Autor Thema: Amphipleura pellucida – Teil 2 – die maximale Auflösung  (Gelesen 5533 mal)

Tausendblatt

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Amphipleura pellucida – Teil 2 – die maximale Auflösung
« am: Februar 17, 2013, 04:34:17 Vormittag »
Hallo,

nachdem ich im ersten Teil einige Bilder von Diatomeenschalen der Amphipleura pellucida im Dunkelfeld gezeigt habe (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=15360), möchte ich nun die bestmöglich aufgelösten Aufnahmen zeigen, die mir gelungen sind.
Der schon für die Dunkelfeldaufnahmen benutzte Leuchtbildkondensor (nA 1,5) wurde dazu mit einem Objektiv 63/1,4 einseitig auf etwa 1,2 per dezentrierter Lochpappe abgeblendet.
Es ergibt sich eine Beleuchtung zwischen Ringförmiger Beleuchtung und Dunkelfeld.
Zusätzlich wurden zwei gekreutzte Polfilter eingesetzt.

Erst mal die Aufnahme mit weissem Licht:



Ausschnitte daraus:





dann mit blauem Licht (Filter 450DF50):



Ausschnitte daraus:





dann mit leicht veränderter Fokalebene:



Ausschnitte daraus:





man erahnt (?) das unterschiedliche Aussehen von innen- und Außenseite der Schale,
wie es Peter H. Auf seiner Webseite schön zeigt: http://www.mikroskopie-ph.de/Amphi-FESEM-09.jpg

an letzterem Bild habe ich mal die Porenabstände bestimmt:



Eigenes Präparat; Fundort: Bad Nenndorf, Kraterquelle; Einschlussmittel: Naphrax
Zeiss Standard 18; Planapo 63/1,4; S-Kpl 16x/12,5; 63mm Kameraadapter; DSLR

Viele Grüße
« Letzte Änderung: Juni 14, 2015, 01:27:41 Vormittag von Tausendblatt »

Rawfoto

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Re: Amphipleura pellucida – Teil 2 – die maximale Auflösung
« Antwort #1 am: Februar 17, 2013, 07:50:13 Vormittag »
Guten Morgen

Koenntest Du mir bitte noch sagen zuwas die beiden Polfilter in diesem Aufbau dienen und warum Du nicht mit der maximalen NA fotografiert hast wenn es um die hoechste Aufloesung gegangen ist?

Die Gegenueberstellung finde ich sehr beeindruckend, dabei meine ich die beiden Beitraege ...

Liebe Gruesse

Gerhard
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Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

purkinje

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Re: Amphipleura pellucida – Teil 2 – die maximale Auflösung
« Antwort #2 am: Februar 17, 2013, 11:18:17 Vormittag »
Hallo,

sehr schöner und auch technisch sehr gut dokumentierter Beitrag, den ich sehr erhellend fand!
Sehr sympathisch auch, dass Du deine Kontrast/Beleuchtungsmethoden  nicht "vergeheimnisst" hast ;)
Beste Grüße
Stefan

Tausendblatt

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Re: Amphipleura pellucida – Teil 2 – die maximale Auflösung
« Antwort #3 am: Februar 17, 2013, 12:15:25 Nachmittag »
Hallo Gerhard,

ich hatte einseitig auf etwa 1,2 per dezentrierter Lochpappe abgeblendet, so dass teilweise die volle Apertur von 1,4, teilweise weniger
wirksam war.
Zwischen zwei gekreutzten Linearpolfiltern erhöht sich der Kontrast, das kann man anhand eines
beliebigen Diatomeenpräparaten leicht ausprobieren...

Beste Grüße

Jens

Guten Morgen

Koenntest Du mir bitte noch sagen zuwas die beiden Polfilter in diesem Aufbau dienen und warum Du nicht mit der maximalen NA fotografiert hast wenn es um die hoechste Aufloesung gegangen ist?

Die Gegenueberstellung finde ich sehr beeindruckend, dabei meine ich die beiden Beitraege ...

Liebe Gruesse

Gerhard
« Letzte Änderung: Februar 17, 2013, 13:44:31 Nachmittag von Tausendblatt »

Jürgen Boschert

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Re: Amphipleura pellucida – Teil 2 – die maximale Auflösung
« Antwort #4 am: Februar 17, 2013, 13:25:25 Nachmittag »
Hallo Jens,

wirklich schöne Fotos in Deinen beiden Fäden.

Zwei Frage hätte ich noch:

Zitat
... Kondensorapertur (Leuchtbildkondensor; nA 1,5), ...

1. Was ist ein Leuchtbildkondensor ?

2. NA von 1,5 ? Ich dachte, bei 1,4 sei mit normaler Immersion Schluss.

Beste Grüße !

JB
Beste Grüße !

JB

Tausendblatt

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Re: Amphipleura pellucida – Teil 2 – die maximale Auflösung
« Antwort #5 am: Februar 17, 2013, 13:39:29 Nachmittag »
Hallo Jürgen,

der Leuchtbildkondensor ist ein Dunkelfeldkondensor mit einem Aperturbereich von ca. 1,35 bis 1,5, der Dunkelfeld mit unabgeblendeten Objektiven der Apertur 1,3 erlaubt, er wurde ca. 1925 bis 193x gebaut.
So sieht er aus:



Die 1,5er Apertur wirkt nur bei Objekten in hochbrechenden Medien, in Wasser sieht man fast nichts...
Hier ein Link mit Abbildung und Beschreibung: http://vlp.mpiwg-berlin.mpg.de/library/data/lit17688/index_html?pn=74

Beste Grüße

Jens

Hallo Jens,

wirklich schöne Fotos in Deinen beiden Fäden.

Zwei Frage hätte ich noch:

Zitat
... Kondensorapertur (Leuchtbildkondensor; nA 1,5), ...

1. Was ist ein Leuchtbildkondensor ?

2. NA von 1,5 ? Ich dachte, bei 1,4 sei mit normaler Immersion Schluss.

Beste Grüße !

JB
« Letzte Änderung: Mai 03, 2017, 12:25:00 Nachmittag von Tausendblatt »

Jürgen Boschert

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Re: Amphipleura pellucida – Teil 2 – die maximale Auflösung
« Antwort #6 am: Februar 17, 2013, 18:33:54 Nachmittag »
Hallo Jens,

danke für Deine Antwort. Erstaunlich, was es alles gibt / gab !

Nach meinem Verständnis müsste der Kondensor doch immergiert werden. Eine NA von größer als 1,4 ist doch -soweit ich weiß- wegen Totalreflexion auch mit üblichem Immersionsöl nicht möglich. Reicht da also wirklich normales Immersionsöl oder braucht es da etwas, wie beispielsweise Methylenjodid ?

Vielleicht können dazu ja auch unsere "theoretischen Optiker" Erhellendes beitragen.

Beste Grüße !

JB
Beste Grüße !

JB

Rawfoto

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Re: Amphipleura pellucida – Teil 2 – die maximale Auflösung
« Antwort #7 am: Februar 17, 2013, 18:50:59 Nachmittag »
Danke fuer die Rueckmeldung Jens

Liebe Gruesse

Gerhard
Gerhard
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Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Ralf N.

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Re: Amphipleura pellucida – Teil 2 – die maximale Auflösung
« Antwort #8 am: Februar 17, 2013, 18:59:49 Nachmittag »

  Hallo,

  nachfolgendes Foto der Diatomee Amphipleura pellucida hier,
 
  http://www.baertierchen.de/feb2004.html

  finde ich beeindruckend, u.a. weil es schon 1891 entstand.

  Gruß
  Ralf Nötzel

Tausendblatt

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Re: Amphipleura pellucida – Teil 2 – die maximale Auflösung
« Antwort #9 am: Februar 17, 2013, 20:35:41 Nachmittag »
Hallo Jürgen,

klar, das der Kondensor immergiert werden muss, ich nahm das übliche Zeiss Immersol 518N (nD = 1,518),
was nach meinem Verständnis für eine Beleuchtungsapertur von etwa 1,5 reicht.
Der Objektträger hat einen ähnlichen Brechungsindex wie das Öl, das Einschlussmedium sogar mehr.

Sonst liefert halt kein heutiger Kondensor mehr als 1,4...

es grüßt

Jens

Hallo Jens,

danke für Deine Antwort. Erstaunlich, was es alles gibt / gab !

Nach meinem Verständnis müsste der Kondensor doch immergiert werden. Eine NA von größer als 1,4 ist doch -soweit ich weiß- wegen Totalreflexion auch mit üblichem Immersionsöl nicht möglich. Reicht da also wirklich normales Immersionsöl oder braucht es da etwas, wie beispielsweise Methylenjodid ?

Vielleicht können dazu ja auch unsere "theoretischen Optiker" Erhellendes beitragen.

Beste Grüße !

JB
« Letzte Änderung: Mai 01, 2017, 03:32:33 Vormittag von Tausendblatt »

Tausendblatt

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Re: Amphipleura pellucida – Teil 2 – die maximale Auflösung
« Antwort #10 am: Februar 17, 2013, 20:39:34 Nachmittag »
Moin Ralf,

oh, ja - sehr schön, das ergänzt den Beitrag gut.

So eine Zeiss Methyleniodidimmersion 74/1,6 scheint die "Blaue Maurizius" unter den Mikroskopobjektiven zu sein!

Ich finde solche Schätze faszinierend, wenn man auch wahrscheinlich nie eines bekommen wird...
Andere ausgestorbene Teile wie dieser Leuchtbildkondensor oder ein Mikropolychromar (Rheinberg-Erweiterung für den Hellfeldkondensor Apl 1,4) lassen sich
da schon eher finden...

Übrigens soll es von Leitz einen noch extremeren DF-Kondensor gegeben haben, der ermöglichte DF mit Objektivapertur 1,4!


Viele Grüße

Jens


  Hallo,

  nachfolgendes Foto der Diatomee Amphipleura pellucida hier,
 
  http://www.baertierchen.de/feb2004.html

  finde ich beeindruckend, u.a. weil es schon 1891 entstand.

  Gruß
  Ralf Nötzel
« Letzte Änderung: Januar 26, 2017, 14:38:56 Nachmittag von Tausendblatt »