Autor Thema: Kosmos-Humboldt  (Gelesen 13530 mal)

Ernst Hippe

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Kosmos-Humboldt
« am: März 08, 2009, 15:48:22 Nachmittag »
Hallo Antiquitätenliebhaber,

kürzlich gab es bei einer Vorstellung ein hübsches Bild von einem Humboldt mit adaptierter Kamera. Das möchte ich ergänzen durch einen Blick auf mein altes Schätzchen aus dem Jahr 1957:



Man sieht, dass auch früher schon viel gebastelt wurde; in diesem Aufbau hat es mir noch bei Tagungen genutzt.
Gruß Ernst Hippe
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fraureuter

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Re: Kosmos-Humboldt
« Antwort #1 am: März 10, 2009, 12:57:29 Nachmittag »
Hallo Herr Hippe,
ich bin selbst ein leidenschaftlicher Fan der Humboldt-Reihe. Nun möchte ich mein schwarzes Humboldt, basierend auf den Model C von Hertel & Reuss, mit dem Schiebetubus des Model C ausstatten. Ich habe zwei solcher grauen Eminenzen hier stehen. Mein Problem: Ich bekomme den Tubus des Humboldt nicht abgeschraubt. Wissen Sie zufällig, ob der noch irgendwo gesichert ist? Oder soll ich einfach mal etwas mehr Kraft aufwenden?
Warum ich diesen Austausch vornehmen möchte ist schnell erklärt: Mit dem Schiebetubus kann ich die modernen Objektive und Okulare für 160mm Tubuslänge verwenden, ohne am Originaltubus "rumzuschnipseln".
Desweiteren suche ich noch einen passenden Kondensor für die große Schiebehülse, die des Model sind alle zu schlank. Falls Sie also noch einen liegen haben sollten.... ;-)
Danke für eine Antwort + herzliche Grüße
Martin Reuter

Ernst Hippe

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Re: Kosmos-Humboldt
« Antwort #2 am: März 10, 2009, 14:48:24 Nachmittag »
Hallo Herr Reuter,

mein Tubus ließ sich ohne Mühe abschrauben - vermutlich sitzt Ihrer nur etwas fest? Das Modell wurde allerdings wohl mehrmals geändert.
Einen zusätzlichen Kondensor habe ich leider nicht. Übrigens hat mich dieses Schieben immer etwas gestört weil zu labil; ein Zahntrieb wäre besser gewesen.
Viel Erfolg noch mit den Oldies!
Gruß Ernst Hippe
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Stuessi

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Re: Kosmos-Humboldt
« Antwort #3 am: März 10, 2009, 15:35:52 Nachmittag »
Hallo,

vielleicht interessiert der alte Humboldt Prospekt?!



Gruß,
Stuessi

fraureuter

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Ich bin von den Socken.....
« Antwort #4 am: März 10, 2009, 18:24:47 Nachmittag »
OOOAAAAHHH!!!!
TAUSEND DANK!!

Viele herzliche Grüße
Martin

fraureuter

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LED-Beleuchtung
« Antwort #5 am: März 10, 2009, 18:31:04 Nachmittag »
Ach, Herr Hippe,
die "mobile" LED-Beleuchtung finde ich aber nun außerordentlich interessant. Haben Sie die selbst entworfen? Gibt es eine Anleitung/Schaltpläne dazu?
Herzliche Grüße nochmal
Martin Reuter

Ernst Hippe

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Re: Kosmos-Humboldt
« Antwort #6 am: März 10, 2009, 20:49:56 Nachmittag »
Hallo Herr Reuter,

ich habe noch einen Schaltplan mit zusätzlichen Angaben, aber keine Konstruktionszeichnung für den Aufbau. Wenn Sie mir Ihre E-Mail- Adresse per PN geben wollen, schicke Ihnen ich ein Foto vom Plan.
Gruß Ernst Hippe
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StephanBreuer

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Re: Kosmos-Humboldt
« Antwort #7 am: März 22, 2009, 01:17:00 Vormittag »
Hallo!

Da will ich jetzt auch mal etwas zu dem Antiquitäten-Thread beitragen, wobei ich hinzufügen möchte, dass ich beide Mikroskope noch regelmäßig nutze.

Ich besitze ein Kaps-Mikroskop, welches wohl mit einigen Kosmos Humboldt baugleich ist. Meines trägt jedoch nicht die Kosmos- sondern die Original Kaps-Signatur. Besitzer des »Stehli – Mikroskopie für Jedermann« (20.Aufl.) werden werden wohl die Ähnlichkeit zum darin abgebildeten Humboldt erkennen. Auch verfügt meines schon über eine cremefarbene Lackierung und einen Anschlagschutz für den Grobtrieb. Ich schätze den Herstellungszeitraum auf die 70er, vielleicht 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Hat Kosmos damals noch richtige Mikroskope verkauft (wie das Humboldt)?



Zudem besitze ich noch ein altes Hufeisenstativ von Will. Der Tubusträger dieses Gerätes sieht dem von Ernst Hippe geposteten Gerät ähnlich. Auffällig im Vergleich zum Kaps-Modell ist jedoch, dass die Mechanik für den Feintrieb fest in den Tubusträger integriert ist, beim Kaps sieht dies mehr nach einem angesetzten Kasten aus. Außerdem verfügt das Will Gerät über eine Kondensorhöhenverstellung mit Zahn und Trieb.



Die Gängigkeit des Grobtriebes lässt sich beim Will-Mikroskop mit einer Schraube regulieren, während dies beim Kaps mit zwei Schrauben geschieht.



Gruß Stephan


Stuessi

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Re: Kosmos-Humboldt
« Antwort #8 am: März 22, 2009, 13:35:55 Nachmittag »
Hallo,

zur Frage Mikroskope bei Kosmos 1980 finde ich im Katalog "Geräte für den Naturfreund 1980" die Mikroskope
Liebig (460 DM), Humboldt F (843 DM), Darwin (1239 DM), Darwin Super (2585 DM) und das Kosmos Forschungsmikroskop (2665 DM) mit einer riesigen Auswahl an Zubehör. Die Preise galten jeweils für die Grundausstattung.

Gruß,
Stuessi

Stuessi

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Re: Kosmos-Humboldt
« Antwort #9 am: Februar 09, 2014, 11:55:10 Vormittag »
Hallo,

nun habe ich noch eine alte Kosmos Preisliste von 1954 in meinem Stehli gefunden, die ich als Ergänzung zu meiner Humboldt Liste einstelle.

















Viel Vergnügen beim Lesen,
Stuessi
« Letzte Änderung: Februar 09, 2014, 12:00:16 Nachmittag von Stuessi »

Klaus Herrmann

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Re: Kosmos-Humboldt - Humbold
« Antwort #10 am: Februar 09, 2014, 12:52:09 Nachmittag »
Liebe Humboldt-Fans,

was habe ich denn hier? War da der Graveur krank oder in Urlaub?

Das Mikroskop wurde ganz sicher in Stuttgart im Kosmosgeschäft gekauft. Haben die damals schon mit China zusammengearbeitet?



Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Ernst Hippe

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Re: Kosmos-Humboldt
« Antwort #11 am: Februar 09, 2014, 13:01:08 Nachmittag »
Hallo Stuessi,
da war ich doch überrascht, nach mehreren Jahren noch diesen Beitrag zu finden! Ich habe gleich das erste mikroskopische Buch für mich überhaupt, natürlich den Stehli, hervor geholt : Jahrgang 1936. Dort ist das Humboldt auch dargestellt, ebenso gibt es Preislisten, die einen heute nur staunen lassen. Aber da waren ja die Geldverhältnisse noch ganz anders. Ich besaß ab 1937 nur das Schülermikroskop Mendel. Es existiert sogar noch, wenn auch etwas verändert.
Hier die alte Stehli-Seite:



P.S. Bei meinem Humboldt Nr.8798 fehlt das T nicht!

« Letzte Änderung: Februar 09, 2014, 13:13:03 Nachmittag von Ernst Hippe »
Gruß Ernst Hippe
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Oecoprotonucli

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Re: Kosmos-Humboldt
« Antwort #12 am: Februar 09, 2014, 22:25:05 Nachmittag »
Liebe Kosmo(s)nauten,

eigentlich hatte ich ja noch nie etwas mit diesen Kosmos-Humboldt-Mikroskopen zu tun, aber über dem Nachsuchen wegen der Experimentierkästen ist wieder einmal der Linksammler in mir durchgekommen und so habe ich einmal einige Links aus dem Forum zu den Kosmos-Mikroskopen zusammengestellt, ich hoffe es passt und hilft:

http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=16271.0
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=16129.5
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=8356.0
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=8863.0
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=334.0

Welche Kosmos-Typen fehlen denn noch, die Anzahl muss doch endlich sein...?

Viele Grüße

Sebastian
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

purkinje

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Re: Kosmos-Humboldt
« Antwort #13 am: Februar 10, 2014, 01:07:03 Vormittag »
Ich weiß dass wir vom 100sten ins 1000ste kommen, aber es gab ja neben dem Arbeitskasten Mikroskopie, den es meiner Erinnerung nach in der älteren kleineren Pappschachtel/Holzständerversion und einer späteren, größeren im Karton mit Plastikflaschen in den 70ern gab, noch weitere Arbeitskästen
Biologie (das Buch dazu "Biologie für Jedermann" J Hamacher )
Planktonkunde (das Buch dazu "Planktonkunde für Jedermann" W Baumeister, eine Art Vorläufer des Wassertropfens )
Ackerbau (später wohl Bodenkunde genannt) (das Buch dazu "Ackerbau " A Schindlmayr )

Ich finde das Thema "Experimentierkästen" ganz interessant, weil sich daran eine ganze Reihe beobachten lässt, wie zB
warum es damals so etwas auch für den (beinahe und schon ) erwachsenen Interessierten gab, dies sich in den 60er 70er hin zu Kästen für Schüler entwickelte und wenn ich die heutigen  betrachte sind wir im Kindergarten und bei "naturwissenschaftlicher" Frühförderung angelangt  ;)
Anhand der Bücher und Kästen von Kosmos kann mann auch wunderbar den Aufstieg, Wandel und teilweisen Niedergang der populären naturwissenschaftlichen Bildung, zumindest in bürgerlichen Kreisen, verfolgen.  Das dies alles nicht so banal ist, sieht mann ja am heutigen, stetig sinkenden Stellenwert der organismischen Biologie und teils auch der Geowissenschaften an den deutschen Universitäten ....
Beste Grüße
Stefan

Dünnschliffbohrer

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Re: Kosmos-Humboldt
« Antwort #14 am: Februar 10, 2014, 20:28:16 Nachmittag »
Zitat
Anhand der Bücher und Kästen von Kosmos kann mann auch wunderbar den Aufstieg, Wandel und teilweisen Niedergang der populären naturwissenschaftlichen Bildung, zumindest in bürgerlichen Kreisen, verfolgen.  Das dies alles nicht so banal ist, sieht mann ja am heutigen, stetig sinkenden Stellenwert der organismischen Biologie und teils auch der Geowissenschaften an den deutschen Universitäten ....

Ja, dem kann ich leider nur zustimmen. Es ist auch der Grund für mich, sozusagen aus Nostalgie, mir alte Kosmos-Mikroskope ins Regal zu stellen. Ich könnte aus der riesigen Füllle alter Mikroskope natürlich auch professionellere Modelle auswählen, aber die haben eben nicht diesen kulturhistorischen Hintergrund. Aber besonders im Fall der von Winkel-Zeiss produzierten Modelle sieht man auch die damals andere Einstellung der Firmen. Denen war offenbar durchaus etwas daran gelegen, auch den Schüler oder Naturfreund mit guten Instrumenten zu versorgen, und haben andererseits sich auch nicht zu schade gefunden, Ihr eigenenes Markenzeichen zusammen mit "Kosmos" auf den Geräten zu hinterlassen. Mich erinnert das ganze an das 50/540er Bastelfernrohr und an den Telementor von Zeiss für die Schul-Astronomie. Soetwas gibt es heute schandbarer Weise nicht mehr. Die Astroabteilung von Zeiss - gegründet immerhin von Ernst Abbe - ist bekanntlich nach der Wende an der Krankheit Kapitalismus eingegangen. - Dsb.
"Und Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; und er schuf um ihn Laubmoose und Lebermoose und Flechten und ein Mikroskop!"
[aus: Kleeberg, Bernhard (2005): Theophysis, Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen,  S. 90]