Autor Thema: Eigenfluoreszenz von Holz  (Gelesen 4226 mal)

d65

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Eigenfluoreszenz von Holz
« am: Oktober 21, 2015, 17:26:03 Nachmittag »
Angeregt durch die schönen Farnsporangien im amerikanischen Forum, die hier neulich verlinkt wurden, habe ich versucht herauszufinden, welche anderen Präparate möglicherweise schöne Primärfluoreszenz zeigen könnten. Bei Max Haitinger ("Fluorescenz-Mikroskopie, Ihre Anwendung in der Histologie und Chemie", 1938, bin ich fündig geworden: Holz.

Also habe ich im Garten mal ein Gartenjasmin- und ein Hartriegel-Ästchen abgeschnitten, mit der Rasierklinge zerteilt und dann Stückchen aufrecht unter ein Fluoreszenz-Stereomikroskop (Leica M205 FA) gestellt. Was soll ich sagen: Es fluoresziert. In blau, grün und rot, unten sind die drei Kanäle übereinandergelegt. Hier also einige erste Versuche.

Zuerst der Gartenjasmin


Zum Vergleich die Hellfeld-Aufnahme (Auflicht)



Hier der Hartriegel


und wieder die Hellfeldaufnahme dazu:


Der Gartenjasmin hat etwa 4,5 mm Durchmesser, der linke Ast im Hartriegel etwa 1,8 mm.

Wenn jemand noch weitere Vorschläge zu Objekten mit Primärfluoreszenz hat (neben Farnsporangien und Holz) oder schöne Beispiele für Holz oder Farne hat, die gut funktionieren, würde ich mich freuen davon zu lesen.

Steffen

Rolf-Dieter Müller

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Re: Eigenfluoreszenz von Holz
« Antwort #1 am: Oktober 21, 2015, 20:07:19 Nachmittag »
... Wenn jemand noch weitere Vorschläge zu Objekten mit Primärfluoreszenz hat ...

Hallo Steffen,

was auch sehr gut geht ist

- Schöllkraut,
- Berberitze.

Viele Grüße
Rolf-Dieter Müller

Heiko

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Re: Eigenfluoreszenz von Holz
« Antwort #2 am: Oktober 21, 2015, 20:15:40 Nachmittag »
Hallo Steffen,

hoffentlich vergrault der Titel die Mineralogen nicht – die haben nämlich bestimmt Vorschläge …

Viele Grüße,
Heiko

d65

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Re: Eigenfluoreszenz von Holz
« Antwort #3 am: Oktober 22, 2015, 00:01:52 Vormittag »
was auch sehr gut geht ist

- Schöllkraut,
- Berberitze.

Hallo Rolf-Dieter,

danke, Schöllkraut werde ich probieren, vielleicht finde ich im Garten noch Restbestände. Bei der Berberitze muss ich im nächsten Jahr erst mal Ausschau halten, wo ich eine finde. Wenn sie im Frühsommer blühen ist es wahrscheinlich leichter. Haitinger schreibt, dass auch Mahonien gut gehen. Beim nächsten Spaziergang an Vorgärten vorbei werde ich eine Gartenschere mitnehmen  ;D

Gruß

Steffen

plaenerdd

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Re: Eigenfluoreszenz von Holz
« Antwort #4 am: Oktober 22, 2015, 12:06:40 Nachmittag »
Hallo Steffen,
was ist denn im Frühjahr leichter? Flouresziert sie da besser oder geht es um 's Erkennen? Bei uns in der Familie heißt der Strauch "Tick-Tack-Strauch", weil die kleinen roten Früchte an Tick-Tack-Nascherei erinnern. Somit ist er im Herbst eigentlich bestens zu kennen. Hier ein Bild.
Beste Grüße
Gerd
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: Olympus VANOX mit DIC, Ph, DF und BF; etliche Zeiss-Jena-Geräte,
Auflicht: CZJ "VERTIVAL", Stemi: MBS-10, CZJ SMXX;
Inverses: Willovert mit Ph

Rawfoto

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Re: Eigenfluoreszenz von Holz
« Antwort #5 am: Oktober 23, 2015, 08:42:01 Vormittag »
Guten Morgen

Rosskastanie ist ein weiterer Kandidat ...

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Klaus Herrmann

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Re: Eigenfluoreszenz von Holz
« Antwort #6 am: Oktober 23, 2015, 11:34:02 Vormittag »
Hallo Steffen,

also überall wo Zellulose drin ist wirst du Fluoreszenz bekommen. Farbenvielfalt kommt dann noch durch fluoreszierende Inhaltsstoffe.

Du hast ja ein "ordentliches" Stemi eingesetzt ;) mich wundert, dass du so unscharf bist. Liegt das an der Kameraadaption?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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d65

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Re: Eigenfluoreszenz von Holz
« Antwort #7 am: Oktober 23, 2015, 15:46:41 Nachmittag »
Hallo Steffen,
was ist denn im Frühjahr leichter? Flouresziert sie da besser oder geht es um 's Erkennen? Bei uns in der Familie heißt der Strauch "Tick-Tack-Strauch", weil die kleinen roten Früchte an Tick-Tack-Nascherei erinnern.

Erwischt. Ich habe an die Blüten gedacht, die dann leichter zu erkennen sind. Früchte hatte ich nicht auf dem Schirm. Aber Du hast natürlich recht. Ich werde beim nächsten Spaziergang mal drauf achten, vielleicht habe ich Glück. Bisher ist mir kein Standort hier in der Gegend bekannt.

Du hast ja ein "ordentliches" Stemi eingesetzt ;) mich wundert, dass du so unscharf bist. Liegt das an der Kameraadaption?

Ja, das ist in der Tat ein schönes Gerät, macht Spaß damit zu arbeiten. Was die Unschärfe angeht bin ich mir nicht sicher, danke jedenfalls für den Hinweis. Das Gerät ist neu im Institut, ich mache gerade meine ersten Gehversuche um die Bedienung kennen zu lernen und dazu kommen mir diese Präparate gerade recht: Das Notwendige mit dem Schönen verbindend. Die Kameraadaption sollte eigentlich ok sein (vom Hersteller aufgebaut). Beim Hellfeldbild finde ich die Schärfe besser, vielleicht vibriert da irgend was, was sich dann bei den längeren Fluoreszenzbelichtungszeiten auswirkt. Ein Teil mag auch an meinem ungeübten Schnitt mit der Rasierklinge liegen, der womöglich einiges zermatscht hat. Aber ich werde bei Gelegenheit mal ein paar Testpräparate drunter legen und schauen was bei denen rauskommt, um das weiter zu untersuchen.

Danke an alle, die weitere Vorschläge für Primärfluoreszenzpräparate gemacht haben. Ich werde das alles so bald wie möglich ausprobieren.

Gruß

Steffen