Autor Thema: Auflicht-Fluoreszenz mit Halogenbeleuchtung und einer Auflichteinrichtung  (Gelesen 1965 mal)

Schrodt

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Auflicht-Fluoreszenz mit Halogenbeleuchtung und einer Auflichteinrichtung
« am: September 22, 2018, 16:37:01 Nachmittag »
Hallo Mikrofreunde,

im Mikrofoto-Forum habe ich im März 2016 die Durchlicht-Fluoreszenz mit der Halogen-Glühlampe12 V 100 W behandelt. Siehe Link:


http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=25499.msg191058#msg191058


Die Halogenlampe 12 V 100 W emittiert ein vollkommen kontinuierliches Spektrum mit einem für viele Anwendungen ausreichendem blauvioletten Anteil.

Wenn man ein Mikroskop mit einer Auflichteinrichtung hat, dessen Halogen-Lampenhaus einen Schlitz zur Aufnahme eines Filters hat und das Mikroskop-Stativ einen Filterschlitz zur Aufnahme eines Filterschiebers hat, kann man mit 2 Glasfiltern ohne teuren Filterblock einer Auflicht-Fluoreszenz-Einrichtung  " brauchbare " blauviolette Auflicht-Fluoreszenz machen.
Diese Auflicht-Floreszenz ist gut geeignet für Präparate mit der Wacker 3 A Färbung oder ähnlichen Färbungen.

Bei meiner Arbeit für den Beitrag " Auflicht-und Simultan-Fluoreszenz mit einer 3 W UV LED-Taschenlampe " habe ich gute Erfahrungen mit einem Spiegel unter dem Präparat gemacht. Siehe Link:


https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=32120.msg237657#msg237657


Auch bei der nachstehend beschriebenen Auflicht-Fluoreszenz arbeite ich daher wieder mit einem Spiegel unter dem Präparat. Schema des Verfahrens siehe folgende Abbildung:





Die Auflicht-Fluoreszenz mit Halogenbeleuchtung und einer Auflichteinrichtung ohne Filterblock mit Spiegel unter dem Präparat ergibt farblich differenzierte Mikrofotos mit gut aufgelösten Strukturen und
kurzen Belichtungszeiten. Es ist jedoch keine " klassische Auflicht-Fluoreszenz mit dunklem Untergrund ", da der Teilerspiegel der üblichen Auflichteinrichtungen nicht genau auf die Anregungs-und
Sperrfilter abgestimmt ist und der Spiegel unter dem Präparat zusätzlich Licht reflektiert. Außerdem wäre eine bessere Trennung von Anregung-und Fluoreszenzlicht mit einem Sperrfilter K 530, den ich nicht
besitze, statt K 490, zweckmäßig.

Der teuer Teilerspiegel in dem Filterblock  einer Auflicht-Fluoreszenzeinrichtung hat eine besondere Aufgabe, er reflektiert das Anregungslicht fast vollständig zum Präparat hin, während das Fluoreszenzlicht
vollständig durchgelassen wird. Diese Teilerspiegel werden als " dichromatische Teilerspiegel oder Reflexions-Kurzpassfilter " bezeichnet.

Da die Fluoreszenz-Mikroskopie ihre Informationen vorzugsweise aus Farben, Farbkontrasten und Farbänderungen herleitet, hat die gute chromatische Korrektion der benutzten Objektive großen Einfluss auf die Qualität der Bilder. Ich habe daher meine ersten Aufnahmen mit PL APO 6.3/0.20 und 16/0.40 gemacht, danach habe ich mit den Spezialobjektiven des Opakilluminators fotografiert und wollte mal sehen,
was passiert. Obwohl die achromatischen Spezialobjektive nur eine verhältnismäßig kleine Apertur haben, waren sie erstaunlich fluoreszenztauglich und die Ergebnisse durchaus brauchbar.


Meine Mikroskopie-Technik für die Auflicht-Fluoreszenz mit Halogenbeleuchtung:

Mikroskop Leitz Orthoplan • Lampenhaus 100 Z mit Halogenlampe 12 V 100 W, Regel-Transformator 0 - 15 V • Farbglas Anregungsfilter: Bandpassfilter SCHOTT BG 12 / 2 mm ( Farbe blau ), ø 50 mm, im
Filterschlitz des Lampenhauses • Hell-Dunkelfeld-Opakilluminator mit 4 fachem Objektivrevolver und Zwischenoptik 1 x • Spezialobjektive, Tubuslänge unendlich, Abgleichlänge 42 mm, Spezialgewinde
M30 x 75 : HD 10x/0.18/- , HD 20x/0.35/- , DPL 32x/0.50/- , HD FI 50x/0.75/- • Objektiv-Zwischenringe für normale Objektive z.B. PL APO 6.3/0.20 oder 16/0.40 • Periplan Okulare GW 8x/24 Brille •
Variotubus 1x - 3.2x • Farbglas Sperrfilter: Langpassfilter ( Kantenfilter ) K 490 ( Farbe gelb ) als Filterschieber oben im Stativ • Digitale Kompaktkamera Canon PowerShot G11 mit Eigenbau-Adapter
und Fotookular GW 6.3x/28 Brille roter Punkt • einfacher Spiegel unter dem Präparat ca. 26 x 77 mm.


Die nachstehenden 5 Mikrofotos wurden von Wacker Mikropräparaten mit 3 A Färbung gemacht. Mikrofotos 1 - 4 : Känguruhbaum ( Casuarina ) und Mikrofoto 5 : Maiglöckchen Wurzel.


Mikrofoto 1 :  PL APO 6.3/0.20 • VW 1.6x • ISO 80 • 1/4 s




Mikrofoto 2 :  PL APO 6.3/0.20 • VW 1.6x • ISO 80 • 0,4 s




Mikrofoto 3 :  HD 10x/0.18 • ISO 80 • 1/250 s




Mikrofoto 4 :  DP 32x/0.50 • ISO 80 • 1/100 s




Mikrofoto 5 :  DP 32x/0.50 • VW 1.25x • ISO 80 • 0,3 s.




Anmerkung:

Das gezeigte Auflicht-Fluoreszenz-Verfahren müsste eigentlich auch mit einer entsprechenden blauen LED-Beleuchtung und den dazugehörigen Filtern funktionieren. Ich kann das leider nicht ausprobieren,
da ich keine LED-Beleuchtung habe.


Viel Spaß beim Anschauen.

Jürgen aus Hemer

Schrodt

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Re: Auflicht-Fluoreszenz mit Halogenbeleuchtung und einer Auflichteinrichtung
« Antwort #1 am: September 23, 2018, 18:02:02 Nachmittag »
Ergänzung:

Ein Versuch mit Objektiv HD 20x/0.35/- • ISO 80 • 1/160 s !


Mikrofoto 6




Mikrofoto 7 :  Ausschnitt aus Mikrofoto 6




Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer
« Letzte Änderung: September 24, 2018, 11:29:31 Vormittag von Schrodt »

Schrodt

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Re: Auflicht-Fluoreszenz mit Halogenbeleuchtung und einer Auflichteinrichtung
« Antwort #2 am: September 24, 2018, 16:50:59 Nachmittag »
Ergänzung:

Ein Versuch mit dem Objektiv HD FI 50x/0.75/0/FAA 0.26mm.


Mikrofoto 7 :  ISO 80 • 1/60 s




Mikrofoto 8 :  ISO 80 • 1/40 s




Anmerkung:

Bei diesem Objektiv macht sich das Deckglas trotz des Spiegels und der sehr geringe freie Arbeitsabstand von 0.26mm erheblich bemerkbar.
Die Scharfeinstellung am Display ist schwierig und die Strukturen werden etwas unscharf.
Für dieses Präparat war nach meiner Ansicht das Objektiv HD 20x/0.35/-/FAA1.07 mm am besten geeignet !

Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer

Schrodt

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Re: Auflicht-Fluoreszenz mit Halogenbeleuchtung und einer Auflichteinrichtung
« Antwort #3 am: September 25, 2018, 19:32:08 Nachmittag »
Ergänzung:

Da das Spezialobjektiv HD 20x/0.35/-/FAA 1.07 mm bei den Mikrofotos 6 + 7 eine erstaunliche Fluoreszenztauglichkeit und Abbildungsqualität gezeigt hat, habe ich zum Vergleich mal Mikrofotos mit dem
PL APO 16/0.40/0.17/FAA 1.19 mm gemacht, da ich sehen wollte, ob das PL APO doch noch bessere Mikrofotos macht.


Mikrofoto 9 :  ISO 80 • 1/250 s • 11 V • ohne Diffusor




Mikrofoto 10 :  VW 1.25x • ISO 80 • 1/200 s • 11 V • mit Diffusor

[/url]


Mikrofoto 11 :  VW 1.25x • ISO 80 • 1/320 s • 12 V • mit Diffusor




Nach meiner Ansicht ist die Abbildungsqualität des Spezialobjektivs dem PL APO mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar besser.
Da habe ich mit diesem Spezialobjektiv aber Glück gehabt !

Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer

Schrodt

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Re: Auflicht-Fluoreszenz mit Halogenbeleuchtung und einer Auflichteinrichtung
« Antwort #4 am: September 26, 2018, 17:28:26 Nachmittag »
Ergänzung:

Ein Fluoreszenzversuch mit der Leitz Auflichteinrichtung Interferenzkontrast ICR • NPL 20x/0.40/0/FAA 0.9 mm • VW 1.25x • Anregungsfilter BG12/2 + Diffusor • Sperrfilter K490 statt Analysator • ISO 80 • 1/80 s

Mikrofoto 12

[/url]


Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer
« Letzte Änderung: September 29, 2018, 19:00:31 Nachmittag von Schrodt »

Klaus Herrmann

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Re: Auflicht-Fluoreszenz mit Halogenbeleuchtung und einer Auflichteinrichtung
« Antwort #5 am: September 26, 2018, 22:13:42 Nachmittag »
Hallo Jürgen,

das Bild 12 verstehe ich nicht. Du machst Auflicht-Interferenz aber ohne Analysator, ersetzt den Analysator durch ein Sperrfilter.. Dann ist das aber kein ICR, das gibt doch gar keinen DIC-Effekt.
Das ist so, als würdest du sagen ich habe gekreuzte Polarisatoren aber den Analysator lass ich weg.

Und nach Fluoreszenz sieht das Ganze auch nicht aus.

Wie gesagt ich verstehe es nicht, aber vielleicht stehe ich ja nur auf dem Schlauch?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Schrodt

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Re: Auflicht-Fluoreszenz mit Halogenbeleuchtung und einer Auflichteinrichtung
« Antwort #6 am: September 27, 2018, 09:16:44 Vormittag »
Hallo Klaus,

ich habe für die Auflicht-Fluoreszenz nur die ICR-Auflichteinrichtung benutzt und mache durch den Tausch des Analysators gegen den Filter K 490 natürlich keine Auflicht-Interferenz (DIC) mehr !
Außerdem zeigt das Mikrofoto 12, wie ich ja schon anfangs betont habe, keine klassische Fluoreszenz mit dunklem Untergrund, dafür aber ein farblich differenziertes Bild mit scharfen Strukturen.

Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer
« Letzte Änderung: September 27, 2018, 12:16:57 Nachmittag von Schrodt »

Schrodt

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Re: Auflicht-Fluoreszenz mit Halogenbeleuchtung und einer Auflichteinrichtung
« Antwort #7 am: September 27, 2018, 17:10:30 Nachmittag »
Ergänzung:

Der Beitrag von Klaus veranlasst mich, zum Unterschied der Verfahren von dem schönen Wacker Präparat noch eine Durchlicht-Hellfeld Aufnahme und eine Aufnahme mit ICR zu zeigen.Bei dem sehr dünnen
Präparat bringt der DIC natürlich nicht viel Plastizität.


Mikrofoto 13 :  DL - HF • PL APO 16/0.40 • VW 1.25x • ISO 80 • 1/100 s




Mikrofoto 14 :  Spiegelreflexmikroskopie mit Auflicht-Interferenzkontrast ICR • NPL 20x/0.40 • VW 1.25x • ISO 80 • 1/15 s




Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer
« Letzte Änderung: September 28, 2018, 09:03:08 Vormittag von Schrodt »

Schrodt

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Re: Auflicht-Fluoreszenz mit Halogenbeleuchtung und einer Auflichteinrichtung
« Antwort #8 am: September 28, 2018, 16:49:15 Nachmittag »
Abschließende Ergänzung:

Noch einige Ausschnitte aus anderen Wacker Präparaten mit 3 A-Färbung. Die Färbungen sind nicht immer so bunt wie bei den Mikrofotos 1 - 12 ! !

Mikrofotos 15 - 17 :  NPL 20x/0.40 • ISO 80 • 1/80 s - 1/125 s - 1/100 s









Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer