Einfache Methode zur Kontrasterhöhung

Begonnen von Nomarski, Februar 21, 2013, 19:38:40 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

wilfried48

Zitat von: Klaus Henkel in Februar 22, 2013, 17:28:39 NACHMITTAGS
... die Beugungsnebenmaxima höherer Ordnung, welche die feineren Objektdetails enthalten, fallen nicht ins Objektiv. Dieses kann die feinen Details dann nicht zeigen; außerdem fehlt es an Kontrast

Lieber Herr Henkel,

da muss ich jetzt aber Peter Höbel beispringen, wenn die Beugungsnebenmaxima nicht ins Objektiv fallen würden, dann könnte er doch die Pleurosigma gar nicht auflösen. Die grosse Objektivapertur reicht dazu aber locker aus  egal was der Kondensor für eine Apertur hat.
Bei Bernd ist es aber gerade anders herum, da nützt die Kondensorapertur von 0.9 bei gerader Beleuchtung nichts solange Objektivapertur nur 0,6 ist. Da könnten dann leicht schiefe Beleuchtung den Unterschied machen.
Aber damit ist noch lange nicht geklärt warum der Polarisator wichtig ist.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

reblaus

Hallo -

hier meine Interpretation:

Durch den Balken entstehen sozusagen zwei schiefe Beleuchtungen, die sich gegenüberstehen. In dünnen Strukturen kommt es zu Phasenverschiebungen und darüber dann zu Interferenzen. Bei nicht polarisiertem Licht wären deren Effekte aber nicht sichtbar, weil nur Licht der gleichen Schwingungsebenen interferieren kann und das übrige Licht die Effekte überdeckt.

Anders bei polarisiertem Licht: da die beiden schiefen Lichtbündel diese Struktur leicht schräg, aber in etwas unterschiedlichem Winkel durchstrahlen und das Licht nur eine Schwingungsebene hat, sollte es an einer Kante dieser Strukturen durch Interferenz zu einer Abschwächung, an der anderen Kante zu einer Verstärkung des Lichtes kommen.

Viele Grüße

Rolf



detlef.q

Hallo zusammen,

angeregt durch Bernd seinen Beitrag habe ich versucht seine ,,Methode zur Kontrasterhöhung" nachzustellen, bzw. einen ähnlichen  Effekt zu erhalten.

Ich habe dafür eine Probe einer wässrigen, nicht aufgearbeiteten Algensoße verwendet und die unten abgebildete Diatomee gefunden.

Meine Balkenblende besteht aus einem rechteckigen Stück Polfilter und das Objektiv ist ein Achromat 40/0.65. Der Kondensor ist der Berek-2-Blendenkondensor (Apertur 0.9).


Hellfeld


Mit Polfiltern ohne Blende


Ohne Polarisator mit Blende


Mit Polfiltern und Blende

Viele Grüße
Detlef


Nomarski

Hallo Detlef,

Danke für das weitere Beispiel für diese Kontrastmethode an einem Frischpräparat. Die Tümpelsaison ist für mich zwar noch nicht eröffnet, aber sie wird viel Potential dafür bieten.

Viele Grüße
Bernd

peter-h

Liebe Pol-Freunde,

noch immer habe ich es nicht begriffen und auch mein neuer Versuch bringt für mich keine Erleuchtung. Um es noch einmal ganz klar auszudrücken. Es geht nicht um Balkenblenden und schiefe Beleuchtung, sondern NUR um den Einfluß eines Polarisators zwischen Leuchtfeldblende und Kondensor.

Jetzt also ein weiteres Ergebnis:
Objektiv Zeiss Neofluar 40/0,75 , Kondensor NA 1,4 nicht reduziert , nicht immergiert. Auf der Leuchtfeldblende ein drehbarer Polarisator und zusätzlich ein Grünfilter (Baader Continuumfilter 545nm, HWB ~8nm), weisse LED. Nach dem Objektiv keine weiteren opt. Elemente bis zu Chip ! Monochrome Kamera ohne Filter vor dem Chip.

Die folgenden Bilder sind im Kontrast extrem angehoben, um feine Veränderungen leicht zu erkennen.








Den immer wieder hervorgehobenen Einfluß eines Polfilters kann ich nicht erkennen. Ich werde den Verdacht nicht los, dass bei einigen Beispielen noch andere unbewußte Elemente im Strahlengang eine Veränderung hervorrufen. Eine wissenschaftliche Erläuterung des Effekts habe ich auch noch nie gefunden.

Bin gespannt wie es weitergeht.
Peter

Peter V.

Lieber Peter,

Zitatnoch immer habe ich es nicht begriffen und auch mein neuer Versuch bringt für mich keine Erleuchtung. Um es noch einmal ganz klar auszudrücken. Es geht nicht um Balkenblenden und schiefe Beleuchtung, sondern NUR um den Einfluß eines Polarisators zwischen Leuchtfeldblende und Kondensor.

Ich habe das Gefühl, dass hier ein wenig aneinander vorbeigeredet wird.
Das mag ja sein, dass ein Polfilter allein keinen Effekt hat.
Aber Bernd hat ja nun einmal einen Polfilter und eine Balkenblende benutzt.
Wenn ich es richtig verstanden habe, ging es Bernd doch darum, zu zeigen, dass der Effekt einer Balkenblende durch einen Polarsator verstärkt werden kann.
Es ging doch nicht um die Wirkung allein eines Polarisators - oder bin ich jetzt auf dem falschen Gleis?
Wurde denn irgendwo behauptet, dass ein Polarisator allein eine Kontrastverstärkung bewirkt und ich habe es überlesen?

Herzliche Grüße
einer der andere Peters
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Nomarski

Hallo Peter,

das Drehen des Polarisators scheint bei dir schon ganz gut zu funktionieren, aber es gehört dazu noch ein Analysator in den Strahlengang, der zwischen dem Objektiv und dem Okular anzubringen ist. Das Licht bleibt dabei auf jeden Fall polarisiert, aber es wird sich beim Drehen des Polarisators eine Wirkung zeigen. Man kann übrigens auch den Analsator verdrehen und den Polarisator dabei fest stehen lassen, so mache ich das bei mir immer. Aber das ist nur angebracht, wenn der Analysator mit einem Stellantrieb ausgestattet ist.

Viele Grüße
Bernd

peter-h

Lieber anderer Peter,

ich habe die Beiträge schon gelesen und auch die Balkenblende ist mir nicht entgangen. Aber ich wollte zunächst feststellen, ob ein Polarisator allein einen Effekt bringt. Wie es dann mit einer Balkenblende aussieht werde ich auch noch testen.

@Bernd,
Polarisator und Analysator = Polmikroskopie, oder verstehe ich schon wieder Bahnhof? Sicher kann ich bei einigen Diatomeen oder Radiolarien die depolarisierende Wirkung der Schalen nutzen.

Jetzt baue ich erst mal einen Satz Balkenblenden  :)
Peter

Nomarski

Hallo Peter (am Bahnhof),

ZitatPolarisator und Analysator = Polmikroskopie, oder verstehe ich schon wieder Bahnhof?
man kann einen Polarisator in Kombination mit einem Analysator übrigens auch als stufenlosen Lichtregler einsetzen. Der Kontrast läßt sich auf diese Art und Weise stufenlos regulieren, wenn man den Pupillenbereich dabei in verschiedene Zonen aufteilt. Und dabei hilft die Balkenblende.

Viele Grüße
Bernd

TPL

Lieber Bernd,
Du hattest zwar geschrieben, dies sei kein Rätsel, sondern nur eine Demonstration, aber die Reaktionen deuten darauf hin, dass es genau umgekehrt ist.

Zitataber es gehört dazu noch ein Analysator in den Strahlengang, der zwischen dem Objektiv und dem Okular anzubringen ist.
So, wie es im Eingangsbeitrag steht, ist nicht ersichtlich, dass mehr als nur ein Polarisator eingesetzt wurde, denn für
ZitatHellfeld mit polarisiertem Licht.
braucht man nur einen Polarisator.

ZitatMit einer Balkenblende, welche nun diagonal in den Strahlengang (...)
Was ist eine Balkenblende, und zu was steht sie diagonal?

ZitatBelässt man nun die Balkenblende im Strahlengang und schwenkt dabei den Polarisator aus dem Strahlengang, reduziert sich wieder der Kontrast:
Sofern hier der (vorher nicht genannte) Analysator noch im Strahlengang ist, erreicht das Auge weiterhin polarisiertes Licht.

@Peter H.: Bei den Versuchen, die Du zeigst, ist doch im Dauerzustand ein Polarisator im Strahlengang. Was soll dadurch gezeigt/widerlegt werden? Um einen Einfluss von polarsiertem Licht auf Kontrast oder andere Parameter zu demonstrieren, müsste der Polarisator wechselweise komplett ausgeschaltet werden (also aus dem Strahlengang entfernt werden!). Polarisator 0° bedeutet nicht, dass das Licht unpolarisiert ist, sondern nur, dass es in eben dieser (willkürlich festgelegten) Richtung schwingt.

Herzliche Grüße
Thomas

wilfried48

Hallo,

meine Prognose ist:
Genau wie die vielen "DICK" Varianten wird auch dies hier ein physikalisch ungeklärtes Rätsel bleiben, weil der Autor nicht bereit ist genaue Angaben zu machen und die Funktionsweise selbst ja auch nicht erklärt.

"er will offenbar nur spielen"

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Nomarski

Lieber Thomas,

ZitatSo, wie es im Eingangsbeitrag steht, ist nicht ersichtlich, dass mehr als nur ein Polarisator eingesetzt wurde, denn für

Zitat
Hellfeld mit polarisiertem Licht.
braucht man nur einen Polarisator.
Wo steht das geschrieben, daß man nur einen Polarisator verwenden darf?

ZitatZitat
Belässt man nun die Balkenblende im Strahlengang und schwenkt dabei den Polarisator aus dem Strahlengang, reduziert sich wieder der Kontrast:
Sofern hier der (vorher nicht genannte) Analysator noch im Strahlengang ist, erreicht das Auge weiterhin polarisiertes Licht.
Auch der wurde aus dem Strahlengang entfernt.

ZitatWas ist eine Balkenblende, und zu was steht sie diagonal?
Das ist ein Pappsteifen mit einer Breite von ca. 8mm. Für dich messe ich aber gerne nochmal genau nach.
Diagonal deswegen, weil es in anderen Orientierung zu keiner Kontraststeigerung geführt hat.

Schönen Gruß
Bernd

TPL

Lieber Bernd,
ich habe keine Ahnung, wo steht,
Zitatdaß man nur einen Polarisator verwenden darf

Aber ich hatte ja auch nur geschrieben, dass man für
ZitatHellfeld mit polarisiertem Licht
nur einen Polarisator braucht.

Zur Balkenblende:
ZitatDas ist ein Pappsteifen mit einer Breite von ca. 8mm. Für dich messe ich aber gerne nochmal genau nach.
Danke, ich wollte v.a. wissen, was eine Balkenblende ist. Deshalb hatte ich gefragt "Was ist eine Balkenblende (...)?", und nicht etwa "welche genauen Maße hat die Balkenblende?" (von der ich nicht wusste, was es ist).

ZitatDiagonal deswegen, weil es in anderen Orientierung zu keiner Kontraststeigerung geführt hat.
Danke, ich wollte v.a. wissen, zu was sie diagonal steht. Deshalb hatte ich gefragt "(...)zu was steht sie diagonal?", und nicht etwa "warum steht sie diagonal?" (da ich weiterhin nicht weiß, zu was sie diagonal steht).

Schönen Gruß
Thomas

peter-h

Hallo Bernd und weitere Polarisatoren,

ich gebe mich geschlagen. Nachdem ich nun einige Balken gebaut habe und mit Plan 40/0,65 , SPlan 40/0,70 und Neofluar 40/0,75 meine verfügbare Objektivreihe an dem Balken mit und ohne Polarisator getestet habe und bei mir keinen Unterschied feststellen kann, beende ich das Spiel. Ich will damit die Ergebnisse von Bernd nicht anzweifeln, aber es ist mit den vorhandenen Informationen für mich nicht reproduzierbar. Zudem habe ich bei einer Farbkamera als Empfänger immer gewisse Zweifel und Vorbehalte. Siehe den Filtersatz von Canon bei der alten EOS 10D


Schönes Wochenende und Grüße
Peter

Nomarski

Hallo Peter,

du hattest weiter vorne erwähnt:
ZitatIst es nur im Zusammenhang mit den Prismen im Trinotubus ein Effekt, oder durch die Filteranordnung vor dem Chip bei DSLR?
und soeben mit diesem Aspekt nochmal nachgesetzt:
ZitatZudem habe ich bei einer Farbkamera als Empfänger immer gewisse Zweifel und Vorbehalte. Siehe den Filtersatz von Canon bei der alten EOS 10D

das würde ja bedeuten, daß diese Kontrastunterschiede zwar von der Kamera wahrgenommen würden, aber nicht visuell. Aber ich habe das eingangs gezeigte auch visuell wahrgenommen, was ich hier nun schlecht zeigen kann.
Hintergrund dieser ganzen Aktion war eigentlich, daß ich diese Diatomee in dem Präparat, in dem überwiegend Pinnularien und ab und zu eine Stauroneis zu finden ist, sich eben auch noch wenige Pleurosigmas befinden, die ich beim ersten Durchmustern glatt übersehen habe, da anscheinend das Einschlußmedium mit seinem Brechungsindex von 1,65 von vornherein nicht so günstigen Kontrast bietet wie z.B. Nafrax mit 1,7, wo ich normalerweise keine Probleme habe.
Vielleicht sind in deinem Präparat die Gegebenheiten wieder anders, daß meine Kontrastmethoden gar nicht zur Wirkung kommen und du dich daher umsonst abgemüht hast, da es sich eben nicht um einen kritischen Fall handelt.
Bei einer Pinnularia in diesem Präparat hat mir diese Kontrastmethode mit dem Balken eben auch keine Verbesserung bewirkt, sondern eher mehr Halos an den Rändern.

Viele Grüße
Bernd