Membranfilter-Trocknung und Mikroskopie

Begonnen von Particle-Man, Januar 24, 2013, 15:51:54 NACHMITTAGS

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Particle-Man

Hallo,

ich verwende im Labor Membranfilter (Durchmesser 25 mm bis 50 mm; Porengröße 0,2µm) in einem Filtrationsgerät zur Partikelfiltration aus wässrigen Lösungen. Anschließend wird der getrocknete Membranfilter unter dem Mikroskop auf Partikelrückstände untersucht.
Wenn ein Membranfilter nach dem Filtrieren feucht ist und trocknet, dann wellt sich der Filter oft leicht. Unter dem Mikroskop ist es dann schwierig immer in der gleichen Ebene ein scharfes Bild zu bekommen. Hat jemand von euch eine Empfehlung oder eigene Erfahrungen mit der Mikroskopie von Membranfiltern? Wie sollte der Membranfilter am besten getrocknet werden?
Gibt es dafür eine Vorrichtung (z.B. Einspannrahmen), in die man Membranfilter zum Trocknen einspannen kann?

Ich bin dankbar für Tipps und baue auf eure Erfahrungen – Dankeschön schon im Voraus.

ruhop

Hallo, ParticleMan. (Es wäre gut, Dich mit Namen anreden zu können)

Ich habe in meiner Uni-Zeit Planktonuntersuchungen (Phytoplankton) mit Membranfiltern gemacht (Filtration im Überdruck). Die nassen Filter wurden im Trockenschrank bei 50°C getrocknet. Natürlich haben sie sich auch gewellt. Plan habe ich sie bekommen durch die Einbettung in Kanadabalsam + Xylol (3+1). Anschließend einige Tage bei 50°C im Trockenschrank aushärten lassen. Die Membranfilter wurden durch die Einbettung glasklar und konnten auch mit Immersion betrachtet werden, ohne daß das Deckglas verrutschte. Bei relativ farblosen bzw. durchsichtigen Partikeln empfiehlt sich eine Anfärbung (in meinem Fall mit Anilinblau und Eosin).

Falls noch Fragen sind, beantworte ich sie gerne (so ich kann).

Schönen Gruß aus dem Hintertaunus

Holger

Werner

Ich habe eine Verständnisfrage:

Warum das Filter trocknen? Das feuchte Filter auf einen Objektträger legen, einen Tropfen Wasser dazu und ein großes Deckglas drauf.
Die Partikel müßte man so auch sehen können.

Gruß   -   Werner

ruhop

Hallo, Werner.

Wenn Du nur 1 oder 2 Proben auf Filtern hast, dann brauchst Du nicht zu trocknen. Da  hast Du recht. Aber was ist, wenn 2x/Monat jeweils 30 Proben verarbeitet werden müssen? Die Bearbeitung je Probe dauerte ca. 2 Stunden. Also trocknen oder nicht trocknen hängt wohl von der Menge und der Art der zu untersuchenden Partikel ab wie auch von der Anzahl der dafür anfallenden Membranfilter.

Schönen Gruß aus dem Hintertaunus

Holger

Particle-Man

#4
Hallo und vielen Dank für die ersten Rückmeldungen. In der Tat handelt es sich um eine größere Anzahl an Proben. Außerdem sollen manche der Proben intern als Referenz aufbewahrt werden. Natürlich unter dem Vorbehalt, dass geprüft werden muss, dass diese sich nicht im Laufe der Zeit verändern.
Grüße
Gunnar

ruhop

Hallo, Gunnar.

Bevor jetzt weitere Möglichkeiten erörtert werden, solltest Du etwas zu den Partikeln (Art, Größe, Konservierung?) und zu der von Dir angewandten Mikroskopie sagen (Auflicht oder Durchlicht).

Schönen Gruß aus dem Hintertaunus

Holger

liftboy

#6
Hallo erstmal,

aus dem Bekanntenkreis wurde mir folgende Information zugetragen, welche ich hier -ungeprüft- weitergeben möchte.

"Membranfilter werden nach er Filtration BEHUTSAM getrocknet und dann mit IMMERSIONÖL klar gemacht. Damit planiert sich auch der Filter!
Dann kann man mit einem Einbettungsmittel, das schnell trocknet, das Deckglas am Rande fixiert, und schon kann man sogar mit Ölimmersion mikroskopieren!!
JEDES Membranfilter lässt sich mit Immersionsöl glasklar machen!



Die Firmen Mettler-Toledo, Whatman, Schleicher und Schuell und Sartorius empfehlen dieses Verfahren schon seit 1970. "

Ich hoffe das es weiterhilft

Grüße
Wolfgang

Bild nachträglich eingefügt
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
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Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Particle-Man

#7
--

Klaus Herrmann

Hallo Gunnar,

vielleicht hab ichs überlesen, aber warum macht ihr keine Dauerpräparate draus? Die sind dann auch durchsichtig und - wenn beschwert beim Trocknen - plan. Danach handelbar!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Particle-Man

Hallo Klaus,
ich steh' gerade auf dem Schlauch. Gerne würde ich auch durchsichtige Partikel-Dauerpräparte machen. Die Membranfilter, die ich gerade benutze, bestehen aus Nitrocellulose. Kannst du mir deinen Vorschlag zur Vorgehensweise genau schildern? Bei der Methode darf ich mir nur wenn möglich keinen Umgebungsschmutz einfangen oder weitere Partikelkontaminationsquellen eröffnen (was natürlich auch dann großteilig an meiner Arbeitsweise liegt).
Vielen Dank vorab für deinen Ratschlag. Grüße Gunnar

Klaus Herrmann

Hallo Gunnar,

ich lese oben:

ZitatJEDES Membranfilter lässt sich mit Immersionsöl glasklar machen!

wenn das mit Immersionsöl geht, dann sollte es auch mit Eindeckharz gehen! So meine Überlegung - ich habe selbst noch nie Membranfilter untersucht kombiniere nur!

Problem könnte sein, dass die Nitrocellulose sich löst? Muss man ausprobieren
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Johannes Kropiunig

Hallo Gunner,

ZitatGibt es dafür eine Vorrichtung (z.B. Einspannrahmen), in die man Membranfilter zum Trocknen einspannen kann?

Wie wäre es mit 2 einfachen Holzplatten, die ein etwas kleineres Loch als der Durchmesser des Filters haben.
Den Filter zwischen die beiden Bretter und Zusammenschrauben, so sollten sie sich eigentlich nicht mehr Wellen können.

So stelle ich mir das jedenfalls vor, ob das auch so gehen würde bzw. ob das deinen Ansprüchen genügt, keine Ahnung...  ???

Viele Grüße,
Johannes

 
Biologische Mikroskop: Zeiss Standard 16
Stereomikroskop: Lomo MBS 10
Kameras:  EOS 1100D, EOS 1000D, EOS 1000Da, und EOS 350Da Peltier gekühlt

Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich daran erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen.
Laotse

ruhop

Hallo, Gunnar.

Schau doch mal auf meine Antwort ganz oben, gleich nach Deiner Frage. Ich habe meine Membranfilter aus Nitrocellulose damit als glasklare Dauerpräparate erhalten.

Schönen Gruß aus dem Hintertaunus

Holger

Klaus Herrmann

Hallo Holger,

so ist das mit den Genies: macht einen guten Vorschlag und der wird überlesen/ignoriert und dann kommt Tage danach ein kleineres Genie (wie ich  ;) )
überliest den genialen Vorschlag auch und schlägt sehr Ähnliches vor und das wird dann auch ignoriert!  :D

Und noch nebenbei gesagt ein weiteres "Genie", das heimlich mitlies "beweist", dass das in Harz einbetten nicht geht.

Jetzt wäre mal interessant, ob das Eindecken in ein Xylol-lösliches Harz nicht doch zum Erfolg führt! :D
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Particle-Man

Vielen Dank für die vielen tollen Antworten :-)