Autor Thema: Botanik: Rätsel um den Grünen Tee - gelöst *  (Gelesen 5739 mal)

Heiko

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Botanik: Rätsel um den Grünen Tee - gelöst *
« am: Oktober 26, 2013, 23:01:52 Nachmittag »
Hallo Rätselgemeinde,

darf ich mit diesem Bild aus meiner Haushaltung versuchen, in Konkurrenz zu den übrigen, viel essentielleren sonntäglichen Beschäftigungen zu treten?



Viele Grüße,
Heiko
« Letzte Änderung: Oktober 28, 2013, 08:35:03 Vormittag von Florian Stellmacher »

Fahrenheit

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Re: Ganz leichtes Rätsel – hoffentlich nicht!
« Antwort #1 am: Oktober 26, 2013, 23:06:34 Nachmittag »
Lieber Heiko,

ich meine, auf Deinem Bild Stomata zu erkennen. Da Du Deine Haushaltung ansprichst: vielelicht von einem Blatt Grünen Tees?

Herzliche Grüße
Jörg
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Heiko

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Re: Ganz leichtes Rätsel – hoffentlich nicht!
« Antwort #2 am: Oktober 26, 2013, 23:21:40 Nachmittag »
Das ist unfair, lieber Jörg,

denn das Rätsel war doch erst für Sonntag freigegeben.  ;)

Zur Strafe für diesen Volltreffer musst Du aber nun auch die Natur des „Knubbels“ erklären – was für Dich sicher ein Klacks ist.

Gruß, Heiko

Fahrenheit

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Re: Ganz leichtes Rätsel – hoffentlich nicht!
« Antwort #3 am: Oktober 27, 2013, 07:16:58 Vormittag »
Lieber Heiko,

sorry, aber ich wollte nicht noch eine Stunde vor dem Rechner hocken.  :)

Wenn es sich also um einen Volltreffer und somit um die aufgebrühten oder getrockneten Blätter von Camellia sinensis var. sinensis handelt, ist das mit dem bräunlichen Fleck gar nicht so einfach.
Die officinale Droge heißt Thea viridis und in der Literatur sind die folgenden Merkmale angegeben: Stomata mit drei Nebenzellen (was hier nicht zu erkennen ist) und lange einzellige Trichome - allerdings auf der Blattoberseite.

Eine Haarbasis fällt also aus, da die Stomata an der Blattunterseite zu finden sind. Die umgebenden Zellen sehen auch eher nach einer Drüse oder ähnlichem aus. Es könnte sich aber auch um eine Verletzung handeln. Ich bin da also unsicher.

Auffällig für Tee (schwarz und grün) sind allerdings auch Calciumoxalat-Drusen und Steinzellen-Idioplasten (Skleride). Die weißlichen Reflexe in Deiner Aufnahme könnten so gedeutet werden.

Hier einmal ein Beispiel einer "zünftig" aufgearbeiteten Probe schwarzen Tees nach der Bleiche mit Chloralhydrat - Lösung:

Trichome an der Blattoberseite:


Sklereid:


Im Pol (sorry, meine Kamera blaut alles ein ...):


Und so schaut die Aufbereitung makroskopisch aus:  :)


Um nun sicher sagen zu können, dass es sich um Grünen Tee handelt, bräuchte ich ein deutlicheres Bild eines Stomas, bei dem die Nebenzellen erkennbar sind und einen Beleg für die Haare auf der Blattoberseite.  ;D

Herzliche Grüße
Jörg
 
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Heiko

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Re: Ganz leichtes Rätsel – hoffentlich nicht!
« Antwort #4 am: Oktober 27, 2013, 09:24:10 Vormittag »
Lieber Jörg,

Du hast doch wohl nicht extra auf die Schnelle … ein Tässchen aufgebrüht!?
Dein erstes Foto finde ich toll, da kann ich überhaupt nicht mithalten:



Und, ja doch, die Trichome stammen von der Unterseite.
Hier noch ein Bild des „Rohmaterials“:



Vielen Dank für Deine „Anteilnahme“ und herzliche Grüße,
Heiko

Fahrenheit

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Re: Ganz leichtes Rätsel – hoffentlich nicht!
« Antwort #5 am: Oktober 27, 2013, 09:33:06 Vormittag »
Lieber Heiko,

gerne und danke fürs Nachlegen! Es war ja auch eine schöne Herausforderung.  ;)

Dass das Teeblatt auch auf der Unterseite Trichome hat, war mir nicht mehr bewusst - auf der Oberseite scheinen sie auf alle Fälle dichter und auch einer kleinen Erhebung zu stehen. Wieder was gelernt ...  :)

Beim Stoma Deines Bildes mit dem Trichom kann man sogar bis Drei zählen - auch wenn es nicht ganz einfach ist. Und nein, die Bilder stammen aus dem Jahr 2009. Wir hatten einmal einen MKB-Vortrag einer Pharmazeutin, die uns ein wenig mit der Drogenbestimmung in der Apotheke vertraut gemacht hat.
Der Foliensatz dazu ist immer noch Monat für Monat das am häufigsten aufgerufene Einzeldokument auf unserer Webseite - was sicher am Wort "Drogen" liegt und mit absoluter Sicherheit bei den meisten Surfern für ein enttäuschtes Gesicht gesorgt hat.   ;D ;D

Hier der Link auf die Downloadseite der MKB, falls es interessiert. Es ist das letzte Dokument in der Liste.

Herzliche Grüße
Jörg
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Heiko

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Re: Ganz leichtes Rätsel – hoffentlich nicht!
« Antwort #6 am: Oktober 27, 2013, 11:26:17 Vormittag »
… danke für den Hinweis auf die interessante pdf-Datei …

Gruß, Heiko

Fahrenheit

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Re: Ganz leichtes Rätsel – hoffentlich nicht!
« Antwort #7 am: Oktober 27, 2013, 11:57:06 Vormittag »
Lieber Heiko,

hast Du was dagegen, den Titel nun etwas aussagekräftiger zu gestalten und ein "Botanik: " voran zu stellen? Wenn Du magst, kann ich das auch übernehmen.

Herzliche Grüße
Jörg
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Heiko

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Re: Ganz leichtes Rätsel – hoffentlich nicht!
« Antwort #8 am: Oktober 27, 2013, 12:25:09 Nachmittag »
Lieber Jörg,

Du darfst den Titel gerne nach Deinem Gusto ändern.

Gruß, Heiko

Fahrenheit

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Re: Botanik: Rätsel um de Grünen Tee - gelöst
« Antwort #9 am: Oktober 27, 2013, 16:58:52 Nachmittag »
Lieber Heiko,

ich war so frei.

Herzliche Grüße
Jörg
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Johannes Kropiunig

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Re: Botanik: Rätsel um den Grünen Tee - gelöst
« Antwort #10 am: Oktober 27, 2013, 20:18:19 Nachmittag »
Hallo Heiko,

mir ist schon öfters dein ungewöhnliches Bildformat (2:1)aufgefallen, ist dass das original Seitenverhältnis, und wenn ja, welche Kamera hat ein solches ?

Viele Grüße,
Johannes 
Biologische Mikroskop: Zeiss Standard 16
Stereomikroskop: Lomo MBS 10
Kameras:  EOS 1100D, EOS 1000D, EOS 1000Da, und EOS 350Da Peltier gekühlt

Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich daran erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen.
Laotse

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Re: Botanik: Rätsel um den Grünen Tee - gelöst
« Antwort #11 am: Oktober 27, 2013, 22:25:25 Nachmittag »
Hallo Johannes,

bez. des Bildformates folge ich dem Vorschlag meiner ollen Sony NEX und gestehe gerne, dass ich diese Variante als angenehm empfinde.

Viele Grüße,
Heiko

Klaus Herrmann

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Re: Botanik: Rätsel um den Grünen Tee - gelöst
« Antwort #12 am: Oktober 27, 2013, 23:00:52 Nachmittag »
Hallo Heiko,

da steht oben "gelöst" und was ist mit dem Rostfleck??? ???
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Heiko

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Re: Botanik: Rätsel um den Grünen Tee - gelöst
« Antwort #13 am: Oktober 27, 2013, 23:26:27 Nachmittag »
Hallo Klaus,

da ist so ein Trichom korrodiert und übrig blieb der Rostfleck.

Viele Grüße,
Heiko

Fahrenheit

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Re: Botanik: Rätsel um den Grünen Tee - gelöst
« Antwort #14 am: Oktober 28, 2013, 08:12:15 Vormittag »
Lieber Heiko, lieber Klaus,

letztendlich kann man bei den schwierigen Aufnahmeverhältnisse nur raten - aber nach den Erläuterungen von Heiko halte ich die Erhebung mit dem braunen Fleck in der Mitte für den Ansatzpunkt eines Trichoms, das vermutlich bei der Aufbereitung des Blattes abgebrochen ist. Austretende Pflanzensäfte sind dann bei der üblichen Trocknung des grünen Tees oxidiert.

Rostfleck ist daher gar nicht so abwegig.  :D

Herzliche Grüße
Jörg
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