Autor Thema: Spielereien mit Diatomeen im Dunkelfeld  (Gelesen 988 mal)

Carlos

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Spielereien mit Diatomeen im Dunkelfeld
« am: September 06, 2018, 20:31:08 Nachmittag »
Hallo,
Nach langer, Hitze bedingter Pause  (40° im Hobby-Raum!) habe ich mal wieder mit meinem Mikroskop spielen können. Dabei interessierte mich, wie ich ein akzeptables Dunkelfeld mit meinem Leitz-63-fach-Trocken-Objektiv (Achromat) erreichen kann. Schwierigkeiten bestehen vor allem dabei durch Überstrahlung und geringer Tiefenschärfe des Objektivs bzw. mangelnder plan Lage der Objekte.
Als Objekt diente mir ein Lago-Maggiore-Diatomeen-Präparat (Dank an H. Ringel). Als Kondensor wurde ein Leitz Dunkelfeldkondensor (geölt, Apertur ca.1,2 ) eingesetzt. Als Kamera habe ich eine 5MP Touptek-Okular-Kamera (mit Tandem-Optik aus Periplan 10X GF und 17 mm Plössl) verwendet. (Bildbreite jeweils 11/100 mm)
Hier nun einige Bilder (unkommentiert)














Gruß Carlos
« Letzte Änderung: September 07, 2018, 06:26:53 Vormittag von Carlos »

Klaus Herrmann

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Re: Spielereien mit Diatomeen im Dunkelfeld
« Antwort #1 am: September 06, 2018, 22:06:36 Nachmittag »
Hallo Carlos,

die Gefahr bei DF ist, dass die Objekte überstrahlt sind.
hab mal ein Bild ein wenig nachbearbeitet. Noch nicht toll, aber die Unschärfe ist schwer zu korrigieren

Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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xf00741

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Re: Spielereien mit Diatomeen im Dunkelfeld
« Antwort #2 am: September 06, 2018, 23:18:38 Nachmittag »
Hoi


Ich habe auch mal einen Schnellschuss gewagt, von wegen der Schärfe:





Gruss
Jörg
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Carlos

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Re: Spielereien mit Diatomeen im Dunkelfeld
« Antwort #3 am: September 07, 2018, 07:20:35 Vormittag »
Hallo Klaus, Jörg
Alle Bilder sind unbearbeitete Einzelbilder. Scharf gestellt wurde jeweils auf ein Objekt. Es ging mir u. A. darum, schwach strahlende und stark strahlende Objekte, wie man sie im Bino nebeneinander sieht, auch im Bild zu erfassen. 
Das letzte Bild, eine  Amphipleura pellucida –Diatomee, strahlt nur schwach im Dunkelfeld, verrät aber ihre extreme Feinstruktur im Dunkelfeld durch strahlend „bläuliche“ Farbe. (Natürlich kann die Feinstruktur bei einer Apertur < 1 nicht aufgelöst werden.)
Wie und womit habt ihr das Bild nachbearbeitet? Vor allem Dein nachbearbeitetes Bild, Jörg, zeigt Details, die im Bino nur zu erahnen sind.
Gruß Carlos   
« Letzte Änderung: September 07, 2018, 09:02:34 Vormittag von Carlos »

Klaus Herrmann

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Re: Spielereien mit Diatomeen im Dunkelfeld
« Antwort #4 am: September 07, 2018, 09:57:28 Vormittag »
Hallo Carlos,

bei mir ist es glaube ich eine Windows-SW, die einfach im Paket mit drin ist. Sie hat mir ärgerlicher Weise die Canon SW zur Bildbearbeitung verdrängt. Mit der hatte ich die elegante Möglichkeit Schrift ins Bild zu bringen und das hausfraueneinfach. Also ein eher schlichtes Werkzeug. Bei Jörg kannst du davon ausgehen, dass er eine mächtigere Waffe hat und, dass er 10x so viel Ahnung hat von Rechnerzeugs wie ich. ;)

Aber man kann schon bei der Aufnahme versuchen die Ausgangsqualität zu verbessern. Bei Überstrahlungen kann man die Beleuchtung etwas dimmen oder die Leuchtfeldblende leicht schließen - was man der reinen Lehre nach bei PH und DF nicht machen soll, aber doch manchmal hilft.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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xf00741

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Re: Spielereien mit Diatomeen im Dunkelfeld
« Antwort #5 am: September 07, 2018, 10:21:38 Vormittag »
Hoi Carlos
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[/size]Ich habe Dein Bild auf die Schnelle in Photoshop geladen und dort mit Topaz Studio weiterbearbeitet. Zuerst mit dem Topaz Modul "Precision Contrast" Kontraste im Bereich Micro, Low und Medium erhöht, sowie im Bereich High ein Absenkung vorgenommen, dann mit dem Modul "Precision Detail"  in den Bereichen Small, Medium und Large Detail Anpassungen vorgenommen und zum Abschluss mit dem Modul "Sharpen" und der Funktion "Lens Deblur" den Abschluss gemacht (Lens Deblur hat am meisten gebracht), angewendet und in Photshop dann noch den Hintergrund abgedunkelt.
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[/size]Hat mich ca. 5 Minuten gekostet. Ich finde aber, dass ich es doch etwas übertrieben habe. Mit mehr Zeitaufwand kann man da auf jeden Fall noch einiges verbessern. Am meisten hat übrigens die Funktion "Lens Deblur" gebracht.
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[/size]Wie aber Klaus schon geschrieben hat und was für Fotos im allgemeinen gilt: schon bei der Aufnahme möglichsteoptimal arbeiten.
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[/size]Topaz Studio kann man übrigens kostenlos testen. Wenn ein Modul gefällt, dann kann man dieses zukaufen. Es sind bereits alle Module enthalten, von denen ein Teil kostenlos ist und andere kostenpflichtig. Man kann alle 30 Tage testen und kauft nur das, was man wirklich braucht. Kann man sicherlich alles auch mit Photoshop selbst machen, aber mit Topaz geht es einfacher, dafür dann aber auch kostenpflichtig.
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[/size]Topaz Studio läuft  auch Standalone, also Photoshop ist nicht Pflicht!
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[/size]Gruss
[/size]Jörg



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Carlos

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Re: Spielereien mit Diatomeen im Dunkelfeld
« Antwort #6 am: September 07, 2018, 12:14:26 Nachmittag »
Hallo Klaus,
Zitat
Aber man kann schon bei der Aufnahme versuchen die Ausgangsqualität zu verbessern.
Genau das waren ja meine „Spielereien“.
Die Touptek-Software gestattet, vor der Aufnahme eine Reihe von Faktoren zu verändern und die Auswirkung auf die Bildqualität am PC-Monitor zu beobachten.
Für die Messung der Belichtung und den Weiß-Abgleich  kann man innerhalb des Monitor-Bildes frei wählen. Zur „Scharfstellung“ des Objekts kann man einen Bereich „heraus-zoomen“.
Ich habe im Automatik-Modus gearbeitet. Hier kann ich das Belichtungsziel verändern, die Belichtungszeit (und Farbton) wird, je nach Beleuchtungsintensität automatisch geregelt.
Im Automatik-Modus kann ich zusätzlich die Farbtemperatur nachregeln, ebenso die „Helligkeit“, die „Sättigung“, den „Kontrast“ und „Gamma“ verändern und das jeweilige Ergebnis am Monitor sehen.
Zitat
Bei Überstrahlungen kann man die Beleuchtung etwas dimmen oder die Leuchtfeldblende leicht schließen - was man der reinen Lehre nach bei PH und DF nicht machen soll, aber doch manchmal hilft.

Habe ich insofern gemacht, als ich den DF-Kondensor mit kleiner Leuchtfeldblende exakt zentriert habe und die Leuchtfeldblende dann soweit aufgezogen habe, dass gerade das Sehfeld ausgeleuchtet wurde.
Alles in Allem aber kein systematisches Vorgehen, sondern eine „Spielerei“.
Hallo Jörg,
Zitat
Hat mich ca. 5 Minuten gekostet. Ich finde aber, dass ich es doch etwas übertrieben habe.
Das irritiert mich. Bedeutet das, das bearbeitete Bild zeigt Details, die im Original nicht vorhanden sind? Ich hoffe nicht!
Gruß Carlos

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Re: Spielereien mit Diatomeen im Dunkelfeld
« Antwort #7 am: September 07, 2018, 12:24:30 Nachmittag »
Hallo Jörg,
Zitat
Hat mich ca. 5 Minuten gekostet. Ich finde aber, dass ich es doch etwas übertrieben habe.
Das irritiert mich. Bedeutet das, das bearbeitete Bild zeigt Details, die im Original nicht vorhanden sind? Ich hoffe nicht!
Gruß Carlos


Hoi Carlos


Ich meinte mit "übertrieben", dass das Bild jetzt irgendwie unwirklich, unnatürlich aussieht, da die Anpassungen auch die Farben modifiziert haben. Ich muss das noch einmal versuchen, dann aber das Bild in LAB konvertieren und die ganzen Anpassungen nur auf dem Luminanzkanal machen. Dann bleiben die Farben unangetastet.


Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass da Details gezeigt werden, die es im Original nicht gibt. Die Software verstärkt ja lediglich die Details, was bei zu agressivem Vorgehen zu einem unnatürlichen (meine Meinung) Eindruck führt. Ich kann mir eher vorstellen, dass ich sogar noch Details "vernichtet" habe.


Du kennst ja das Original. Wie wirkt das Bild im Vergleich dazu auf Dich?


Gruss
Jörg
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Carlos

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Re: Spielereien mit Diatomeen im Dunkelfeld
« Antwort #8 am: September 07, 2018, 13:53:27 Nachmittag »
Hallo Jörg,
Zitat
Du kennst ja das Original. Wie wirkt das Bild im Vergleich dazu auf Dich?
Einfach Spitze! So sollte es eigentlich sein. War es aber nicht einmal im Bino-Sehfeld!
Gruß Carlos