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Historische Qualität

Begonnen von Jürg Braun, September 28, 2009, 21:59:43 NACHMITTAGS

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Jürg Braun

Guten Abend

In der Kiste mit dem Ultropak gab es noch einige andere Mikroskopteile. Unter anderem noch das abgebildete Objektiv von Leitz. Ich habe es jetzt ausprobiert und kam nicht mehr aus dem Staunen. Das Achromat 20x Wild Heerbrugg Objektiv mit einer N.a. von 0.45 hat keine Chance daneben. Das Leitz NPL Fluotar 25x mit einer N.a. von 0.55 zeichnet auch schlechter. Es scheint als würde Leitz das herstellen von Objektiven schon sehr lange beherrschen. Ich würde jedenfalls auf Vorkriegsproduktion tippen. Weiss jemand wie alt es sein könnte? Die Nummer ist 13222.
Nur schade, dass die Abgleichlänge nicht 45mm ist. So kann ich mich zwar am Objektiv freuen es aber nur an meinem selten gebrauchten Reisemikroskop Wild M11 einsetzten.





Übrigens, der Erhaltungsgrad hatte nichts mit den von Klaus gezeigten Objektiven zu tun. Die Frontlinse auch unter dem Stemi fehlerfrei und das ganze Linsensystem immer noch glas klar.

Gruss in die Runde

Jürg

Ernst Hippe

Hallo Herr Braun,
wenn die Abgleichlänge kleiner als 45 mm ist, gibt es doch Verlängerungshülsen, z.B. bei Langner-Voss oder Microthek!
Gruß Ernst Hippe
Vorstellung:Hier klicken

Robert Götz


Von Leitz gab es ein Verlängerungsstück, das eine Linse enthielt, mit der die veränderte Tubuslänge ausgeglichen wurde.
Findet man gelegentlich noch bei ebay.


TPL

Zitat von: Jürg Braun in September 28, 2009, 21:59:43 NACHMITTAGSIch würde jedenfalls auf Vorkriegsproduktion tippen. Weiss jemand wie alt es sein könnte? Die Nummer ist 13222.
Nur schade, dass die Abgleichlänge nicht 45mm ist. So kann ich mich zwar am Objektiv freuen es aber nur an meinem selten gebrauchten Reisemikroskop Wild M11 einsetzten.

Du bist ja wirklich ein Glückspilz, Jürg.

Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich eine Vorkriegs-Serie ist, denn Leitz hat diese Art der Ausführung noch bis in die 1950er beibehalten. Ein Apo 25/o,65 (allerdings ohne die Brennweitenangabe) gab es mindestens noch in der Preisliste von 1970 (es kostete 378 DM und war damit ca. 2 1/2 mal so teuer wie der Achromat 25/o,50). Im Ortholux-Katalog von 1951 steht es exakt mit der abgebildeten Gravur.

Vorsicht bei der Verwendung von Zwischenringen zur Anpassung an andere Abgleichlängen. Ich könnte mir vorstellen, dass von der schönen Abbildungsleistung nicht mehr viel übrig bleibt, wenn man 8 mm auf die Tubuslänge dazu gibt.

Detlef Kramer

Lieber Thomas,

die Korrektur der Abgleichlänge sollte ohne negative Folgen bleiben, wenn man den Original-Zwischenring "Plezy" von Leitz verwendet. Er enthält zwar keine Linse, wie an anderer Stelle erwähnt, sondern eine planparallele Glasplatte, die für die notwendige Korrektur sorgt. Eventuell könnte ich mich von einem solchen Ring trennen.

Herzliche Grüße

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

Vorstellung: Hier klicken

TPL

Zitatden Original-Zwischenring "Plezy" von Leitz verwendet.

Richtig, da gab es ja den PLEZY. Aber eigentlich finde ich den Gedanken an ein apochromatisch ausgestattetes (und darüber hinaus wirklich schönes) M11-Reisemikroskop doch ganz interessant. Eidgenössisches Understatement - bombensicher verpackt 8).

Lieber Detlef, liebe Altgeräte-Freunde,
gibt es eigentlich einen besonderen Grund für diese Bestellwörter (PLEZY, RETOY, RETEV)? Ich habe dafür auch schon den Begriff Telexwort gelesen, aber dadurch ist mir auch nicht klarer, warum nicht Zahlenkombinationen gewählt wurden. Auch Zeiss-Winkel benutzte solche Bestellwörter in den 1940-50ern...

Klaus Henkel

Zitat von: TPL in September 29, 2009, 13:50:42 NACHMITTAGS
Zitatden Original-Zwischenring "Plezy" von Leitz verwendet.

Richtig, da gab es ja den PLEZY. Aber eigentlich finde ich den Gedanken an ein apochromatisch ausgestattetes (und darüber hinaus wirklich schönes) M11-Reisemikroskop doch ganz interessant. Eidgenössisches Understatement - bombensicher verpackt 8).

Lieber Detlef, liebe Altgeräte-Freunde,
gibt es eigentlich einen besonderen Grund für diese Bestellwörter (PLEZY, RETOY, RETEV)? Ich habe dafür auch schon den Begriff Telexwort gelesen, aber dadurch ist mir auch nicht klarer, warum nicht Zahlenkombinationen gewählt wurden. Auch Zeiss-Winkel benutzte solche Bestellwörter in den 1940-50ern...

Mnemotechnisch sind die Buchstabenkombinationen günstiger, sie lassen sich viel leichter merken als Zifferkombinationen. Es gab ja noch keine technisch-elektrischen Verwaltungsverfahren, sondern alles mußte in Listen nachgeschlagen werden, die per Hand oder bestenfalls mit Schreibmaschine getippt worden waren. In den Verkaufsabteilungen und -lägern gab es altgediente Mitarbeiter, die alle jene Abkürzungen auswendig kannten. Und ganz unsystematisch aufgebaut waren die Buchstabenkürzel ja auch nicht, das "hatte schon 'was"! Die Methode war deshalb in der deutschen Industrie weit verbeitet. Mit der Verbreitung der Fernschreibmaschinen (Telex) im internationalen Handel und den damit ebenfalls aufkommenden Tipp- und Übertragungsfehlern konnte so gut wie jeder Firmenangehörige Übermittlungs- und Tippfehler auf Anhieb erkennen. Bei Zahlendrehern ist das ebenso-beinahe ausgeschlossen.

Mit der späteren Möglichkeit gegen Ende der 50er Jahre, Lochkarten-Sortiermaschinen einzusetzen, konnten systematisch aufgebaute Zahlencodes dann dazu verwendet werden, Produktlisten nach verschiedenen Kategorien sortiert auszudrucken. Das war dann praktisch das Ende der mnemotechnischen Produktkürzel. Wegen der eindeutigen Vorteile für die personelle Bearbeitung verwenden manche Firmen die Buchstabenkürzel aber noch heute, z. B. Novoflex.

MfG KH

KH

Rene

Congrats on a very nice objective. The serial number is low, I have a couple of objectives from the same era, of which a 3mm/1.32 apo oil (60x) with number 270311. That is a very nice objective that in the center of field stands up quite well compared to my routine Oly splanapo 60/1.4. However, the edge of field (say from about fieldnumber 10-12 up) the image becomes slightly blurry. This was a real ebay gem at 30euro, so I'm not complaining.
Besides of that, I have a Zeiss prewar 33mm 8mm/0.65 apo, surely uncoated, but in any case it is my preferred lens with my Zeiss DIC system. It has a 12.5mm adapter to bring it up to 45mm. I haven't noticed quality reduction in the image and I am quite reluctant starting critical tests (I'm happy now...), but it works better with DIC then all other objectives I have tried, including a plan neofluar 25/0.8 multiimmersion. And no, the edge is not in focus with the middle, but razorsharp nonetheless. I have the same experience with a Leitz 8mm/0.65 achromat W+O immersion (again, similar series as your lens), but unfortunately that one is OK, but not that good in DIC with the Zeiss system (but the LOMO 30/0.9, ohlala. TIP!). I would love to have access to a Wild Fluotar 20/0.65 (not the phase version!) to properly compare those objectives in brightfield; I do have the feeling Wild will outperform any lens (but would it work so well in DIC is the question...).

Last, don't mix up the effect of aperture with correction! You can't compare a 20/0.65 objective with one with lower NA, whatever the correction.

BTW, I am still a bit surprised that Leitz had so many different lettering systems at once in production, this one, the typical 'hand-written' style and the modern square lettering. Different facilities? Anyone?

Good ebay hunting wishes, René.