Autor Thema: Aus einer Moosprobe  (Gelesen 1180 mal)

anne

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Aus einer Moosprobe
« am: März 12, 2018, 18:14:57 Nachmittag »
Hallo Foristen,
in meiner Moosprobe habe ich dieses Wesen gefunden.
Es sind nur schnelle Schnappschüße, es war sehr flink unterwegs und hat sich auch viel um die eigene Achse gedreht.
Was ist das?



lg
anne

plaenerdd

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Re: Aus einer Moosprobe
« Antwort #1 am: März 12, 2018, 20:10:05 Nachmittag »
Hallo Anne,
das sieht aus wie ein Wimperntier in Teilung. Welches kann ich Dir nicht sagen. Vielleicht meldet sich ja Martin Kreuz noch.
LG Gerd
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: CZJ-Nf mit Phv, Pol, DF, HF; Auflicht: CZJ-Nf, Stemi: MBS-10; Inverses Mikroskop: Nikon TMS; Reisemikroskope: KMC aus Rathenow Umbau für Normobjektive und LOMO-Nachbau des Lr-Statives von Zeiss-Jena

Stephan Hiller

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Re: Aus einer Moosprobe
« Antwort #2 am: März 13, 2018, 00:20:09 Vormittag »
Hallo Anne,

vielleicht auch ein Konjugationsstadium zweier Ciliaten. Zur Spezies möchte ich mich aber nicht äußern. Da bräuchte man Aufnahmen auf denen der Oralbereich deutlicher zu sehen ist. 

Stephan

anne

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Re: Aus einer Moosprobe
« Antwort #3 am: März 13, 2018, 08:13:12 Vormittag »
Hallo Stephan  und Gerd,

erst mal danke!
Leider war die Schichtdicke viel zu hoch um differenzierte Aufnahmen zu machen, hätte ich dann Wasser abgezogen, wäre das Tier bestimmt auch weg gewesen.
Da es für mich so "exotisch" aussah, habe diese schnellen Shnappschüße gemacht.
Für mich als Laien sah es nicht aus wie etwas in der Teilungsphase, die Bewegungen waren anders als die die ich bisher gesehen haben.

lg
anne



limno

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Re: Aus einer Moosprobe
« Antwort #4 am: März 13, 2018, 11:20:56 Vormittag »
Hallo Anne,
augenscheinlich handelt es sich hier um einen "unfreundlichen Akt", denn es sind ja zwei unterschiedliche Arten, die eng beieinander bleiben. Das angreifende Tierchen (geschnäbeltes Hinterende) wird größer - die Beute schrumpft.Beim Angreifer scheiden die Gattungen Teucrophrys (Dreizack) und Diceras  aus; das Hinterende ist bei ihnen abgerundet, aber in diesem systematischen Umfeld ist der Räuber vielleicht zu suchen. Soweit meine Vermutung.
Mit vielen Mikrogrüßen und Dank für die interessante Knobelaufgabe
Heinrich

anne

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Re: Aus einer Moosprobe
« Antwort #5 am: März 13, 2018, 12:56:22 Nachmittag »
Hallo Heinrich,
schau Dir mal das letzte Bild an, rechts unten.
Da sieht man aus meiner Sicht am besten, dass es nur "Eines" ist, das war zumindest mein Eindruck.
Ich dachte es gibt evtl. ein Tierchen welche so aussieht?
Ich stelle später das letzte Bild nochmals einzeln ein.

lg
anne
« Letzte Änderung: März 13, 2018, 14:47:58 Nachmittag von anne »

anne

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Re: Aus einer Moosprobe
« Antwort #6 am: März 13, 2018, 14:49:17 Nachmittag »
Hallo zusammen,
hier noch ein Bild mit dem 40er und 3 Bilder mit dem 20er Objektiv, evtl. hilfts?

40er:



20er:






lg
anne

limno

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Re: Aus einer Moosprobe
« Antwort #7 am: März 13, 2018, 15:30:15 Nachmittag »
Hallo Anne,
bis zum Beweis des Gegenteils bleibe ich dabei: das sind zwei  verschiedene Arten -siehe Deine ersten zwei Bilder! Da sind -wenn auch etwas unscharf- die Zellgrenzen noch  gut zu erkennen. Die küssen sich nicht, sondern ein Tierchen saugt das andere aus! Und die Schwimmtauglichkeit dieses "Mikro- Wolpertingers" bezweifle ich stark ;D
Fabelhaft fantastische Grüße von
Heinrich

reblaus

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Re: Aus einer Moosprobe
« Antwort #8 am: März 13, 2018, 15:48:36 Nachmittag »
Hallo -

könnte es sich die die Teilung einer Lacrymaria olor handeln? Hier mal eine Literaturstelle, die man so interpretieren könnte:

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1550-7408.1957.tb02515.x/abstract

Viele Grüße

Rolf

limno

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Re: Aus einer Moosprobe
« Antwort #9 am: März 13, 2018, 16:36:50 Nachmittag »
Hallo Rolf,
nein, L. olor hat ein spitzes Hinterende.
Grüße von
Heinrich

paramecium

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Re: Aus einer Moosprobe
« Antwort #10 am: Mai 19, 2018, 18:16:55 Nachmittag »
Schwer zu sagen, um was es sich dabei handelt. Ein Maßstab fehlt.

Solche Dinge habe ich schon öfter gesehen. Oft handelt es sich um Ciliaten, deren Pellikula beim Pipettieren oder Präparieren ein Verletzung erlitten. Dabei platzen die Zellen oft nicht, sondern die großflächigen Wunden werden irgendwie zuwachsen. Regenerieren werden sich solche Individuen meist erst mit der nächsten Teilung. Die Formen reichen hier von "hat einen Haken" bis "hat ein Loch". Meist haben sie sich irgendwo abgerissen oder losgerissen. Passiert gelegentlich, wenn man neben Detritus auch Sandkörner in der Probe hat. So eine perforierte, vom Sandkorn durchbohrte Zelle habe ich einmal dabei gefilmt, wie sie sich nach einer Weile losriss und mit einem ähnlichen "Haken" davon schwamm.
Arbeitsgerät: Zeiss AxioLab.A1 FL-LED
Pflegekinder: Umgebautes Zeiss Standard 14 Stativ mit Phako und Zeiss Auflicht-Fluoreszenzeinrichtung 470/365 nm

anne

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Re: Aus einer Moosprobe
« Antwort #11 am: Mai 22, 2018, 08:29:06 Vormittag »
Hallo Thilo,
das könnte eine Erklärung sein.
Vielen Dank!

lg
anne

limno

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Re: Aus einer Moosprobe
« Antwort #12 am: Mai 22, 2018, 10:19:26 Vormittag »
Liebe Ciliatenfreunde,
weil ich ebenfalls herausfinden wollte, was da zu sehen ist hatte ich Martin Kreutz eine PN geschickt.Ich erlaube mir seine Antwort wiederzugeben.
Zitat
Hallo Heinrich,

auf den Bildern des genannten Beitrages sind leider keinerlei Merkmale sichtbar, die eine Zuordnung von Familie, Gattung oder gar Art zulassen würde. Daher habe ich mich dazu auch nicht geäußert, weil man hier nur raten kann. Das einzig Sichere ist, dass es sich um einen verletzen Ciliaten handelt, wahrscheinlich verursacht beim Pipettieren. Diese "Krüppel" findet man häufig (besonders bei Stentor und Blepharisma). Für eine sichere Zuordnung müssen Bilder mit Details eines unbeschädigten Exemplares her. Du kennst ja sicher meine Beiträge und weißt, worauf man da so achten muss.

Grüße

Martin
Ich bitte um Verzeihung, dass ich es Euch erst jetzt mitteile.
Viele Mikrogrüße von
Heinrich

paramecium

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Re: Aus einer Moosprobe
« Antwort #13 am: Mai 22, 2018, 23:20:11 Nachmittag »
Hallo Anne,

Ja, es ist eine mögliche Erklärung.
In Deinen ersten Aufnahmen sehe ich allerdings auch verschiedene Individuen. Eventuell ist das Kleinere im Bild 1 oben ein Blepharisma spec. Aber in dem Tumult schwer auszumachen.

Martins Mutmaßung einer Verletzung hatte ich ja schon selbst dokumentiert.
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=30519.0

Viele Grüße

Thilo


Hallo Thilo,
das könnte eine Erklärung sein.
Vielen Dank!

lg
anne
« Letzte Änderung: Mai 22, 2018, 23:42:41 Nachmittag von paramecium »
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