Autor Thema: Erste Versuche mit Diatomeen  (Gelesen 3807 mal)

Astroarno

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Erste Versuche mit Diatomeen
« am: September 04, 2014, 18:26:16 Nachmittag »
Hallo Forum,

ich möchte hier einfach einmal meine ersten Ergebnisse vorstellen, die ich mit Diatomeen gemacht habe. Vor einiger Zeit habe ich in einem relativ großen stehenden Gewässer eine Probe vom Bodenschlamm genommen (5m Tiefe) und nach dem hier http://www.mikrohamburg.de/G%F6ke/Diatomeen_gesamt.pdf beschriebenen  heißen Verfahren mit Salz- Schwefel- und Salpetersäure aufbereitet. Durch sedimentieren konnte ich die meisten Sandkörner abtrennen. Die so vorbereiteten Diatomeenschalen habe ich mit einer hinter das Okular gehaltenen Digitalkamera (Canon IXUS 85I) fotografiert und mit Picasa extrem und ohne Rücksicht auf alle Regeln der Digitalen Bildverarbeitung "verstärkt".

Was mich geärgert hat: viele der Schalen waren zerbrochen? Kann man die Schalen der Diatomeen durch heftiges umschütten der wässrigen Suspension beschädigen?

Was mich gefreut hat: Ich konnte doch einige verschiedenen Arten identifizieren.

Als Aufnahmegerät steht mir eine HUND H500 mit Phasenkontrast zur Verfügung. Die Fotos habe ich mit dem SPL Ph 40/065 gemacht.
Über eure Kommentare oder Anregungen freu ich mich jetzt schon!


Amphore ovalis


Amphore ovalis


Gyrosigma attenuatum


Stephanodiscus astraea (?)


Cymatopleura elliptica


(?)

« Letzte Änderung: September 04, 2014, 19:34:08 Nachmittag von Astroarno »

cuwohler

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Re: Erste Versuche mit Diatomeen
« Antwort #1 am: September 04, 2014, 20:12:44 Nachmittag »
Hallo Arno,

bist Du der AstroArno aus Schleswig/Holstein, der auch im astrotreff.de bekannt ist? Dann kennen wir uns vom Astrotreff.
Schön, daß Du auch hier angekommen bist!

Meine ersten Diatomeenaufnahmen sahen ähnlich aus. Ich hatte sie aus meinem Teich. Woher sind deine? Sie sehen jedenfalls anders(artig) aus.
Ich habe meine Proben mehrfach im Reagenzglas mit H2O2 behandelt und abwechselnd gewässer. Zerbrochen sind sehr wenige.

Aber es werden sich hier gewiss auch noch ein paar Profis auf dem Gebiet melden.

Viele Grüße
Cai-Uso
www.cuwohler.de

Astroarno

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Re: Erste Versuche mit Diatomeen
« Antwort #2 am: September 04, 2014, 21:55:12 Nachmittag »
Hallo Cai-Uso,

ja, ich bin der zur Zeit nicht sehr aktive Sonnenbeobachter aus dem Astrotreff , so wir du auch (aber nicht so weit im Norden beheimatet, ich wohne im südwestlichen Niedersachsen)  :) :) :)
Freut mich sehr, das wir uns wieder austauschen können. Es ist schon interessant, dass einige Leute sowohl Astro- wie Mikroskopie -interessiert sind. Vielleicht ist ja noch ein Taucher hier? Denn, und nun zurück zum Thema:

Ich habe die Probe vom Boden vom Speicherbecken Geeste  http://de.wikipedia.org/wiki/Speicherbecken_Geeste (das Vereinsgewässer von dem Tauchclub, in dem ich als ehrenamtlicher Tauchlehrer fast wöchentlich die Unterwasserwelt genießen kann) genommen. Das Speicherbecken ist ein GROSSER Gartenteich mit über 20.000.000m³ Speichervolumen und einer maximalen Tiefe von ca.13m. Zur Zeit ist in der maximalen Tiefe wenig Sauerstoff und es herrschen dort anaerobe Verhältnisse (Probe riecht nach H2S). Im Sonnenlicht durchfluteten Flachbereich bis ca. 7m Tiefe haben wir diese Verhältnisse nicht. Aus Neugier habe ich aus beiden Tiefen eine Probe vom Sediment gezogen und sie unter dem Mikroskop betrachtet. Zu meiner Überraschung war auch in der stinkenden Sedimentprobe aus der max. Tiefe sehr viel lebendes Plankton zu finden.

Da ich nun schon die Proben daheim hatte, habe ich gleich auch die Schalen der Kieselalgen heraus gelöst, um ihre feinen Strukturen zu sehen. Für die Fotos habe ich die Probe aus geringer Tiefe gewählt, weil ich dort mehr verschiedene Arten vermutet habe als in der schlecht mit Sauerstoff versorgen Probe. Aber auch in der sauerstoffarmen Probe waren sehr viele Diatomeen zu finden.

Du hast deine Diatomeen in H2O2 gesäubert. Hast du dafür 30% genutzt und wie lange hast du es einwirken lassen. Wenn deine Methode zum gleichen Ergebnis führt, würde ich sie bei den nächsten Probe bei mir auch anwenden. Somit könnte ich auf die doch sehr aggressiven Säuren verzichten....

Danke für deine Rückmeldung und Viele Grüße in die Lüneburger Heide (oder?)

Arno

cuwohler

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Re: Erste Versuche mit Diatomeen
« Antwort #3 am: September 05, 2014, 05:51:49 Vormittag »
Moin Arno,

ja, ich komme aus Bispingen in der Lüneburger Heide  :) - und mache schon 1,5 Jahre kein Astro mehr.
Diatomeen direkt über dem Boden eines Gewässers abzufischen ist natürlich toll.
Das Wasserstoffperoxyd lag so um die 30%. Ich habe es 3x je einen Tag einwirken lassen. Nach jedem Tag vorsichtig bis auf die Diatomeen unten abgießen und neu ansetzen. Da war dann nichts organisches mehr drin.
Bei H2O2 solltest Du aber auch Latexhandschuhe tragen und ggf. eine Schutzbrille verwenden! Ich habe das mal ohne Handschuhe versucht, die Haut wird weiß und fängt an zu jucken, wenn Du einen Tropfen draufbekommst. Ich habe das dann nur noch mit einem Bimsstein wegbekommen.

Viele Grüße
Cai-Uso

talrand

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Re: Erste Versuche mit Diatomeen
« Antwort #4 am: September 05, 2014, 08:16:37 Vormittag »
Hallo Arno, welcome on board!
Schöne Diatomeen hast du da fotografiert!

Mensch, Cai-Uso, ich habe deine Planetenzeichnungen immer geliebt und bewundert!
Das Auge hatte ich nie!

Allerdings habe ich mich auch aus den Astronomie-Foren zurückgezogen, wegen unbelehrbarer Klotzköppe, die noch nie durch einen guten Refraktor geschaut haben, keine Diskussionen bitte, du weißt schon, wen ich da meine!
Und siehst du wohl, jetzt bin ich auch hier!

Randolf K. aus DU
« Letzte Änderung: September 05, 2014, 08:36:05 Vormittag von talrand »
Randolf aus Duisburg

Hund Medicus HF mit schiefer Beleuchtung (Kreutzblende) und Dunkelfeld.

cuwohler

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Re: Erste Versuche mit Diatomeen
« Antwort #5 am: September 05, 2014, 16:41:40 Nachmittag »
Hallo,

dank Dir Randolf! Prima, daß Du auch hier bist.
Ja, ich weiß, wen Du meinst  ;).


Viele Grüße
Cai-Uso

plaenerdd

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Re: Erste Versuche mit Diatomeen
« Antwort #6 am: September 07, 2014, 13:32:50 Nachmittag »
Hallo Randolf,
ich arbeite auch mit Wasserstoffperoxyd, allerdings koche ich im Wasserbad. Das geht meist recht gut, kommt aber manchmal nicht ganz an die Methode mit den kochenden Säuren heran, die ich selber noch nicht ausprobiert habe.

Bei Diatomeenschalen bringt der Phasenkontrast meiner Meinung nach nicht so sehr viel. "Normales" Hellfeld zeigt die wahren Verhältnisse besser. Es sind schöne Objekte, um seine mikroskopische Technik an ihre (Auflösungs-)grenzen zu führen.

Ich war während meiner Zeit bei der Volksmarine im "Nebenjob" Schiffstaucher (Hauptjobs: Hydroakustiker und Rudergänger), habe jetzt aber schon über 20 Jahre keinen Lungenautomaten mehr benutzt.

Beste GRüße
Gerd
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: Olympus VANOX mit DIC, Ph, DF und BF; etliche Zeiss-Jena-Geräte,
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Inverses: Willovert mit Ph