Autor Thema: " Makassar Ebenholz "  (Gelesen 5922 mal)

Schrodt

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Re: " Ebenholz "
« Antwort #15 am: Februar 20, 2018, 10:45:15 Vormittag »
Zwischenbericht:

Für die Vorbereitung der kleinen Ebenholz-Probestücke zur Herstellung von Holzschnitten mit einer Rasierklinge habe ich die von Holger in einem Antwortbeitrag für die Rotbuche beschriebene
Holz-Weichmacher-Methode ( Einlegen in ein Gemisch aus 70 % Spiritus, 20 % Essigessenz (25 %-tig) und 10 % Wasser) gewählt, da ich wegen wo möglich allergen wirkender Inhaltsstoffe der
gestreiften Ebenhölzer das Weichkochen vermeiden wollte.

Foto der Ebenholz-Probestücke



Das Makassar Ebenholz (Diospyros celebica) enthält u.a. folgende allergen wirkende Inhaltsstoffe:

0,4 - 1,7 %  1,8-Dimethoxy-6-methyl-2-naphthalinol ( Macassar II ),  0,15 - 0,7 % des Methylethers von Macassar II ( Macassar III ),  0,06 % Macassarsäure und weniger als 0,003 %  des
8-Methoxy-6-methyl-1,2- naphthalindions ( Macassarchinon ) sowie dimere Diosindigo-Derivate  (Brown et al. 1965; Maiti und Musgrave  1986,  1990; Sandermann und Dietrichs  1957 ).

Leider sind nach über 2 Monaten ( 71 Tage ) Einlegezeit die kleinen Probestücke des sehr dichten Ebenholzes noch fast genau so hart wie vorher, so dass ich mit der Rasierklinge keine Holzschnitte
machen kann.
Da ich mit den Holzschnitten nicht noch länger warten will, werde ich versuchen die Ebenholz-Probestücke  im Schnellkochtopf weich zu kochen.
Vielleicht braucht das sehr harte Tropenholz noch mehr Zeit, um in dem Gemisch weich zu werden. Ich habe daher das gleichzeitig mit dem Ebenholz eingelegte harte Tropenholz " Amarant " weiter in
dem Weichmacher-Gemisch liegen gelassen und werde im monatlichen Rhythmus den Zustand mit der Rasierklinge überprüfen.

Eine Anmerkung zu den Farbstreifen von dem gestreiften Makassar Ebenholz:

In den Handelshölzern wird nur allgemein für gestreifte Ebenhölzer angegeben:  Kernholz braun und schwarz, mit Farbstreifen.

Für Makassar Ebenholz ( Diospyros celebica ) gibt es im Holzhandel verschiedene Angaben für die Farbstreifen:

•  hellrotbraun gestreift
•  schwarz und hellrotbraun gestreift
•  beigefarbene und schwarze Streifen
•  dunkelbraune oder schwarze Streifen
•  hellgelb bis braun gestreifte Maserung
•  rötlichbraun ungleichmäßig gestreift


Für Makassar Ebenholz gibt es in der Datenbank der Baustoffsammlung der Fakultät für Architektur der TU München folgende Angabe:

•  rotbraune Streifen


Die vorhandene Ebenholz-Probe hat einen rotbraunen Streifen !

Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer
 
« Letzte Änderung: Februar 20, 2018, 10:48:56 Vormittag von Schrodt »

Schrodt

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Re: " Ebenholz "
« Antwort #16 am: Februar 22, 2018, 11:07:17 Vormittag »
Abschlussbericht:

Da nach über 2 Monaten Einlegezeit der Ebenholz-Probestücke in das Weichmacher-Gemisch das Ebenholz fast genau so hart war wie vorher, habe ich versucht die Ebenholz-Probestücke
mit Wasser in einem Schnellkochtopf weich zu kochen.
Bei dem harten Holz der Rotbuche reichte 1 Stunde und 40 Minuten Kochzeit gerade aus, damit ich brauchbare Holzschnitte mit einer Rasierklinge anfertigen konnte.
Bei dem noch härteren Ebenholz habe ich die Kochzeit daher zur Vorsicht auf 3,5 Stunden verlängert. Die Ebenholz-Probestücke waren danach jedoch noch immer so hart, dass ich mit der Rasierklinge keine Querschnitte machen konnte. Mit Mühe und Not gelang es mir nach zahlreichen Versuchen und dem Verbrauch von 5 neuen Rasierklingen einen einigermaßen
brauchbaren Tangentialschnitt herzustellen.
Für gute Holzschnitte des Ebenholzes braucht man wohl ein stabiles Grundschlittenmikrotom und die z.B. von der Firma Leitz in der Broschüre " Das Mikrotom " beschriebenen Methoden
der Holzschnittherstellung.

Nachstehend zeige ich 3 Mikrofotos des Ebenholz-Tangentialschnittes. Zum leichteren Vergleich der Holzstrukturen habe ich ein Holzschnitt-Mikrofoto von dem Tangentialschnitt des
gestreiften Ebenholzes Diospyros celebica ( Handelsname Makassar Ebenholz ) eingestellt und darunter ein Mikrofoto meiner Ebenholz-Probe zur Gegenüberstellung.
Zitiert aus:  Richter , H.G., and Gallwitz, M. J., 2000 onwards, commercial timbers: descriptions, illustrations and information retrieval. Version 2009.


Ebenholz-Probe • Tangentialschnitt, ungefärbt



Ebenholz-Probe • Tangentialschnitte, gefärbt






Ebenholz-Vergleichsfotos








Vergleich:  Kernholzfarbe und Vorhandensein von Farbsstreifen der im Handel befindlichen Ebenhölzer nach Handelshölzer

• Diospyros spp. ( Schwarze Ebenhölzer, black ebony - Asien ) • Kernholz violett, ohne Farbstreifen.

• Diospyros spp. ( Schwarze Ebenhölzer, black ebony - Afrika und Madagaskar ) • Kernholz violett, ohne Farbstreifen.

• Diospyros virginiana L. ( Helles Ebenholz, persimmon ) • Kernholz hell ( gehandelt wird ausschließlich der helle Splint, schwarzes Kernholz wird nur selten und in geringem Umfang gebildet ).

• Diospyros spp. ( Gestreifte Ebenhölzer, streaked ebony ) • Kernholz braun und " schwarz ", mit Farbstreifen.


Fazit:

Nach meiner Ansicht beruhen wahrscheinlich die markanten Zweifel von Holger an der Holzart und sein Vorwurf der Irreführung bei den Mikrofotos der Ebenholz-Anschliffe
" nur auf seinen ausführlichen allgemeinen Informationen über Ebenhölzer " und auf keinem mikroanatomischen Vergleich mit entsprechenden Holzschnitten.
Außerdem ignorierte Holger den kennzeichnenden " rotbraunen Streifen " der Ebenholz-Probe !

Ein mikroanatomischer Vergleich der Anschliffe und des Tangential-Holzschnittes der Ebenholz-Probe mit den Mikrofotos der Holzschnitte aus den Handelshölzern für Makassar Ebenholz
( Diospyros celebica ) zeigt nämlich eine sehr gute Übereinstimmung der mikroanatomischen Merkmale.

Unter Mitberücksichtigen der Kernholzfarbe " schwarz " und des " rotbraunen Farbstreifens " kann man daher trotz des fehlenden Radialschnittes mit Sicherheit sagen,
es handelt sich bei der Ebenholz-Probe eindeutig um " gestreiftes Ebenholz " und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit um " Makassar Ebenholz " !


Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer

güntherdorn

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Re: " Ebenholz "
« Antwort #17 am: Februar 22, 2018, 14:01:17 Nachmittag »
wenn unser bernd miggel zeit hätte, könnte er ein holzbestimmungs-buch für nicht-zentraleuropa-hölzer rausbringen.
zumindest die häufigsten.
dass dies eine lebensaufgabe wär, ist mir schon klar, doch ist sein 1. buch (isbn 978-930 167-81-4) echt gut!
güntherdorn
- gerne per du -
günther dorn
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limno

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Re: " Ebenholz "
« Antwort #18 am: Februar 22, 2018, 15:49:17 Nachmittag »
Hallo Jürgen,
meines Wissens nach haben tropische Harthölzer  Silikateinlagerungen. Ich kann mr nicht vorstellen, dass die sich weichkochen lassen. Frag doch mal bei den Leuten mit Gesteinsdünnschliffen an.
Edelholzige Mikrogrüße von
Heinrich
So blickt man klar, wie selten nur,
Ins innre Walten der Natur.

Schrodt

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Re: " Ebenholz "
« Antwort #19 am: Februar 22, 2018, 16:34:45 Nachmittag »
Hallo günterdorn,

das wäre natürlich toll, wenn sich Bernd Miggel auch mit tropischen Hölzern befassen würde !

Hallo Heinrich,

meines Wissens sind in dem gestreiften Ebenholz Diospyros celebica prismatische Kristalle hauptsächlich in den Holzstrahlen vorhanden, nur sehr selten im Axialparenchym.
Dass diese Kristalle das Weichkochen des Holzes behindern könnten, ist mir nicht bekannt. Aber es muss ja einen Grund geben, dass das Ebenholz durch Kochen nicht weich wird.

Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer


Schrodt

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Re: " Ebenholz "
« Antwort #20 am: März 24, 2018, 16:34:36 Nachmittag »
Neue Holzschnitt-Versuche !

Nachdem es mir nicht gelungen ist, das Ebenholz mit der Weichmacher-Methode von Holger und später durch stundenlanges Kochen  im Schnellkochtopf so weich zu bekommen, dass ich mit der Rasierklinge
mehrere Holzschnitte machen konnte, habe ich mich an die Standardmethode für die Schnittherstellung mit dem Leitz Grundschlittenmikrotom erinnert. Sie ist in der Leitz Broschüre " Das Mikrotom ", 2. Aufl.
1980, wie folgt beschrieben:

" Die Standardmethode: Die zu schneidenden Holzklötzchen, deren Kantenlänge je nach Holzart nicht größer als ca. 2 cm sein sollte, werden zunächst so lange in Wasser gekocht, bis sie untertauchen (Dauer:
einige Stunden). Anschließend Durchtränkung mit 70 % igem Alkohol und Übertragung in ein Gemisch aus 70 % igem Alkohol und Glyzerin 1 : 1. Nach 1 - 2 Tagen ist die Durchtränkung beendet. "

Da ich kein Mikrotom mehr besitze, habe ich für die Rasierklingen-Methode die Ebenholz-Probestückchen statt 2 Tage ganze 6 Tage in das Gemisch aus  70 % igem Alkohol und Glyzerin 1 : 1 eingelegt.
Das Ebenholz war danach immerhin so weich, dass ich mehrere Tangentialschnitte mit der Rasierklinge machen konnte. Für Querschnitte war es jedoch noch zu hart.

Ich werde die Ebenholz-Klötzchen wieder noch längere Zeit in das Alkohol / Glyzerin-Gemisch einlegen. mal sehen, ob ich nach einiger Zeit auch Querschnitte mit der Rasierklinge machen kann.

Nachstehend zeige ich 6 gefärbte Tangentialschnitte von der Ebenholz-Probe. Alle Schnitte zeigen eine gute Übereinstimmung mit den mikroanatomischen Merkmalen des Referenzschnittes von Richter und Dallwitz für Diospyros celebica = Handelsname Makassar Ebenholz.

Fazit:

Diese Ergebnisse stützen meine Einschätzung, dass der anfangs von mir im Beitrag genannte Handelsname " Makassar Ebenholz " für die vorhandene Holzprobe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit richtig ist !















Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer
« Letzte Änderung: März 28, 2018, 19:24:41 Nachmittag von Schrodt »

Schrodt

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Re: " Ebenholz "
« Antwort #21 am: April 16, 2018, 11:12:46 Vormittag »
Erfahrungsbericht :  Ebenholz-Dünnschliffe !

Nachdem es mir jetzt wieder nicht gelungen ist von den zur Erweichung in das Alkohol / Glyzerin-Gemisch eingelegten Ebenholz-Probestücken Querschnitte mit der Rasierklinge
zu machen, habe ich Ebenholz-Dünnschliffe gemacht !

Als die Mikroanatomie des Holzes noch nicht so weit entwickelt war, ließ sich ein Einblick in den mikroskopischen Bau harter Tropenhölzer nur an Hand von Dünnschliffen gewinnen.
Das Verfahren ist in dem Handbuch Mikroskopie in der Technik, Band V : Mikroskopie des Holzes und des Papiers, Herausgegeben von Dr. Hugo Freund, Umschau Verlag, Frankfurt/M
1970, in dem Abschnitt " Mikrotomie des Holzes " von Prof. Dr. Dr. h.c. Josef Kisser, " IV. Die Herstellung von Dünnschliffen ", beschrieben.

Ich bin dabei etwas abgewandelt wie folgt vorgegangen:

An einem Ebenholz-Probestück habe ich die gewünschte Fläche mit einer feinen Glasfeile und Schleifpapier P 1200 geglättet. Um den in den Hohlräumen der Zellen, vor allem der Gefäße
festgehaltenen Schleifstaub zu entfernen, habe ich wie vorgeschlagen, eine Klebefolie aufgedrückt und diesen Vorgang 2 x wiederholt.
Von der angeschliffenen Seite des Ebenholz-Probestücks habe ich dann mit einer feinen Säge eine dünne ( 0,5 - 1 mm ) Lamelle abgetragen, mit der geglätteten und gereinigten Fläche
auf einen Objektträger mittels UHU ALLESKLEBER SUPER, statt wie empfohlen Canada Balsam, aufgeklebt und die andere Fläche in gleicher Weise bis zur gewünschten Dicke abgeschliffen. Den Grobschliff habe ich wie vor mit einer Glasfeile gemacht, den Feinschliff wie vor  mit STRACKE Schleifpapier P 1200. Den Schleifstaub habe ich dann wie vor durch
zweimaliges Aufdrücken  einer tesa-Klebefolie entfernt. Dann habe ich mit einer dm ebelin Polierfeile die Schleiffläche weiter gereinigt, geglättet und poliert. zum Schluss habe ich die
polierte Fläche noch mit Wundbenzin abgetupft.

Dünnschliff-Dicke und-Transparenz:

Bei der Dünnschliff-Herstellung habe ich das erste Präparat bis zur Dicke der Holzschicht einschließlich dünner Kleberschicht von ca. 10 µm abgeschliffen.
( Mikrofotos 3 + 4 mit Objektiv PL APO 6.3/0.20 ). Das Präparat war bei Durchlichtbeleuchtung mit HAL 12 V 100 W nicht transparent, sondern nur aufgehellt. Es musste maßgeblich
mit zusätzlichem schrägen Auflicht beleuchtet werden, damit ich die netzartigen Strukturen erkennen konnte.
Das 2. Präparat habe ich dann nur noch bis zur Dicke von ca. 30 µm abgeschliffen. ( Mikrofotos 1 + 2 mit Objektiv PL 2.5/0.08 ).
Beim Beseitigen des Schleifstaubs mit der Klebefolie muss man sehr vorsichtig vorgehen, sonst reißt man beim Abziehen Holzstücke des dünnen Schliffs ab !
Die Dünnschliff-Dicken wurden mit einer Bügelmessschraube ( Ablesung 0,01 mm ) gemessen.

Die Mikrofotografie erfolgte am Leitz Orthoplan mit Durchlicht HAL 12 V 100 W und zusätzlich schrägem Auflicht mit einer dreiarmigen Leica Kaltlichtquelle KL1500 electronic mit
Focussiervorsätzen, Joghurtbecher-Diffusor und der digitalen Kompaktkamera Canon PowerShot G11 mit Eigenbau-Adapter.

Achtung !

Da das Makassar Ebenholz allergen wirkende Inhaltsstoffe hat, sollten empfindliche Personen bei den Schleifarbeiten der Dünnschliff-Herstellung geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen !


Nachstehend zeige ich die vorgenannten 4 Mikrofotos der Ebenholz-Dünnschliffe:












Fazit:

Die Ebenholz-Dünnschliffe bringen beim Vergleich mit den Anschliffen etwas deutlichere Bilder, jedoch gewinnt man keine neuen Erkentnisse !


Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer

limno

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Re: " Ebenholz "
« Antwort #22 am: April 16, 2018, 16:46:31 Nachmittag »
Hallo Jürgen,
jetzt also doch Dünnschliffe statt Dünnschnitte, wie ich gemutmaßt hatte, auch wenn ich von der Praxis keine Ahnung habe.
Sehen sehr gut aus! 8)
Edelgrüße von
Heinrich
So blickt man klar, wie selten nur,
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Schrodt

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Re: " Makassar Ebenholz "
« Antwort #23 am: April 27, 2018, 16:38:55 Nachmittag »
Hallo Mikrofreunde,

da der Ebenholz-Beitrag jetzt schon oft aufgerufen worden ist, hat der " rotbraune Streifen des Makassar Ebenholzes " ein besseres Bild verdient, als das vorhandene Mikrofoto ohne Anspruch an die Bild-Qualität !

Ich habe daher den rotbraunen Streifen mit dem Objektiv PL 1/0.04 und Joghurtbecher-Diffusor noch einmal fotografiert und stelle davon das nachstehende Mikrofoto ein.

Außerdem ändere ich die Beitragsüberschrift wieder in " Makassar Ebenholz ", da ich nach den eingehenden Untersuchungen keinen Zweifel mehr habe, dass das der richtige Handelsname der Holzprobe ist.





Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer
« Letzte Änderung: April 27, 2018, 16:41:30 Nachmittag von Schrodt »

Schrodt

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Re: " Makassar Ebenholz "
« Antwort #24 am: Oktober 07, 2018, 16:01:19 Nachmittag »
Ergänzung:

Nachdem es mir im März dieses Jahres trotz Einlegen in ein Weichmacher-Gemisch und Kochen der Ebenholz-Probestücke nicht gelungen ist, Querschnitte mit der Rasierklingen-Methode anzufertigen, habe ich die Ebenholz-Probestücke über ein halbes Jahr weiterhin in das Alkohol/Glyzerin-Gemisch zum Weichmachen eingelegt.

Neue Schnittversuche zeigen, dass das extrem harte Makassar Ebenholz jetzt doch etwas weicher geworden ist !

Ich habe daraufhin mit der Rasierklingen-Methode mühsam einen Tangentialschnitt und 3 kleine Querschnitte anfertigen können. Für größere gute Rasierklingen-Querschnitte ist das Makassar Ebenholz jedoch noch zu hart, man braucht dafür sicherlich ein stabiles Grundschlittenmikrotom !

Nachstehend zeige ich Mikrofotos von dem Tangentialschnitt und den 3 Querschnitten. Die Rasierklingen-Holzschnitte sind nicht gefärbt und mit der Spiegelreflex-Mikroskopie fotografiert. Außerdem hänge ich zum Vergleich das Mikrofoto eines professionellen Mikrotom-Querschnittes von Makassar Ebenholz an, das ich mit Spiegelreflex-Mikroskopie von einem Präparat aus der Göke Präparateserie " Schöne Holzstrukturen Ausländischer Hölzer " gemacht habe.


Rasierklingen-Tangentialschnitt




3 Rasierklingen-Querschnitte








Professioneller Mikrotom-Querschnitt von Makassar Ebenholz




Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer

limno

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Re: " Makassar Ebenholz "
« Antwort #25 am: Oktober 07, 2018, 18:02:44 Nachmittag »
Guten Abend Jürgen,

angesichts Deiner einfachen Ausrüstung siehst das doch schon ganz gut aus! :)
Wie schön, dass sich das harte Holz im wörtlichen  Sinn von Deinen Bemühungen und Deiner zähen Geduld doch noch erweichen ließ!
Bravo und Grüße von
Heinrich
So blickt man klar, wie selten nur,
Ins innre Walten der Natur.

Schrodt

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Re: " Makassar Ebenholz "
« Antwort #26 am: Oktober 08, 2018, 17:27:22 Nachmittag »
Hallo Heinrich,

vielen Dank für deine anerkennenden Worte. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Das Makassar Ebenholz ist schon ein besonderes Holz. Trotz der langen und umfangreichen weichmachenden Maßnahmen hat das Holz noch immer eine außergewöhnlich große Härte und Zähigkeit, so dass
ein Schneiden mit der Rasierklinge fast unmöglich ist. Ich habe, trotz Einspannen des Holzwürfels in den Schraubstock und geübter Schnitttechnik, nur sehr mühsam mit mehreren neuen Rasierklingen 1 - 2
mm große, feine Schnitte machen können. Man sieht ja an den Mikrofotos der Querschnitte, dass nur sehr kleine Schnittbereiche transparent waren. In diesen Bereichen sind jedoch die kennzeichnenden
netzartigen Muster und die Kernstoffe in den Gefäßen eindeutig erkennbar.

Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer