Lassen sich Ringblenden im Phasenkontrastkondensor austauschen?

Begonnen von konfokal, Januar 22, 2014, 00:42:04 VORMITTAG

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

JB

Zitat von: liftboy in Januar 24, 2014, 12:30:33 NACHMITTAGS
Ich vermute mal, dass Du die Schrauben zur Zentrierung der Blenden Benötigst?

Hallo Wolfgang,

Ich vermute mal, dass die Schrauben zum Zentrieren des Kondensors in der 37mm Steckhuelse dienen. Wenn sie zu lang sind und zu weit nach unten ragen, dann kann man den Kondensor nicht bis zum Arbeitsabstand (0,2-0,5mm; wie Sie schon sagten) nach oben schieben, weil die Revolverscheibe des Kondensors im Weg ist. Kuerzere Schrauben wuerden da moeglicherweise helfen.

Beste Gruesse,

Jon

konfokal

Hallo Wolfgang, hallo Jon,

es war wie Jon es beschreibt. Allerdings wären wegen der cm-dicken Rändelköpfe auch längere Schrauben , bei denen die Köpfe über die Revolverscheibe herausragten eine bequemere Lösung, weil deren Gewindeschaft mit nur 4mm genügend Spielraum hergäbe, und die Schrauben dann leichter erreichbar wären. Mit zwei Inbussen gleichzeitig herumzufuhrwerken stelle ich mir nicht so günstig vor, ginge aber notfalls auch, danke für die Idee.

Schönen Abend!

konfokal

#17
Hallo Wolfgang,

dass der Phakokondensor bei Dir bei korrekter Einstellung so nah an den Objektträger reicht, macht mich gerade so optimistisch, dass es bei mir bei gleich geringem Abstand auch klappen wird. Mit den Schrauben werden nicht die Blenden zentriert, dazu hat der Revolver zwei andere Hebel, sondern wie Jon schon anmerkte der Kondensor selber, was man ja zum Glück nicht so oft korrigierten muß.
Das ehemalige Müller ist sein Geld mehr als wert, und ich bin mir ziemlich sicher, dass es in meiner Ausstattung mit den aktuellen Objektiven und Okularen visuell eine 50 Jahre alte Optik locker schlagen dürfte, egal wie dick da Zeiss drauf steht.

Wilfried oder Rolf, so gediegen die alten Geräte von Zeiss oder Leitz feinmechanisch oft noch daherkommen - gerade die optische Entwicklung hat in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Was in den 60er Jahren optisch absolute Spitzenklasse war, wird heute dank verbesserter Vergütungen, raffinierterer Rechnungen und optimierter Glasschmelzen nicht selten schon von der gehobenen Einsteigerklasse übertroffen. Nur wollen das viele nicht hören. Aber man braucht nur mal durch Zeiss oder Leitzferngläser der damaligen Zeit zu blicken, die natürlich immer noch scharf abbilden und durchaus noch sehr brauchbar sind, um jedoch dann festzustellen, dass sie in Sachen Brillanz und Kontrast heute gegen ein seriöses Einsteigerglas keine Chance mehr haben - so zeitlos wertig ihre Mechanik auch ist.

Kommt dazu, dass so manches jahrzehntealte gebrauchte Edelfabrikat auch Gebrauchsspuren oder sogar Mängel haben kann hat, die den Erben, die es meistbietend anbieten, gar nicht bewußt sind. Will sagen, so ein altes sichtlich (ab-)genutztes Gerät, wie aus dem Beispiel, einfach zu kaufen, nur weil Zeiss draufsteht, ohne es vorher genau zu inspizieren, kann ein hübscher Reinfall werden. So etwas käme mir nie in den Sinn. Da waren ja nicht mal die Daten und Qualitätsstufen der Objektive ersichtlich. Von Delaminationen oder durch Halogenlampenwärme verharzte Blenden etc. will ich erst gar nicht reden und von einem veralteten unergonomischen Design auch nicht. Aber da gleich von einem Schnäppchen zu sprechen, ich weiß ja nicht...

rhamvossen

#18
Hallo,

Zitatgerade die optische Entwicklung hat in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Was in den 60er Jahren optisch absolute Spitzenklasse war, wird heute dank verbesserter Vergütungen, raffinierterer Rechnungen und optimierter Glasschmelzen nicht selten schon von der gehobenen Einsteigerklasse übertroffen.

Frage dir mal mit welche Optik die meisten Wunderbaren Foto's hier im Forum gemacht sind. Ich glaube nicht, das da viel "Müller-Foto's" dabei sind. Beste Grüsse,

Rolf

David 15

Hallo Mathias,

Da fährst Du aber große Geschütze auf mit der Hochlobung deines Müllers  ;)

Ich bin mir nämlich auch ziemlich sicher, dass das Müller weder optisch noch mechanisch von einem älteren Zeiss Gerät geschlagen wird ! Das Müller ist und bleibt chinesiche Massenware und so sehr sich die Entwicklung von Optiken auch verbessert hat, China haben diese Entwicklungen wohl nie erreicht  ::)

Mit dem Müller lässt sich natürlich auch mikroskopieren, keine Frage, aber man muss das Gerät und seine Qualität auch realistisch sehen. Ich habe schon durch Mikroskope beider Qualitätsstufen geguckt und bin dann doch lieber bei den Markengeräten geblieben...

Viele Grüße
David
''Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.'' ( Albert Schweitzer)

Vorstellung: ''Hier''

konfokal

#20
Hallo Rolf,
sind die meisten dieser wunderbaren Fotos tatsächlich mit alten Objektiven und Okularen aus den 60er Jahren aufgenommen???
Dass Zeiss und Leitz oder Nikon usw. heute aktuell, oder sagen wir seit rund 20 Jahren, erstklassige Optiken anbieten steht doch nicht in Frage - nur kosten die auch ganz andere Beträge. Mir gings um die Frage, wo man für drei oder vierhundert Euro Gesamtbudget die bessere optische Leistung bekommt. Und da möchte ich wetten, sehen bei gleichem Preis gebrauchte fünfzig Jahre alte Zeiss- und Leitz Objektive gegen neue japanische oder inzwischen auch manche chinesische eben auch alt aus. Alte Optiken großer Namen sind meist hoffnungslos überteuert, weil man den Namen bezahlt.

Ich lobe hier auch gar nicht Müller, David. Wie gesagt, das Mikroskop ist nicht mehr gelabelt, und Müller hat es sicher nie hergestellt. Die Objektive scheinen auch nicht chinesischer, sondern japanischer Herkunft. Abgesehen davon kauft mancher Edelhersteller inzwischen doch längst in Fernorst zu, oder lässt gleich dort im Auftrag fertigen... Dass China diese Entwicklung nie erreicht hätte kann man deshalb m.E. so nicht pauschal sagen, es gilt (vorläufig?) vielleicht noch für teure Edelapos, aber ich rede von einem Budget für moderne Achromaten und Planachromaten.

Herbert Dietrich

Hallo Mathias,

nicht verzagen, Forum fragen.

Wenn der Ph-Kondensor partout nicht passt, dann kannst Du doch auch mit der einfachen Methode einer Ringblende
im Filterhalter arbeiten. Die wurde von Zeiss sowohl für die klassischen Standards, wie auch für das Standard 20 angeboten.
Bei diesem System ist eine relativ große (müsste nachmessen) Ringblende im Filterhalter possitioniert. Diese Methode wird
auch in Gerlach, Mikroskopie - ganz einfach beschrieben.

Zu Deinem Zitat "Alte Optiken großer Namen sind meist hoffnungslos überteuert" möchte ich nur auf das von Wilfried erwähnte
Mikroskop hinweisen:  http://www.ebay.de/itm/Ze...mp;_trksid=p2047675.l2557
wer gute Augen hat, und die haben doch die Mikroskopiker, der erkennt, dass hier neben einem Zeiss Ph-Kondensor auch noch
4 (i.W. vier) Zeiss Neofluare, nämlich 10 - 16 - 40 und 100 dabei sind sowie Zeiss CPL 10/18 Brille Okulare und Stufentrafo dabei
sind. Und das alles für EURO 325.-- incl. Porto.

Aber nichts gegen das Müller.

Herzliche Grüße
Herbert


rhamvossen

Hallo Mathias,

Zitatsind die meisten dieser wunderbaren Fotos tatsächlich mit alten Objektiven und Okularen aus den 60er Jahren aufgenommen???

Ich glaube das viele sehr schöne Foto's hier im Forum gemacht sind mit Optik aus den 60er oder 70er Jahren. Zum Beispiel die Zeiss Neofluare aus den 60er Jahren gilten immer noch als Spiztenoptik, und die geben auch noch immer ein gutes Kontrastreiches Bild wenn die in Ordnung sind. Ich habe selber auch sogar noch ällteren Zeiss-Winkel Objektive (aus den 50er Jahren) und den 25x Achromat den ich habe gibt ein ebenso kontrastreiches Bild wie einen neuen Chinesischen 20x Achromat den ich habe. So schnell ist das mit die Verbesserung von Optiken die letzten Jahren nicht gegangen, bereits in den 60er Jahren waren die Marken Optiken sehr gut.

ZitatMir gings um die Frage, wo man für drei oder vierhundert Euro Gesamtbudget die bessere optische Leistung bekommt.

Mit ein bischen Glück hat man für 400 euro ein Zeiss Standard mit ein Paar Neofluar Objektiven. Beste Grüsse,

Rolf

Peter V.

#23
Hallo Mathias,

ich habe nicht den ganzen Thread gelesen, nur überflogen, ich hoffe, dass mir kein wesentliches Detail entgangen ist. Wenn ich es richtig sehe, hast Du ein Einfach-Mikroskop für 325 EUR gekauft und möchtest es nun (für zusätzliche Kosten?) mit Phasenkontrast ausrüsten, was sich aber schwierig gestaltet, weil es offenbar kein richtig passendes Phako-Set gibt. Soweit richtig?

Gestolpert bin ich aber insbesondere über dieses Posting von Dir:

Zitat von: konfokal in Januar 25, 2014, 10:22:50 VORMITTAG
Hallo Rolf,
sind die meisten dieser wunderbaren Fotos tatsächlich mit alten Objektiven und Okularen aus den 60er Jahren aufgenommen???
Dass Zeiss und Leitz oder Nikon usw. heute aktuell, oder sagen wir seit rund 20 Jahren, erstklassige Optiken anbieten steht doch nicht in Frage - nur kosten die auch ganz andere Beträge. Mir gings um die Frage, wo man für drei oder vierhundert Euro Gesamtbudget die bessere optische Leistung bekommt. Und da möchte ich wetten, sehen bei gleichem Preis gebrauchte fünfzig Jahre alte Zeiss- und Leitz Objektive gegen neue japanische oder inzwischen auch manche chinesische eben auch alt aus. Alte Optiken großer Namen sind meist hoffnungslos überteuert, weil man den Namen bezahlt.

Ich lobe hier auch gar nicht Müller, David. Wie gesagt, das Mikroskop ist nicht mehr gelabelt, und Müller hat es sicher nie hergestellt. Die Objektive scheinen auch nicht chinesischer, sondern japanischer Herkunft. Abgesehen davon kauft mancher Edelhersteller inzwischen doch längst in Fernorst zu, oder lässt gleich dort im Auftrag fertigen... Dass China diese Entwicklung nie erreicht hätte kann man deshalb m.E. so nicht pauschal sagen, es gilt (vorläufig?) vielleicht noch für teure Edelapos, aber ich rede von einem Budget für moderne Achromaten und Planachromaten.

Wenn Du Dich ein wenig mehr mit der Materie beschäftigt hättest, würdest Du nicht derart große Worte so gelassen aussprechen! Genau das Gegenteil ist der Fall! Aktuelle Billigoptik ist in der Regel hochwertiger Markenoptik aus den 60ern und 70ern deutlich unterlegen. Bitte bedenke, dass es sich bei vielen dieser Optiken damals um für den Privatmann völlig unerschwingliche Highend-Optik gehandelt hat und sich bezüglich der Entwicklung der Optik nicht so viel geändert hat. Alle Änderungen und Neuentwicklungen (größere Sehfelder, Unendlichoptik) - die sich aber in der Regel nicht auf die eigentliche Bildqaulität auswirken - findet man natürlich an hochwertiger neuer Markenoptik, nicht aber an Mikroskopen wie dem von Dir erwähnten Gerät. Und sie beziehen sich nicht auf die eigentliche Bildqaulität. Zwischen dem von Wilfried verlinkten Mikroskop aus Ebay - so es in Ordnung ist - und Deinem Biosphere-ähnlichen Chinamikroskop liegen WELTEN!!!!!


ZitatUnd da möchte ich wetten, sehen bei gleichem Preis gebrauchte fünfzig Jahre alte Zeiss- und Leitz Objektive gegen neue japanische oder inzwischen auch manche chinesische eben auch alt aus

Na, wenn Du meinst.... ;D  ;D  ;D Es würde mich nur sehr interessieren, woher Du diese Erkenntnis hast! Hast Du eigene Erfahrungen? Hast Du verglichen? Merkwürdigerweise widerspricht diese Erfahrung der Erfahrung von fast allen hier aktiven Mikroskopikern.

ZitatAbgesehen davon kauft mancher Edelhersteller inzwischen doch längst in Fernorst zu, oder lässt gleich dort im Auftrag fertigen... Dass China diese Entwicklung nie erreicht hätte kann man deshalb m.E. so nicht pauschal sagen, es gilt (vorläufig?) vielleicht noch für teure Edelapos, aber ich rede von einem Budget für moderne Achromaten und Planachromaten.

Das ist doch selbstverständlich! China steht doch nicht automatisch für "schlecht"! Natürlich kann ich in China - genau so wie in Deutschland - gute oder schlechte, teure oder billige Waren herstellen lassen. Aber dass an einem Mikroskop für 325 EUR aus China keine Optik hängt, die mit deutscher oder japanischer Highend-Optik aus den 70ern zu vergleichen ist, dürfte jedem,  der sich etwas mit Mikroskopen beschäftigt und etwas Erfahrung hat, klar sein.

Abschließend: Ich habe nicht den ganzen Thread verfolgt und weiß nicht, wie lange Du das Mikroskop schon hast. Hättest Du Dich vorher kundig gemacht, hätte man Dir sicher dazu geraten, Dir ein gutes Marken-Gebaruchtmikroskop zuzulegen. Ich bin mir sicher, dass das auch mit Phasenkontrast um maximal 600 EUR zu realisieren gewesen wäre. So hast Du nun ein Einfachst-Mikroskop für 325 EUR, musst noch einen Phasenkondensor kaufen, an dem nichts richtig passt..... :-\ In meinen Augen keine gute Entscheidung. Für vielleicht wenig mehr Geld, als Dzu nun investiert hast, hättest Du ein mechansich grundsolides, wertstabiles und nahezu unendlich ausbaubares Markenmikroskop, das Du bei guter Pflege noch Deinen Kinder vererben könntest.

Ich bin übrigens der Verfasser dem "Biolab-Testes", woran Du erkennen magst, dass ich nicht grundsätzlich etwas gegen preiswerte Chinamikroskope habe.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Mikroman

Hallo Mathias,

ich muss hier meinem Namensvetter fast in allen Belangen rechtgeben. Von der minderen mechanischen Qualität der Chinamikroskope mal ganz abgesehen, ist die Billigoptik (einfache Achromate) durchgängig schlechter als die "Edeloptiken" (exklusive der Planapochromate) renommierter Mikroskophersteller (Zeiss, Leitz, Olympus, Nikon, Reichert, Wild etc) aus der 60er/70er Jahren.

Vor ein paar Wochen war ich auf der Medica und nahm mir ausführlich Zeit, auch mal bei dem Stand von Motic vorbeizuschauen. Dazu muss man sagen, dass sie nicht zu den Billigmarken zählen und auch ordentliche SemiApos anbieten. Aber es fängt schon damit an, dass sie groß herausstellten, demnächst über Optiken für Sehfelder von 24 verfügen zu können. Als ich erwähnte, dass ich ein Instrument aus der 70er hätte, das damals schon über eine Sehfeldzahl von 28 verfügte, herrschte ungläubiges Erstaunen. Und dann such' mal nach chinesischen Planapos. Und wohlgemerkt Motic zählt zu den renommiertesten chinesischen Markenherstellern mit durchaus brauchbaren Stativen - nur dass diese auch schon etliche Tausende Euros kosten.

Das gravierendste Argument bleibt indes der Hinweis auf die Kompatibiltät der Komponenten dieser älteren Markengeräte. So ein Problem wie den unpassenden Ringblenden, gibts dort nicht - solange man nicht einen Phasenkontrastkondensor von Zeiss mit PH-Objektiven von Leitz kombinieren möchte.

Gruss
Peter
Zu sehr auf sich selbst zu beharren,
ist ein unvernünftiges Vergeuden der Weltsubstanz (Juarroz, 9. Vertikale Poesie,1)

wilfried48

Zitat von: konfokal in Januar 25, 2014, 08:38:28 VORMITTAG
...
Das ehemalige Müller ist sein Geld mehr als wert, und ich bin mir ziemlich sicher, dass es in meiner Ausstattung mit den aktuellen Objektiven und Okularen visuell eine 50 Jahre alte Optik locker schlagen dürfte, egal wie dick da Zeiss drauf steht.

Wilfried oder Rolf, so gediegen die alten Geräte von Zeiss oder Leitz feinmechanisch oft noch daherkommen - gerade die optische Entwicklung hat in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Was in den 60er Jahren optisch absolute Spitzenklasse war, wird heute dank verbesserter Vergütungen, raffinierterer Rechnungen und optimierter Glasschmelzen nicht selten schon von der gehobenen Einsteigerklasse übertroffen......

Hallo Mathias,

diese Meinung wurde hier von Neueinsteigern schon oft vertreten, die noch nie vergleichend durch beides gesehen haben oder gar versucht haben dies durch Aufnahmen an Testobjekten zu verifizieren. In allen Fällen hat das damit geendigt, dass man von den Bre..., Mü oder anderen Billigchinamikroskopverfechtern entweder nie mehr etwas gehört hat, oder sie bei "höheren" Ansprüchen geläutert auf ein gebrauchtes Markenmikroskop umgestiegen sind.

Das Müller Biosphere, ich hatte es ja auch früher mal (von Müller zur Verfügung gestellt) für einen Erfahrungsabericht in Händen ist sicher sein Geld wert, wenn man es als Einsteiger rein visuell im Hellfeld bei gefärbten Objekten oder (mit etwas Bastelei mit schiefer Beleuchtung) zum Tümpeln einsetzten will.
Aber schon eingermassen anspruchsvolle Mikrofotografie oder andere Kontrastarten oder höher korrigierte Objektive mit kompensierenden Okularen sind ausser Reichweite.

Insofern bin ich schon mal auf ein Beweisfoto eines planen Objektmikrometers mit deinen "überlegenen" Planachromaten gespannt.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

konfokal

#26
Hallo Herbert,

dann hätte ich ja, falls es wirklich nicht anders geht, noch eine weitere Option für Phako, prima, danke für den Tip. Ich bin aber guter Dinge, dass die von mir anfangs beschriebene Inkompatibilität nicht grundsätzlicher Natur ist, sondern nur mit meiner Begriffsstutzigkeit und meiner unbemerkten mechanischen Fehlanpassung zu tun hat. Wir werden sehen.

Wilfried,
ich habe schon durch viele Mikroskope (und noch mehr andere Optiken) geschaut. Zwar nicht speziell durch dass von dir verlinkte Modell, (dessen Optik ich schon wegen des reichlich angegrabbelten Zustands nicht über den Weg getraut hätte, das linke Okular sieht delaminiert aus, ob die Frontlinsen der Objektive noch vergütet genannt werden können scheint mir auch fraglich, so hell wie die reflektieren... ), aber doch durch ältere Spitzenoptik der 60er. Immer war da dieses leicht bräunliche, leicht kontrastgeminderte Bild, scharf zwar, und gut auskorrigiert, nett anzuschauen - aber doch nie ganz so knackig und hell, wie es heute meist schon bei gehobener Einsteigeroptik der Fall ist (wir reden nicht von der Aldi oder Lidl-Klasse).

Denn sobald moderne Mehrschichtvergütungen ins Spiel kommen, die es in den 60ern nicht gab, geraten mehr als ca. 40 Jahre alte Systeme zwangsläufig ins Hintertreffen, solange man sie nicht gerade vorsätzlich mit modernen preiswerten Äquivalenten vergleicht, die dejustiert, schlecht zentriert, oder z.B. durch falsches mechanisches Design streulichtgeplagt sind. Natürlich spielt auch die etwas größere Qualitätsstreuung eine Rolle, wo man mit Pech Ausreißer nach unten erwischen kann, die es bei (historischen) Spitzenprodukten naturgemäß nicht gab. Aber grundsätzlich betrachtet ist gegen die Physik einfach kein Kraut gewachsen, 10% und mehr Transmissionsunterschied machen neben besser Helligkeit eben auch mehr Kontrast, Brillanz und Farbsätttiung, solange die sonstige Fertigungsqualität stimmt.

Ich glaube deshalb, dass oft eher umgekehrt ein Schuh daraus wird: die stolzen Besitzer solcher Oldtimer sind in deren mechanische Langlebigkeit und höhere handwerklicher Fertigungsqualität verliebt, aber sie erliegen der Gefahr, das oft zu Recht bestehende Gefühl dieser rein mechanischen Überlegenheit aus Besitzerstolz auch auf die nicht mehr ganz zeitgemäße Optik zu übertragen. Hand aufs Herz, ist es nicht ein bisschen so? Wäre es anders, gäbe es auch nicht diesen großen Gebrauchtmarkt, dessen Angebot doch deshalb aufrechterhalten wird, weil mehr und mehr Privatleute und Institute sich von solchen alten Optiken zugunsten neuerer, optisch besserer, aber vergleichsweise preiswerterer Systeme trennen. Oder sind die alle zu dumm, die angeblich grundsätzlich bessere Qualität historischer Spitzenoptik zu würdigen?

Und last but not least, diesen Satz von Dir verstehe ich nicht ganz:
ZitatAber schon eingermassen anspruchsvolle Mikrofotografie oder andere Kontrastarten oder höher korrigierte Objektive mit kompensierenden Okularen sind ausser Reichweite.
Wer oder was hindert jemanden daran, höher korrigierte Objektive oder kompensierende Okulare in so ein Din-Endlich Stativ einzusetzen, wenn er mag? Ph, Pol oder Df sind ebenfalls kein prinizipielles Problem und bei allem was darüber hinaus geht und so richtig Geld kostet, wäre ein zweites besseres Stativ kaum ein Kostenfaktor.

Peter V.

#27
Hallo,

ZitatWäre es anders, gäbe es auch nicht diesen großen Gebrauchtmarkt, dessen Angebot doch deshalb aufrechterhalten wird, weil mehr und mehr Privatleute und Institute sich von solchen alten Optiken zugunsten neuerer, optisch besserer, aber vergleichsweise preiswerterer Systeme trennen. Oder sind die alle zu dumm, die angeblich grundsätzlich bessere Qualität historischer Spitzenoptik zu würdigen?

Die auf dem Gebrauchtmarkt massenhaft auftauchenden Geräte stammen sicher zu mehr als 95% nicht aus Privatbeständen, sondern sind Aussonderungen aus Instituten etc. Die meisten Geräte stammen aus kompletten Auflösungen der Labors, Praxen oder Lehranstalten und sind nicht unbedingt Überbleibsel einer Neuanschaffung.
Und natürlich möchte ein Pathologe, der einen neuen Chefarztposten übernimmt, ein "angemessenes" neues Mikroskop haben und sich nicht vor dem grauen Orthoplan seines Vorvorgängers sitzen. Also verlangt er selbstverständlich einen Ersatz der "veralteten" Einrichtung und kauft sich ein Leica,- Zeiss- der Olympus-Mikroskop mit hochwertiger Optikaustattung, das Ganze darf dann natürlich auch 30.000 EUR kosten. Nun mag tatsächlich das Bild derartiger Optik einen Ticken besser sein als ein Blick durch einen Leitz Planapochromaten der 80 Jahre. Ob der Unterschied allerdings grandios ist, wage ich zu bezweifeln. Allerdings wird das Orhoplan sicher nicht durch einen Chinesen für unter 400 EUR ersetzt  ;) Man darf also nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

Ich bezweifle nicht, dass auch Mikroskope der guten Einstiegsklasse eine wirklich ordentliche Bildqualität liefern, ich denke da an das Primostar oder das Motic BA 310.  Aber diese Mikroskope bekommt man auch nicht für 400 EUR und die Ausbaumöglichkeiten sind extrem begrenzt.

Letztlich muss jeder für sich entscheiden, was er möchte. Es muss ja nicht Optik aus den 60ern sein, gerade in die 70er und 80er wurde hervorragende 160mm-Optik mit moderner Vergütung gebaut. Ich bin der festen Überzeugung, dass es im 160mm System jede Menge fast unglaublich preiswerter Optik gibt, die aktueller Optik der Einstiegklasse deutlich überlegen und selbst der gehobenen Mittelklasse absolut ebenbürtig ist. Ich denke da speziell an die NPL und PL Fluotare von Leitz etc.

Die generelle Aussage, dass aktuelle Optik grundsätzlich älterer Optik überlegen sein muss, ich schlicht falsch.

Herzliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

reblaus

Lieber Peter -

insbesondere in den ersten Absätzen Deines Beitrags hast Du den Nagel absolut auf den Kopf getroffen!

Es kommt noch eines dazu: Die meisten "User" der Mikroskopausrüstungen sind keine Mikroskopiker im Sinne des Forums - ich selbst war das in meiner aktiven Zeit auch nicht. Diese Ausrüstungen sind dann oft ziemlich verharzt und auch sonst vergammelt - und nicht nur solche aus den Kursräumen. Die Kosten für die Generalüberholung solcher Instrumente kommt dann leicht in Größenordnungen eines neuen Chinamikroskops - das Zerlegen und Neufetten von Irisblenden noch nicht inbegriffen. Eigenes Personal für so was ist ja nicht mehr verfügbar.

In letzter Zeit hatte ich oft Gelegenheit alte (Ende 70er) und neue edlere Optik zu vergleichen (z.B. Zeiss Plan-Neofluare, Planapochromaten). Mag sein, dass Vergütung und Gesichtsfeld verbessert bzw. vergrößert wurden und dass dies messbar ist und auch bei bestimmten Anwendungen eine Rolle spielt.
Rein visuell, d.h. ohne Messeinrichtung zur Quantifizierung der Verbesserung war es mir bei meinen Objekten (z.B. Diatomeen, Tümpelwesen) kaum möglich Unterschiede zu finden, obwohl ich die gern gefunden hätte - in Anbetracht der Tatsache dass ich für neuere Optik schon viel Geld ausgegeben und die "alte" dafür geopfert habe.


Viele Grüße

Rolf

Herbert Dietrich

#29
Hallo Mathias,

woran erkennst Du, dass das linke Okular delaminiert ist?
Man lernt ja nie aus, ich könnte da kein Urteil abgeben,
ausser dass die Fotos nicht optimal sind.
Die Objektive spiegeln, kommt das vielleicht vom Blitzlicht,
das ich glaube zu erkennen. Aber Du hast sicher Recht, diese Geräte
sind eher etwas für Nostalgiker die die Entwicklung der Zeit nicht mitmachen.
In der Astronomie ist es ähnlich, da bekommt man schon für unter einem Tausender
12 Zöller Dobson mit super Ausstattung. Und da gibt es immer noch Leute, die in aah und ooh
ausbrechen, wenn sie durch unseren alten 4 Zöller Zeiss Apochromaten Planeten beobachten.
Halt jedem Tierchen sein Pläsierchen. Oder "watt dem eenen sin Uhl, dem annern sin Nachtigall"

Herzliche Grüße
Herbert