Autor Thema: 30 mm Okulare an Zeiss-Stativen?  (Gelesen 5273 mal)

wilfried48

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Re: 30 mm Okulare an Zeiss-Stativen?
« Antwort #15 am: Januar 08, 2016, 19:01:35 Nachmittag »
... und ab SFZ 25 fangen die Arbeitsmikroskope an.

Hallo Ulf,

das suggeriert, dass es auch noch Arbeitsmikroskope am Markt gibt mit Sehfeldzahlen grösser als 25.

An was für Mikroskopen arbeitest du ?

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Photomikroskop II, AL, DL, HD, Pol, Ph, DIC
Zeiss Inversm. IM35, DL, Ph, Pol, EPI-Fl
Zeiss Stemi 2000 C
Zeiss Reisem. Standard Junior Aufrecht u. Invers, DL, HD, Ph, Pol

Vorst. Wilfried48
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.

Peter V.

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Re: 30 mm Okulare an Zeiss-Stativen?
« Antwort #16 am: Januar 08, 2016, 19:07:03 Nachmittag »
Lieber Wilfried,

Lieber Wilfried,

... und ab SFZ 25 fangen die Arbeitsmikroskope an.

Hallo Ulf,

das suggeriert, dass es auch noch Arbeitsmikroskope am Markt gibt mit Sehfeldzahlen grösser als 25.

An was für Mikroskopen arbeitest du ?

viele Grüsse
Wilfried

Das Orthoplan hat z.B. eine Sehfeldzhal von 28! Aber Du meintest vermutlich, ob noch AKTUELL neue Mikroskope mit einer Sehfeldzahl größer 25 prodzuiert werden - oder?

Herzliche Grüße
Peter
Bzgl. Netiquette: Heinrich Lübke, Bundespräsident 1959 - 1969: You can say you to me!
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JB

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Re: 30 mm Okulare an Zeiss-Stativen?
« Antwort #17 am: Januar 08, 2016, 19:22:32 Nachmittag »
das suggeriert, dass es auch noch Arbeitsmikroskope am Markt gibt mit Sehfeldzahlen grösser als 25.

Olympus hat ein System mit SFZ 26.5: (Seite 33): http://www.olympusamerica.com/seg_industrial/files/industrial_component_guide.pdf

Mikroman

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Re: 30 mm Okulare an Zeiss-Stativen?
« Antwort #18 am: Januar 08, 2016, 19:37:40 Nachmittag »
 :) Zwar nichts für Biologen, aber Mitutoyo hat mind. ein Mikroskop in der Baureihe gehabt mit einer SFZ von 30.


Gruß
Peter
Zu sehr auf sich selbst zu beharren,
ist ein unvernünftiges Vergeuden der Weltsubstanz (Juarroz, 9. Vertikale Poesie,1)

l'œil armé

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Re: 30 mm Okulare an Zeiss-Stativen?
« Antwort #19 am: Januar 08, 2016, 20:05:50 Nachmittag »
Der Zeiss Axiomat kommt mit seinem Zoom-Optovar bis auf SFZ 31,25

Großfeld-Mikroskope sind mir ein Begriff als "mussichhaben" seitdem ich vor mittlerweile fast 30 Jahren in der Pathologie anfing. Das Leitz'sche Orthoplan muss Ende der 1960er in den Pathologien der Welt der eingeschlagen sein wie eine Bombe. Wer da Pathologen im Nachhinein erzählen will, dass derartige Sehfeldzahlen unnötig sind, hat irgendwie die Glocke nicht gehört.

Die Verwendung eines Revolvers mit Faktor 0,63 am Phomi/Universal/Ultraphot in Verbindung mit Okularen Kpl 16/16 durchaus auch mit Plan-Neofluaren 16-25-40-63-100 ist einfach ein Genuss.

Freundliche Grüße zum Wochenende

Wolfgang
« Letzte Änderung: Januar 08, 2016, 22:02:49 Nachmittag von l'œil armé »
"Du" fänd' ich absolut in Ordnung

das schönste: Zeiss Lumipan
das liebste: Leitz Ortholux/Panphot
das beste: Zeiss Axiomat

Ich bin übrigens keineswegs mit meinem Umfang an Intelligenz zufrieden; ich bin lediglich froh, mit meiner Dummheit so weit gekommen zu sein.

Ulf Titze

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Re: 30 mm Okulare an Zeiss-Stativen?
« Antwort #20 am: Januar 08, 2016, 21:32:41 Nachmittag »
Liebes Forum,

@Wilfried: mein Eindruck kann nicht repräsentativ sein, sondern nur ein Ausschnitt. Dennoch würde ich schätzen, dass derzeit unter Pathologen moderne Olympus-Geräte mit SFZ 26,5 gut verbreitet sind. Die Überzahl der jüngst angeschafften Geräte dürften allerdings doch die etwas kleineren Stative von Olympus und Nikon sein, die mit Okularen mit SFZ 22/23 ausgerüstet sind. Das hat v.a. ökonomische Gründe. Im Rahmen einer aktuellen Anschaffung habe ich gesehen, dass man für den Standard-Fototubus an einem BX43 für SFZ22 etwa 1300 Euro rechnet, während der große Tubus für SZF 26,5 schon bei 4600 € liegt. Wenn man dann so einen BWL-Klops aus der Beschaffung überzeugen soll, kann's schwierig werden.
Was man doch nicht selten sieht, sind die älteren Axioskop50-Geräte, die allerdings mit einem Axioplan-Tubus und SFZ25-Okularen ausgestattet sind (und seinerzeit wohl auch so von der Fa. Zeiss geliefert wurden). An einigen Instituten sind immer noch Orthoplane im Einsatz, die allerdings meist auf den Tischen der Assistenzärzte stehen. Die wissen ihr Glück gelegentlich gar nicht recht zu schätzen, da so ein modernes Oly/Nikon oder auch ein Axioskop äußerlich schon etwas mehr hermacht und - Hand aufs Herz - haptisch schon überlegen ist.

Sogesehen war diese Aussage
Zitat
Etwas überspitzt formuliert: Mikroskope mit SFZ < 20 sind Spielzeug, SFZ 20-23 sind eher was für den Studentenunterricht, und ab SFZ 25 fangen die Arbeitsmikroskope an.

schon reichlich überspitzt, wenn auch mit wahrem Kern. In der Routinediagnostik geht es wie gesagt weniger darum, jeder einzelnen Zelle einen Namen geben zu können, sondern sehr schnell die Stellen in den Präparaten zu lokalisieren, in denen die Architektur von der Norm abweicht. Hier haben große Gesichtsfelder und kleine Abbildungsmaßstäbe ihre Hauptanwendung. Dabei sind uns irgendwelche Winkel von Lichtkegeln in den Okularen sch****egal - das einzige was interessiert, ist der Durchmesser des überblickten Präparatausschnitts, und der ist der Quotient aus SFZ und Abbildungsmaßstab/Objektivvergrößerung. Gerade bei der erwähnten Neuanschaffung haben wir uns aufgrund des hohen Preises gegen das riesige Sehfeld 26,5 entschieden; das Übersichtsobjektiv 1,25x blieb jedoch gesetzt. Ein Mikroskop mit SFZ22 und Obj. 2,5x wäre allerdings schon ein wenig mau......


@alle: an dieser Stelle ist mir jetzt aber doch an dem Hinweis gelegen, dass sich meine Aussagen auf die professionelle (akkordmäßige) Nutzung der Geräte in der Pathologie bezieht!

Die Empfehlungen für Amateure (im besten Wortsinne) und Neueinsteiger, sich Gebrauchtgeräte anzuschaffen, sind ohne weiteres aufrecht zu erhalten. Ich besitze ebenfalls ein Standard18 (ok, zugegeben: unter anderen ;)) und liebe es! Meine Routine würde ich zwar nicht damit kloppen wollen, aber beim Tümpeln und/oder Experimentieren mit Beleuchtungen, Kontrastverfahren ... lernt man schnell die Vielseitigkeit der alten Standards schätzen.

Dagegen sollte noch mehr betont werden, welch weites Feld die Mikroskopie eigentlich ist und dass es daher das ideale Mikroskop nicht geben kann. Denn je nach Interessenslage ändern sich die Anforderungen an das Gerät.
Bereits innerhalb der klinischen Medizin gibt es da enorme Unterschiede. Labormediziner und Hämatologen, die eben nicht histologische Schnitte, sondern zytologische Ausstrichpräparate bearbeiten, verstehen unter dem Begriff "Übersichtsobjektiv" allenfalls das 4x, nicht selten sogar bereits das 10x. Sie wissen auch den Präparateführer zu schätzen, während ich diesen bei jedem Mikroskop, an dem ich arbeite, als erste Amtshandlung abschraube und die Präparate lieber mit den Fingern schiebe. Zytologien kann ich so aber nicht bequem bearbeiten, da kommt das Ding dann wieder dran.....
Biologen/Tümpler interessieren feinste Strukturen der Organismen und beobachten diese über lange Zeiträume. Sie werden daher problemlos mit SFZ18 oder 20 klarkommen, viel wichtiger ist ihnen das Auflösungsvermögen. Er wird schnell auch schwächere und mittelstarke Ölimmersionen zu schätzen wissen. Gerade hier sei Ole Riemanns wunderbarer Beitrag als Beispiel angeführt.
Die ganzen Material- und Auflichtanwendungen bleiben hierbei noch unerwähnt, weil ich davon gar keine Ahnung habe.....

Herzliche Grüße

Ulf

« Letzte Änderung: Januar 08, 2016, 22:10:22 Nachmittag von Ulf Titze »
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