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Sonntagsrätsel

Begonnen von Dünnschliffbohrer, November 22, 2015, 14:49:40 NACHMITTAGS

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Dünnschliffbohrer

Hier ein kleines, aber wahrscheinlich etwas schwierigeres Rätsel zum Sonntag. Weiss jemand, was das hier ist:


Riesenchromosomen, Newton-Ringe oder sonst was?
Es wurde mit einem 4X Objektiv aufgenommen.

Viel Spass beim "Rätseln" und ein schönes Restwochenende.
"Und Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; und er schuf um ihn Laubmoose und Lebermoose und Flechten und ein Mikroskop!"
[aus: Kleeberg, Bernhard (2005): Theophysis, Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen,  S. 90]

the_playstation

Hallo.
Etwas Abgeschabtes? Käseraspeln, ...?
Liebe Grüße Jorrit.
Die Realität wird bestimmt durch den Betrachter.

Dünnschliffbohrer

Nein, zum Abschaben war es viel zu hart.
"Und Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; und er schuf um ihn Laubmoose und Lebermoose und Flechten und ein Mikroskop!"
[aus: Kleeberg, Bernhard (2005): Theophysis, Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen,  S. 90]

Jürgen Boschert

Hallo,

vielleicht Auflichtaufnahme einer polierten Steinplatte / Arbeitsplatte / Schneidbrett ?

Gruß !

JB
Beste Grüße !

JB

Dünnschliffbohrer

#4
Kommt der Sache schon etwas näher, aber kein Auflicht, ganz normales Hellfeld. Aber was sind das für gebänderte oder geringelte Dinger in dem Präparat?


Hab mich übrigens beim Objektiv vertan, es war mit dem 10er gemacht worden.
"Und Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; und er schuf um ihn Laubmoose und Lebermoose und Flechten und ein Mikroskop!"
[aus: Kleeberg, Bernhard (2005): Theophysis, Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen,  S. 90]

the_playstation

Hallo.
Wenn es Auflicht wäre würde ich auf Metallspäne tippen.
Liebe Grüße Jorrit.
Die Realität wird bestimmt durch den Betrachter.

Carsten Wieczorrek

Für's grobe : GSZ 1
Zum Durchsehen : Amplival Hellfeld, Dunkelfeld, INKO, Phasenkontrast
Zum Draufsehen : Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Polarisieren : Amplival Pol u Auf-/Durchlicht
Für psychedelische Farben : Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : Epival Interphako

beamish

oder fossile Tracheen, etwa wie hier: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=11747.0
(runterscrollen bis "Leitbündel")

Grüße
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Dünnschliffbohrer

ZitatWenn es Auflicht wäre würde ich auf Metallspäne tippen.
Es ist Durchlicht und kein Streupräparat oder dergleichen, sondern aus einem dichten Kompakten Stück bestehend, ohne Porositäten.

ZitatSeelilienstiele?
Nein, die hätten eine Stereomhttps://en.wikipedia.org/wiki/Stereom-Struktur. Aber die langen Dinger in dem Präparat sind wahrscheinlich von marinen Organismen. (((Wie fügt man hier eigentlich einen Verweis so ein, dass er als klickbarer "Hyperlink" erscheint? Mit der Schaltfläche funktioniert das irgendwie nicht richtig.)))

Zitatoder fossile Tracheen, etwa wie hier:
Zeitlich schon sehr gut getroffen, es ist in der Tat aus dem Karbon oder Unterperm, aber die Ringelung, die ist mit Sicherheit anorganischen Urspunges. (M.W. sollten die Karbonpflanzen auch allesamt Tracheiden, und noch keine Tracheen gehabt haben.)
"Und Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; und er schuf um ihn Laubmoose und Lebermoose und Flechten und ein Mikroskop!"
[aus: Kleeberg, Bernhard (2005): Theophysis, Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen,  S. 90]

wiljo

.. ich dachte spontan an Belemnitenreste (Donnerkeile).
Gruß
Wiljo

Dünnschliffbohrer

ZitatZitat einfügen
.. ich dachte spontan an Belemnitenreste (Donnerkeile).

Viel zu groß dafür. Das Foto entstand mit dem 10er Objektiv und eineem Photookular im Strahlengang. Karbon und Permist auch zu alt für Belemniten. Die winzigen Röhren, in denen das Geringelte ist, sind wohl biologischen Ursprunges, das Geringelte selber nicht.
"Und Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; und er schuf um ihn Laubmoose und Lebermoose und Flechten und ein Mikroskop!"
[aus: Kleeberg, Bernhard (2005): Theophysis, Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen,  S. 90]

Gerd Schmahl

Hallo,
sieht jedenfalls sehr interessant aus. Mich erinnert das ein wenig an Oolithe, aber dann wären es nur Splitter davon. Scheinen jedenfalls Stücke einer ursprünglich shärischen aufgebauten Struktur zu sein, aber keine Ahnung, wie die so kleingehackt werden konnten.
??? ??? ??? Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Gerd Schmahl

Hallo,
der Bildbenennung auf Deinem Photobucket entnehme ich, dass es aus der Skansbukta stammt. Dort wurde Gips abgebaut. Vielleicht Gips-Kristalle bzw. -Aggregate?
Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Carsten Wieczorrek

Hallo,
auf Spitzbergen hatten wir Steine mit fossilen Bohrwurm-Röhren. Also nicht den Tieren, sondern deren Sediment-gefüllte Röhren.

Carsten
Für's grobe : GSZ 1
Zum Durchsehen : Amplival Hellfeld, Dunkelfeld, INKO, Phasenkontrast
Zum Draufsehen : Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Polarisieren : Amplival Pol u Auf-/Durchlicht
Für psychedelische Farben : Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : Epival Interphako

Dünnschliffbohrer

#14
So, da der Sonntag nun vorbei ist, jetzt die Auflösung:
Es ist ein "Dickschliff" von dem länglichen Strandgeröll, welches sich beim Schneiden und Schleifen als sehr viel härter herausstellte, als ich ursprünglich erwartete. Es sah ja von außen aus wie ein gewöhnlicher Kalk, hatte nur eine ungewöhnliche stängelige Form. Die feinen Röhrchen, die kreuz und quer im Schliff zu sehen sind, halte ich für diagenetisch veränderte Schwammnadeln. Sie sind sicher angelöst, und deshalb nur noch undeutlich als solche erkennbar. Im Lumen der Röhrchen hat sich amorphes SiO2 abgeschieden. Dieses bildet die "Banden" der "Riesenchromosomen". Das ist alles nur meine Arbeitshypothese, vieleicht kann jemand noch mehr dazu beisteuern. Ich hatte die Sedimentpetrographie, Sedimentologie und Krümelpaläontologie eigentlich nie gemocht, und Kieselgesteine und deren Diagenese sind auch ein Kapitel für sich. Gefunden hatte ich es letztes Jahr an der Skansbukta am Billefjord, es stammt aus kalkigem Oberkarbon/Perm, wie bereits erwähnt. Dieses Jahr fanden wir am Nordhang des Yggdrasilkampen bzw. Munindalen bei Pyramiden dann in den gleichen Schichten Hornsteinknollen, die die gleichen konzentrischen Ringe zeigen, nur von ca. 25 cm Durchmesser. Ein Stück davon befindet sich noch beim Steinmetz zum Schleifen und Polieren, es war für meine Ausrüstung (Fliesensäge) einfach zu groß.
"Und Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; und er schuf um ihn Laubmoose und Lebermoose und Flechten und ein Mikroskop!"
[aus: Kleeberg, Bernhard (2005): Theophysis, Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen,  S. 90]