Autor Thema: Olympus Projektive NFK - Qualitätsunterschiede  (Gelesen 4872 mal)

anne

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Olympus Projektive NFK - Qualitätsunterschiede
« am: April 03, 2017, 08:39:03 Vormittag »
Hallo Olympus Kenner,
das legendäre NFK 1,67 von Olympus wird zu sehr hohen Preisen verkauft und ist auch selten zu bekommen.
Hingegen sind die NFK 2,5, NFK 3,3 oder gar höher für einen Spottpreis zu haben und dazu hin kauft sie auch keiner.

Sind hier tatsächlich so gravierenden Qualitätsunterschiede und falls ja woher kommen diese?

lg
anne

Christian Linkenheld

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Re: Olympus Projektive NFK - Qualitätsunterschiede
« Antwort #1 am: April 03, 2017, 09:03:44 Vormittag »
Hallo Anne,

die Antwort ist eigentlich ganz einfach:
Will man mit einem BH2 fotografieren (mit APS-C oder kleiner) führt eigentlich kein Weg am 1,67X vorbei - zumindest wenn man einen brauchbaren Bildausschnitt erfassen will. Das gilt auch für die Adaption einer C-Mount Kamera, da das 1,67X zusammen mit den C-Mounts MTV-3 und upmtv-c einen Adapter 0,5X ergibt. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass das Projektiv 1,67X erst in der Spätphase des BH2 hergestellt wurde und deshalb auch nur in geringen Stückzahlen wird klar, dass das Teil extrem begehrt ist. Nicht unterschätzen sollte man, dass die hervorragenden Bilder von Charles Krebs (überwiegend mit dem 1,67X) zusätzlich die Preise nach oben getrieben hat. In letzter Zeit steigen übrigens auch die Preise für das 2,5X deutlich an.

Viele Grüße

Christian

anne

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Re: Olympus Projektive NFK - Qualitätsunterschiede
« Antwort #2 am: April 03, 2017, 10:09:11 Vormittag »
Hallo Christian und Wolfgang,
Vollformat ist kein Problem, ich habe ja die MarkII.
Das 2,5 er nennt sich LD, das 1,67 hat diesen Zusatz nicht.

Welcher Unterschied ergibt sich durch "LD" in der Qualität, keiner?
Ist es wirklich nur das Format der verwendeten Kamera welches den Unterschied macht?

lg
anne

anne

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Re: Olympus Projektive NFK - Qualitätsunterschiede
« Antwort #3 am: April 03, 2017, 11:19:17 Vormittag »
Hallo Wolfgang,

naja meine Bilder die ich hier zeige sind alle mit dem 1,67 er  und der Mark II gemacht (und das 2,5 er liegt in der Schublade :D).
Wie sehen denn dann richtige Bilder aus?

lg
anne

Peter Reil

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Re: Olympus Projektive NFK - Qualitätsunterschiede
« Antwort #4 am: April 03, 2017, 13:07:12 Nachmittag »
Hallo Anne,

Qualitätsunterschiede erkenne ich keine zwischen den verschiedenen NFKs.
Einzig der Bildausschnitt ist beim NFK 1,67 am größten - wenn man das braucht :D.

LD steht für "long distance" (glaube ich).

Freundliche Grüße
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, Olympus CHK, Olympus SZ 30

Peter V.

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Re: Olympus Projektive NFK - Qualitätsunterschiede
« Antwort #5 am: April 03, 2017, 13:25:34 Nachmittag »
Hallo,

mal eine - vielleicht "dumme"  - Frage eines Nicht-Olympioniken: Was ist denn - außer dem Ausschnitt - so besonders an dem NFK, dass Leute bereit sind, dafür mehr Geld auszugeben, als manchmal das ganze dazugehörige Mikroskop incl. Optik gekostet hat?
Es gibt doch sicher auch gute Adaptionen mit normalen Okularen, bei Zeiss oder Leitz gibt es ja auch praktisch keine Adaptionen, die mit Projektiven gemacht werden.
Ist es wirklich ein so gravierender Unterschied, ob ich mit einem NFK oder einem Okular arbeite? Oder ist das auch einfach ein wenig "Kult", "Legende" - oder wie man es nennen soll - dabei?

Herzliche Grüße
Peter
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JB

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Re: Olympus Projektive NFK - Qualitätsunterschiede
« Antwort #6 am: April 03, 2017, 14:00:44 Nachmittag »
Was ist denn - außer dem Ausschnitt - so besonders an dem NFK, dass Leute bereit sind, dafür mehr Geld auszugeben, als manchmal das ganze dazugehörige Mikroskop incl. Optik gekostet hat?
Es gibt doch sicher auch gute Adaptionen mit normalen Okularen, bei Zeiss oder Leitz gibt es ja auch praktisch keine Adaptionen, die mit Projektiven gemacht werden.

Hallo Peter,

Soweit ich weiss (kann das jemand bestaetigen?), passen normale Okulare mechnisch nicht in den Photoausgang des BH2-Phototubus. Die NFK-Projektive sind sehr schlank. Das ist ein echtes Problem, denn normale Okulare erfordern Umbaumassnahmen.

Am kleinen Stativ CH2 dagegen ist eine afokale Adaption wie gewohnt leicht moeglich.

Beste Gruesse,

Jon


JB

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Re: Olympus Projektive NFK - Qualitätsunterschiede
« Antwort #7 am: April 03, 2017, 14:04:34 Nachmittag »
das legendäre NFK 1,67 von Olympus wird zu sehr hohen Preisen verkauft und ist auch selten zu bekommen.
Hingegen sind die NFK 2,5, NFK 3,3 oder gar höher für einen Spottpreis zu haben und dazu hin kauft sie auch keiner.

Hallo Anne,

Laut Preisliste war das NFK 1.67x mehr als dreimal so teuer wie die anderen NFKs. Auch das duerfte zur Seltenheit beigetragen haben. www.alanwood.net/downloads/olympus-lbm-objectives-1993.pdf

Beste Gruesse,

Jon
« Letzte Änderung: April 03, 2017, 14:09:05 Nachmittag von JB »

Rawfoto

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Re: Olympus Projektive NFK - Qualitätsunterschiede
« Antwort #8 am: April 03, 2017, 14:13:41 Nachmittag »
Hallo Peter

Es ist die Einfachheit der Adaption die für die NFK Projektive spricht, das einzige was angepasst werden muss ist das Bajonettadapter. Und sie sind wirklich nicht schlecht ...

@Alle

Das NFK 1,67 stammt aus der Zeit in der nur noch LD Okulare gebaut wurde und hat die zusätzlichen Buchstaben daher nicht aufgedruckt, entspricht aber der LD Spezifikation.

Die beste Qualität (Planlage, Verzeichnung ...) hat das 2,5, das 1,67er hat in der Mitte eine topp Qualität, fällt aber in Richtung Rand ab. Das ist mit Messpräparaten leicht nach zu vollziehen. Es ist halt von der Vergrößerung für die APSC Sensoren ideal und da nimmt man den Abfall in Kauf (das 1,67 leuchtet den 1,3x Crop aus und daher hat man mit APSC bei 1,6 (Canon) oder 1,5 (Nikon) den Randbereich bereits beschnitten im Einsatz ...

Wie die Leser unseres Mikrofotografiebuch wissen habe ich auch eine klassische Lösung ohne Projektive für die BH-2 Serie im Einsatz. Das hat den Vorteil mit den SWHK Okularen einen größeren Bildausschnitt aufnehmen zu können. Ist aber nicht bequem im Aufbau und man wird gezwungen für den TRIONO und für die Okulare mehr Geld auszugeben. Das sprengt die 700.- Euro für das 1,67er Projektiv wenn man alles zusammenrechnet. Die Qualität wird dadurch aber nicht besser, nur der Ausschnitt kleiner ...

Daher verwenden fast alle die Projektive, ist auch beim BX die beste Lösung wenn es um Qualität geht. Dort gibt es kein 1,67er, nur ein 2,0 er ...

Und ja, natürlich kenne ich auch die Möglichkeit in der Zwischenbildebenen zu fotografieren (gerade bei größeren Vergrößerungen hat das aber einen Auflösungsverlost zur Folge, die Nachvergrößerung hat halt schon Sinn ==> Anpassung an die Sensorgeometrie)

Liebe Grüße

Gerhard
« Letzte Änderung: April 04, 2017, 08:39:04 Vormittag von Rawfoto »
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

cabo

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Re: Olympus Projektive NFK - Qualitätsunterschiede
« Antwort #9 am: April 03, 2017, 14:13:59 Nachmittag »
Soweit ich weiss (kann das jemand bestaetigen?), passen normale Okulare mechnisch nicht in den Photoausgang des BH2-Phototubus.

Am kleinen Stativ CH2 dagegen ist eine afokale Adaption wie gewohnt leicht moeglich.


Nein, ein WHK10x/20 zum Beispiel passt weder in den BH2 Fototubus, noch in den des CH2s (zumindest nicht wenn man die "original" Adaption mit den Fotoadapter L und dem Aufsatz PM-ADF verwendet).

Irgendwo gibt es außerdem einen vergleichenden Test, bei dem die NFKs die Adaption mit Okular klar schlagen, ich glaube bei Herrn Höbel irgendwo auf der Homepage.

Gruß

Christian
« Letzte Änderung: April 03, 2017, 15:40:20 Nachmittag von cabo »

peter-h

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Re: Olympus Projektive NFK - Qualitätsunterschiede
« Antwort #10 am: April 03, 2017, 14:22:39 Nachmittag »
Hallo Jon,

es ist richtig, ein normales Okular kann nicht am Fototubus verwendet werden. Durch den Kragen fehlen 10mm (nachgemessen). Daher habe ich mir einen Sonderaufsatz gebaut und den originalen Teil abgebaut.

Mit diesem Alu-Zwischenteil bin ich sehr flexibel. Damit geht auch ein Olympusokular WHK 10x mit einem 40mm Pentaxobjektiv was einen Faktor von 40mm/25mm = 1,6 bringt. Also ganz nahe bei 1,67x NFK.

Gruß
Peter

P.S. könnte auch hilfreich sein.
http://www.alanwood.net/photography/olympus/digital-slr-bh2-microscope.html#eyepiece
« Letzte Änderung: April 03, 2017, 14:38:18 Nachmittag von peter-h »

JB

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Re: Olympus Projektive NFK - Qualitätsunterschiede
« Antwort #11 am: April 03, 2017, 15:28:34 Nachmittag »

Nein, ein WHK10x/20 zum Beispiel passt weder in den BH2 Fototubus, noch in den des CH2s (zumindest wenn man die "original" Adaption mit den Fotoadapter L und dem Aufsatz PM-ADF verwendet).


Hallo Christian,

Ja in dem Sinne, dass ein normales 10x Okular optisch und mechanisch in den Photoausgang des CH2 passt. The Kamera wird dann afokal montiert, z.B. mit einem Glockenadapter von Zeiss oder mit dem Ihagee-Adapter, genau wie bei einem Zeiss-Trino 100:0/0:100.

Beste Gruesse,

Jon
« Letzte Änderung: April 03, 2017, 17:20:07 Nachmittag von JB »

Moritz

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Re: Olympus Projektive NFK - Qualitätsunterschiede
« Antwort #12 am: Mai 31, 2018, 12:44:08 Nachmittag »
Hallo,
ich bin auf der Suche nach einer qualitativ ansprechenden Fotoadaption und habe die obigen Beiträge mit großem Interesse verfolgt, zumal mir der enorme Preisunterschied zwischen den NFK 1,67 und 2,5 auch aufgefallen war.
NFK 1,67 wird auf ebay z.T. zu über €1000 angeboten... das NFK 2,5 dagegen unter €200.
Es wurde gesagt, dass man bei der Mikrofotografie um das NFK 1,67 praktisch nicht herumkommt. Allerdings hab ich auf
http://www.alanwood.net/photography/olympus/digital-slr-bh2-microscope.html
gelesen, dass bei Verwendung einer Vollformatkamera der NFK 2,5 dem NFK 1,67 sogar überlegen ist (zumindest in Bezug auf den Bildausschnitt).
Nur bei APSC- und Four Thirds-Sensoren sei das NFK 1,67 besser.
Klar, dass Vollformatkameras ihren Preis haben, aber wenn der NFK 1,67 soviel teurer ist, könnte sich ihre Anschaffung dennoch lohnen, zumal wenn man sie nicht nur für die Mikrofotografie verwenden möchte.


cabo

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Re: Olympus Projektive NFK - Qualitätsunterschiede
« Antwort #13 am: Mai 31, 2018, 13:05:22 Nachmittag »
Hallo Moritz

Ich habe ein NFK 2.5 und verwende es an einer DSLR im APS-Format. Mit dem kleineren Bildausschnitt kann ich gut leben. Über 1000 Euro würde ich niemals für ein 1.67 ausgeben.

Gruß

Christian

ds0511

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Re: Olympus Projektive NFK - Qualitätsunterschiede
« Antwort #14 am: Mai 31, 2018, 13:09:21 Nachmittag »
Hallo Christian,

benutze ebenfalls ein NFK 2.5 und habe wegen größeren des Bildausschnitts und um die Kosten für ein 1.67 zu meiden erst von APS auf Vollformat gewechselt (Canon 600D -> 5D Mk2)

Viele Grüße,
Detlef