Autor Thema: Literaturhinweise  (Gelesen 97949 mal)

JB

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Re: Literaturhinweise
« Antwort #150 am: Februar 16, 2018, 23:30:17 Nachmittag »
Hallo Christian,

Fuer die Wasserflöhe gibt es auch noch diesen Schluessel, vielleicht kennen Sie ihn schon?

Amoros 1984: Crustacés cladocères.

https://www.microscopy-uk.org.uk/cladocera-key/Cladocera-key-v1.pdf
und
www.boxvalley.co.uk/nature/cladocera/files/Updating_Amoros.pdf

sowie

FLÖSSNER, D. 2000: Die Haplopoda und Cladocera (ohne Bosminidae) Mitteleuropas.

Letzeres ist zumindest aesthetisch gelungen; es ist teuer aber es sollte ueber Fernleihe zu beschaffen sein.

Beste Gruesse,

Jon

cabo

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Re: Literaturhinweise
« Antwort #151 am: Februar 17, 2018, 00:10:22 Vormittag »
Hallo Jon,

natürlich kenne ich die von Ihnen genannte Literatur nicht. Besten Dank für die Links. Wie gesagt stehe ich hier noch am Anfang und habe noch nicht mal entschieden ob ich wirklich anfangen werde....

Gruß

Christian

JB

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Re: Literaturhinweise
« Antwort #152 am: März 06, 2018, 22:45:53 Nachmittag »
Übersicht zur Bestimmungsliteratur für Gewässerorganismen


In dieser tollen Veroeffentlichung ist ein Teil zur Referenz- und Bestimmungsliteratur. Das ist sehr nuetzlich, wenn man sich in eine neue Organismengruppe einarbeiten moechte. So kann man z.B. erfahren, ob aeltere, oft antiquarische, Literatur noch benutzbar ist oder ob man sich neuere Veroeffentlichungen beschaffen sollte.


Taxaliste der Gewässerorganismen Deutschlands
Bayerisches Landesamt für Wasserwirtschaft
2003

http://www.bestellen.bayern.de/shoplink/lfw_was_00046.htm

limno

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Re: Literaturhinweise
« Antwort #153 am: März 07, 2018, 10:21:26 Vormittag »
Hallo Jon,
danke! :)

Alex H.

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Re: Literaturhinweise
« Antwort #154 am: Juni 02, 2018, 23:17:02 Nachmittag »
Ein Buch das ich immer wieder gerne zur Hand nehme, weil es die Grundlagen der Botanik ohne jeglichen Ballast und sehr gut und übersichtlich strukturiert auf den Punkt bringt:

Ernst F. Welle
Kleines Repetitorium der Botanik
16. Auflage
208 Seiten
A5, broschiert
Verlag Dr. Felix Büchner - Handwerk und Technik GmbH
https://www.handwerk-technik.de/produktdetail-1-1/kleines_repetitorium_der_botanik-1932-0/
(Das Inhaltsverzeichnis im Link zeigt nur rund 2/3 der Inhaltsverzeichnisses im Buch)

Das Repetitorium behandelt die Bereiche Morphologie, Anatomie, Physiologie, Systematik und Pflanzengeographie. Botanische Fachausdrücke werden mittels Fußnoten auf der selben Seite erklärt, was das Buch auch für Interessierte ohne botanische Vorkenntnisse leicht lesbar macht. Jeder Textseite ist eine Bildseite gegenübergestellt, die das Geschriebene mittels einfacher aber aussagekräftiger Skizzen erörtert. So gibt es kein umständliches Hin- und Herblättern. Ein Buch das man "nur so" lesen, aber auch als Nachschlagewerk verwenden kann.

Das Buch ist eher was für's Hirn und weniger was für's Auge, dafür ist es für günstige € 11,50 zu bekommen.

Grüße
Alex
Ich befasse mich mit der Botanik, derzeit vorrangig mit Kryptogamen.
Stereolupe: LZOS MBS-10
Mikroskop: bressergelabeltes LOMO Biolam

plaenerdd

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Re: Literaturhinweise
« Antwort #155 am: Januar 10, 2019, 21:17:18 Nachmittag »
Hallo,
habe mir wegen der Empfehlung von Günther Dorn in dem Thema "Egal ob irdisch oder nicht..."  #10 das Buch von

Jon Larsen: Die Jagt nach Sternenstaub
- die erstaunlichen Mikrometeoriten und ihre irdischen Imitatoren -

aus dem GeraMond-Verlag

gekauft.
Ich bin hin und her gerissen von dem Buch. Zum einen kenne ich kein anderes, dass kurz und knapp die verschiedenen charakteristischen morphologischen Merkmale von Mikrometeoriten beschreibt und mit zahlreichen Fotos anschaulich bebildert und diese den irdisch (anthopogen und natürlich) entstandenen Verwechslungskandidaten gegenüberstellt, aber andererseits bin ich auch ein klein wenig enttäuscht. Enttäuscht bin ich von den Fotos von dem irdischen Material, das mich persönlich am meisten interessiert hat. Hier sieht man sehr deutlich, dass sie mit recht einfachen Mitteln gemacht wurden (Spiegelung von acht Lichtern eines einfachen USB-Mikrokopes in glänzenden Flächen und geringe Auflösung) während die aufwendig hergestellten Fotos der echten Meteorite echte Hingucker sind, oft ganzseitige Aufnahmen in phantastischer Auflösung und professioneller Ausleuchtung, ergänzt durch REM-Aufnahmen.
Ich hatte mir auch etwas mehr praktische Tipps zum Sammeln von Mikrometeoriten erhofft. Hinweise dazu muss man sehr mühselig zusammensuchen. Ich weiß jetzt: Staub wird von Hausdächern und anderen Flächen gesammelt, getrocknet, gesiebt und durch magnetische Fraktionierung werden die Mikrometeorite angereichert. Unter einer Stereolupe werden die interessanten "Kandidaten herausgepickt". Ja, aber wie? Mit einer Pinzette? Mit einer Präpariernadel (die meist magnetisch ist und von der man magnetische Teile nur schwer wieder abbekommt)? Mit einer Borste? Nutz man Ausleseschalen wie in der Mikropaläontologie? Wie werden die Funde gelagert (Frankezellen)? Über die Praxis der Suche findet man leider nur sehr spärliche Informationen.

Das Buch ist in erster Linie ein schönes Bilderbuch zum Anfixen, das einem erste Tips zum Unterscheiden von Mikrometeoriten vom irdischen Material gibt.

Beste Grüße
Gerd

« Letzte Änderung: Januar 10, 2019, 21:20:03 Nachmittag von plaenerdd »
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: CZJ-Nf mit Phv, Pol, DF, HF; Auflicht: VERTIVAL, Stemi: MBS-10; Inverses: Willovert mit Ph

Alex H.

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Re: Literaturhinweise
« Antwort #156 am: Mai 04, 2019, 13:31:25 Nachmittag »
Volkmar Wirth / Ulrich Kirschbaum
Flechten einfach bestimmen

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Quelle & Meyer; Auflage: 2., aktualisierte Aufl. 2017 (15. Dezember 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3494016445
ISBN-13: 978-3494016443
Größe und/oder Gewicht: 13,1 x 2,7 x 19,5 cm



Bereits beim ersten Durchblättern war ich von diesem Buch begeistert. Es richtet sich an den Anfänger, ist reichlich mit fast durchgehend hochwertigen Bildern ausgestattet und übersichtlich strukturiert. Neben den nach elf Lebensräumen gegliederten und bebilderten Artbeschreibungen verfügt dieses Buch zudem über Bestimmungsschlüssel die eine Bestimmung von rund 400 mitteleuropäischen Arten ermöglichen.

Da ich selber auf dem Gebiet der Flechten erst ein Einsteiger bin möchte ich auf die durchwegs sehr positiven Rezensionen auf Amazon verweisen. https://www.amazon.de/Flechten-einfach-bestimmen-zuverlässiger-Mitteleuropas/dp/3494016445/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=flechten+einfach+bestimmen&qid=1556969146&s=books&sr=1-1-catcorr

Das Buch ist natürlich auch über jede Buchhandlung bestell- und beziehbar.

Grüße
Alex
Ich befasse mich mit der Botanik, derzeit vorrangig mit Kryptogamen.
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JB

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Re: Literaturhinweise
« Antwort #157 am: September 02, 2019, 22:53:43 Nachmittag »
Bernhard Seifert (2018):
The Ants of Central and Northern Europe.
Lutra. 408 Seiten, Euro 64
ISBN 9783936412079

Das Buch wurde im Forum auch schon erwaehnt. Dies ist die englische Ausgabe mit der Bearbeitung von 190 Arten. Das ist mein einziges Ameisenbuch, daher kann ich es nicht mit anderen vergleichen; ein Beurteilung vom Fach findet sich hier: https://blog.myrmecologicalnews.org/2019/01/29/the-ants-of-central-and-north-europe/

Ich bin sehr begeistert von diesem Buch. Hochinteressanter Einfuehrungsteil in die Welt der Ameisen; gut bebilderter Bestimmungsschluessel. Fuer dieses Forum besonders interessant sind die vielen Stapel- und Makrophotos. Eine so hervorragende Bearbeitung wuerde man sich auch von anderen Insektengruppen wuenschen! Die englische Uebersetzung ist gut, an einigen Stellen "deutschelt" es ein wenig  ;)

Die Ausstattung des Buches ist ebenfalls sehr gut; fester Einband, gutes Papier (keine Fingerabdruecke bleiben auf den Photos zurueck). Es ist ein grosser Verdienst von Autor und Verlag, dass sie es geschafft haben eine so umfassende Bearbeitung dieser Insektengruppe zu so einem guenstigen Preis aufzulegen!

Hier sind einige Probeseiten https://www.nhbs.com/the-ants-of-central-and-northern-europe-book

Eine deutsche Auflage mit geringerem Umfang ist ebenfalls noch erhaeltlich: ISBN 9783936412031     

JB

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Re: Literaturhinweise
« Antwort #158 am: September 16, 2019, 23:30:37 Nachmittag »
Laessoe and Petersen (2019):
Fungi of temperate Europe. Vol 1+2
Princeton University Press. 1708 Seiten, 70-110 Euro
ISBN 9780691180373
https://press.princeton.edu/titles/13983.html
http://www.mycokey.com/

Gute Einfuehrung in die Pilzbestimmung. Ein Mammutwerk im A4-Format mit tausenden, grossformatigen Photos (allesamt gut bis hervorragend) und kurzen Texten zu den abgebildeten Arten sowie Angaben (aber keine Photos) zu den Sporen. Eine Leseprobe gibt es hier: http://www.mycokey.com/Downloads/FungiOfTemperateEuropePresentation.pdf

In der Pilzsystematik wurden durch DNA-Analysen viele neue und ueberraschende Verwandschaftsbeziehungen gefunden, die sich rein aus der Morphologie nicht abgeleitet haben lassen. Nun da diese Ergebnisse auch auf die Taxonomie durchschlagen, lassen sich fuer Pilze keine Bestimmungsschluesseln mehr nach klassischen Methoden (Morphologie und Histologie der Fruchtkoerper) erstellen, die nach Ordnungen und Familien gegliedert sind.

Um trotzdem Bestimmungen machen zu koennen, haben die Autoren die Schluessel groesstenteils in "Formengruppen" und nicht in Familien usw. gegliedert. Dabei benutzen sie synoptische Schluessel, die in Kreisdiagrammen dargestellt werden. Diese Vorgehensweise habe ich so zum ersten Mal gesehen und sie gefaellt mir sehr gut, im Vergleich zu tabellarischen synoptischen Schluesseln. Die Kreisdiagramme sind der innovativste Teil des Buches und freundlicherweise haben die Autoren diese sogar komplett zum kostenlosen Download auf Ihre Website gestellt: http://www.mycokey.com/Downloads/FungiOfTemperateEurope_Wheels.pdf

Das Buch umfasst das gemaessigte Europa, einschliesslich Deutschland ohne den Alpenraum. Es ersetzt aber nicht die Spezialliteratur, da von den von den von den Autoren vermuteten 6-9000 Pilzen mit Fruchtkoerpern im Gebiet nur 2800 bearbeitet sind. Es ist jeweils die Zahl der Arten in der Gattung angegeben; fuer nicht vollstaendig bearbeitete Gattungen (Grossgattungen wie Russula usw.) gibt es Hinweise zu weiterfuehrender Literatur. Fuer Gelegenheitsbestimmungen ist es aber trotzdem nuetzlich und ausserdem eine tolle Photoreferenz als Ergaenzung zu aelterer, kaum bebilderter Literatur.

Einziger echter Kritikpunkt: Leider finden sich auch hier wieder Angaben zur Essbarkeit. Damit sollte es eigentlich vorbei sein, denn hoffentlich sind Naturliebhaber auch Pilzfreunde und nicht nur Pilzverzehrer.

Im Vorverkauf kann man die beiden Baende noch immer fuer ca. 70 Euro erwerben:
https://www.booksetc.co.uk/books/view/-9780691180373
https://www.bookdepository.com/Fungi-of-Temperate-Europe/9780691180373
« Letzte Änderung: Heute um 00:08:39 von JB »