Autor Thema: Kaliumtrioxalatochromat(III)-Trihydrat …  (Gelesen 1426 mal)

Heiko

  • Member
  • Beiträge: 3086
Kaliumtrioxalatochromat(III)-Trihydrat …
« am: April 01, 2018, 11:30:51 Vormittag »
… oder „Gregorys Salz“ – und da liegt der Hund auch schon begraben, denn für diese Synonym-Bezeichnung (gelesen in einer Ausstellung, wohl in Nymphenburg) vermag ich keine Referenz zu finden. Allgegenwärtig im Netz ist lediglich der Bezug eines Herrn Gregory zu einem Alkaloid.

Kann mir in dieser Sache geholfen werden?

Und nun noch der Blick in‘s unaufgeräumte Kinderzimmer, wo neben dem dichroitisch blau-grünen Chromat auch noch die Ausgangssubstanzen umeinander purzeln:







Viele Grüße,
Heiko
« Letzte Änderung: April 01, 2018, 11:41:51 Vormittag von Heiko »

Klaus Henkel

  • Member
  • Beiträge: 1824
    • Homepage der MVM
Re: Kaliumtrioxalatochromat(III)-Trihydrat …
« Antwort #1 am: April 01, 2018, 12:05:07 Nachmittag »
… oder „Gregorys Salz“ – und da liegt der Hund auch schon begraben, denn für diese Synonym-Bezeichnung (gelesen in einer Ausstellung, wohl in Nymphenburg) vermag ich keine Referenz zu finden. Allgegenwärtig im Netz ist lediglich der Bezug eines Herrn Gregory zu einem Alkaloid.


Hallo Heiko!
In 0,47 sec schafft der Gockel 24.500 Quellenangaben herbei. Hier die erste, zu Gregorys Salz, aber es gibt noch viele weitere:
Vorlesungen über Materia medica ; Erster Theil, Enthaltend die ...https://books.google.de/books?id=pIVgAAAAcAAJJonathan Pereira - 1839Dieses Salz darf nicht mit dem gewöhnlichen in den Läden verkäuflichen salz saurem Morphium, das in der Regel aus salzsaurem Morphium und Kodein besteht, verwechselt werden. Das letztere wird in England auch zu seiner Unterscheidung Gregory's Salz oder Gregory's salz saures Morphium genannt (Gregory's salt ...

Ostergrüße
KH

Heiko

  • Member
  • Beiträge: 3086
Re: Kaliumtrioxalatochromat(III)-Trihydrat …
« Antwort #2 am: April 01, 2018, 18:15:19 Nachmittag »
Ebenfalls herzliche Ostergrüße, Herr Henkel.

Der Gockel, der bei mir schuftet (und wohl etwas übertreibt), „findet“ 5.220 Ergebnisse in 0,28 Sekunden. Leider geht es ihm dabei zu sehr um’s Morphin. Gesucht ist aber der Bezug zu diesem Chromat, so es den denn gibt.

Viele Grüße,
Heiko

stefan.p

  • Member
  • Beiträge: 16
Re: Kaliumtrioxalatochromat(III)-Trihydrat …
« Antwort #3 am: April 02, 2018, 00:59:37 Vormittag »
Hallo Heiko,

schöne Kristalle!  :)

Nach längerer Suche habe ich per Umweg über die Kristallstruktur (https://doi.org/10.1107/S0365110X52000575) folgenden Artikel eines Herrn C. Rammelsberg von 1854 auftreiben können:

https://doi.org/10.1002/andp.18541690904

Darin findet sich u.a. folgende Angabe auf S. 50:

"Oxalsaures Chromoxyd-Kali
(3KC+CrC3)+6aq
Das in Rede stehende ist das blaue von Gregory entdeckte Doppelsalz, während das rothe von Croft beschriebene = (KC+CrC3)+8aq ist. Die schwarzen und mit blauer farbe durchsichtigen Krystalle sind isomorph mit dem Eisenoxyd-Kali- und Ammoniaksalze."


(Ein weiteres Zitat aus dem Acta-Cryst-Artikel ist noch "Schabus, J. (1854) Jber. Fortschr. Chem. 392", aber da komme ich online nicht dran.)

Viele Grüße
Stefan

Edit:

Hier findet sich noch was: https://doi.org/10.1080/14786443508648758

"[...] Oxalate of Chromium and Potash. This remarkable salt was put into my hands about the end of the year 1832, by Dr. William Gregory, of Edinburgh, to whom I have been indebted for much kind assistance in carrying on my inquiries [...]"

Es wird also der gleiche Gregory gewesen sein wie mit dem Morphin: https://de.wikipedia.org/wiki/William_Gregory_(Chemiker)

« Letzte Änderung: April 02, 2018, 09:18:21 Vormittag von stefan.p »

Heiko

  • Member
  • Beiträge: 3086
Re: Kaliumtrioxalatochromat(III)-Trihydrat …
« Antwort #4 am: April 02, 2018, 10:59:22 Vormittag »
Großartig Stefan,
 
sei ganz herzlich bedankt für Deine Mühe.
„Das in Rede stehende ist das blaue von Gregory entdeckte Doppelsalz, während das rothe von Croft beschriebene …“ – dazu gibt es hier die Erklärung: http://wwwchem.uwimona.edu.jm/lab_manuals/c10expt15.html
Wie das rote trans-Diaquabis(oxalato)chromat(III) mikrochemisch zu bewerkstelligen ist, entzieht sich momentan allerdings noch meiner Vorstellung.

Viele Grüße,
Heiko

leok27

  • Member
  • Beiträge: 4
Re: Kaliumtrioxalatochromat(III)-Trihydrat …
« Antwort #5 am: Januar 05, 2019, 14:48:46 Nachmittag »
Hey Heiko,
Die Bilder sind ziemlich cool!
Ich habe mich extra hierfür in diesem Forum registriert :)
Ich halte demnächst einen Vortrag über die Darstellung von Kaliumtrioxalatochromat(III)-trihydrat
und die Kristalle würden sich wirklich gut auf den Folien machen.
Dürfte man die verwenden? Mit Quellenangabe natürlich!
Ich würde mich freuen, wenn du mir nochmal privat Bescheid gibst :)

Neujahrsgrüße.
Leon

Klaus Herrmann

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 13262
  • ∞ λ ¼
Re: Kaliumtrioxalatochromat(III)-Trihydrat …
« Antwort #6 am: Januar 05, 2019, 15:53:05 Nachmittag »
Hallo Leon, dein Vortrag wäre natürlich auch interessant. Würdest du ihn denn - nachdem du ihn gehalten hast natürlich - hier einstellen?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

leok27

  • Member
  • Beiträge: 4
Re: Kaliumtrioxalatochromat(III)-Trihydrat …
« Antwort #7 am: Januar 05, 2019, 16:21:05 Nachmittag »
Hey Klaus,
Theoretisch würde das gehen,
ich bezweifle jedoch, das der Vortrag inhaltlich auf dem Niveau einer "richtigen" wissenschaftlichen Diskussion sein wird.
Das Ganze ist eine benotete Teilaufgabe eines Praktikums zur Allgemeinen und Anorganischen Chemie im ersten Semester.
Um genau zu sein haben wir insgesamt fünf vorzustellende Präparate/Experimente auf circa 20 Minuten aufgeteilt...
Sprich es bleiben gerade mal vier Minuten für das besagte Präparat übrig, was ich an sich schade, aber gleichzeitig auch verständlich finde.
Es geht im Grunde genommen nur um einen stark reduzierten Einstieg in das Erstellen von wissenschaftlichen Vorträgen und Texten.
Viel mehr als ein wenig Redoxchemie, Labordurchführung und Gefahrensätze ist nicht zu erwarten :/

(noch) amateurhafte Grüße. ;)
Leon

Klaus Herrmann

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 13262
  • ∞ λ ¼
Re: Kaliumtrioxalatochromat(III)-Trihydrat …
« Antwort #8 am: Januar 05, 2019, 16:41:25 Nachmittag »
Hallo Leon, jeder Chemiker fängt mal im 1. Semester an, war bei mir auch nicht anders. Wäre dennoch interessant - die Gefahrensätze könntest du weg lassen, die brauchen wir nicht.

Auf jeden Fall viel Erfolg!

Bei meiner Tochter, die in Reutlingen Chemie studiert hat waren alle Vorträge in Englisch zu halten. Heute ist sie froh drum.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Heiko

  • Member
  • Beiträge: 3086
Re: Kaliumtrioxalatochromat(III)-Trihydrat …
« Antwort #9 am: Januar 05, 2019, 16:45:44 Nachmittag »
Hallo Leon,

die Fotos darfst Du gerne verwenden.
Und Klaus hat bereits formuliert, was auch mein Ansinnen ist, nämlich die Vorstellung Deines Präparats hier im Forum. Dabei brauchst Du Dir über „irgendein Niveau“ einerlei Gedanken zu machen – schließlich hatte ich das Zeuch lediglich auf dem Objektträger zusammengerührt.  :D

Viele Grüße,
Heiko

leok27

  • Member
  • Beiträge: 4
Re: Kaliumtrioxalatochromat(III)-Trihydrat …
« Antwort #10 am: Januar 05, 2019, 16:57:56 Nachmittag »
Na wenn das so ist.
Mal schauen, was die Punkte sagen :)
Wenn das abgesegnet wird, lade ich die Folien mal hoch.
Bei 0 Punkten wäre das denke ich hinfällig ^^
Aber danke an euch beide!
Was schreibe ich denn bei den Bildern als Quelle hin? O.o
"Heiko aus dem Internet" macht sich glaube ich schlecht.
Vielleicht bin ich etwas zu dreist, aber hättest du vielleicht noch deinen Nachnamen für mich?
Eventuell per Mail o.Ä. geschickt?


Grüße.
Leon

PS: Bei mir hängt noch ein kleines "Bio" an der "Chemie" ;)

plaenerdd

  • Member
  • Beiträge: 2372
  • Dresdener (Exilmecklenburger)
Re: Kaliumtrioxalatochromat(III)-Trihydrat …
« Antwort #11 am: Januar 05, 2019, 18:55:26 Nachmittag »
Hallo Heiko,
noch eine Frage zur Entstehung der sehr ästhetischen Fotos (wäre wirklich schade wenn jemand die Kinderstube vorher aufgeräumt hätte): Es sieht für mich so aus, als würde der OT ,auf dem Du das "angerührt" hast, schräge stehen, also hochkant auf dem Obkjettisch stehen oder täuscht das? Stehen die Kristalle frei im Raum oder liegen die?
Beste Grüße
Gerd
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: CZJ-Nf mit Phv, Pol, DF, HF; Auflicht: VERTIVAL, Stemi: MBS-10; Inverses: Willovert mit Ph

Heiko

  • Member
  • Beiträge: 3086
Re: Kaliumtrioxalatochromat(III)-Trihydrat …
« Antwort #12 am: Januar 05, 2019, 19:38:22 Nachmittag »
Alles liegt – nicht nur im Auge des Betrachters.

Hallo Gerd,

gerne gebe ich aber zu, dass wenigstens zwei Merkmale der Fotos diesen Eindruck heraufbeschwören.

Viele Grüße,
Heiko

leok27

  • Member
  • Beiträge: 4
Re: Kaliumtrioxalatochromat(III)-Trihydrat …
« Antwort #13 am: Januar 30, 2019, 14:39:37 Nachmittag »
Sooo,
Zum Versprochenen:
Den Vortrag hab ich hinter mir. Die Note war durchaus erfreulich ;)
Leider sind sowohl Folien als auch die Bilder, die wir während der Herstellung gemacht habt, etwas zu groß für den Anhang. Die Bilder könnte ich zwar noch herunterskalieren, aber es kann sein, dass ich sowieso ein detailliertes Protokoll verfassen muss, was sich dann auch nur auf Kaliumtrioxalatochromat(III)-Trihydrat beschränken würden (wenn ich Glück habe). Mein Angebot wäre also, wenn ich über jenes Präparat schreiben müsste, dass ich einfach diese Versuchdurchführung hochlade. Mitte März ist glaube ich die Frist hierfür.
Vielen Dank nochmal an euch!

Viele Grüße
Leon