Autor Thema: Botanik: Zwiebel-Mitose erste Versuche *  (Gelesen 4009 mal)

jenamed 65

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Botanik: Zwiebel-Mitose erste Versuche *
« am: März 02, 2017, 04:35:49 Vormittag »
Hallo, hier möchte ich meine ersten Versuche mit Quetschpräparaten der Zwiebelwurzel präsentieren. Genug teilungswillige Zellen waren vorhanden, nur kamen sie nicht mehr dazu weil ich sie brutal in Karminessigsäure kochte ;)

Die Wurzelspitzen wurden extrahiert und dann auf einem Objektträger in einem Tropfen Karminessigsäure mit aufgelegtem Deckgläschen erhitzt und schließlich gequetscht.
Ich las hier im Forum von einem etwas anderen Workflow bei dem die Wurzelspitzen erst im Wasserbad in Karminessigsäure erhitzt werden und erst dann unters  Deckgläßchen kommen. Scheint wohl beides gut zu funktionieren.

Untersucht und fotografiert wurde mit einem Großfeldplanapochromaten 50/0,95 am Jenamed 2.
Ein noch stärkeres (Immersions)objektiv zu benutzen wäre an dem Gerät wohl nicht sinnvoll da es nur über einen 0,9 er Kondensor verfügt...

Viele (Mikro)grüße Willi!














« Letzte Änderung: März 03, 2017, 21:58:56 Nachmittag von Fahrenheit »

reblaus

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Re: Mitose erste Versuche
« Antwort #1 am: März 02, 2017, 10:00:14 Vormittag »
Hallo Willi -

sehr erfolgreicher "Erstversuch" !

- aber selbstverständlich bringt ein starkes Immersionsobjektiv auch bei einem nicht immergierten Kondensor 0,9 einen beachtlichen Qualitätssprung!
Als Faustregel: Eine Kondensorapertur von 0,9 und ein immergiertes Objektiv von z.B. 1,3 bringen immerhin eine Auflösung zustande, welche einer Apertur von 1,1 (Durchschnitt Objektiv-/Kondensorapertur) entspricht.
Viele Mikroskopiker immergieren deshalb ihre Kondensorlinse 1,4 (die in Luft auch nur etwa 0,9 bringt) nur wenn's besonders darauf ankommt.

Viele Grüße

Rolf

Reinhard

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Re: Mitose erste Versuche
« Antwort #2 am: März 02, 2017, 10:37:20 Vormittag »
Hallo Willi,

wenn das Deine ersten Versuche sind, wie sehen dann erst Deine späteren aus?

erwartungsfroh
Reinhard
seit wann ist Kunst ein Fehler ?



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Ole Riemann

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Re: Mitose erste Versuche
« Antwort #3 am: März 02, 2017, 19:20:16 Nachmittag »
Hallo Willi,

mir gefallen die Fotos ausnehmend gut! Ich habe dieses Präparat nie selbst hergestellt und finde es sehr interessant, wie Du die Präparation beschreibst. Vielen Dank dafür!

Ole
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Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=19707.msg149740#msg149740

Ronald Schulte

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Re: Mitose erste Versuche
« Antwort #4 am: März 03, 2017, 12:21:10 Nachmittag »
Willi,

Prima versuch. Beide Methoden funktionieren bei mir auch. Es kommt mehr drauf an wie gequetscht wird. Das Deckglas darf nicht verschoben werden ist mein Erfahrung. Auch zu kräftiges drucken hat mehr Nachteile wie Vorteile.
Die Bilder sind auch prima, gratuliere.

Gruße Ronald
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Leitz Orthoplan (DL, AL-Fluoreszenz und Diskussionseinrichtung).
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Mikrotome:
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d65

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Re: Mitose erste Versuche
« Antwort #5 am: März 03, 2017, 17:18:47 Nachmittag »
Hallo Willi,

eine sehr schöne Serie, da hast Du von Pro- bis Telophase alles schön getroffen dabei!

Was die Auflösung angeht, so lange die NA des Kondensors nicht größer ist als die des Objektivs gilt
d=lambda/(NAcondensor + NAobjektiv). Wenn wir mal 500 nm und eine vollständig geöffnete Kondensorblende annehmen hast du jetzt also theoretisch
500 nm /(0.9+0.95)= 271 nm. Mit zum Beispiel einem Öl-1.3-Objektiv wären es 227 nm, also Faktor 1.2 besser. Und weniger sphärische Aberration, falls das Deckglas nicht exakt 0.17 mm dick sein sollte, da der Brechungsindexunterschied zwischen Glas und Öl geringer ist als zwischen Glas und Luft.

Gruß
Steffen

jenamed 65

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Re: Mitose erste Versuche
« Antwort #6 am: März 03, 2017, 21:43:24 Nachmittag »
Guten Abend, vielen dank für Eure netten Kommentare. Ich habe mich sehr gefreut daß Euch die Fotos gefallen.
Eure Anmerkungen zum Einsatz von starken Immersionsobjektiven sind äußerst hilfreich. In der Praxis wird dann ein Objektiv mit hoher Apertur seine Vorteile auch mit dem 0,9 er Kondensor entfalten. Das theoretische Auflösungsvermögen wird indessen tatsächlich nur erreicht wenn die n.A des Kondensors der des Objektivs entspricht, nur ist es wohl so daß man dann ein völlig kontrastloses Bild erhält...

Viele Grüße Willi!

Fahrenheit

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Re: Mitose erste Versuche
« Antwort #7 am: März 03, 2017, 21:58:32 Nachmittag »
Lieber Willi,

schöne Bilder von einer gelungenen Präparation. ich habe Deinen beitrag in die Liste "Botanik" aufgenommen.

Herzliche Grüße
Jörg
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Ronald Schulte

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Re: Botanik: Zwiebel-Mitose erste Versuche *
« Antwort #8 am: März 04, 2017, 12:52:55 Nachmittag »
Willie,

Ich benutze mein 63x planapo 1.4 mit Ol und mein Normalen 0.9 Top Linse von mein Kondensor. Das Funktioniert sehr gut und ich habe ein Fantastisches Bild (aber nur wenn das Präparat sehr dünn ist).

Gruße Ronald
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Holger Adelmann

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Re: Botanik: Zwiebel-Mitose erste Versuche *
« Antwort #9 am: März 09, 2017, 20:42:01 Nachmittag »
Hallo Willi,

guter Start. Versuch mal Orcein-Essigsäure, die färbt viel kräftiger!
Sehr schöne Meiosen sieht man in den Hoden von Heuschrecken, die Tiere gibt's für wenig Geld als Futter für Echsen in der Zoohandlung.

Ach ja, und Vorsicht mit der Essigsäure und der Front des Objektives!
Du kannst das fertige Quetschpräparat mit Nagellack umranden, dann hast Du Tage bis Wochen Spaß daran.

Grüße,
Holger

jenamed 65

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Re: Botanik: Zwiebel-Mitose erste Versuche *
« Antwort #10 am: März 15, 2017, 07:09:22 Vormittag »
Hallo Holger, vielen Dank für Deine Tipps!
Orceinessigsäure würde ich gern mal versuchen, habe aber so recht keine Bezugsquelle gefunden, zumindest wenn es bezahlbar sein soll.
Viele Grüsse Willi!