Wozu dient ein Objektiv 1.0 / ... als Vergrößerung ?

Begonnen von knipser009, Mai 21, 2013, 13:39:53 NACHMITTAGS

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Rawfoto

Hallo Werner

Ich habe da gerade ein Verständnisproblem:

Es geht um die optische Verkürzung der Bauweise. Nach meinem Weltbild verändert das die Brennweite (auf Unendlich gesehen) nicht. Erst eine Fokussierung in den Nahbereich verkürzt  die Brennweite, das ist aber bei einem Okular nicht das Thema.

Also stimmt das was ich in meiner Ausbildung in der Fotografie gelernt habe, ich denke ja.

Würde mich aber brennend interessieren ob ich da richtig liege ...

Liebe Grüße

Gerhard

PS: ja, wir gleiten eigentlich so gut wie immer bei einem Thema ab - das hat mir aber schon oft geholfen mein Verständnis aufzubessern - daher ist es für mich auch o. k. und hilft zumindest mir. Ob es in Zukunft dafür eine eigene Rubrik gibt oder nicht ändert an meiner Aussage nichts.

Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Oecoprotonucli

#31
Zitat von: Werner in Mai 29, 2013, 08:55:36 VORMITTAG
Wenn man die Okularlinse herausschraubt und direkt auf das Zwischenbild blickt, hat man ein 1x-Okular.

Lieber Werner,

ich hoffe die Forumsteilnehmer sind nicht genervt, wenn also die Diskussion noch ein wenig weiter geht. (Ich stimme ja Safari zu in seinem Wunsch - nur ist dies eben ein Wunsch und jemand (wer?) müsste so einen schön zusammenfassenden Thread unter einer spezifischen Überschrift dann auch eröffnen und schreiben!)

Wenn man das Okular herausnimmt, sieht man nichts vom Objekt - nur eine andere Bildebene, z.B. die des Phasenrings und der Phasenblende bei einer Phako-Ausrüstung.

Wenn man bei einem Huygens-Okular die Kollektivlinse (= Feldlinse) herausnimmt sieht man erst recht nichts.

Wenn man bei einem Huygens-Okular die Augenlinse herausnimmt, sieht man ein etwas größeres Bild, das an den Rändern abgeschnitten ist (im Vergleich zum zusammengeschraubten Okular).

Um das Zwischenbild zu erkennen, ist definitiv ein vollständiges Okular notwendig - welcher Vergrößerungs- oder Verkleinerungsstufe auch immer. (Alternativ müßte man eine Mattscheibe in die Okularblende = Zwischenbildebene einbauen, und die Linsen weglassen, das wäre dann auch "Vergrößerungs"faktor 1)

Die Baulänge (Ein weiteres Thema). Schreibst Du ja, dass man die variieren kann. Bei meinem Mikroskoptubus geht es kaum länger als z.B. mit meinem Periplan 10x Okular, etwas länger, und es würde innen anstoßen. Und bei meinem Okularvergleich neulich zwischen Lomo und Leitz waren die Okulare gleicher Vergrößerungsstufe (aber unterschiedlicher Sehfeldzahl) auch nicht gleich, die Lomos sind viel kürzer.

Viele Grüße

Sebastian

P.S.: Und auch mal ein Lesehinweis von mir: die Leitz-Broschüre "Abbildende und beleuchtende Optik" 1973 - ist im Forum mehrfach verlinkt, sorry dass ich es jetzt nicht heraussuche.
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Werner

Hallo Sebastian!

Man sieht das Zwischenbild ohne Okular-Augenlinse sehr wohl! Man muß mit dem Auge allerdings 25 cm weit weg sein!
Nimm ein Fadenkreuz- oder Meßokular und stelle ein Objekt scharf ein, dann entferne die Okularlinse und bringe Dein Auge in einen Abstand, wo Du das Fadenkreuz scharf sehen kannst. Das Objekt ist nun auch scharf sichtbar -  allerdings wegen der kleinen Augenlinse nur ein Teil. Für den Rest muß man den Kopf seitlich bewegen.

Zu den Baulängen: Die Okular-Abgleichlängen können unterschiedlich sein. Meine verschiedenen 5x-Okulare sind aber alle etwa 5 cm lang (Huygens).
Die einzige Möglichkeit der mechanischen Baulängen-Variation ist durch Verschieben der Abbildungs-Hauptebenen möglich - Kombination von Sammel- und Zerstreuungslinse und deren Abstand, das ist aber nur in Grenzen durchführbar. Ich erinnere an ein Teleobjektiv, ein Retrofokus-Weitwinkelobjektiv und Brillenträger-Okulare. Hier wird mit aus den Linsen heraus verschobenen Hauptebenen gearbeitet.

Gruß   -   Werner

P.S. Alle bisher gefundenen (informativen) Broschüren und auch informative Fotos habe ich auf meiner Festplatte fast ordentlich sortiert
oder als Papier beschafft und auch fast ordentlich untergebracht.
Mich nervt der wachsende Störpegel, mit dem mich google dauernd überhäuft...

Oecoprotonucli

Hallo Werner,

...wieder was dazugelernt...! Aber natürlich bin ich überzeugt davon, dass die 1x Vergrößerung mit "meinem hypothetischen Traumokular" dann doch etwas bequemer und deutlicher zu betrachten wäre, als 25 cm vor dem Mikroskop schemenhaft etwas zu erkennen  ;)

Mit der im Internet gefundenen Literatur mache ich es ähnlich wie Du, teilweise sogar mit ganzen Seiten aus dem Forum hier (ja, ich gebs zu)...

Viele Grüße

Sebastian
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)