Autor Thema: Jakobsmuschel  (Gelesen 701 mal)

Florian D.

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Jakobsmuschel
« am: Oktober 08, 2018, 21:44:22 Nachmittag »
Hallo Forum,

nachdem wir im Kreise der Familie dafür Sorge getragen haben, dass jedwede Spur von Protoplasma von diesem Meeresbewohner Pecten spec. entfernt wurde, habe ich mich dann doch ausnahmsweise ans Mikroksopieren eines biologischen Präparates gemacht. Leider hat sich der Dünnschliff der Schale vom OT gelöst, so dass der Schliff nicht sonderlich gut geworden ist. Im polarisierten Licht erkennt man trotzdem, dass dieses Kompositmaterial aus mehreren verschiedenen Schichten (links Platten von Perlmut, mittig eine Schicht aus pyramidalen Kristallen und rechts ein Jägerzaun aus Kristallen, der die Ausbreitung von Sprüngen verhindert) aufgebaut ist. Ob das jetzt Calcit oder Aragonit ist, weiss ich leider nicht.

Viele Grüsse,
Florian

plaenerdd

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Re: Jakobsmuschel
« Antwort #1 am: Oktober 08, 2018, 22:24:19 Nachmittag »
Hallo Florian,
schöner, instruktiver Längsschnitt!
Die aüßere Schicht, das Ostrakum oder Prismenschicht, besteht aus Kazit und die innere (Hypostrakum) aus Aragonit. Die letzte kann als Perlmutter (dünne Aragonitlagen, die zu Interferenzerscheinungen des Lichtes führen) oder als "Porzellanschicht" ausgebildet sein.
Interessant dürfte auch ein Querschnitt sein (oder mehrere durch die verschiedenen Lagen.
Verschiedene Muschelfamilien haben unterschiedlichen Schalenaufbau.
Solche Schliffe stehen auch schon lange auf meiner "möchte-ich-mal-machen-Liste".
Beste Grüße
Gerd
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Florian D.

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Re: Jakobsmuschel
« Antwort #2 am: Oktober 09, 2018, 08:25:12 Vormittag »
Hallo Gerd,

ich hatte mich verschrieben, ich meinte natürlich prismatische Kristalle, nicht pyramidale!. Leider habe ich zum Aufbau von Muschelschalen im Netz wenig gefunden.  Kennst Du da was?

Viele Grüsse,
Florian

plaenerdd

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Re: Jakobsmuschel
« Antwort #3 am: Oktober 12, 2018, 14:48:31 Nachmittag »
Hallo Florian,
meine Infos habe ich aus H.A.Müller: Lehrbuch der Paläozoologie. Im Netz weiß ich gerade nix.
LG Gerd
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Florian D.

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Re: Jakobsmuschel
« Antwort #4 am: Oktober 12, 2018, 15:21:34 Nachmittag »
Danke Gerd!
Dies bestätigt meinen Eindruck, dass nur Paläontologen Muscheln schleifen.
Das Beste, was ich online gefunden habe, ist dies hier:
http://strata.uga.edu/4500/labs/carbthin/carbonateThinSection.pdf
Viele Grüsse,
Florian

Michael L.

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Re: Jakobsmuschel
« Antwort #5 am: Oktober 12, 2018, 19:59:11 Nachmittag »
Hallo Florian,

ein interessantes Thema das Du da angeschnitten hast. Es gibt hierzu schon einiges an Literatur, hier mal eine Arbeit die auch methodisch einiges hergibt:

https://epic.awi.de/37098/1/Bachelorarbeit_Gotje_Druckversion_klein.pdf

Viele Grüße,

Michael

plaenerdd

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Re: Jakobsmuschel
« Antwort #6 am: Oktober 12, 2018, 20:03:09 Nachmittag »
Hallo Florian,
ja die Paläontologen sind nun mal darauf angewiesen ein Maximum an Informationen aus den Hartteilen zu holen. Was anderes haben sie ja i.d.R. nicht.
Den Link finde ich sehr interessant. Damit kann man auch in An- und Dünnschliffen angetroffene Kalkschalen schon mal grob einordnen.
LG Gerd
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Florian D.

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Re: Jakobsmuschel
« Antwort #7 am: Oktober 15, 2018, 08:19:46 Vormittag »
Jetzt habe ich was brauchbares online gefunden:
Taylor, Kennedy, Hall, The shell structure and mineralogy of the Bivalvia:

https://www.researchgate.net/publication/302941861_The_shell_structure_mineralogy_of_the_Bivalvia/download

Florian D.

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Re: Jakobsmuschel
« Antwort #8 am: Oktober 21, 2018, 10:44:21 Vormittag »
Gestern war in München die Lange Nacht der Museen. Da war ich auch kurz im "Reich der Kristralle". Dort ist, passend zum Thema, gerade eine Sonderausstellung "Strandgut", wo es um die mineralischen Hartstoffe verschiedener Meeresbewohner geht. Auch eine Kunstausstellung ist angeschlossen.
Viele Grüsse,
Florian