Autor Thema: Das vereinfachte Universalmikroskop CBMP von Leitz (Mikroskopiker stellen ihr..)  (Gelesen 3516 mal)

ortholux

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Liebe Kollegen,

nachdem ich vor einiger Zeit das => "echte" Universalmikroskop vorgestellt habe möchte ich nun den kleinen Bruder vorstellen. Das CBMP.



Wann es genau eingeführt wurde, weiß ich leider nicht. Es muß aber in den 1920er Jahren gewesen sein. Das große Universalmikroskop kam 1919, den ersten Katalogeintrag finde ich 1931. Dort wird das Gerät "Das vereinfachte Universalmikroskop CBMP" genannt. 9 Jahre später ist es dann das "Monokular-binokulare Polarisationsmikroskop".



Interessant ist an dieser Darstellung, daß das Foto des schwarzen Stativs eine Retusche des älteren Fotos ist. Kreuzblickfähige Menschen können das erkennen. Ich habe die Bilder im Photoshop übereinandergelegt. Sie decken sich.

Was ist das CMBP?

Basis ist das große biologische B-Stativ. Allerdings mit einem 120mm Poltisch versehen. In erster Linie dient es dazu, Anisotropien in biologischen Proben zu untersuchen, wie sie z.B. Muskelfasern zeigen.



Das CBMP ist deutlich kleiner als das Universalmikroskop, besitzt aber die selbe Führung zur Tubus- und Revolver-Aufnahme.



Unterschiede zum Unmic

Tisch nicht wechselbar
Beleuchtungsapparat nicht wechselbar
Triebkasten nicht abnehmbar

Ausstattung

Vorzentrierter, fest montierter 120mm Drehtisch mit Gradeinteilung und Nonius
Großer Abbe'scher Beleuchtungsapparat mit 3-linsigem Kondensor, Apertur 1,40



Ausklappbarer, um 90° drehbarer Prismenpolarisator



Anastigmatischer Prismenanalysator im Monokulartubus (nicht drehbar)



Durch die Schwalbenschwanzführung für Tubi und Revolver, bzw. Objektivzangen und Auflichtilluminatoren läßt sich das CBMP in weiten Bereichen modular ausbauen.

Standardausstattung war der monokulare Poltubus. Weiterhin erhältlich waren:
Gerader Fototubus
Geknickter Monokulartubus
Gerader Binokulartubus
Geknickter Binokulartubus



Revolver und Illuminatoren konnten vom Panphot adaptiert werden. Z.B. 3- und 4-fach-Revolver, auch zentrierbar, Zangenwechsler, Ultropak, Panopak, Opakilluminator und andere.



Sollen mit dem CBMP auch Achsenbilder betrachtet werden, kann es mit einer auf das Okular aufschraubbaren Bertrand-Linse versehen werden.



Diese ist fokussierbar und muß auf die verschiedenen Okulare angepasst werden.

Alles in allem ist das CBMP ein recht kompaktes und dennoch in weiten Grenzen ausbaufähiges Mikroskop.
Durch seine Seltenheit (ich kenne bisher 2 Stück) ist es neben einem hervorragenden Anwendergerät eine Bereicherung einer jeden Sammlung.

Viel Spaß beim Lesen!
Und wie immer gilt: Änderungen, Korrekturen und Ergänzungen sind jederzeit willkommen.

Wolfgang





« Letzte Änderung: Juni 05, 2014, 01:55:19 Vormittag von ortholux »