Noch'n Rätsel ( Phako ) - dieses Mal ohne Preis!

Begonnen von Peter V., Juli 04, 2009, 12:13:20 NACHMITTAGS

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Volker V.

#15
Hallo  Peter,

auch auf die Gefahr hin, dass ich mich in die Nesseln setze.

Zitat...man wird aber jeweils in Tests in Grenzbereichen immer...

Warum in die Nesseln setzen?
Nun...

  • Ich bin ein absoluter "Newbie" im Mikroskopie-Bereich.
  • Auch setze ich Techniken ein, die gut und gerne 50 Jahre alt ist.

Doch bei Ihren Beispielen bin ich mir unsicher, ob dort Objektive im "Grenzbereich" getestet wurden.
Das, was ich mir bezüglich der Leistungsfähigkeit von Objektiven angelesen habe, dreht sich meist um das Thema "Auflösungsvermögen".

Angeregt durch Ihren Thread habe ich es mit den Objektiven versucht, die mir zur Verfügung stehen.

Testobjet: Streupräparat von Pleurosigma angulatum (angefertigt von Ralf Nötzel)
Objetive:

  • Achromat 40/0,65 0,17 - Carl Zeiss Jena (Abgleichlänge 33mm), unvergütet
  • Achromat 40/0,65 0,17 Ph - Carl Zeiss Jena (Abgleichlänge 33mm), unvergütet(?)
  • Apochromat 40/0,95 0,12-0,20 - Carl Zeiss Jena (Abgleichlänge 33mm), unvergütet
Stativ: Carl Zeiss Jena Lu
Kamera: Canon EOS 400D, mit vorgeschaltetem Projetkiv K3,2
Bilder verkleinert, ansonsten nicht nachbearbeitet.

Hier nun die Übersichtsaufnahmen

(Achromat 40/0,65)


(Achromat 40/0,65 Ph)


(Apochromat 40/0,95)

Folgende jeweils ein Ausschnitt aus den oben gezeigten Bildern

(Achromat 40/0,65)


(Achromat 40/0,65 Ph)


(Apochromat 40/0,95)

Da ich noch nicht über "schöne bunte" Vorlagen (gefärbte Schnitte oder ähnliches verfüge),
folgend noch jeweils eine Aufnahme eines Fertigpräparats von "microthek, Reihe 65, Lebensgemeinschaft Heide, 1545 Bärlapp...


(Achromat 40/0,65)


(Achromat 40/0,65 Ph)


(Apochromat 40/0,95)

Nun, was will ich zum Ausdruck bringen: Gehe ich an die Grenze der Leistungsfähigkeit der mir zur Verfügung stehenden Objektive, dann meine ich zu erkennen, das die Feinstruktur des Testobjekts von den Achromaten annähernd gleich gut (gleich schlecht) aufgelöst wird. Ich kann keinen signifikanten Unterschied erkennen. Bemerkt habe ich bei den Testaufnahmen, das es nur einen ganz dünnen Grat zwischen "gelungenem und nicht gelungenem" Foto im Grenzbereich gibt. Je nach dem, ob ich die Beleuchtung/den Fokus gewissenhaft eingestellt habe oder nicht.
Die Schlussfolgerung für mich kann nun aber auch lauten, das mein Achromat so schlecht ist, das er dem "ohnehin im Hellfeld schlechten Ph-Objektiv" ebenbürtig ist. Aber das meine ich ausschließen zu können.

Ob ein Bild nun Brilliant, Flau oder sonstwie geartet ist.... Ich denke, da fehlt mir der Vergleich zu modernen Objektiven. Aber - um bei dem Vergleich bei den Reifen zu bleiben - da ist es vielleicht so, dass es Reifen gibt, die Lauter abrollen als andere. Entscheident ist aber die Haftung.

Ich hoffe mit diesem Beitrag nicht völlig das Thema verfehlt zu haben.

Beste Grüsse,

Volker

Peter V.

#16
ZitatHallo Peter),

auch auf die Gefahr hin, dass ich mich in die Nesseln setze.

Hallo Volker,

hier setzt sich niemand in die Nesseln! Wir sind doch kein "Leica-Forum"  ;D ( Entschuldigung an alle (Foto-)Leicaner für diesen kleinen Seitenhieb )

Also, Einbildung ja auch eine Bildung, aber ich bilde mir, einen ( wenn auch wirklich nur marginalen ) Unterschied zwischen Achromat und Ph-Achromat zu Gunsten des Achromaten zu erkennen. Aber das mag auch - da bin ich ganz ehrlich - meiner leichten Voreingenommenheit geschuldet sein.
Der Apochromat schlägt sich schon deutlich besser, insbesodere bei der Pleurosigma ( ist aber auch zu erwarten ).


Hrzliche Grüße
Peter







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d65

Hallo Volker,

kann es sein, dass bei den Pleurosigma-Aufnahmen die Aperturblende (teilweise) zugezogen war? Ich benutze Pleurosigma im Studentenkurs, um den Unterschied von Auflösung und Kontrast deutlich zu machen: Bei einem 0.65 NA-40x-Objektiv, wie es in den Kursmikroskopen drin ist, lässt sich die Feinstruktur von Pleurosigma bei geköhlertem Kondensor mit offener Aperturblende in diesen Kursmikroskopen noch auflösen. Bei zugezogener Blende wird zwar der Kontrast stärker, aber die Feinstruktur verschwindet. Und auch wenn es schon wieder eine Weile her ist seit dem letzten Kurs, ich meine mich zu erinnern, dass die Auflösung bei offener Blende eher dem entspricht, was ich hier auf dem Bild mit der 0,95er NA sehe.

Schöne Grüße

Steffen

Volker V.

Hallo Steffen,

nein, die Aperturblende war dem Objektiv entsprechend maximal geöffnet.
Aber bitte bedenke, das es sich bei meinen Objektiven um "Oldtimer" handelt.
Also wie oben beschrieben, ohne Vergütung und geschätzt mehr als 50 Jahre alt.
Ich hege den dumpfen Verdacht, das sich bei solch alten Optiken, eine Art "Nebel" auf manchen unvergüteten(!) Glasoberflächen niederschlägt (Abhängig vielleicht von der Glassorte).
Ich hatte es ganz deutlich bemerkt, als ich eine Leitz Stereolupe zerlegte und die Prismen reinigte.
Der Unterschied zwischen vorher und nachher war enorm.
(Den Effekt des Nebels auf der Glasoberfläche (es gibt dafür auch einen Fachbegriff, habe den aber vergessen) sieht man auch ganz deutlich auf alten Glasdiarahmen)
Weiterhin sehe ich beim Durchblick durch die Okulare mehr Details als auf den Fotos. Meine Kameraadaption ist also nicht optimal.
Doch was ich in meinem ersten Beitrag eigentlich zum Ausdruck bringen wollte war, dass - wenn die Leistungsfähigkeit (oder Unfähigkeit) von Objektiven durch Vergleichsfotos untermauert werden soll, dann wäre es doch am besten, das man mit den Fotos auch an die Leistungsgrenze der Objketive herangeht. So meine ich zumindest.
Sonst ist es nachehr so wie in vielen Fotoforen, in denen über die Leistungsfähigkeit von Kameraobjektiven gestritten wird und das anhand von (vielleicht) Landschaftsaufnahmen oder ähnlich, für diesen Zweck, "nicht ganz optimalen" Motiven.

Herzliche Grüße

Volker