Autor Thema: "metallische" Pollen, neue Erkenntnisse  (Gelesen 1727 mal)

Carsten Wieczorrek

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"metallische" Pollen, neue Erkenntnisse
« am: Januar 04, 2018, 22:55:55 Nachmittag »
Hallo,
es gibt neues von den "metallischen Pollen".

Erst mal zum Fundort/Umstand. Das Stück habe ich zwischen Wendelstein und Feucht in einem Waldstück gefunden. Es handelt sich um einen "Lesestein", der gehörte da sicher nicht hin. Dort steht Buntsandstein an. Aber eine weite Reise wird der nicht gehabt haben und ich denke, die Vermutung "fränkischer Jura" ist keine so dumme.

Ich habe ein größeres Stück, siehe Bild 1

Bild 1 : ein gereinigtes Stück Stein



mit heißem Wasser, Seife und der Wurzelbürste gereinigt. Anschließend ging es in das Salzsäurebad. Nach 10 Minuten zeigte sich folgender Anblick:

Bild 2 : Schaum nach 10 Minuten


Und nach 24 Stunden

Bild 3 : Schaum nach 24 h



Von diesem Schaum habe ich ein Röntgen-Emissionsspektrum aufnehmen können:

Bild 4 : Röntgen-Emissionsspektrum


Das Spektrum zeigt nichts ungewöhnliches, nur Sachen, die man in Kalkstein erwarten würde. Eisen ist vielleicht etwas stark vertreten, aber der Schaum ist ja auch braun. Chlor und vermutlich auch Brom dürften von meiner Salzsäure kommen.

Den Schaum habe ich gesammelt, gewaschen, durch ein 45µm Sieb gewaschen und alle Phasen unter dem Mikroskop untersucht: im Filtrat nichts, am Boden aller Probenflaschen nichts, nur auf der Wasseroberfläche der ausgespülten Siebprobe fanden sich diese faltigen Objekte. Nicht nur rund, es gibt nicht nur unterschiedliche Größen, auch unterschiedliche Formen.

Und dann habe ich das Deckgläschen mit einer Pinzette sehr fest auf den Objektträger gepresst. Und dann dass: ich kann nur noch Tropfen einer zähflüssigen, nicht mit Wasser mischbaren Flüssigkeit finden. Nennen wir es mal "Öl". Neben den Öltröpchen lassen sich oft Reste der faltigen Membran finden. Und es scheint möglich zu sein, dass sich diese Membran in Wasser neu bildet, siehe Bild 12.

Ein "Ölcontainer" würde natürlich auch das Schwimmverhalten erklären. Und vermutlich eine Erkennung per Anschliff/Dünnschliff unmöglich machen.

Also, wir wissen nun mehr, aber:

Da steh' ich nun, ich armer Tor, und bin (etwas) so klug(er) als wie zuvor!

Weiter bringt mich das wirklich nicht, aber ich baue auf das Forum.

Viel Spaß beim Betrachten und weiter Rätseln,

Carsten



Bild 5 : Ölblasen?



Bild 7 : Ölblasen?



Bild 8 : Ölblasen?



Bild 9 : Ölblasen?



Bild 10 : Ölblasen?



Bild 11 : Ölblasen?



Bild 12 : Bildung einer neuen Membran



Für's grobe : GSZ 1
Zum Durchsehen : Amplival Hellfeld, Dunkelfeld, INKO, Phasenkontrast
Zum Draufsehen : Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Polarisieren : Amplival Pol u Auf-/Durchlicht
Für psychedelische Farben : Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : Epival Interphako

reblaus

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Re: "metallische" Pollen, neue Erkenntnisse
« Antwort #1 am: Januar 04, 2018, 23:27:22 Nachmittag »
Hallo Carsten -

woraus besteht denn die schöne rote Schüssel in der du das Säurebad durchgeführt hast?

Viel Erfolg bei weiteren Analysen!

Rolf

Carsten Wieczorrek

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Re: "metallische" Pollen, neue Erkenntnisse
« Antwort #2 am: Januar 04, 2018, 23:31:35 Nachmittag »
Hi,
die habe ich nicht analysiert. Aber die erste Probe, die aus dem ersten Thread, habe ich in einem Glas-Becherglas aufgelöst. Ich verstehe Deine Idee, würde die aber ausschließen. Bin aber gerne bereit, den Versuch in einer Glasschüssel zu wiederholen (man, das gibt Schläge von der Ehefrau...)

Carsten
Für's grobe : GSZ 1
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reblaus

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Re: "metallische" Pollen, neue Erkenntnisse
« Antwort #3 am: Januar 05, 2018, 00:17:11 Vormittag »
Ölhaltiges Gestein? Mini-Fracking?
Ja, warum nicht ....

Gruß

Rolf

Horst Wörmann

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Re: "metallische" Pollen, neue Erkenntnisse
« Antwort #4 am: Januar 05, 2018, 09:41:29 Vormittag »
Hallo Carsten & Rolf,
solche merkwürdigen Membranen und Schäume habe ich früher oft an Diesel- und Heizölreklamationsproben gefunden, an der Grenzfläche Wasser/öl, oft bei Bakterienbefall.
Kannst Du mal versuchen, ob sich etwas in organischen Lösemitteln tut? Xylol oder Hexan?
Viele Grüße
Horst

hugojun

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Re: "metallische" Pollen, neue Erkenntnisse
« Antwort #5 am: Januar 05, 2018, 11:15:29 Vormittag »
Ja Carsten,
Die organische Herkunft ist wohl somit bewiesen und meine Vermutung im parallel-Thema     ( original „metallische Pollen“ ) überholt.

Jürgen :-\

Mein Vorstellung http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=30487.0
« Letzte Änderung: Januar 05, 2018, 13:14:24 Nachmittag von hugojun »