Autor Thema: Graphit … Graphen  (Gelesen 465 mal)

Heiko

  • Member
  • Beiträge: 2737
Graphit … Graphen
« am: August 01, 2018, 20:55:25 Nachmittag »

Hallo,

vom Graphit zum Graphen hat mich nach etwa fünfzehn Abzügen – wir reden von der viel propagierten Klebestreifen-Methode – der Schneid verlassen. Immerhin ist Transparenz erreicht …

Viele Grüße,
Heiko


Graphit, Auflicht, etwa 200x


Graph(en)/(it), Durchlicht pol. auf Klebestreifen, > 500x

Kurt

  • Member
  • Beiträge: 51
Re: Graphit … Graphen
« Antwort #1 am: August 10, 2018, 21:27:10 Nachmittag »
Hallo Heiko,

was möchtest du uns damit sagen - ich verstehe es nicht!??

Viele Grüße
Kurt

Erik W.

  • Member
  • Beiträge: 664
  • It‘s the little things that make life big.
    • mikroskopie.me
Re: Graphit … Graphen
« Antwort #2 am: August 10, 2018, 23:34:40 Nachmittag »
Hallo Kurt,

Heiko hat den Klebestreifenversuch nachgestellt.

http://www.scinexx.de/dossier-675-1.html

Vielleicht hätte er etwas mehr Ausdauer an den Tag legen können 😉

Viele Grüße

Erik

Heiko

  • Member
  • Beiträge: 2737
Re: Graphit … Graphen
« Antwort #3 am: August 11, 2018, 09:46:22 Vormittag »
Hallo Kurt und Erik,

schaut bitte auch hier: http://www.scinexx.de/dossier-detail-675-5.html
„Mit einem einfachen Klebestreifen zogen sie kleine Flöckchen vom Graphit ab. Diese Graphitflocken teilten sie wieder und wieder mit weiteren Klebestreifen.“
Ich habe also von der Klebefläche mit der Graphit-Probe immer wieder mit frischen Klebestreifen abgezogen – das Video auf der oben genannten Seite zeigt das so nicht.
Und leider fehlen mir auch die Informationen, ob Graphen im Durchlicht auf Klebestreifen überhaupt noch zu sehen ist bzw. bei welcher Graphit-Schichtdicke die Transparenz entsteht.

Viele Grüße,
Heiko

wilfried48

  • Member
  • Beiträge: 2298
Re: Graphit … Graphen
« Antwort #4 am: August 11, 2018, 11:22:48 Vormittag »
Hallo Heiko,

anbei eine Anleitung zur Graphenherstellung für Lehrer.

Bei der Anwendung scheinen mir trotz des Graphen-Hypes in den vergangenen Jahren immer noch zu häufig
der Ausdruck "könnte in Zukunft" vorzuherrschen  ;)

aufmunternde Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Photomikroskop II, AL, DL, HD, Pol, Ph, DIC
Zeiss Inversm. IM35, DL, Ph, Pol, EPI-Fl
Zeiss Stemi 2000 C
Zeiss Reisem. Standard Junior Aufrecht u. Invers, DL, HD, Ph, Pol

Vorst. Wilfried48
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.

Kurt

  • Member
  • Beiträge: 51
Re: Graphit … Graphen
« Antwort #5 am: August 12, 2018, 17:07:04 Nachmittag »
Hallo Heiko,

der Graphen-Hypes ist an mir vorbeigegangen - jetz weiß ich über was geredet wird, Wissenslücke geschlossen, danke.

Grüße
Kurt

Thomas M

  • Member
  • Beiträge: 166
Re: Graphit … Graphen
« Antwort #6 am: August 12, 2018, 19:45:17 Nachmittag »
Hallo Wilfried,

Zitat
Bei der Anwendung scheinen mir trotz des Graphen-Hypes in den vergangenen Jahren immer noch zu häufig
der Ausdruck "könnte in Zukunft" vorzuherrschen  ;)

Hype trifft es schon ganz gut. Wir überlegen zwar hin und wieder auch ob Graphen eine zielführende Lösung für das eine oder andere Projekt im industriellen Kontext sein könnte, aber das immer nur am Rande und ergänzend zu anderen technischen Ansätzen. Letztlich steht und fällt die Attraktivität von Graphen mit der industriellen Verfügbarkeit zu einem für die Anwendung akzeptablen Preis. Gar nicht zu sprechen von Graphenverbindungen wie Graphenoxiden und anderen Derivaten.

Das erinnert mich immer an die Geschichte der Fullerene, insbesondere das Buckminster-Fulleren, eine C60 Kohlenstoffmodifikation. Das war auch ein großer Hype vornehmlich an Instituten und Universitäten. Alle denkbaren Derivate wurden synthetisiert, Metallatome inkludiert und Wirkungen gegen Krebs und AIDS ausgelobt.
Schließlich gab's sogar einen Nobelpreis dafür  -  allerdings nur für drei Angelsachsen. Osawa, ein japanischer Forscher der 15 Jahre vor den dreien als erster die Struktur nicht nur vorhergesagt sondern auch deren Eigenschaften berechnet hatte, ging leer aus. 
Als schließlich über erste pathologische Effekte berichtet wurde, ebbte die Publikationsflut allmählich ab. Ich erinnere mich noch an eine Untersuchung aus einem US-amerikanischen Institut, bei dem Fische sehr geringen Mengen der "Bucky Balls" ausgesetzt wurden, die dem Aquarienwasser zugesetzt wurden. Nach einiger Zeit wurden die Fische entnommen und seziert und in bestimmten Hirnregionen massive (alzheimer-ähnliche) Zerstörungen festgestellt. Die Forscher spekulierten damals, dass diese über die Nase und die Nervenstränge ins Hirn gewandert sein könnten. Klein genug sind sie jedenfalls: Das Buckminster-Fulleren misst etwa 7 Angström im Durchmesser, das wären also nur 0,7 nm. Schließlich wurden diverse Fullerene auch im Dieselruß gefunden - und zwar in gar nicht einmal so geringen Mengen und zum Teil auch aggregiert mit Graphen. Hier beispielhaft eine Untersuchung der Max Plank Gesellschaft zum Thema aus dem Jahr 2003:

http://pubman.mpdl.mpg.de/pubman/item/escidoc:740251/component/escidoc:740250/Motorensymposium_2003.pdf
 
Letztlich schlief alles wieder ein und heute spricht kaum noch einer über die molekularen "Fußbälle".

Herzliche Grüße
Thomas