Autor Thema: Monatstreffen des MKB Bonn - 15.03.2018 - Ökologie d. Wimpertiere d. Hellenmaar  (Gelesen 859 mal)

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    • Mikroskopisches Kollegium Bonn
Liebe Interessenten,

das Mikroskopische Kollegium Bonn lädt ein zu seinem nächsten Monatstreffen:

Ökologie der Wimpertiere der Hellenmaar bei Bornheim
Referent: Dipl.-Physiker Thilo Bauer
                MKB

Die Hellenmaar ist unscheinbares, sumpfiges Kleingewässer in der Ville bei Bornheim.
Zwischen geschützten Pflanzen und Tieren, Wildschweinspuren, Fröschen und im Wandel der Jahreszeiten bevölkern viele Arten von Wimper- tieren - lateinisch: Ciliata - die Maar. Von der Hellenmaar und der Geschichte der Umgebung geht die Reise zu einem Einzelfund im Jahre 2015. Eine spektakulär hohe Dichte bestimmter Arten von Ciliaten begründete ein spannendes Langzeitprojekt für ein Monitoring zur Erfor- schung der Ökologie der Ciliaten. Das Projekt wird unter anderem unterstützt von Catherine Fehse von der Universität Bonn INRES und dem Amt für Natur- und Landschaftsschutz des Rhein-Sieg Kreises.
Ciliaten sind einzellige Organismen mit einem besonders interessanten Zellaufbau. Sie zeigen eine typische Bewimperung, die der Fortbewe- gung und Nahrungsaufnahme dient Die Ernähr- ungsgewohnheiten der Ciliaten umfassen sehr viele Arten von Vegetariern, Bakterienfressern und Räubern. Bestimmte Arten leben sogar in Symbiose mit Algen, die in der Zelle eingeschlossen sind. Die spannende Reise berichtet über Überlebensstrategien und hohe Spezialisierung der Ciliaten zwischen Moosen und Gewässer. Eindrucksvolle Fotobelege zeigen die Population im Wechsel von Jahreszeiten, Trocken- und Nass-Phasen.
Die fotografische Versilberung ist eine Methode zur Bestimmung der Arten. Erstaunliche Einblicke in die Zellbiologie liefert die ergänzende Fluores- zenzmikroskopie. Seit einiger Zeit wird die Art- bestimmung der Ciliaten zur Bestimmung des Saprobienindex in der Gewässeranalyse einge- setzt. Hierfür existiert sogar eine DIN Norm.
Die überraschende Einsicht, dass selbst einzellige, endemische Arten unter den Wim- pertieren in anderen Kleingewässern bereits unter Naturschutz gestellt wurden, zeugt von dem hohen Stellenwert, den diese Lebewesen heute besitzen.

Wir treffen uns am Donnerstag, den 15.03.2018 ab 18:00 Uhr im Steinmann-Institut der Universität Bonn. Die Veranstaltung dauert bis etwa 21:00 Uhr und anschließend besteht die Möglichkeit zum "Nachsitzen" in gemütlichen Runde in einem nahe gelegenen Lokal.

Weitere Informationen gibt es auf unserer Webseite unter Termine:
http://www.mikroskopie-bonn.de/termine/

Gäste sind wie immer willkommen.

Herzliche Grüße
Jörg
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Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM