Autor Thema: Ideensuche: Petrologische Dünnschliffe digitalisieren  (Gelesen 1217 mal)

olaf.med

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Re: Ideensuche: Petrologische Dünnschliffe digitalisieren
« Antwort #15 am: Juli 11, 2018, 19:38:10 Nachmittag »
Zitat
Sven, da Du doch nicht quantitativ arbeitest, muss es doch wirklich keine absolut spannungsfreie Optik sein! Für solche Übersichtsaufnahmen arbeiten doch auch Mineralogen meines Wissens nur mit u.B. dem Wild M420 (also einem Makroskop) - zumindest steht eines in der Uni Bochum in der Mineralogie.

... und das ist für diesen Zweck perfekt! Es spielt übrigens garkeine Rolle ob bei diesem Gerät die Optik spannungsfrei ist oder nicht, da sich die Polarisatoren direkt unterhalb und oberhalb des Objekts befinden, die Optik sich also außerhalb des kritischen Bereichs befindet.

Herzliche Grüße,

Olaf

Bayer

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Re: Ideensuche: Petrologische Dünnschliffe digitalisieren
« Antwort #16 am: Juli 11, 2018, 19:47:12 Nachmittag »
Lieber Sven,

hatte schon das Objektiv EC Epiplan-Neofluar 1,25x/0,03 M27 an meinem AxioScope um die Dünnschliffe aufzunehmen.
Also, da war jetzt nicht der große Zugewinn zum Stemi (APO) - obwohl das Objektiv die doppelte NA hat.
Und der Ausschnitt war kleiner. Das Stemi kann halt 0,63x.
Habs dann (das Objektiv) wieder zurück gegeben.

Bis 2x nehme ich meine Dünnschliffe mit dem Stemi 508doc auf.
Deshalb ist mein nächstes Objektiv wahrscheinlich ein 2,5x oder 5x.
Aber keins mit niedriger Vergrößerung - da bleibe ich beim Stemi.

Und wenn Du von "hochauflösend" sprichst - denke auch an die entsprechende Digitalkamera ;-)
Was da Sinn macht kann man dann anhand der NA des Objektivs berechnen.

Aber noch etwas anderes: Robert Gill macht alle seine Übersichtsaufnahmen mit Makroobjektiven - ohne Mikroskop.

Beste Grüße
Christian
Stemi 508doc
AxioScope.A1
Nikon D850

Bayer

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Re: Ideensuche: Petrologische Dünnschliffe digitalisieren
« Antwort #17 am: Juli 11, 2018, 20:08:43 Nachmittag »
Lieber Sven,

habe mir gerade mal das Prospekt vom Leica M420 angeschaut - das ist schon beeindruckend.

- hat wohl auch einen 0,63x Zoomfaktor (das reicht locker in Kombination mit einer 1,25x Nachvergrößerung)
- senkrechter Strahlengang
- apochromatischen Zoomobjektiv
- hohe numerische Apertur von max. 0.116 nA
- eine Auflösung von max. 348 Lp/mm
- der Schärfentiefenbereich lässt sich je nach Aufgabe mit der eingebauten Irisblende abstimmen
- neuer, tiefliegender Schnell-/Feintrieb
- Motorfokus
- Parfokalität

Respekt - da kommt das Stemi nicht mit - vor allem nicht zu dem Preis.

Nur ein Wermutstropfen: "Teilverhältnis 50% Video/Foto, 50% visuell" - da wäre 0/100 meiner Ansicht nach besser.

Ich weiss nicht, welche "Abstriche" man bei einem älteren Mikroskop machen muss, aber das Grundkonzept finde ich schon sehr ansprechend.

Beste Grüße
Christian
« Letzte Änderung: Juli 11, 2018, 20:50:59 Nachmittag von Bayer »
Stemi 508doc
AxioScope.A1
Nikon D850

Erik W.

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Re: Ideensuche: Petrologische Dünnschliffe digitalisieren
« Antwort #18 am: Juli 11, 2018, 22:21:04 Nachmittag »
Lieber Sven,

kennst du schon das: https://www.virtualmicroscope.org/content/uk-virtual-microscope

Empfehlenswert ist auch dieses interaktive iBook:



Schau dir dort mal die virtuellen Mikroskopaufnahmen an. LPL und XPL drehbar nebeneinander => das ist doch mal eine erstrebenswerte Darstellung oder?

Viel Erfolg!

Erik
« Letzte Änderung: Juli 11, 2018, 22:30:03 Nachmittag von Erik W. »

wilfried48

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Re: Ideensuche: Petrologische Dünnschliffe digitalisieren
« Antwort #19 am: Juli 11, 2018, 22:23:36 Nachmittag »
Hallo Christian,

diese max. Apertur von 0,116 und max. Auflösung von 348 linien/mm hat das M420 natürlich nur bei maximalem Zoom von 6:1 und damit entsprechend kleinem Objektfeld (21mm:6 = 3,5 mm).
Bei einem Abbildungsmassstab von 1:1 und vollem Objektfeld von 21 mm ist das Auflösungsvermögen deutlich bescheidener
und auf keinen Fall besser als mit einem guten Makroobjektiv oder dem Normalobjektiv einer Kamera in Retrostellung.
Also wenn es nur ums vollformatige Dokumentieren der Dünnsschliffe geht würde ich bei diesem kleinen Abbildungsmassstab und dem grossen benötigten Objektfeld eine entsprechende Makroeinrichtung nehmen. Eine Durchlichteinrichtung mit Polarisator und Drehtisch kannst du da auch drunterstellen und als Analysator einen Polfilter aus der Fotografie ans Objektiv schrauben.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Photomikroskop II, AL, DL, HD, Pol, Ph, DIC
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Zeiss Stemi 2000 C
Zeiss Reisem. Standard Junior Aufrecht u. Invers, DL, HD, Ph, Pol

Vorst. Wilfried48
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.

Peter V.

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Re: Ideensuche: Petrologische Dünnschliffe digitalisieren
« Antwort #20 am: Juli 11, 2018, 22:43:26 Nachmittag »
Lieber Wilfried,

Hallo Christian,

diese max. Apertur von 0,116 und max. Auflösung von 348 linien/mm hat das M420 natürlich nur bei maximalem Zoom von 6:1 und damit entsprechend kleinem Objektfeld (21mm:6 = 3,5 mm).
Bei einem Abbildungsmassstab von 1:1 und vollem Objektfeld von 21 mm ist das Auflösungsvermögen deutlich bescheidener
und auf keinen Fall besser als mit einem guten Makroobjektiv oder dem Normalobjektiv einer Kamera in Retrostellung.
Also wenn es nur ums vollformatige Dokumentieren der Dünnsschliffe geht würde ich bei diesem kleinen Abbildungsmassstab und dem grossen benötigten Objektfeld eine entsprechende Makroeinrichtung nehmen. Eine Durchlichteinrichtung mit Polarisator und Drehtisch kannst du da auch drunterstellen und als Analysator einen Polfilter aus der Fotografie ans Objektiv schrauben.

viele Grüsse
Wilfried

ohne auch nur einen blassen Schimmer von den diversen Techniken der Makrofotografie zu haben, kam mir auch in den Sinn, dass das vermutlich die beste Lösung sein müssse. Wie man so etwas technisch realisiert, müsste Sven wissen - er kommt ja aus der Makroecke und hat ja auch einen Stonemaster-Makrostand.

Fest steht, dass man einen ganze Gießener Objektträger NICHT mit dem M420 ablichten kann. Dazu reicht das Bildfeld auch bei kleinster Vergrößerung nicht aus, ich habe es gestern ausprobiert. Eine verkleinernde Vorsatzlinse habe ich auch leider nicht.

Vielleicht probiert es Sven mal wirklich erst in konventioneller Marotechnik, bevor ich das Ungetüm nach Oberhausen schleppe?

Herzliche Grüße
Peter
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Erik W.

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Re: Ideensuche: Petrologische Dünnschliffe digitalisieren
« Antwort #21 am: Juli 11, 2018, 22:55:54 Nachmittag »
Lieber Peter,

Zitat
Fest steht, dass man einen ganze Gießener Objektträger NICHT mit dem M420 ablichten kann.

Es bliebe noch die Möglichkeit des Stitchens, was etwas Zeit in Anspruch nimmt aber gute hochaufgelöste Ergebnisse bringt.



Viele Grüße

Erik

Peter V.

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Re: Ideensuche: Petrologische Dünnschliffe digitalisieren
« Antwort #22 am: Juli 11, 2018, 23:05:08 Nachmittag »
Lieber Erik,

Danke für das Beispiel.

Klar - wenn Sven das machen möchte, Zeit und Lust hat. Die Ergebnisse sind natürlich prima! Ich stelle ihm ja gerne das M420 zur Verfügung.

Herzliche Grüße
Peter
« Letzte Änderung: Juli 11, 2018, 23:15:07 Nachmittag von Peter V. »
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TPL

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Re: Ideensuche: Petrologische Dünnschliffe digitalisieren
« Antwort #23 am: Juli 11, 2018, 23:11:30 Nachmittag »
Hallo Sven,

ich muss gestehen, dass ich die Diskussion nur in Teilen gelesen habe. Mir fehlt leider gerade die Muße, auf alle Details, vor allem aber auf die anscheinend fehlenden Details Deiner Anforderungen oder Deiner Kritik an Flachbett-Scannern, einzugehen.

Die angehängte Dünnschliff-Dokumentation habe ich mit meinem 80€-Multifunktionsgerät bei 4800 dpi gescannt und für das Forum auf ein Viertel der Auflösung "eingedampft". Selbst in diesem reduzierten Zustand erfüllt die Datei alle meine Dokumentationsansprüche überreichlich. Ich würde nicht versuchen wollen, verschiedene Pol-Situationen (LPL, XPL, geschweige denn Kompensatoren/Hilfsobjekte) mit aufzunehmen, denn das gehört in meinen Augen eher in eine schriftliche; besser noch abstrahiert gezeichnete Dokumentation des Schliffs.

Solltest Du mehr erwarten, als sich mit schlichtester IT (in meinem Falle ein Epson WF-2630) und ohne irrwitzigen Aufwand realisieren lässt, dann würde ich es schätzen, wenn Du Dein Anliegen erneut und vollständig formulierst.

Ich bin mit meiner low-Tech-Lösung jedenfalls zufrieden.

Glück auf!
Thomas
« Letzte Änderung: Juli 11, 2018, 23:36:21 Nachmittag von TPL »

Bayer

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Re: Ideensuche: Petrologische Dünnschliffe digitalisieren
« Antwort #24 am: Juli 12, 2018, 07:08:51 Vormittag »
Lieber Wilfried,

Du hast natürlich Recht mit der numerischen Apertur.
Das Stemi 508doc hat eine NA von 0,073 bei 5x Zoom.
Im direkten Vergleich Stemi 508doc - Leica M420 schneidet das Leica M420 besser ab.
Das war im Kern meine Aussage.
Und dann hat das M420 auch noch weitere Vorteile gegenüber dem Stemi 508doc.

Bei 1x Zoomfaktor hat das Stemi nur noch eine NA von 0,03, also ca. 40% der maximalen NA.
Ich nehme meine Dünnschliffe in der Übersicht mit 0,63x Zoom auf, da hat das Stemi nur noch eine NA von 0,019, also unter 25% der maximalen NA.

Lieber Peter,

meine Dünnschliffe (von Robert Gill) sind auf einem normalen Objektträger und so ca. 35x22mm groß.
Diese Dünnschliffe bekomme ich mit dem 0,63x und 2,5x NVF "fast" komplett abgebildet (ich meine den Dünnschliff, nicht den gesamten Objektträger wie beim Scan).
Mehr als 100% bekomme ich mit 0,5x Vorsatzlinse, 1,0x Zoom und 2,5x NVF (also Gesamtvergrößerung 1,25x).

Das Giessener Format (um das es hier ja ging) bezeichnet ja kürzere und etwas breitere Objektträger von 48x28 mm (musste ich erst mal nachlesen) gegenüber dem "englischen Format" mit 76x26 mm (DIN ISO 8037-1).
Da müsste man wahrscheinlich entweder auf einen geringeren NVF gehen (z.B. 1,6x) oder einen geringeren Zoom (z.B. 0,63x) oder beides - jeweils mit 0,5x Vorsatzlinse.
Das habe ich noch nicht gemacht, da ich keine Giessener Objektträger besitze.

Lieber Sven,

ich würde auch mit der Makrolösung anfangen - obwohl ich mich da nicht auskenne.
Vielleicht hilft Dir da folgender link weiter: http://geosec-rob.blogspot.com/2013/05/last-postings-and-camera-information.html
Robert Gill macht ja fast täglich Dünnschliffe, die er dokumentiert und verkauft https://geosec.biz.
Ich hatte mich dazu mal mit ihm ausgetauscht und er sagte mir, nach vielem Probieren ist er letztendlich bei der (für ihn effizienten) Makrolösung gelandet.

"... No microscope is involved, the camera is a Canon EOS 60D and the lens a Canon 60mm macro (1x). Polarizing lenses (linear not circular) are mounted either side of the slide. The advantage of this is the wide field of view, about 20mm, which enables most of the specimen to be photographed ...".
Anm.: Fürs Giessener Format brauchst Du vielleicht eine etwas andere Konfiguration.

Wir haben dann aber mal die Bildqualität Stemi 508doc gegenüber seiner Makrolösung verglichen.
Da ist das Stemi in Kombination mit der Nikon D850 schon sichtbar besser ... Und anhand der technischen Daten denke ich, dass das Leica M420 da noch eine "Schippe drauflegt".
Vielleicht liegt das aber auch an der Nikon ;-)
Aber es kommt ja darauf an, welchen Qualitätsanspruch Du hast, wie viel Geld Du ausgeben willst und wieviel Zeit Du in die Dokumentation stecken kannst.
Für eine "schnelle" Dokumentation finde ich die Scanner Lösung von Thomas gar nicht schlecht.
Werde das mal bei einem HP Officejet Pro ausprobieren - nachdem ich die Glasplatte des Scanners gereinigt habe.

Lieber Erik,
cool!
Ich habe mir das iBook herunter geladen und mir als erstes das „making of“ angeschaut (p. 122-124).
Motorisierung (auch mit Lego) hilft!
Aber da steht ein sechsstelliger Betrag an Equipment.

Beste Grüße und einen guten Start in den Tag
Christian
« Letzte Änderung: Juli 12, 2018, 07:52:51 Vormittag von Bayer »
Stemi 508doc
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