Autor Thema: Mikroskop - Testberichte  (Gelesen 20874 mal)

d65

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Re: Mikroskop - Testberichte
« Antwort #15 am: April 02, 2009, 14:02:23 Nachmittag »
... die 30 Euro für das Objektmikrometer (z.B. meade-shop)

Vielen Dank für diesen Hinweis!
Gerade vor kurzem habe ich im Web nach einem Objektmikrometer gesucht (1 mm lang, 10 µm Abstände). Ich bin bei Preisen zwischen 147 € und 69 € im Inland bzw 32 britische Pfund, je plus Steuern und Versand gelandet und habe dann doch erst mal Abstand vom Kauf genommen.

Steffen

Peter V.

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Re: Mikroskop - Testberichte
« Antwort #16 am: April 02, 2009, 14:44:56 Nachmittag »
Hallo!

Die preiswertesten Objektmikrometer habe ich bislang bei tecmon gesehen. 24,99 EUR - z.B. ebay Artikel Nr. 360142917781 oder auf der website von tecmon.

Herzliche Grüße
Peter
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Ernst Hippe

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Re: Mikroskop - Testberichte
« Antwort #17 am: April 02, 2009, 17:02:11 Nachmittag »
Hallo,

nach meiner Erfahrung genügt ein zweites Okularmikrometer (mit 100 Strich auf 5 mm) anstelle des Objektmikrometers, und das ist viel billiger!
Gruß Ernst Hippe
Vorstellung:Hier klicken

wilfried48

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Re: Mikroskop - Testberichte
« Antwort #18 am: April 03, 2009, 12:39:42 Nachmittag »
Viele Mikroskopiker kenne ich, darunter sind auch viele erfahrene. In Bremen, Hamburg, Hannover, Witten, Zürich, Wien, Würzburg, Kopenhagen, in Holland ..., auch einige Fellows der Royal Microscopical Society in Oxford usw. usf. Insgesamt zwei- bis dreihundert mögen es wohl sein, darunter bestimmt hundert, die ich etwas näher kenne oder sogar einige "zig" von denen ich oder die von mir als "Freund" sprechen.

Und jetzt versuche ich, mir vorzustellen, wer von denen Vielen "ein Mikroskop testet" oder ernsthaft an so etwas denkt ... Oder warum er/sie so etwas tun sollte. Meine langjährige persönliche Erfahrung ist, daß sich "erfahrene" bzw. ernsthafte Mikroskopiker um ihre Präparate bzw. ihr biolog. oder mineralog. usw. Fachgebiet kümmern, aber nicht ums Testen von Mikroskopen.
KH



jaja Herr Henkel,

oder sie überlassen es den Physikern die an solchen Institutionen meist auch noch herumirren und ihrem Spieltrieb nachgehen wollen  ;D

Ich gebe ja zu, die heutige Entwicklung der Mikroskope ist derart vervollkommnet, dass der Biologische und Mineralogische Forscher sich besser um seine Präparate als um die Technik kümmert.
Aber die meisten Entwicklungen hätten nicht oder zmindest stark zeitverschoben stattgefunden, wenn es in der Vergangenheit alle so gemacht hätten. (berühmtestes Beispiel aus der Vergangenheit: Robert Koch). Auch heute noch kommen die meisten neueren Entwicklungen von Anwendern, die sich auch um die Technik kümmern (EMBL, MPG) und weniger aus dem Entwicklungslabor von Zeiss.

Aber wir sind hier in einem Beitrag, wo es um die Eingnung von billigem (oder besser preiswertem) Equipment für Einsteiger und vielleicht maximal fortgeschrittene Amateure geht. Wer sich bei den vier grossen mit beliebigem Etat mit dem Besten eindecken kann, kann sich in der Regel natürlich drauf verlassen, dass das Equipment einigemassen in Ordnung ist und die Unterschiede relativ gering sind.

Obwohl auch das nicht immer stimmt, wie folgende ca. 20 Jahre alte story beweist:
Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn für sicher ingesamt mehr als 500 Tausend Euro Lichtmikroskopisches Equipment für unser Institut beschafft bzw. war massgeblich in die Entscheidung einbezogen (vom einfachen Laborlichtmikroskop bis zu den modernsten Laserrastermikroskopen).
Vor ca. 20 Jahren als es zumindest im Forschungbereich nur noch Unendlich Optiken gab, kam der Abteilungsleiter Zellbiologie zu mir und bat um Unterstützung. Er hatte im Labor zwei moderne Forschungsmikroskope zur Probe (Zeiss, Nikon) aufstellen lassen und festgestellt, dass an seinen Proben der Phasenkontrast bei Nikon deutlich "knackiger" kam als am Zeiss Mikroskop. Der Zeiss Vertreter hatte sich geweigert durch das Nikon Mikroskop zu schauen "weil das gar nicht sein könne, da Zeiss ja anerkanntermassen die besten Lichtmikoskope baut".
So eine hochnäsige Ansicht konnten die sich damals offensichtlich noch leisten. Da wir aber ,wegen der mechanisch besseren Langlebigkeit, eigentlich gern Zeiss gekauft hätten und ich Beziehungen zur Entwicklungabteilung von Zeiss hatte, habe ich dort angerufen und am nächsten Tag standen zwei Enwickler bei uns im Labor und haben das Problem analysiert. Nikon hatte den Phasenkontrast auf Kosten der Auflösung optimiert und eben die einfache Testdiatomee konnte das beweisen, weil das Nikon 40er PH Objektiv die Auflöung dieser Diatomee nicht brachte.
Wir haben dann Zeiss gekauft und sogar Spezalobjektive mit anderem Phasenring bekommen, die einen noch besseren Kompromiss zwischen Phasenkontast und Auflösung brachten.

Aber zürück zum Thema, mich würde schon auch noch ihre Meinung zu meinen einheitlichen Testpräparatvorschlägen interessieren und vor allem, ob sie ausreichend sind.

viele Grüsse

Wilfried

« Letzte Änderung: April 03, 2009, 12:50:51 Nachmittag von wilfried48 »
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung ca. 100 Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Peter V.

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Re: Mikroskop - Testberichte
« Antwort #19 am: April 03, 2009, 13:06:29 Nachmittag »
Hallo Wilfried,

der Begriff "Test" ist in diesem Zusammenhang recht schwierig. Ich spreche daher bei meinen "Tests" eigentlich auch lieber von "Erfahrungsberichten", denn ein Test impliziert eigentlich mehr oder weniger standardisierte "objektive" Testverfahren. dazu eignen sich - bezogen auf die Optik - sicher schon definierte Objektive wie eine Pleurosigma oder ein Objektmikrometer; allerdings testet man damit ja nur die Optik.
In der Preisklasse, um die es bei meinen bisherigen Tests teilweise ging ( Biolux, Aldimikroskop ) sind derartige Tests sicher völlig unsinnig, denn hier geht es sicher nicht um die Frage CVD, Auflösung etc., sondern eher darum, ob man "überhaupt etwas sieht"  :)
Bei dem ersten "ernsthafteren" Mikrosköpchen, dem Bresser Researcher, habe ich ja dann auch die Optik zumindest mttels Objektmikrometer "getestet".
Optik ist allerdings recht problemlos austauschbar und vielleicht gar nicht so sehr das Kriterium bei der Bewertung eines Mikroskopes. Oft spielen da die Ausbaufähigkeit und Soidität der Mechanik eine wesentlichere Rolle. Und da kommen dann noch die "weichen" Faktoren hinzu - eben das "feeling". Wer einmal die Autorür eines neuen Golfs und eines neuen Twingo im Vergleich geschlossen hat, weiß, was ich meine.
Nun ist es ja so, daß die meisten Mikroskopiker ihr eigenes Gerät kennen und vieleicht noch einmal dieses oder jenes Mikroskop bei Freunden etc. gesehen haben. Ich als jemand, der sich primär für die Technik interessiert und in gewisser Weise Mikroskope "sammelt", habe da auch wesentlich weitere Vergleichsmöglichkeiten. Wie soll jemand eine vernüftige Stellungnahme zu eines Bresser Reseracher abgeben, der noch nie an einem Zeiss Standard oder Leitz Laborlux gesessen hat?
Wie gesagt - das ist ein schwieriges Feld und deshlab rede ich ohnehin lieber von persönlichen Erfahrungsberichten als von ( objektiv anmutenden ) Tests.


Herzliche Grüße
Peter

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Klaus Henkel

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Re: Mikroskop - Testberichte
« Antwort #20 am: April 03, 2009, 14:42:12 Nachmittag »
Lieber Herr Nisch!

Ihre freundliche, ausführliche Antwort auf meine etwas süffisante Anmerkung zu Tests verdient schon rein aus Höflichkeit eine ausführliche Antwort. Möglicherweise können wir ja feststellen, daß wir in manchen Ansichten gar nicht weit auseinander liegen, obwohl uns, wenn man es vom Erfahrungshintergund bei der Anwendung her betrachtet, Welten trennen mögen.

Aber jetzt habe ich erst einmal einen Termin beim Friseur, dann beim Arzt, und dann ist mein Zeitkontingent für Mikroskopie für heute ausgeschöpft.
Danach werde ich mich wieder melden.

« Letzte Änderung: April 03, 2009, 14:44:05 Nachmittag von Klaus Henkel »