichts neues heraus kommt. Eigentlich traurig, dass so große Firmen nur derart spärliche Archive haben. Und oft wohl auch keine Firmenmuseen. Eigentlich müsste jedes Modell in dem Museum einmal vertreten sein, wenn nicht bei Hensoldt, n Wetzlar, dann wenigstens zentral in Jena oder Oberkochen. Aber wenigstens Kataloge und Druckschriften müsste es normalerweise dazu geben?
Das Hensoldt Verknüpfungen zu Leitz gehabt haben soll ist mir neu, möchte ich aber nicht ausschließen. Ich dachte immer, sie wären Konkurrenten gewesen, die nur über Urvater Kellner miteinander in losem Zusammenhang standen. Aber vieleicht haben sie ja sich bzw. ihre Prodikte gegenseitig ausreichend beobachtet, so dass man von dort tatsächlich noch Informationen erhalten kann.

Einen schönen Abend noch

- Dünnschliffbohrer

P.S.: hat denn von den anderen Sammlern und Technik-geschichtlich Interessierten hier im Forum keiner einen Hinweis auf das Stück?
« Letzte Änderung: Februar 10, 2014, 20:11:04 Nachmittag von Dünnschliffbohrer »
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Re: Kennt jemand dieses Hensoldt-Stemi und weis wie alt es ist?
« Antwort #8 am: Februar 10, 2014, 20:47:14 Nachmittag »
Hallo Dünschliffbohrer,

Das deins ein Diamal ist, war ja klar. man hätte das schwarze Modell aber noch für eine Vorkriegsvariante halten können,aber das ist jetzt auch geklärt.

Naja, sicher ist es noch nicht ganz, da ich ja nirgendwo eine direkte Jahresangabe zu dem Mikroskop gefunden habe. Aber doch ziemlich wahrscheinlich.

Ich hatte schon befürchtet, das zu meinem Mikroskop nichts neues heraus kommt. Eigentlich traurig, dass so große Firmen nur derart spärliche Archive haben. Und oft wohl auch keine Firmenmuseen. Eigentlich müsste jedes Modell in dem Museum einmal vertreten sein, wenn nicht bei Hensoldt, n Wetzlar, dann wenigstens zentral in Jena oder Oberkochen. Aber wenigstens Kataloge und Druckschriften müsste es normalerweise dazu geben?

Tja, so dachte ich auch. Aber da müsste man wahrscheinlich direkt mal mit dem Herrn Wimmer sprechen und das am besten vor Ort in "seiner" Bibliothek. Vielleicht sind ja auch im Zuge des Krieges und der Firmenübernahmen etc. Dinge verloren gegangen und rausgeworfen worden. Und wenn dann noch die wohl geringere "Auflage" der Hensoldt-Mikroskope dazukommt, ist man wohl auf Zufallsfunde angewiesen. Ich weiß ja auch, wie es bei Umzügen und Nachlässen teilweise abläuft: "Die alten Sachen müssen weg" und so ein dünner Prospekt fällt nicht so auf, wie ein Buch o.ä. und schon wird er mit "entsorgt".

Das Hensoldt Verknüpfungen zu Leitz gehabt haben soll ist mir neu, möchte ich aber nicht ausschließen. Ich dachte immer, sie wären Konkurrenten gewesen, die nur über Urvater Kellner miteinander in losem Zusammenhang standen. Aber vieleicht haben sie ja sich bzw. ihre Prodikte gegenseitig ausreichend beobachtet, so dass man von dort tatsächlich noch Informationen erhalten kann.

Ich wollte da keine Gerüchte in die Welt setzen - ja aufgrund dieser Erwähnung von Carl Kellner (von der Freundschaft zu Moritz Hensoldt ist auch in besagter Festschrift die Rede) bin ich wohl auf die Idee gekommen - und dann sind da eben diese "Bestellwörter". Aber vielleicht hat man das eben früher so gemacht oder sich voneinander abgeschaut.

Ebenfalls schönen Abend

Sebastian
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