Autor Thema: LowBudged - Mikrofotografie - eine DIY - Anleitung  (Gelesen 19811 mal)

knipser009

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LowBudged - Mikrofotografie - eine DIY - Anleitung
« am: Januar 13, 2015, 01:26:04 Vormittag »
hallo, liebe Forenten

In diesem Beitrag möchte ich Euch meine Überlegungen vorstellen, wie mit geringem finanziellem Einsatz kleine Objekte mit dem Vergrößerungsfaktor 2x - ca 10x fotografiert werden können. Entwickelt wurde dieses System in seiner Basisversion von Heike ( Rheinweib ) hier im Forum. Ich für meinen Teil habe ihre Version etwas modifiziert, an meine Vorgehensweise angepasst und auch erweitert.

Grundüberlegungen:

1. Grundüberlegungen zur Optik :


Normalerweise benutzt man bis zur Vergrößerung 1:1 sogenannte Makroobjektive wie zB das schon ältere, aber sehr gute  Volna 9  2.8 /50mm oder -  wenn es etwas Besseres / Teueres sein darf - das  Tokina ("the Bokina") AT-X 2.5 / 90 mm mit Extender.
Möchte man jedoch mit höheren Vergrößerungen wie 2x - 8x arbeiten , dann werden Fotoobjektive richtig teuer. Als bekannteste Optik ist wohl das Canon MP-E 65mm f/2.8 1-5x  zu nennen. Diese Optik ist sehr gut, aber auch hochpreisig ( so um  € 1000.- ).

Bei extremen Nahaufnahmen aus der alten fotografischen Sicht haben aber alle diese Objektive einen gravierenden Nachteil: Der Abstand des Objektes zur Frontlinse der Optik ist sehr gering, zu gering, um eine optimale Ausleuchtung des Objektes zu realisieren. Beholfen wird sich oft mit sogenannten Ringblitzen, die Objekte wirken im Bild aber meist "flachgeblitzt" . Eine gute Beleuchtung von Außen ist möglich, aber kostspielig.

Was liegt daher für den Lowbudget-Geldbeutel näher als Objektive die Mikroskopobjektive zu verwenden.
Eine Vielzahl niedrig vergrößernder Objektive steht zur Auswahl. Es hat sich gezeigt, dass auch einfache Achromate wie die von LOMO vollkommen ausreichend sind.

eine kleine, subjektive Auswahl : (Zusätzlich ist mein persönlicher Einsatzbereich dieser Objektive am klassischen Balgengerät angegeben )

Carl Zeiss Plan 2,5/0,08  160/-  ( Einsatz 2x-3x am Balgengerät) - das hier zitierte Objektiv wurde inzwischen ausgemustert (22.01.2016)
Carl Zeiss Jena  Semiplan 3,2/o,10 ( Einsatz 3x-5x am Balgengerät)
Carl Zeiss Jena Achromat 6,3/0,16 ( Einsatz 5x-7x am Balgengerät)
Reichert, 10/0.25, 160/- ( Einsatz 8x-12x am Balgengerät)

neu hinzugekommen sind : ( Stand 14.03.2017 )

Nikon E 10 /0.25 160/-   suuuuper
NIKON M Plan, 20/0.4 LWD, 210/0



wichtiger Hinweis :
Die zitierten Objektive werden ohne Okulare verwendet. Nicht exakte Planlagen werden beim Stacking der Teilbilder in der Nachbearbeitung kompensiert. Die zitierten Objektive zeichnen sich auch dadurch aus , dass für mich ein Farbfehler nicht feststellbar ist. Alle von mir zitierten Mikroskopobjektive sind unter €40.- zu bekommen, teilweise sind es richtige Preisbrecher.

2. Grundüberlegungen zum Stativ:

Bei der fotografischen Aufnahmetechnik des Stackens darf es nicht vorkommen, dass ein durch die externe Ausleuchtung auftretender Schatten im Objekt durch die Bewegung des schrittweisen Hebens / Senkens des Objektes seine Lage ändert. Dieses wäre im gestackten Fertigbild als "verschmierte" Stelle deutlich zu erkennen.

Zur Lösung bieten sich 2 Varianten an :

1. Die gesamte Beleuchtung wandert mit der Objektbewegung in gleicher Geschwindigkeit mit. Dieses zu realisieren ist für DIY zu aufwendig.
2. Die Beleuchtung sowie das Objekt bleiben stationär, die Optik wandert.
   In Praxis bedeutet dies, dass man ein Mikroskopstativ braucht, bei dem nicht das Präparat dadurch fokussiert wird, dass der Objekttisch bewegt wird, sondern man braucht ein Mikroskopstativ, bei dem der Objekttisch feststeht und die Fokussierung durch Heben / Senken des Objektives geschieht. Meines Wissens gibt es für diese Variante nur zwei Mikroskopbauer : einige der NachKriegsbauten von CarlZeissJena oder deren Russenklone, besser als LOMO / LOMO (BRESSER ) Biolam bekannt.

Ich habe mich für ein LOMO-Biolam-Stativ in der Feintrieb-Scheibenversion entschieden und bei unserem Forumsmitglied liftboy ( http://mikroskopfreunde-nordhessen.de/ ) ohne Zubehör - bestens überholt / Triebe neu gefettet  - gekauft.


3. Folgende Umbaumaßnahmen wurden durchgeführt:

Demontage des Okulartubus
Demontage des Objekttisches incl der Halterung ( bringt Bewegungsraum )
Demontage des Kondensors incl der Halterung ( bringt Bewegungsraum )
Demontage der beim Umdrehen des Statives sichtbaren Bodenplatte, hinter der sich die Mechanik des Feintriebs in Scheibenversion zeigt.
http://www.mikroskopfreunde-nordhessen.de/dateien/Feintrieb-Scheibe.pdf

Das so gewonnene Reliktstativ wurde wie folgt ergänzt:

Zur Stabilitätsgewinnung wurde eine 8mm Stahlplatte , die auf 4 Gummipuffern ( Baumarkt : "Türstopper" ) aufliegt, mit dem Stativfuss verschraubt. Zwischen Stahlplatte und Stativfuss wurde 4x ein Abstandshalter von ca 1 cm mit verbaut. Letzteres hat den Sinn, dass ich jetzt den Scheibenfeintrieb weiter nach unten herausdrehen kann, als es von LOMO vorgesehen ist. Mittels des Feintriebes könnte ich jetzt eine Stacktiefe von bis zu 8mm in etwa 1/1000er - Schritten machen.

Als Arbeitsfläche habe ich mir aus Profil-Alu eine ca 15 x 15 cm große Fläche geschaffen, die ebenfalls fest mit dem LOMO-Fuss verschraubt ist. Auf diese Fläche ist ein (guter ) Fremdobjekttisch verbaut, der sowohl drehbar ist als auch mittels eines Objektführers in XY-Richtung ein Objekt führen kann. Im Objektführer  wird eine DIY-Objektauflage geführt. Letztere besteht aus 2 Objektträgern in Einfachlage, auf welche mit Silikon ein Alu-blech ( 5mm x 50mm x 100mm ) geklebt ist.

4. Zur Befestigung der DSLR-Kamera sind zwei Varianten vorgesehen:

1. Variante: Verwendung nur eines Objektives

Hierzu wird ein kurzer Fotoaufsatz nach CZJ (?) verwendet. Als DSLR-Ansatz dient ein Mikroskopadapter von IHAGEE (DDR) mit M 42 Anschluss. Der IHAGEE Adapter seinerseits wird mittel M42/ Canon EF - Adapter an meine Canon angeschlossen  ( Canon Eos 500D bzw Eos 5DMark II ) .

2. Variante : Verwendung  eines Objektives und eines Okulares

Hierbei bedarf es den Einbau einer Relaisoptik.  Ich verwende dazu einen (Foto)ansatz von Zeiss ( "Glocke" ), dessen obere Schwalbenschwanzfassung über einen gedrehten Adapterring (silbrig im Bild ) an das Frontgewinde ( 52mm ) der Relaisoptik angeschraubt wird. Als Relaisoptik verwende ich ein Helios 44-6 in Unendlichstellung. Das Okular sitzt in der Glocke und greift in den kurzen Fotoaufsatz nach CZJ.

Fokussiert bei Objektivwechsel wird in beiden Varianten durch minimales Heben / Senken am Fotoansatz bei Kontrolle des Lifeviewbildes am externen Monitor.

5. Beleuchtung :  4x IKEA Jansjö mit umgedrehtem, bodengekapptem Plastiktrinkbecher als Diffusor



Bild 1  : Aufbau bei Verwendung nur eines Objektives



Bild 2 a + b : Aufbau bei Verwendung eines Objektives und eines Okulares



Bild 3 :  Details des Objekttisches




Was hat mich das Unternehmen gekostet ?

Die mikroskopischen Objektive hatte ich - ansonsten etwa € 60-70.-
LOMO-Stativ : etwa € 50.-
Luxus-Objekttisch : € 30.- bei ebay, alternativ : Holzbrett mit aufgeschraubtem Objektführer
Aluprofile : ca € 10.-
Die restlichen Teile wie Glocke oder IHAGEE_Adapter hatte ich ebenfalls. Sie sind aber ständig im Angebot bei ebay.


Auch ja, nicht zu vergessen :
Sicherlich ist Euch aufgefallen, dass das LOMO mit seiner häßlichen Originalfarbe ein neues Farbkleidchen in Schwarz mit weißem Feintriebrad bekommen hat. So passt es besser zu den anderen Schwarzen wie CZ Junior, Ortholux, CZJ NU , ... ;D   Für den kurzen Fototubus hat die Farbe nicht mehr gereicht. Außerdem muss er noch seine Arbeit bei seinen Eltern , beides Lomo, verrichten.  ;)

« Letzte Änderung: Mai 02, 2017, 15:16:15 Nachmittag von knipser009 »
Viele Grüße aus dem SaarPfalzKreis

Wolfgang
gerne per "Du"

Peter V.

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Re: LowBudged - Mikrofotografie - eine DIY - Anleitung
« Antwort #1 am: Januar 13, 2015, 08:06:14 Vormittag »
Hallo Wolfgang,

vielen Dank für diese schöne Darstellung. Eine kleine Ergänzung:

Zitat
Meines Wissens gibt es für diese Variante nur zwei Mikroskopbauer : einige der NachKriegsbauten von CarlZeissJena oder deren Russenklone, besser als LOMO / LOMO Biolam bekannt.


Auch die Ikone des Mikroskops schlechthin, das schwarze Standard GF(L) sowie das Wild M20 haben diese Mechanismus. Allerdings sind diese Stative deutlich teurer als als das Lomo (oder Bresser) Biolam.

Herzliche Grüße
Peter
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reblaus

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Re: LowBudged - Mikrofotografie - eine DIY - Anleitung
« Antwort #2 am: Januar 13, 2015, 09:09:33 Vormittag »
Hallo  -

leider steht beim Zeiss (W) GFL der Tisch nur still, wenn man den Hals durch den Grobtrieb bewegt. Der Feintrieb bewegt aber den Tisch (2 mm) Hub.

Viele Grüße

Rolf
 

Peter V.

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Re: LowBudged - Mikrofotografie - eine DIY - Anleitung
« Antwort #3 am: Januar 13, 2015, 09:18:13 Vormittag »
Lieber Rolf,

Zitat
Hallo  -

leider steht beim Zeiss (W) GFL der Tisch nur still, wenn man den Hals durch den Grobtrieb bewegt. Der Feintrieb bewegt aber den Tisch (2 mm) Hub.

Viele Grüße

Rolf
 

uuuups!  :-X  :o Nicht zu Ende gedacht........ :-\ Du hast natürlich recht! Da muss ich doch mal schauen, wie das beim Wild aussieht - vermutlich ähnlich.

Herzliche Grüße
Peter
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wilfried48

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Re: LowBudged - Mikrofotografie - eine DIY - Anleitung
« Antwort #4 am: Januar 13, 2015, 18:57:50 Nachmittag »
...
Was liegt daher für den Lowbudget-Geldbeutel näher als Objektive die Mikroskopobjektive zu verwenden.
Eine Vielzahl niedrig vergrößernder Objektive steht zur Auswahl. Es hat sich gezeigt, dass auch einfache Achromate wie die von LOMO vollkommen ausreichend sind.

eine kleine, subjektive Auswahl : (Zusätzlich ist mein persönlicher Einsatzbereich dieser Objektive am klassischen Balgengerät angegeben )

Carl Zeiss Plan 2,5/0,08  160/-  ( Einsatz 2x-3x am Balgengerät)
Carl Zeiss Jena  Semiplan 3,2/o,10 ( Einsatz 3x-5x am Balgengerät)
Carl Zeiss Jena Achromat 6,3/0,16 ( Einsatz 5x-7x am Balgengerät)
Reichert, 10/0.25, 160/- ( Einsatz 8x-12x am Balgengerät)

wichtiger Hinweis :
Die zitierten Objektive werden ohne Okulare verwendet. Nicht exakte Planlagen werden beim Stacking der Teilbilder in der Nachbearbeitung kompensiert. Die zitierten Objektive zeichnen sich auch dadurch aus , dass für mich ein Farbfehler nicht feststellbar ist. Alle von mir zitierten Mikroskopobjektive sind unter €40.- zu bekommen, teilweise sind es richtige Preisbrecher.
....

Hallo Wolfgang,

also zumindest das Zeiss Plan 2,5x0,08 hat wegen seiner zusätzlich hineingerechneten CVD sogar sehr viel Farbfehler.
Zeiss West hat in die schwächer vergrössernden Objektive deshalb zusätzlich CVD  hineingerechnet, damit man mit einem Kompensationsokular alle Vergrösserungen kompensieren konnte daher sind sie am Balgen (ohne Kompensationsokular) sogar verstärkt CVD behaftet.
Zeiss Jena dagegen hat ja die schwachen Achromate ohne Kompensation gerechnet (und man sollte sie daher mit nichtkompensierenden Okularen verwenden) und nur die höherkorrigiertens Apo, Plan und die starken Vergrösserungen sind für die Kompensationsokulare gerechnet. Und Lomo hat zumindest Zeiss Jena Vorkrieg kopiert. Deshalb sind die einfachen Achromate mit niedriger Vergrösserung von Zeiss Jena und Lomo auch am Balgen nahezu ohne CVD.
Das ist das ganze Geheimnis, warum es Heike schafft auch mit ihrer einfachen Ausrüstung sehr gute CVD freie Stacks zu erhalten.
Die Objektive von Heike Lomo 2,5x, Zeiss Jena 3,2x, Lomo 4,7x, Zeiss Jena 6,3x, und Lomo 9x fallen genau in diese nahezu CVD freie Objektivklasse,
die ohne Kompensationsokulare verwendet werden sollen und daher am Balgen ohne Okular eine gute Figur machen.
Aber für alle höher vergrössernden oder höher korrigierten Objektive Plan, Apo und Planapo gilt das nicht, es sei denn sie sind voll auskorrigiert so wie z.B. die teuren Nikon Mplan oder die Zeiss Luminare oder Leitz Photare.
Beim Reichert 10x/0.25 weiss ich es nicht aber ich habe es glaube ich in meinen Schubladen und werde es heute abend mal austesten.
Ich hab mir auch mal die Lomo Plan 3,5x und Lomo Plan 9x besorgt und festgestellt, dass auch diese am Balgen mit der Canon 600 D plan und nahezu CVD frei bis zum Bildrand sind. Offensichtlich hat Lomo auch diese Objektive noch für nichtkompensierende Okulare gerechnet. Das wären dann wirklich die Luminare es kleinen Geldbeutels.
Ich werde mit dem Zeiss Auflösungstestgitter demnächst mal testen, ob dies auch in der Auflösung im Vergleich zu den Luminaren gilt.

viele Grüsse
Wilfried

« Letzte Änderung: Januar 14, 2015, 05:08:39 Vormittag von wilfried48 »
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung ca. 100 Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

plaenerdd

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Re: LowBudged - Mikrofotografie - eine DIY - Anleitung
« Antwort #5 am: Januar 13, 2015, 21:24:17 Nachmittag »
Hallo,
kann mir mal jemand "DIY" ausschreiben oder übersetzten ???
Danke im Voraus
Gerd
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: Olympus VANOX mit DIC, Ph, DF und BF; etliche Zeiss-Jena-Geräte,
Auflicht: CZJ "VERTIVAL", Stemi: MBS-10, CZJ "TECHNIVAL";
Inverses: Willovert mit Ph

Jürgen Boschert

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Re: LowBudged - Mikrofotografie - eine DIY - Anleitung
« Antwort #6 am: Januar 13, 2015, 21:27:02 Nachmittag »
Hallo Gerd,

dasist heute gemeinhin die Abkürzung für:

"Do it yourself"

Gruß !

JB
Beste Grüße !

JB

plaenerdd

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Re: LowBudged - Mikrofotografie - eine DIY - Anleitung
« Antwort #7 am: Januar 13, 2015, 21:52:52 Nachmittag »
Danke! Jetzt wird Licht! Ich habe beim googeln im Forum das in so vielen verschiedenen Zusammenhängen gefunden, aber nie erklärt bekommen, aber es stimmt schon: Da wurde immer etwas selbst gebaut.
Erleutete Grüße
Gerd
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: Olympus VANOX mit DIC, Ph, DF und BF; etliche Zeiss-Jena-Geräte,
Auflicht: CZJ "VERTIVAL", Stemi: MBS-10, CZJ "TECHNIVAL";
Inverses: Willovert mit Ph

Michael

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Re: LowBudged - Mikrofotografie - eine DIY - Anleitung
« Antwort #8 am: Januar 14, 2015, 08:53:11 Vormittag »
Hallo,

ich habe von Mikrofotographie zwar keine große Ahnung, frage mich aber, ob die angeführten Bedingungen nicht durch nahezu jede (gute) Stereolupe erfüllt werden:
- Objekt fest, zum Fokussieren bewegt sich die Optik
- gute, aufeinander abgestimmte Objektive und Okulare
- Vergrößerung 1x ... ca. 60x
- meist gute Auflicht- und Durchlichtbeleuchtung

Spricht etwas dagegen, die Kamera direkt an ein Stereomikroskop zu adaptieren?

Grüße

Michael Müller
Gerne per Du

Peter V.

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Re: LowBudged - Mikrofotografie - eine DIY - Anleitung
« Antwort #9 am: Januar 14, 2015, 09:24:56 Vormittag »
Hallo,

Hallo,
kann mir mal jemand "DIY" ausschreiben oder übersetzten ???
Danke im Voraus
Gerd

Ja, Google kann das!  ;)

https://www.google.de/?gws_rd=ssl#q=DIY

@ Michael:

Zitat
Spricht etwas dagegen, die Kamera direkt an ein Stereomikroskop zu adaptieren?

Ja, eindeutig! Ohne jetzt näher darauf eingehen zu wollen (dazu gibt es unzählige Berichte hier im Fourm): Stereomikroskope sind absolut unggeignet für hochwertige Mikrofotos.

In diesem Thread findest Du einige Informationen dazu. U.a. Zitat "Mikroman":

Zitat
Hallo,

mal abgesehen davon, dass es richtiger "Schärfentiefe" (statt "Tiefenschärfe" heißt Zwinkernd - die Irisblende reduziert die numerische Apertur, vermindert also das (normalerweise bei Stereomikroskopen eher geringe) Auflösungsvermögen. Beim Stacking ist indes zu berücksichtigen, dass beim Durchfokussieren wegen der Schräge des Strahlenganges Bildversatz auftritt und nicht alle Stackingprogramme dieses kompensieren können. Letztlich ist das Fotografieren beim Stereomikroskop zwangsläufig ein Notbehelf (im Highendbereich gibt es allerdings technische Lösungen für einen geraden Strahlengang beim Fotografieren). Hier stellt sich eben die Frage, was wichtiger ist: die Beobachtung oder das Erstellen professioneller Makro-/Mikrofotos. Für den letzten Fall nimmt man dann entweder ein Fotomakroskop oder setzt auf eine Kombination von DSLR+Balgengerät+Mikroobjektiv.

Gruss
Peter

Herzliche Grüße
Peter
« Letzte Änderung: Januar 14, 2015, 09:29:18 Vormittag von Peter V. »
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HujaWianki

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Re: LowBudged - Mikrofotografie - eine DIY - Anleitung
« Antwort #10 am: Januar 17, 2015, 10:10:31 Vormittag »
Hallo Wolfgang,

könntest Du mir bitte etwas mehr zum Punt 4.2 sagen
(Befestigung der DSLR-Kamera mit der Verwendung  eines Objektives und eines Okulares )?

Wenn ich für die CANON EOS 6D das CANON EF 40mm (Filterdurchmesser 52mm) als Relaisoptik nehmen würde, dann könnte ich Deine Lösung 1:1 übernehmen.

Was für eine Rolle spielt die Sensorgröße ( Vollformat bzw. Crop 1.6 )?
Was muss ich beachten/anpassen, wenn ich Vollformat verwenden möchte?

BTW, wo kann man so einen gedrehten Adapterring mit Frontgewinde 52mm bekommen?

Danke und Gruß,
Wianki

Adalbert

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Re: LowBudged - Mikrofotografie - eine DIY - Anleitung
« Antwort #11 am: Januar 23, 2015, 12:34:19 Nachmittag »
Lieber Wolfgang,

mein Kompliment für die hervorragende Anleitung!

Ich bin neu hier aber habe mich bereits vorgestellt und erste Frage gestellt:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=22063.0

Mich würde interessieren, wie viel Raum (in mm) die Feintrieb-Scheibe in dem originalen Zustand hat.
Wenn ich mich nicht irre, Du hast die Bodenplatte aus dem Stativ entfernt nur um den Spielraum bis auf 8mm zu vergrößern.
Falls ich das Vorgehen mit dem Stacking richtig interpretiere, könntest Du jetzt ein Objekt mit dem Durchmesser von bis zu 8mm scharf abbilden.
Angenommen, dass die Schärfentiefe 1mm beträgt, würdest Du 8 Fotos erstellen (den Focus jeweils um 1mm verschieben) und dann anschließend zusammenfügen.  Auf diese Art und Weise hättest Du das ganze Objekt (mit dem Durchmesser von 8mm) scharf abgebildet.
Wenn ich aber kleinere Objekte (als 8mm) fotografieren möchte, dann hätte es vielleicht mit einem nicht modifizierten LOMO gelingen können.

Ich habe kein LOMO und möchte Dich fragen, ob es möglich wäre bei einem anderen Mikroskop die Beleuchtung an den Mikroskoptisch zu befestigen. Heutzutage gib es so ganz kleine LED-Lämpchen. Falls das nicht funktioniert, dann werde ich mich nach einem LOMO umschauen und mein altes Mikroskop im Keller lassen.

Zu dem Punkt: „Befestigung der DSLR-Kamera mit der Verwendung  eines Objektives und eines Okulares” hätte ich auch eine Frage.
Gibt es zur dieser Lösung vielleicht eine Skizze mit Abmessungen, wo sich welche Elemente befinden? Falls nicht, dann zeichne ich selbst eine und dann würde ich Dich und die anderen Profis um Korrektur bitten. Dürfte ich dafür als Beispiel eines von Deinen Fotos verwenden?

Sorry für die naiven Fragen aber ich bin ein Anfänger in diesem Bereich.

Liebe Grüße,
Adi

Creep

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Re: LowBudged - Mikrofotografie - eine DIY - Anleitung
« Antwort #12 am: Januar 23, 2015, 13:17:57 Nachmittag »
Hallo,

als Ergänzung zu diesem sehr nützlichen Bastelvorschlag möchte ich noch auf ein anderes tolles Projekt hinweisen, das ich gerade vorgestern im Web entdeckt habe. Es basiert auch auf einem Lomo Mikroskop und setzt Schrittmotoren ein, um automatisch Mosaikaufnahmen größerer Objekte durchzuführen. Ich denke (hoffe), daß man es auch noch abwandeln kann, um per Schrittmotor den Feintrieb zu steuern und so sehr gleichmäßig verschiedene Schärfeebenen zum Stacken aufzunehmen. Das war mein eigentliches Vorhaben, und beim Suchen danach bin ich auf diese Stitch Witch gestoßen.

Jedenfalls habe ich mir schnell einen RasPi, Schrittmotoren und Zubehör geordert und bin seit gestern daran, daraus mein eigenes Bastelprojekt zu starten! Vielleicht verläuft es im Sand, sonst werde ich es hier auch vorstellen.

Gruß, Rene


Lomo Biolam, ROW Kleinmikroskop C

Wutsdorff Peter

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Re: LowBudged - Mikrofotografie - eine DIY - Anleitung
« Antwort #13 am: Januar 23, 2015, 16:14:43 Nachmittag »
Guten Abend in die Runde,
ich hatte schon alles fertig und wollte noch einen Schreibfehler beseitigen. Dann wurde alles gelöscht!
Also noch Mal: Mit der  MES-methode (Mach Es Selbst) habe ich mir ein entsprechendes Mikroskop mit einem 1x-Obj. v. CZJ gebaut.
Hier das Bild zum Betrachten mit einem Bino. Durch Wegnahme des Bino und Anschluß einer Kamera kann ich auch fotografieren.
Ich komme auf die gleichen Vergr. wie hier beschrieben.



Ich gebe zu, daß hier eine entsprechende Werkstatt  notwendig war. Aber ich meine das Prinzip. Durch Zwischenschalten von einer oder mehreren RMS-Verlängerungen kann ich die Vergrößerung variieren.
Inzwischen habe ich die schöne Stereo-Olympia heimgeführt und schon schöne Abende mit ihr verlebt!

Grüße vom Maschinenbauer Peter aus Lorsch

knipser009

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Re: LowBudged - Mikrofotografie - eine DIY - Anleitung
« Antwort #14 am: Januar 23, 2015, 22:38:17 Nachmittag »
hallo Adi

Mich würde interessieren, wie viel Raum (in mm) die Feintrieb-Scheibe in dem originalen Zustand hat.
2-3mm müßte ich nachmessen

Wenn ich mich nicht irre, Du hast die Bodenplatte aus dem Stativ entfernt nur um den Spielraum bis auf 8mm zu vergrößern.
Falls ich das Vorgehen mit dem Stacking richtig interpretiere, könntest Du jetzt ein Objekt mit dem Durchmesser von bis zu 8mm scharf abbilden.
richtig, zusätzlich - wenn Du im Bild des umgebauten LOMOs genau hinschaust - das Lomo steht gegenüber der neuen Bodenplatte noch auf Stelzen.

Angenommen, dass die Schärfentiefe 1mm beträgt, würdest Du 8 Fotos erstellen (den Focus jeweils um 1mm verschieben) und dann anschließend zusammenfügen.  Auf diese Art und Weise hättest Du das ganze Objekt (mit dem Durchmesser von 8mm) scharf abgebildet.
richtig

Wenn ich aber kleinere Objekte (als 8mm) fotografieren möchte, dann hätte es vielleicht mit einem nicht modifizierten LOMO gelingen können.
unter der Annahme, dass wir uns über Mikrobilder unterhalten, wie zB das heute von Heike gezeigte "Laussortiment"  : falsch
Begründung: Bei solchen "Lausbildern", oä, wird zb jeweils mit so um die 100 (und mehr) Stackschritten aufgenommen. Deshalb ja auch die Verwendung des geänderten Mikroskopfeintriebes. Ein Skalenstrich am LOMO-Feintrieb bewirkt eine Lageveränderung so um die 1/1000mm. Ich weis, dass Heike je nach Objekt nach jeder Lageveränderung um 1-2 Skalenstrichen ein Foto macht und die dann verrechnet. Wenn mein DIY-LOMO jetzt 8 mm Hub bewältigen kann, dann könnte ich theoretisch mit 8000 Aufnahmen ein Objekt mit 8 mm Tiefe erfassen. Da ich für meine Bilder meist 2-3 Versuche mache, um dann festzustellen, dass die fertigen Stackbilder immer noch  "Murkx" sind, kaufe ich mir für jedes Bild schon mal auf Vorrat eine neue Canon EOS 5MarkIII,  ... ;D ;D ;D


Ich habe kein LOMO und möchte Dich fragen, ob es möglich wäre bei einem anderen Mikroskop die Beleuchtung an den Mikroskoptisch zu befestigen.
Geht bestimmt. Aber da ich mit 3-4 Jansjös gleichzeitig beleuchte, wird das insgesamt für den Mikroskoptisch zu schwer und es fehlt vor allem der Platz zur Justage der Schwanenhälse.

Heutzutage gib es so ganz kleine LED-Lämpchen.
Gibt es, richtig. Aber es wird ja nicht (nur) beleuchtet, sondern um das Objekt wird auch noch z.B. ein gekappter Plastiktrinkbecher  als Diffusor gestellt und jetzt wird richtig eng mit irgentwelchen LED-Minis

Falls das nicht funktioniert, dann werde ich mich nach einem LOMO umschauen und mein altes Mikroskop im Keller lassen.
falsch : gehört nicht in den Keller - insbesondere wegen der Bildung von Glaspilz an den Optiken durch Lichtmangel im Kombination mit Feuchtigkeit

Zu dem Punkt: „Befestigung der DSLR-Kamera mit der Verwendung  eines Objektives und eines Okulares” hätte ich auch eine Frage.
Gibt es zur dieser Lösung vielleicht eine Skizze mit Abmessungen, wo sich welche Elemente befinden?
Gibt es nicht, aber das Bild ist eigentlich selbsterklärend :  Senkrechttubus, Glocke sind Standard, ebenso das von mir verwendete Helios(Foto)Objektiv:  Einzig der silberne Adapter zwischen Glocke und Helios ist ein angefertigtes Drehteil - der sichtbare Teil ist 4mm . Auf der einen Seite ein Gewinde zum 52mm Filteranschlussgewinde des Helios und auf der anderen Seite eine Schwalbenfassung, welche in ihr Gegenstück in der Glocke eingreift. Das Okular wird bei den Glocken einfach eingesteckt und greift in den vorhandenen Tubus ein. Die Glocke umschließt sozusagen Tubusöffung und Okular und erlaubt in begrenzter Strecke eine Höhenjustage des Helios, ohne die Lage des Okulars zu verändern ( Scharfstellen durch Heben und Senken der Glocke )

Falls nicht, dann zeichne ich selbst eine und dann würde ich Dich und die anderen Profis um Korrektur bitten. Dürfte ich dafür als Beispiel eines von Deinen Fotos verwenden?
Ja
Viele Grüße aus dem SaarPfalzKreis

Wolfgang
gerne per "Du"