Eine Frage zu einen Mikrotomeigenbau

Begonnen von Johannes Kropiunig, März 22, 2013, 18:45:47 NACHMITTAGS

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Johannes Kropiunig

Hallo,

ich spiele mit dem Gedanken, mir ein Mikrotom zu bauen.
Ich wurde in einem anderen Beitrag von mir, auf den Selbstbau eines Vibrationsmikrotom von CaDi aufmerksam gemacht.
http://www.mikroskopie.de/mikforum/read.php?1,25704,25704#msg-25704
Dabei viel mir auf, dass die Höhenverstellung an beiden Enden der Führung ist, dazu meine Frage, ist dies notwendig ?
Angenommen auf einer Seite wäre ein fixer Drehpunkt und auf der Anderen eben die Höhenverstellung, dass würde zwar Theoretisch einen keilförmigen Schnitt ergeben, aber wäre das überhaupt dem Schnitt anzusehen ?
Ich gehe dabei von einer Führung für den Schlitten mit ungefähr 50cm Länge aus.
Der Vorteil wäre eine höhere Stabilität der Führung und dass ich durch einfaches verändern der Position des Messers, die grobe Höhenverstellung mit Hilfe einer Gewindestange, zB. noch Halbieren, oder Vierteln könnte, natürlich wäre dies dann aber mit einem stärker keilförmigen Schnitt erkauft.

Jetzt hoffe ich, ich habe mich auch so Ausgedrückt, dass ihr mir folgen konntet, schlimmstenfalls liefere ich eine Skizze nach. 

Viele Grüße,
Johannes
Biologische Mikroskop: Zeiss Standard 16
Stereomikroskop: Lomo MBS 10
Kameras:  EOS 1100D, EOS 1000D, EOS 1000Da, und EOS 350Da Peltier gekühlt

Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich daran erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen.
Laotse

hebi19

#1
Lieber Johannes

Irgendwie hat mich das Mikrotomschneiden auch in den Bann gezogen.......tümpeln wäre so einfach.
Aktuell habe ich einen ersten selbstkonstruierten Klingenhalter für mein ersteigertes Studentenmikrotom - noch gat nicht zufriedenstellend....
Da dieses Mikrotom wohl noch "etwas länger" eine Baustelle bleiben wird, habe ich als "Zwischenlösung" inzwischen ein normales Hand-Zylindermikrotom und den berühmten SHK-Klingenhalter.

Deine Frage: auch ich gehe davon aus, dass die "Keilform" bei nur "einseitiger Verstellung" keinen nennenswerten Einfluss auf die Qualität des erzeugten Schnittes hat. Bei einem Radius der Verstellung > 500mm, einer Schnittdicke < 50 "müh" wäre der Dickenunterschied eines vielleicht 2-4 mm breiten Schnitts von der einen zur anderen Seite auf alle Fälle "im unteren einstelligen Prozentbereich".

Zum Vibrationsmikrotom:  grundsätzlich halte ich Experimente ja für eine gute Sache. Allerdings zeigt der von Dir verlinkte Artikel, dass mit relativ großem Experimentieraufwand und Arbeit ein Ergebnis erzielt wurde, welches von einem selbstgebauten Handmikrotom (z.B. Muster Garnrollenmikrotom) mit einem "selbstgebauten SHK für Rasierklingen" wohl übertroffen wird....   ist das mechanische Experimentieren dein Ziel, dann bitte.

Ist jedoch der "Selbstbau eines funktionierende Mikrotoms" dein Ziel - evtl sogar für Schnittdicken < 10 müh (zoologische Histologie), dann ist ein Mikrotom auf "Holzgestellbasis" eher kein vernünftiger Ansatz. Hier im Forum war/ist ein selbstgebautes Schlittenmikrotom beschrieben, Grundgestell aus Beton gegossen, der Schlitten mit einer Linearführung aus ebay (diese ca 50 Euronen) - da kommt man dann auf gute Genauigkeiten. Ob dann mit einem festen vibrierenden Messer geschnitten wird und das Objekt auf dem Schlitten drüberfährt oder das Objekt feststeht und das Messer auf dem Schlitten drüber fährt ist dann eher zweitrangig. Bei einem Holzgestell und einer Führung mit normalen Aluschienen sind die Ungenauigkeiten durch Toleranzen und "Weichheit" wohl deutlich größer als die Keilform bei einseitiger Verstellung.

Wenn ich mal viel Zeit hab bau ich mir wohl mal dieses Betonschlittenmikrotom.

Grüße
Martin
Grüße von
Martin alias hebi19

Motic BA-300, div Lomo, Stereo-Mikroskop noname

knipser009

Viele Grüße aus dem SaarPfalzKreis

Wolfgang
gerne per "Du"

Johannes Kropiunig

Guten Morgen,

ich habe das Ganze mal durchgerechnet.
Bei einer 50 cm langem Schiene, die an einer Seite um 10µm angehoben wird, ergibt das 0.001145915319632 Grad.
Okay, das würde nicht einmal einen ungedopten Lance Armstrong ins schwitzen bringen.  ;D
An einer Probe von immerhin 10mm Durchmesser, hätte dies einen Dickenunterschied von ca. 0.2 µm zur Folge, vorausgesetzt ich habe mich nicht verrechnet.

Das Beton-Mikrotom ist tatsächlich beeindruckend, allerdings bin ich Tischler und kein Maurer.  ;)
Bei einer Konfrontation mit einem Vorschlaghammer. würde ich tatsächlich auf einen gleich dimensionierten Buchenholz-Sockel wetten.
Bei den Schienen dachte ich auch eher an Niro und nicht an Alu.
Meine Intention ist tatsächlich das Experimentieren, weshalb ich gerne auf vorgefertigte Lösungen verzichten würde.
Außerdem, eine fertige Linearführung zu kaufen, wäre für mich, ein Schummeln wenn es um einen Selbstbau geht.

Viele Grüße,
Johannes

 






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Laotse

Bastian

Johannes,
wenn Du Dir deine Führungen wirklich selber bauen willst (obwohl das teurer und qualitativ schlechter werden wird) solltest Du mal CNC und DIY in einer Suchmaschine Deiner Wahl eingeben. Es gibt unzählige Lösungen, wo beispielsweise Kugellager zweckentfremdet werden: Z.B. bei Holz CNC Fräsen, die üblicherweise von den Selberbauern aus MDF gefertigt werden.

Was den Sockel angeht: Vorschlaghammer? Ich weiß ja nicht was Du mit deinem Mikrotom vor hast, aber wenn der Selbstbau so enge Toleranzen hat das man einen Voschlaghammer braucht um den Schlitten zu bewegen... (:
Der Betonsockel soll in erster Linie schwer sein, weniger bruchsicher...
Dealvorschlag: Du baust ein schönes Holzmodell (Vorgaben zum Modellbau kann ich Dir per PN zu kommen lassen) und ich gieße Dir und mir einen Sockel aus Alu. Das wäre dann immer noch Selbstbau...

Bastian

Herbert Dietrich

Hallo Johannes,

willst Du Dir wirklich ein Mikroskop aus Holz bauen?!

Ich habe da drei Anleitungen aus verschiedenen Mikrokosmos-Heften zum Bau eines Mikrotomes aus Holz.

In der ältesten Bauanleitung (so um 1920) wird das zu schneidende Objekt auf einer schiefen Ebene,
Länge 250mm, Hebung 5mm bewegt: 1mm Verschiebung bewirkt eine Hebung um 20µ.
In einer Ergänzung beschreibt ein R.Bley: "Werden alle Teile sauber gearbeitet, so kann
man gut solche 2µ dicke Schnitte erhalten"

Wenn Du an den Anleitungen interessiert bist, schreib mir eine e-mail.

Viele Grüße
Herbert

Jürg Braun

Guten Tag

Hier noch mein Eigenbau. Fast ganz aus Holz.



Es wurde durch ein Jung HM40 abgelöst.

Gruss in die Runde

Jürg

Johannes Kropiunig

Hallo,

ich habe mal eine grobe Querschnitt-Skizze das Prinzip der Führung für den Tisch gemacht, wie sie mir vorschwebt.


Durch drehen der Flügelmutter lies sich der Reibungswiederstand von Vorschlaghammerfest bis Flutscht schon einstellen.
Die Reibungsflächen selbst wären aus Teflon machbar.
Dimensioniere ich das Andruckbrett so, das es in seiner Breite unterhalb des Abstandes der Niro-Stangen bleibt, kann durch einfaches Drehen um 90 Grad, der gesamte Tisch einfach abmontiert werden, für Reinigungszwecke und der Gleichen.
Ein Spiel kann ich da beim besten Willen nicht entdecken, meine aber, dass die Toleranz (und der Preis) selbst unter der von hochqualitativen Kugellagern liegen würde, oder Übersehe ich da etwas ?

Das Ursprungsproblem, weshalb ich hier überhaupt gefragt hatte, löse ich ganz simpel, das Messer wird gesenkt, dadurch verändert sich lediglich der Winkel des Messer um Bruchteile eine Grades und der Schnitt sollte Parallel sein.

@Herbert
Vielen Dank für dein Angebot, darauf werde ich auch gerne zurück kommen, allerdings erst wenn meines Fertig ist.
Ich möchte möglichst unvoreingenommen an die Sache herangehen, für mich ist das meine tägliche Denkaufgabe in der Straßenbahn.
Des weiteren soll es von der Ausführung, der Planung und der Lösung von den Problemen mein Bastelprojekt bleiben, weshalb ich auch Bastians Angebot ausschlagen muss. ;)

Somit bedanke ich mich recht herzlich für eure Hilfsbereitschaft bei euch und melde mich zu diesem Thema wieder, wenn das Mikrotom fertig ist, natürlich nur wenn es auch funktioniert.

Viele Grüße,
Johannes

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Laotse

Herbert Dietrich

Hallo Johannes,

da zeigt sich der richte Bastler und Erfinder! Super!
aber Du kannst später gerne auf mein Angebot zurückkommen.

Viele Grüße

Herbert

Klaus Herrmann

Zitatda zeigt sich der richte Bastler und Erfinder! Super!

Also ich weiß nicht so recht.. richtig selbst gebaut wäre das eigentlich erst, wenn auch die Kugeln selbst gegossen und rundgeschliffen wären! ;D
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Werner

Hallo Johannes!

Deine Lösung ist überbestimmt, das heißt in diesem Fall, sie klemmt. Zwei Kerben sind zuviel (entweder die eine führt oder die andere).
Wenn Du die zweite Kerbe durch eine Planfläche ersetzt, ist alles fachgerecht.

Gruß   -   Werner

wilfried48

#11
Zitat von: Klaus Herrmann in März 23, 2013, 13:37:22 NACHMITTAGS
Also ich weiß nicht so recht.. richtig selbst gebaut wäre das eigentlich erst, wenn auch die Kugeln selbst gegossen und rundgeschliffen wären! ;D

Lieber Klaus,

und was ist mit dem Mikrotommesser selbst ?
Müsste man das dann nicht auch konsequenterweise selbst giessen, härten und schleifen ? ;D

Und für Johannes als Tischler wäre doch auch hier Holz der angesagte Ausgangswerkstoff ?
Grob zuschleifen und dann härten durch pyrolysieren (unter Sauerstoffausschluss) und dann Mikrofeinschliff ? ;D

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

the_playstation

#12
Zitat von: wilfried48 in März 23, 2013, 15:47:16 NACHMITTAGS
Lieber Klaus,

und was ist mit dem Mikrotommesser selbst ?
Müsste man das dann nicht auch konsequenterweise selbst giessen, härten und schleifen ? ;D

Und für Johannes als Tischler wäre doch auch hier Holz der angesagte Ausgangswerksoff ?
Grob zuschleifen und dann härten durch pyrolysieren (unter Sauerstoffausschluss) und dann Mikrofeinschliff ? ;D

viele Grüsse
Wilfried
Hallo Wilfried, hallo Klaus,

Zum Gießen:
Nein. Wenn dann in einem Fluß Eisensand oder eisensammelnde Organismen ernten,
in einem selbst gemauerten Rennofen aus selbst gebrannten Steinen sein eigenes Eisen verhütten und zu Stahl mit Hilfe von Strohasche aufkohlen und daraus die Schneide schmieden und härten.

(Habe mir so mal ein Messer gemacht).

Zum Holz:
Durchaus denkbar mit Eisenholz bzw Ebenholz, ...

Liebe Grüße Jorrit.
Die Realität wird bestimmt durch den Betrachter.

wilfried48

#13

sorry ich wollte eigentlich nur in meinem obigen Beitrag einen Schreibfehler korrigieren
und habe wohl anstatt auf Ändern auf Zitat getippt. Zitat wieder gelöscht.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

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https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

beamish

Zitat von: the_playstation in März 23, 2013, 16:05:06 NACHMITTAGS
Nein. Wenn dann in einem Fluß Eisensand oder eisensammelnde Organismen ernten,
in einem selbst gemauerten Rennofen aus selbst gebrannten Steinen sein eigenes Eisen verhütten und zu Stahl mit Hilfe von Strohasche aufkohlen und daraus die Schneide schmieden und härten.

Vorher sollte man allerdings erst die Steinzeit durchleben und erstmal Mikrotomklingen aus Feuerstein schlagen....  ;D

Grüße

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D