Autor Thema: Micrasterias thomasiana (?) im DF, Pol, 3D und Fluoreszenz  (Gelesen 896 mal)

koestlfr

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Re: Micrasterias thomasiana (?) im DF, Pol, 3D und Fluoreszenz
« Antwort #15 am: Mai 16, 2018, 18:55:39 Nachmittag »
Hallo Anne!

Welchen Würfel hast du wirklich im Auflichtkondensor? Ich finde keinen der die Bezeichnung FITCR hat ...

Der Filterwürfel FitC/MNIB hat z.B. die Werte: IB   U-MNIB   470-490   505   515IF--

Wenn ich mir dazu das Datenblatt zur LED Cree XR-E royal blue ansehe, dann fällt mir der enge Frequenzbereich auf, der nicht perfekt mit diesem Filter harmoniert!

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wenn du eine breitere, stärkere LED z.B. eine 12W nimmst, muss es hell im Bino werden - entschuldige bitte die einfache Ausdrucksweise.

Andererseits sind auch Halogenlampen gerade in diesem Spektralbereich recht brauchbar, habe ich früher gemacht - das könntest du vielleicht einmal versuchen. Am BX kann man das Halogenlampenhaus auch für Auflicht verwenden - ich weiss allerdings nicht, ob das auf deinem Vanox auch so einfach geht.

Zu Allerletzt noch, du kannst für die HBO auch ein Vorschaltgerät von einem anderen Hersteller verwenden, Hauptsache er passt zur Lampe - man muss halt einen anderen Stecker montieren.
« Letzte Änderung: Mai 16, 2018, 19:57:59 Nachmittag von koestlfr »
Liebe Grüße
Franz

reblaus

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Re: Micrasterias thomasiana (?) im DF, Pol, 3D und Fluoreszenz
« Antwort #16 am: Mai 16, 2018, 19:58:11 Nachmittag »
Hallo Anne & Franz -

gerade habe ich in meinen alten Rechnungen  (verflixt - ist schon fast 3 Jahre her) gewühlt und gesehen, dass ich damals keine Cree XR-E sondern eine XT-E bestellt hatte. Diese kann mit 1500 mA belastet werden, aber wenn sich seither nichts geändert hat wird sie immer noch mit der Billiglösung (Steckernetzgerät über einen Vorwiderstand) vorsichtshalber nur mit ca. 800 mA betrieben. Da ließe sich also noch mehr rausholen, aber ich fürchte, das macht den Kohl nicht fett, denn die Optik der HBO-Leuchte ist natürlich nicht ideal für die LED und da kann einiges verloren gehen.

Ich selbst benutze für diese LED einen Zeiss Filtersatz mit Erregerfilter 450-490 nm und Strahlenteiler 510 nm und hatte damit immer reichlich Chlorophyll-Fluoreszenz.

Aber noch ein Tipp:
Die stärkste C-Fluoreszenz erhält man i.A., wenn das Objekt vorher eine halbe Stunde verdunkelt war. Bei der Beleuchtung geht sie binnen 1 min stark zurück (lies mal unter Kautsky-Effekt nach). Das kann wiederholt werden. Aber mit Zieralgen habe ich natürlich keine Erfahrung

Viele Grüße

Rolf


anne

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Re: Micrasterias thomasiana (?) im DF, Pol, 3D und Fluoreszenz
« Antwort #17 am: Mai 16, 2018, 22:28:58 Nachmittag »
Hallo Rolf,
danke fürs nachschauen!
du warst ja meine Rettung, da mein Lampenhaus einen derart exotischen Stecker hat, dass die Chance auf das richtige Vorschaltgerät gegen 0 ging.
Da ich äußerst selten die Fluoreszenz nütze, ist dies allemal genug!
Hallo Franz,
ich werde den Würfel mal ausbauen und schauen ob ich noch genauere Informationen darauf finde.

lg
anne

Hier noch letzte Bilder:
Spagnum mit und ohne Acrinodinorange:



« Letzte Änderung: Mai 16, 2018, 23:05:14 Nachmittag von anne »

paramecium

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Re: Micrasterias thomasiana (?) im DF, Pol, 3D und Fluoreszenz
« Antwort #18 am: Mai 18, 2018, 00:08:50 Vormittag »
Hallo zusammen,

FITC Filter dienen der Blauanregung und besitzen typisch eine Mittenwellenlänge von 470 nm für die Anregung, meist 450-490 nm (wie die Bilder von Franz übrigens gut zeigen). Beim echten FITC Filtersatz ist zudem nur die Grünanregung vorgesehen. Rotes Licht wäre mit einem solchen Filter nicht zu beobachten. Allerdings ist bei einigen Anbietern diese Abgrenzung weniger scharf, was die Identifikation der Filter nur bei Kenntnis der Filterkurve eindeutig werden lässt. Augen auf daher in der Bucht.

Für die Beobachtung des gelben und roten Spektralbereichs sind Blauanregungen mit Langpass erforderlich. Solche Filtersätze haben die gleiche Anregungswellenlänge wie ein FITC Filter, für die Emission werden jedoch Kantenfilter eingesetzt, die meist Lichtwellen ab 510 nm bis in den roten Bereich durchlassen. Dies entspricht auch eher den von Franz dargestellten Verlauf der Emission der abgebildeten Filtersätze.

Für beide Filter ist eine LED mit 470 nm Peak Wellenlänge erforderlich.

Die Auswahl einer LED "Royal Blue" klingt zwar edler, ist aber definitiv die falsche Wahl für beide genannten Filtersätze. Typischerweise liegt die Peak-Emission dieser "königlichen" Farbe bei 430-450 nm. Damit strahlt eine solche LED gerade am kurzwelligen Ende des Bandpassfilters für die Emission eines FITC Filterwürfels. Das hat zur Folge, das nur wenig Licht durch den Anregungungsfilter in die Probe gelangt, nämlich der langwellige "Schwanz" der LED Emission.

Das ist wohl die eigentliche Erklärung für die beobachtete, schwache Fluoreszenz. Normalerweise ist die Fluoreszenz des Chlorophylls derart ausgeprägt, dass sie alles andere überstrahlt.

Für welchen der beiden genannten Filtersätze auch immer, sollte der tatsächliche spektrale Verlauf der Filter ermittelt werden und vermutlich gegen eine LED mit 470 nm getauscht werden. Royal Blue ist für solche Filtersätze eine zwar oft gelesene, aber dennoch falsche Empfehlung. Es gibt eigentlich nicht viele Filtersätze, die sich für eine königlich blaue LED eignen. Diese sind auch seltener am Markt zu finden.

Anhand der Aufnahmen von Anne und der gesehenen roten Anregung, tippe ich auf einen Filtersatz mit Blauanregung und Langpass, nicht jedoch auf einen echten FITC Filter, der in der Regel nur grüne Emission darstellt. FITC Filter sind bwusst so konzipiert, dass keine anderen Anregungsfarben durchgelassen werden und etwa gelbe und rote Autofluroeszenz unterdrückt bleibt, um beispielsweise grüne Fluorochrome in Pflanzenzellen zu studieren, ohne dass sie von erheblich helleren Chlorophyll überstrahlt werden.

NB: FITC ist die Abkürzung für Fluorescein-Isothiocyanat, ein von Fluorescein abgeleiteter Farbstoff, der wie Fluorescein selbst grün fluoresziert. Meist verwendet man beide Fluorochrome heute nur noch als Farbstoffindikator der chemisch an andere Substanzen gebunden ist, welche die eigentlichen zu studierenden Reaktionen eingehen. Wegen der Neigung zum Ausbleichen werden neuerdings andere Derivate wie Alexa als Farbstoffindikator eingesetzt.

Gruß

Thilo
« Letzte Änderung: Mai 18, 2018, 00:26:56 Vormittag von paramecium »
Arbeitsgerät: Zeiss AxioLab.A1 FL-LED
Pflegekinder: Umgebautes Zeiss Standard 14 Stativ mit Phako und Zeiss Auflicht-Fluoreszenzeinrichtung 470/365 nm