Autor Thema: Frage zum Mikroblitz mittels LED und Blitzrohr  (Gelesen 8548 mal)

ImperatorRex

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Frage zum Mikroblitz mittels LED und Blitzrohr
« am: Mai 25, 2014, 19:42:37 Nachmittag »
Hallo liebe Forenmitglieder,

Zitat aus dem Artikel "Der Mikroblitz" von Herrn Henkel (http://Der Mikroblitz): "Damit der Blitz genau so beleuchtet wie das Einstellicht, man hinterher also nicht ein Bild mit anderem Beleuchtungscharakter als vorher mit dem Einstellicht erhält, muß sich das Blitzrohr an derselben Stelle befinden wie die Glühwendel der Pilotlampe.".

Eine Lösung hierzu ist ein Doppelkollektor, er projiziert das Bild der Glühwendel mitten in das (glasklare) Blitzrohr hinein.

Kann man auch ohne Doppelkollektor brauchbare Ergebnisse erzielen, wenn man z.B. eine LED als Pilotlicht verwendet und unmittelbar davor das Blitzrohr anbringt? Falls erforderlich, könnte auch mit einer Fokusiereinrichtung, wie z.B. bei der Zeiss Lampe 100 vorhanden, auf die LED bzw. auf das Blitzrohr (um-) fokusiert werden. Der geringe Abstand der beiden Leuchtquellen sollte dies erlauben.
Hat der Eine oder Andere bereits diesbezüglich Erfahrungen? In diesem Falle würde ich mich über entsprechende Hinweise sehr freuen.

vielen Dank und liebe Grüße

Jochen
« Letzte Änderung: Mai 25, 2014, 19:44:18 Nachmittag von ImperatorRex »

reblaus

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Re: Frage zum Mikroblitz mittels LED und Blitzrohr
« Antwort #1 am: Mai 25, 2014, 21:50:10 Nachmittag »
Hallo Jochen -

das ist so ähnlich wie beim Köhlern und den einschlägigen, theoretisch gut untermauerten Regeln dafür. Schön wenn man alle einhalten kann, wenn das aber aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich ist kriegt man trotzdem gute Bilder.

Meine Erfahrungen mit Zeiss endlich und unendlich:
Man kann den Blitz ganz gut mit einem teildurchlässigen Prisma, ja sogar mit einem Objektträger im Strahlengang einspiegeln und es gibt im Forum mehrere Zwirne darüber.

Mir ging es immer darum, den normalen Systemblitz meiner Kamera verwenden zu können um die Belichtungsautomatik zu nutzen.

Den geringsten Bastelaufwand bringt die Verwendung eines Grundkörpers, bei dem das Sucherokular entfernt und stattdessen ein Halter für den Blitz angebracht wird. Hier die erste Konstruktion auf einem Inversmikroskop, aber auch problemlos hinten an einem Aufrechtmikroskop anzubringen. Die Beleuchtung erfolgte mit einer 3A-LED, der Verlust im Strahlenteilerprisma für normale Aufnahmen ohne Blitz war dabei belanglos.



Allerdings zeigte sich sehr schnell, dass das Miniblitzchen damit an seiner Leistungsgrenze war - es geht bei der Anordnung schon eine ganze Menge Licht vorbei. Eine Kollektoroptik für einen rechteckigen Blitzreflektor zu konstruieren habe ich erfolglos versucht. Deshalb habe ich nun einen dicken Systemblitz in Betrieb, der auch sonst für indirektes Blitzen gute Dienste leistet. Er hatte natürlich eine solidere Befestigung nötig. Auf einem Bügel wurde er in einen Geräteschuh geschoben und stand mit dem Reflektor einfach vor der Okularöffnung:




Da die alten Ringschwalben des Grundkörpers nicht mit meiner jetzigen Axioausrüstung kompatibel sind und ein Umbau nicht gelohnt hätte, habe ich nun einen defekten Diskussionswürfel zweckentfremdet und oben mit einem Einschnitt versehen, sodass der Blitz mit seinem Reflektor direkt auf den Strahlenteilerwürfel gestellt werden kann, was einen Lichtgewinn bringt:



Im wesentlichen benutze ich den Blitz beim Tümpeln und finde dabei (außer der Farbkorrektur) nie irgendwelche Unterschiede zwischen der normalen LED-Beleuchtung (geköhlert) und dem Blitzfoto.

Ein Haken an der Sache soll allerdings nicht verschwiegen werden: Da ich mit Canon Live View arbeite ist mit Blitzautomatik keine erschütterungsfreie Auslösung mehr möglich, denn der Spiegel klappt erst herunter um die Messung mit einem Vorblitz zu erlauben und dann wieder hoch. Dem massiven Axio macht die Erschütterung zwar nichts aus, zumal ja ohnehin ein sehr kurzer Blitz zustande kommt, aber die Verzögerung, wenn man z.B. einen herumschwimmenden Ciliaten abschießen will ist schon so groß, dass nur Zufallsaufnahmen zustande kommen.

Viele Grüße

Rolf

Piper

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Re: Frage zum Mikroblitz mittels LED und Blitzrohr
« Antwort #2 am: Mai 25, 2014, 22:26:41 Nachmittag »
Hallo,

hier ist auch eine Lösungsmöglichkeit beschrieben:

http://www.mikrofotografie-digital.de/Verwendung_von_Elektronenblitz/verwendung_von_elektronenblitz.html

Man braucht hier nur die ursprünglich vorgesehene Glühlampe gegen die LED zu tauschen.

Herr Stahlschmmitt baut auf persönliche Nachfrage (hoffentlich immer noch) maßgeschneiderte Adaptationen für diverse Mikroskope, die auf dem hier beschriebenen Spiegelkasten basieren.

Viele Erfolg!

Jörg Piper

ImperatorRex

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Re: Frage zum Mikroblitz mittels LED und Blitzrohr
« Antwort #3 am: Mai 26, 2014, 21:23:48 Nachmittag »
Hallo Rolf,
vielen Dank für Deine Informationen und Bilder. Ich muss zugeben, dass ich die Ausführung mit Grundkörper am IM35 bereits "abgekupfert" habe. Das entsprechende Foto hattest Du seinerzeit im Mikromarkt gepostet ;)

Bei mir wurde daraus folgendes "Baumarkt"-Konstrukt, mit den Rohrschellen sicherlich keine Augenweide, aber es erfüllt seinen Zweck. Auch ist die Befestigung des Blitzes mit dem Gleitschuh ein Provisorium.



Anmerkung zu dem Foto oben: Die Leuchtfeldblende sitzt nunmehr unterhalb des Grundkörpers.

Nachteilig ist bei der o.g. Lösung unter anderem, dass bei dem Objektiv 6,3 das Sehfeld durch den Zeiss Grundkörper "rechteckig" begrenzt wird.

Zitat
Allerdings zeigte sich sehr schnell, dass das Miniblitzchen damit an seiner Leistungsgrenze war - es geht bei der Anordnung schon eine ganze Menge Licht vorbei.

Mit der dicken Systemblitz von Canon hast Du dann richtig "geklotzt" :-) - bei mir kommt der kleinere 380EX zum Einsatz. Interessant wäre hier zu sehen, wie sich das dann in der Praxis auswirkt. Hat die Speedlite 580 "nur" eine größere / längere Blitzröhre? Dann käme evtl. garnicht so viel von der zusätzlichen Leistung an...das Meiste geht ja sowieso vorbei?

Zitat
Ein Haken an der Sache soll allerdings nicht verschwiegen werden: Da ich mit Canon Live View arbeite ist mit Blitzautomatik keine erschütterungsfreie Auslösung mehr möglich, denn der Spiegel klappt erst herunter um die Messung mit einem Vorblitz zu erlauben und dann wieder hoch.

Gut dass Du das ansprichst, da habe ich auch sogleich noch eine Frage: kann der Vorblitz visuell vom Hauptblitz unterschieden werden? Jedenfalls erkenne ich im Life-View nur einen Blitz. Ohne Life-View habe ich die Spiegelverriegelung aktiviert: erster Blitz wenn ich das erste Mal den Auslöser drücke und zweiter Blitz wenn ich nochmals auslöse, dann wird auch das Bild gemacht.

Hallo Herr Piper,
Ihr Artikel enthält sehr viele Hinweise. Besten Dank! Ich habe Ihren Artikel sogleich ausgedruckt und werde diesen intensivst studieren. Es hat den Anschein, dass ich so manchen Vorschlag unmittelbar bei der von mir eingesetzten Kombination Canon EOS 650D/Canon Speedlite 380Ex anwenden kann.
Die Adaptionen von Herrn Stahlschmitt (sowohl mit Strahlenteiler als auch mit Doppel-Kollektor) haben mich sehr beeindruckt, sind diese doch allesamt technisch ausgereift und mechanisch mit sehr viel Sorgfalt und Präzision umgesetzt. Vielleicht schon zu professionell, um bei mir Verwendung zu finden? Wahrscheinlich schieße ich da dann mit Kanonen auf Spatzen :-)
Da mir derzeit das Basteln und Probieren ebensoviel Freude wie das Mikroskopieren bereitet, werde ich wohl zumindest vorerst mit der o.g. "Konstruktion" experimentieren.
Und vielleicht findet sich ja ein günstiges Blitzgerät, mit dem ich versuchen kann, die Idee "LED" + Blitzröhre in der Zeiss Lampe 100 umzusetzen.
Vermutlich werde ich dann aber niemals feststellen, welche Ergebnisse ich mit einer professionellen Mikroblitz-Lösung erzielt wernden könnte.

Viele Grüße

Jochen
  

 
« Letzte Änderung: Mai 26, 2014, 21:33:11 Nachmittag von ImperatorRex »

reblaus

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Re: Frage zum Mikroblitz mittels LED und Blitzrohr
« Antwort #4 am: Mai 27, 2014, 00:33:21 Vormittag »
Hallo Jochen -

die Vignettierung beim Grundkörper I von Zeiss ist mir klar, deshalb hatte ich bei der IM35- Konstruktion den alte Zeiss-Ikon Grundkörper verwendet, der ein wesentlich dickeres Prisma besitzt mit viel größerem freien Querschnitt. Hier gab es auch mit dem 6,3 keine Probleme. Allerdings hat dieser Grundkörper oben keine Standard-Schwalbenaufnahme, sodass ich mir noch von Bernd "Nomarski" einen Adapter drechseln lassen musste.

Im ganzen geht es mir ähnlich wie Dir: Bei meinem geringen Bedarf an Mikro-Blitzfotos (nur fürs Tümpeln) habe ich auf die perfekte Lösung verzichtet und lieber in einen ganz dicken Blitz investiert. Er ist fürs Mikroskop zwar überdimensioniert und es geht (wie Du richtig bemerkt hast) eh das meiste vorbei.  Man kann aber den Blitzwinkel stark verstellen und ich bilde mir ein, dass bei Telestellung (100 mm) ein deutlicher Lichtgewinn erzielt wird, was die Blitzdauer verkürzt. Hauptsächlich dient mir der dicke Blitz als indirekte Universalbeleuchtung im Zimmer, wenn man schnell mal einen Gegenstand ohne Lichtzeltgefummel  fotografieren will - zumal man den Blitz bei drahtloser Steuerung auch beliebig platzieren kann. Er wird übrigens auch am Axiovert drahtlos gesteuert, weil man ihn dann ohne Geräteschuhverbindung (zu kurzes Kabel) einfach in die Krippe über dem Strahlenteilerprisma stellen kann.

Den Vorblitz kann auch ich bei E-TTL nicht vom Hauptblitz unterscheiden, aber ich habe dazu weiter keine Experimente gemacht. Es gibt dazu im Ö-Forum einen interessanten Zwirn von Johannes Kropiunig bei dem sich vielleicht noch mehr ergibt.

Nun ist auch eine nackte Blitzröhre eben eine Röhre und keine kleine flächige Beleuchtung 3 x 3 oder 4 x 4 mm wie die Lampenwendeln für welche die alten Beleuchtungsoptiken bestimmt waren Das Problem wird leider auch durch ideale Platzierung im Zwischenbild nicht behoben - auch da geht dann entweder an beiden Seiten und nach hinten massenhaft Licht verloren oder Köhler wird vernachlässigt. Wahrscheinlich erscheinen eh bald LEDs, bei denen man problemlos von Dauerlicht auf mächtige Blitzpulse umschalten kann, dann sind die ganzen Baumarktkonstruktionen obsolet.

Viele Grüße

Rolf

ImperatorRex

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Re: Frage zum Mikroblitz mittels LED und Blitzrohr
« Antwort #5 am: Mai 27, 2014, 23:45:23 Nachmittag »
Hallo Rolf,
wieder was gelernt - das nächste mal gibt es den Zeiss-Ikon Grundkörper :-)

Zitat
Man kann aber den Blitzwinkel stark verstellen und ich bilde mir ein, dass bei Telestellung (100 mm) ein deutlicher Lichtgewinn erzielt wird, was die Blitzdauer verkürzt

Apropos Blitzdauer - wie bestimmst Du diese? Die Verschlussdauer der Kamera so lange verkürzen bis ein Helligkeitsabfall eintritt?

viele Grüße

Jochen

reblaus

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Re: Frage zum Mikroblitz mittels LED und Blitzrohr
« Antwort #6 am: Mai 28, 2014, 00:46:06 Vormittag »
Hallo Jochen -

bestimmen kann ich leider nicht, ich konnte nur grob schätzen. Einmal ohne Automatik durch stufenweises Vermindern der Blitzleistung, außerdem durch Beobachten der Kontrolleuchte, ob nachgeladen wird. Da kam ich bei meiner Anordnung mit 100 ASA auf eine benötigte Blitzleistung von ein Achtel bis ein 16tel und konnte das durch Verstellen des Zoom-Reflektors variieren.
Verkürzen der Öffnungszeit des Kameraverschlusses bringt ja nichts, man kriegt dann schließlich eine streifenförmige Belichtung, es sei denn man stellt auf FP, aber das schluckt so viel Licht, dass es für unsere Zwecke am Mikroskop nichts bringt und bewegte Organismen werden u.U. dadurch verzerrt.

Viele Grüße

Rolf

HCLange

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Re: Frage zum Mikroblitz mittels LED und Blitzrohr
« Antwort #7 am: Mai 28, 2014, 12:43:24 Nachmittag »
Hallo Mikrofreunde,

es gibt zur Optimierung von üblichen Blitzgeräten für die Mikroanwendung noch einen ganz alten Trick:
Man klebt das Blitzfenster zu mit einer verspiegelten Folie, Spiegelseite zum Blitzrohr, und läßt in der Mitte eine kleine Öffnung frei. Die zum Teil hin- und herreflektierten Strahlen können nur dort aufkonzentriert austreten. So entsteht eine definierte Lichtaustrittsfläche für Köhlerbeleuchtung oder Einspeisung in einen Lichtleiter.

Mikrogrüße
Christoph

ImperatorRex

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Re: Frage zum Mikroblitz mittels LED und Blitzrohr
« Antwort #8 am: Mai 31, 2014, 01:06:23 Vormittag »
Hallo Christopf,
Deinen Trick mit der Spiegelfolie probiere ich aus. Werde danach berichten, vielen Dank für Deinen Hinweis.

Rolf,

Zitat
Einmal ohne Automatik durch stufenweises Vermindern der Blitzleistung...

Schade, bei meinem Blitz kann ich dei Leistung nicht manuell vermindern. In der Normaleinstellung des Blitzes sind die Bilder daher immer sehr stark überbelichtet, da müßte ich dann mit Neutralfiltern die Helligkeit reduzieren. Auch kann die Blitzdauer nicht kürzer als 1/200el gewählt werden.
Ich wähle daher immer die hochgeschwindigkeits-synchronisations- Einstellung des Blitzes -  aber dann wird es bei kleiner als 1/200el leider auch schon bald zu dunkel.

viele Grüße

Jochen  

reblaus

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Re: Frage zum Mikroblitz mittels LED und Blitzrohr
« Antwort #9 am: Mai 31, 2014, 11:26:49 Vormittag »
Hallo Jochen -

die Spiegelfoliengeschichte ist sicher einen Versuch wert (danke an Christoph für den Tipp) - mach das mal! Wenn du dadurch einen nennenswerte Verstärkung bekommst, würde ich mich auch mal damit beschäftigen.  ;D

Ich habe auch schon an eine Lamellenanordnung gedacht, welche das rechteckige Lichtbündel in etwa quadratisch macht - so ähnlich wie die Weltraum-Röntgenteleskope. Allerdings braucht das wieder Platz vor dem Reflektor, sodass der Effekt z.T. wieder verloren geht.
Eine andere Möglichkeit wäre eine Fresnel-Linse aus Plastik vor dem Reflektor - aber warum sich Arbeit machen, wenn es mit brute force doch auch geht?

Erinnert mich an die Äußerung eines Ingenieurs zu den Konstruktionen beim Segelflug: "Wozu dieser Aufwand? Wir montieren einen 200 PS-Motor an eine Scheunentür und brauchen uns da keine Gedanken zu machen".

Viele Grüße

Rolf

wilfried48

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Re: Frage zum Mikroblitz mittels LED und Blitzrohr
« Antwort #10 am: Mai 31, 2014, 12:38:36 Nachmittag »
Hallo Christopf,
Deinen Trick mit der Spiegelfolie probiere ich aus. Werde danach berichten, vielen Dank für Deinen Hinweis.

Rolf,

Zitat
Einmal ohne Automatik durch stufenweises Vermindern der Blitzleistung...

Schade, bei meinem Blitz kann ich dei Leistung nicht manuell vermindern. In der Normaleinstellung des Blitzes sind die Bilder daher immer sehr stark überbelichtet, da müßte ich dann mit Neutralfiltern die Helligkeit reduzieren. Auch kann die Blitzdauer nicht kürzer als 1/200el gewählt werden.
Ich wähle daher immer die hochgeschwindigkeits-synchronisations- Einstellung des Blitzes -  aber dann wird es bei kleiner als 1/200el leider auch schon bald zu dunkel.

viele Grüße

Jochen  

Hallo Jochen,

also das verstehe ich nun nicht. Hast du nun zuviel Licht oder zuwenig ?
Zuviel Licht hast du doch erst, wenn der Blitz mit seiner kürzesten Belichtungszeit von ca. 1/50000 stel noch überbelichtet.
Die Synchronisationszeit ist doch dabei völlig wurst. Die würde doch nur eine Rolle spielen wenn das normale Beobachtungs LED-Licht die Belichtung
bestimmt. Dann musst du halt die LED Quelle kurz vor der Blitzbelichtung abschalten. Ich mache das mit einen Fussschalter der einen Umschalter von von LED Licht auf Kameraauslöser enthält.
Der Tip von Christoph kann natürlich nur etwas bringen, wenn das Fenster in der Spiegelfolie von  der Grösse einer Niedervolt Flachkernwendellampe (z.B. 3 x 3 mm) dann auch in der Köhlerposition des Mikroskops plaziert wird.
Dazu bräuchtest du bei deiner Anordnung eine Kollektorlinse mit Leuchtfeldblende zwischen Blitz- und Spiegel. Und wenn du es ganz genau nimmst müsstest du auch noch die grössere Distanz, die die beiden Lichtquellen durch den Spiegelkasten haben, beim Köhlern berücksichtigen.

viele Grüsse
Wilfried
« Letzte Änderung: Mai 31, 2014, 12:41:34 Nachmittag von wilfried48 »
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Photomikroskop II, AL, DL, HD, Pol, Ph, DIC
Zeiss Inversm. IM35, DL, Ph, Pol, EPI-Fl
Zeiss Stemi 2000 C
Zeiss Reisem. Standard Junior Aufrecht u. Invers, DL, HD, Ph, Pol

Vorst. Wilfried48
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.

ImperatorRex

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Re: Frage zum Mikroblitz mittels LED und Blitzrohr
« Antwort #11 am: Mai 31, 2014, 20:17:19 Nachmittag »
Hallo Rolf,
Zitat
Erinnert mich an die Äußerung eines Ingenieurs zu den Konstruktionen beim Segelflug: "Wozu dieser Aufwand? Wir montieren einen 200 PS-Motor an eine Scheunentür und brauchen uns da keine Gedanken zu machen".

ja "viel hilft meistens auch viel"  :) 
Die Spiegelfolie http://www.amazon.de/dp/B004ZC46XG/ref=pe_386171_38075861_TE_item#productDetails ist bereits bestellt...

Hallo Wilfried,
Zitat
also das verstehe ich nun nicht. Hast du nun zuviel Licht oder zuwenig ?

Also ich habe im DIC Dunkelfeld getestet. Bei dem von mir verwendeten Blitz Speedlite 380EX kann ich die Blitzleistung nicht manuell steuern. Ich kann hier nur zwischen "normaler" Blitz-Synchronisationszeit und hochgeschwindigkeits-synchronisations- Einstellung wählen. Wenn ich die normale Einstellung wähle, so ist die kürzeste, wählbare Verschlußzeit der Kamera 1/200-Sekunde. Mit 1/200 Sekunden erscheint mir das Foto eher "überbelichtet". Ich vermute auch, dass diese Belichtungszeit zu lange ist, um die Cilienbewegungen "einzufrieren". 

In dem FP Modus kann ich die Verschlußzeit beliebig kurz einstellen...theoretisch zumindest. Sobald ich aber unter 1/320-Sekunden gehe, wird es schnell zu dunkel.   

Zitat
Der Tip von Christoph kann natürlich nur etwas bringen, wenn das Fenster in der Spiegelfolie von  der Grösse einer Niedervolt Flachkernwendellampe (z.B. 3 x 3 mm) dann auch in der Köhlerposition des Mikroskops plaziert wird.
Dazu bräuchtest du bei deiner Anordnung eine Kollektorlinse mit Leuchtfeldblende zwischen Blitz- und Spiegel. Und wenn du es ganz genau nimmst müsstest du auch noch die grössere Distanz, die die beiden Lichtquellen durch den Spiegelkasten haben, beim Köhlern berücksichtigen.

Dass ich da noch eine Kollektorlinse benötige leuchtet mir ein. Aber wieso noch eine Leuchtfeldblende? Ich habe doch unter dem Grundkörper eine Leuchtfeldblende (das Foto meines Aufbaues ist da vielleicht etwas irreführend). Der Zeiss Grundkörper scheint beim Köhlern nicht wirklich zu stören, zumindest erscheint die Leuchtwendel der Lampe schön scharf in der Ebene der Apertublende abgebildet.

viele Grüße

Jochen

reblaus

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Re: Frage zum Mikroblitz mittels LED und Blitzrohr
« Antwort #12 am: Mai 31, 2014, 23:04:42 Nachmittag »
Hallo Jochen -

Der Verschluss muss zwar 1/200 sec offen bleiben, aber die Leuchtdauer Deines schwachbrüstigen Blitzes ist sich weniger als 1/1000. Wenn nun diese Energie für FP über etwa 1/200 sec verteilt werden muss, damit es keine Streifen gibt, ist es kein Wunder, dass es zu finster wird.
Übrigens ist auch die Angabe der Leitzahl für den dicken 580 EX II Blitz von Canon mild gesagt ein Euphemismus. Das gilt nur für die Einstellung des Reflektors für ein 105 mm Objektiv bei Halbformat-Sensoren. Nach dem klassischen Begriff für Leitzahl ist das die Leute vera....appelt - de facto haben wir eine Leitzahl von 30. Wenn ich diesen Befunde auf den 380 EX extrapoliere...

@Wilfried

In der Tat sitzt bei der beschriebenen Verwendung eines Grundkörpers die vorhandene Leuchtfeldblende optisch hinreichend korrekt um Randüberstrahlung zu kompensieren. Für Herrn Köhler gehört nun eigentlich, wie Du sagst, eine Kollektoroptik zwischen Blitzröhre und Strahlenteiler, aber in Anbetracht der Tatsache, dass man keine nackte Blitzröhre, sondern den Hohlspiegel und die Fresnelkonstruktionen des vorhandenen Blitzreflektors verwendet, wäre dessen Konstruktion unter Verwendung starker Zylinderlinsen einem Bastler mit Optikkenntnissen vorbehalten, der sein restliches Leben dieser Aufgabe weihen möchte.

Deshalb habe ich halt mein Düsentriebwerk an einen Heuwagen montiert  ;D

Viele Grüße

Rolf

wilfried48

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Re: Frage zum Mikroblitz mittels LED und Blitzrohr
« Antwort #13 am: Juni 01, 2014, 15:19:23 Nachmittag »
Hallo Jochen,

wenn die Leuchfeldblende unter Körper sitzt liegt sie ja richtig (in deinem Bild war es nicht so und ich hatte deine Korrekturbeschreibung übersehen).

Und wenn du die Distanz des Grundkörpers durch Verschiebung der Lichtquelle beim Köhlern wieder korrigieren kannst ist ja auch alles o.k.

Dann musst du jetzt halt nur noch den Blitz mit der Spiegelfolie in ein mattes 3x3 mm Fensterchen zwängen und dieses mit einer Kollektorlinse analog zur Lichtquelle köhlern.

Das Regeln der Belichtungszeit über die Synchronisationszeit verstehe ich immer noch nicht.  Du brauchst  doch auf jeden Fall eine Belichtungszeit von weniger als 1/20000 sec um z.B. Ciliaten einzufrieren. Das heisst der Blitz muss ungefähr mit seiner kürzesten Belichtungszeit belichten und wenn das immer noch zuviel sein sollte (wenn er manuell oder per TTL Regelung hierauf beschränkt wird) dann musst du den Regelbereich per Neutralfilter anpassen.

ich wünsche viel Erfolg
Wilfried
vorzugsweise per Du

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Vorst. Wilfried48
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.

ImperatorRex

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Re: Frage zum Mikroblitz mittels LED und Blitzrohr
« Antwort #14 am: Juni 01, 2014, 20:46:55 Nachmittag »
Hallo Rolf & Winfried,
bezüglich Synchronisations-Zeit möchte ich den folgenden Sachverhalt schildern. Aus diesem leite ich ab, dass mein Blitz eine zu lange Blitzzeit hat oder anders formuliert, zu schwach ist. Was meinst Ihr dazu, sind die u.g. Schlussfolgerungen plausibel?

  • wenn ich mit eingeschalteter Spiegelverriegelung bei der EOS 650D Blitze, wird die Porenstruktur von Pleurosigma Angulatum sehr schön auf den Fotos aufgelöst.
  • Blizte ich hingegen im Life-View, so erscheinen die Poren auf dem Fotos unscharf. Ich führe das auf den Spiegelschlag und die Vibrationen zurück (die Spiegelverriegelung funktioniert nicht im Life-View MIT externen Blitz)

Daraus leite ich ab, dass der Blitz eine recht lange Blitzzeit hat, zumindest treten die Vibrationen durch den Spiegelschlag störend in Erscheinung. Wäre die Blitzzeit ausreichend kurz, wäre dies nicht der Fall.

Wenn ich den Blitz nun auf FP umstelle und den Verschlusszeit auf kleiner 1/800 Sekunde stelle, so werden die Poren von Pleurosigma Angulatum auch im Life-View Modus  schön aufgelöst. Hierzu muss ich dann aber die ISO Werte mangels Helligkeit anheben.  

viele Grüße

Jochen
« Letzte Änderung: Juni 01, 2014, 20:51:11 Nachmittag von ImperatorRex »