Autor Thema: Noch mehr vom Schöllkraut und ein Dankeschön.  (Gelesen 4845 mal)

Tausendblatt

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Noch mehr vom Schöllkraut und ein Dankeschön.
« am: Mai 19, 2013, 01:09:56 Vormittag »
Hallo,

vorab möchte ich mal allen (etwa Rolf-Dieter Müller und Rainer Teubner ) danken,
die diesen herrlichen Pflanzensaft hier im Forum bekannt gemacht haben.

Es geht mal wieder darum, was auskristallisiert, wenn die milchige Flüssigkeit
aus den Stängeln des Großen Schöllkrautes (Chelidonium majus) eintrocknet:


Bild 1. Nach ca. 1h sah ich diese Kristalle (Pol-Aufnahme, Objektiv 25/0,65)




Bild 2. Nach ca. 2h solche Kristallbüschel gebildet (Pol-Aufnahme, Objektiv 25/0,65)




Bild 3. Nach ca. 24h dieses Gebilde (Pol-Aufnahme, Schräglicht, Objektiv 25/0,65)




Bild 4. Daneben diese amorpheren, aber schönen Oberflächen (Rheinberg/Schräglicht-Mischtechnik, Objektiv 10/0,32)




Bild 5. ... und so etwas, wie flüssiges Gold (Rheinberg/Schräglicht-Mischtechnik, Objektiv 25/0,65)




Viel Freude beim Ansehen

Jens
« Letzte Änderung: Mai 19, 2013, 01:35:31 Vormittag von Tausendblatt »

Rolf-Dieter Müller

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Re: Noch mehr vom Schöllkraut und ein Dankeschön.
« Antwort #1 am: Mai 20, 2013, 11:20:26 Vormittag »
Hallo Jens,

Deine Dokumentation gefällt mir, besonders den Fortschritt der Kristallisation mit Bild 1 bis 3.

Sehr schön auch die amorphen Ausprägungen der folgenden Bilder. Hier wirkt natürlich der gekonnte Einsatz verschiedener Beleuchtungsverfahren.

Viele Grüße
Rolf-Dieter

RainerTeubner

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Re: Noch mehr vom Schöllkraut und ein Dankeschön.
« Antwort #2 am: Mai 20, 2013, 12:06:19 Nachmittag »
Hallo Jens,

 Dir sind schöne Photos gelungen.

Meine Proben ruhen noch etwas.

Viele Grüße

Rainer
Mikroskop: Carl Zeiss Standard Universal
Bildbearbeitung: Gimp und picolay
Kamera: Canon EOS 5D II

Heiko

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Re: Noch mehr vom Schöllkraut und ein Dankeschön.
« Antwort #3 am: Mai 21, 2013, 12:05:14 Nachmittag »
Hallo,

der Garten-Mohn, Papaver orientale, besitzt weißen Milchsaft. Kristalle konnte ich darin auch nach einem Tag „Standzeit“ nicht finden – wobei das überprüft werden sollte, da nur eine Probe sicher nicht aussagekräftig ist.
Wenn es aber bei der „Kristalllosigkeit“ bliebe, ist vielleicht der Umkehrschluss möglich, dass im Schöllkraut vor allem gelbe Substanzen auskristallisieren. Laut SCHWEPPEs Handbuch der Naturfarbstoffe wären dies Berberin, Sanguinarin, Chelerythrin, Coptisin, die als Base farblos, als Salz (bei pH < 7) gelb sind.

Beim Saat-Mohn, P. dubium, unterscheiden die Experten wohl drei Sippen – auch auf Grund des unterschiedlichen „Färbeverhaltens“ ihres Milchsaftes.

Viele Grüße,
Heiko

Johannes Kropiunig

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Re: Noch mehr vom Schöllkraut und ein Dankeschön.
« Antwort #4 am: Mai 21, 2013, 19:07:24 Nachmittag »
Hallo,

Zitat
Laut SCHWEPPEs Handbuch der Naturfarbstoffe wären dies Berberin, Sanguinarin, Chelerythrin, Coptisin, die als Base farblos, als Salz (bei pH < 7) gelb sind.
Berberin sollte doch schön fluoreszieren..... ;)

Viele Grüße,
Johannes
Biologische Mikroskop: Zeiss Standard 16
Stereomikroskop: Lomo MBS 10
Kameras:  EOS 1100D, EOS 1000D, EOS 1000Da, und EOS 350Da Peltier gekühlt

Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich daran erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen.
Laotse

Tausendblatt

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Re: Noch mehr vom Schöllkraut und ein Dankeschön.
« Antwort #5 am: Mai 21, 2013, 21:29:18 Nachmittag »
Moin Rolf-Dieter,

danke Dir.

Viele Grüße

Jens

Hallo Jens,

Deine Dokumentation gefällt mir, besonders den Fortschritt der Kristallisation mit Bild 1 bis 3.

Sehr schön auch die amorphen Ausprägungen der folgenden Bilder. Hier wirkt natürlich der gekonnte Einsatz verschiedener Beleuchtungsverfahren.

Viele Grüße
Rolf-Dieter

Tausendblatt

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Re: Noch mehr vom Schöllkraut und ein Dankeschön.
« Antwort #6 am: Mai 21, 2013, 21:33:20 Nachmittag »
Hallo,

danke auch Dir, Rolf.
Meinen Proben hat das weitere Ruhen nicht gut getan, die schön kristallisierten Bereiche
sind nun verkrustet... na, ja, im Garten sind noch Mengen von dem Kraut und die Autofluoreszenz
soll auch noch getestet werden...

Beste Grüße

Jens


Hallo Jens,

 Dir sind schöne Photos gelungen.

Meine Proben ruhen noch etwas.

Viele Grüße

Rainer

Heiko

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Re: Noch mehr vom Schöllkraut und ein Dankeschön.
« Antwort #7 am: Mai 22, 2013, 01:09:43 Vormittag »
Hallo Johannes,

die Lösung des Saftes in Wasser fluoresziert deutlich, noch verstärkt durch einen Schuss Essig:


Stängelstück im Wasser, schwarzer Hintergrund, UV-Lampe

Ursache ist aber nicht das Berberin allein – die anderen „tun’s“ auch – fluoreszieren, meine ich.

Viele Grüße,
Heiko