Autor Thema: Die WILDe Schönheit aus der Schweiz: Polarisationsmikroskop Wild M21  (Gelesen 1077 mal)

Peter V.

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Die WILDe Schönheit aus der Schweiz: Polarisationsmikroskop Wild M21
« am: Januar 11, 2019, 23:13:53 Nachmittag »
Hallo,

erfreulicherweise konnte ich mir selbst ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk machen und ein Mikroskop erwerben, das ich schon längere Zeit suchte: Ein Wild Polarisationsmikroskop M21. Der Kauf war etwas risikoreich, denn ich musste eine alles andere als unerheblich zu nennende Summe an einen mir völlig Unbekannten (wohl eine Art Hasuhaltsauflöser) ohne jede Sicherheit überweisen (der Standort war zu weit weg, als dass ich es hätte abholen können), zudem war der Funktionszustand absolut unbekannt. Es lagen lediglich reichlich Fotos vor, die darauf schliessen ließen, dass sich das Mikroskop zumindest optisch in einem hervorragenden Zustand befindet - was nichts bedeuten muss, denn gerade solche Mikroskope sind oft extrem verharzt und müssen aufwändigst wieder gangbar gemacht werden, wenn das denn übrhaupt gelingt. Also, Toelke hätte gesagt: Riiiiiiiiissikooo! Zum Glück war der Verkäufer letztlich vertrauenswürdig und hat das Mikroskop exakt nach meinen Anweisungen gepolstert, verpackt und versendet, sodass es in zwei Paketen (einmal das Mikroskop selbst, in einem zweiten Paket die Holzkiste) unbeschadet ankam. Wie sich herausstellte, befindet das Mikroskop tatsächlich in einem de facto neuwertigen Zustand ohne Gebrauchsspuren. Und das Beste: (Fast) alles funktioniert und nichts ist verharzt, lediglich der Polarisator hat genau so viele Falten wie ich (wir sind auch ungefähr gleich alt  ;)) und sitzt fest. Sonst sind aber sämtliche Verstellungen tadellos. Offenbar hatten die Schweizer bessere Fette als ihre deutschen Konkurrenten.

Meines Erachtens ist das Wild M21 das mit Abstand "schönste" Polarisationsmikroskop unter den "neuzeitlichen" Geräten. So hätte vermutlich auch ein von Bauhaus-Künstlern oder von den Braun-Deisgnern Rams und Lubs entworfenes Mikroskop ausgesehen. Schlicht und dennoch elegant (wie auch die "biologischen" Schwestern M20 und M20 EB). Mechanisch ist das Mikroskop - anders würde man es bei einem Schweizer Produkt wohl auch nicht erwarten - über jeden Zweifel erhaben und in allen Punkten sehr hochwertig gefertigt. Das Gefühl und Geräusch beim Einrasten des Revolvers ist eine wahre Freude für jeden Liebhaber hochwertiger Mechanik. Zu erwähnen ist, dass das Wild M21 wohl in eher kleiner Stückzahl gefertigt wurde (und vermutlich auch extrem teuer gewsen sein dürfte). Es weist zudem einige konstruktive Besonderheiten auf, im Folgenden stelle ich das Mikroskop kurz vor.

Das Wild M21 dürfte wohl erstmals um 1963 auf den Markt gekommen sein, wie dieser Druckschrift zu entnehmen ist. Eine Bedienungsanleitung findet man hier.

Das Mikroskop ist von der Größe her etwa mit einem Zeiss Standard zu vergleichen, jedoch deutlich schwerer. In meiner Version ist es mit einem Monotubus mit zentriebrarer und fokussierbarer Bertrandlinse ausgestattet, fernerhin mit einem 10x-Fadenkreuz-Polokular.  Es gab optional auch einen Pol-Binotubus, der direkt auf den Analysator gesetzt wurde, womit dann allerdings keine konoskopischen Untersuchungen möglich waren. Einen Foto-Zwischentubus gibt es ebenfalls. Den Pol-Bino besitze ich leider nicht, den Foto-Zwischentubus habe ich bereits an einem Wild M20, es dürfte ihn wohl nicht in einer spezielle spannungsfreien Variante gegeben haben.

Der Grobtrieb des Stativs wirkt auf den Stativhals, der Feintrieb auf den Tischträger (wie bei den Standard GFLs etc.)













Die optische Ausstattung besteht aus 5 spannungsfreien Polbjektiven, die sich in recht ungewöhnlich konstruierten hülsenartigen Zenrtierfassungen an einem wechselbaren 6-fach-Revolver befinden. Jede dieser Hülsen verfügt über zwei Rändelschrauben, mit deren Hilfe das innen liegende Objektiv gegen einen Federdruck in zwei Richtungen verschoben und somit zentriert werden kann. Dieser Zentrierungsmechanismus ist recht "eigenwillig" und so meines Wissens nur von Wild realisiert worden. Diese Objektive bzw. Zentrierhülsen verleihen dem damit bestückten Revolver ein recht imposantes Aussehen.







Der große Drehtisch mit Objektführer ist sehr präzise kugelgelagert und verfügt über eine zushaltbare 45-Grad-Rastung, eine Fixierung und einen "Feintriebknopf", mit dem minimale Drehbewegungen möglich sind. Dieser - bei Wild außen liegende - Mechnismus ist meines Erachtens deutlich sinnvoller (und wartungsfreundlicher) konstruiert als bei den Zeiss-Drehtischen, die auch über einen solchen Feintrieb verfügen. Bei Zeiss liegt der Mechnaismus innen, wobei ein Verschleiß oder eine alterbedingte "Autolyse" des Reibrades eine aufwändige Zerlegung des Tisches zur Reparatur erforderlich macht. Mir ist praktisch kein Zeiss-Drehtisch bekannt, bei dem dieser Mechanismus noch im Originalzustand funktioniert. Durch einfaches Umklappen des Reibradhalters kann dieser Mechnaismus beim M21 deaktiviert werden.





Der Beleuchtungsapparat besteht aus einem höhenverstellbaren Kondensor mit Vorklapplinse für hohe Aperturen mit Aperturblende, darunter befindet sich der drehbare und ausklappbare Folienpolarisator.





Zur Beleuchtung kommt eine 6 V / 20 W - Leuchte in Form eines Einschubes mit externem Trafo zum Einsatz, über einen Drehring am Leuchteneinschub lässt sich die Leuchtfeldblende verstellen. Der Lichtaustritt am Mikroskopfuß ist durch einfache Verschiebung in alle Richtungen zentrierbar. Die eingeschaltete Beleuchtung wird durch ein kleines rotes Lämpchen am Mikroskopfuß angezeigt, wobei ich mich oft schon gefragt habe, ob dieses Aussattngsmerkmal (auch beim M20) eher ästhetische Gründe hat und den Stativen einen gewissen gestalterischen "Pfiff" geben sollte. Was es meines Erachtens auch tut!



Unterhalb des Tubus befindet sich der drehbare und fixierbare Analysatorträger, der Analysator selbst ist als Schieber gestaltete und kann ein- und ausgeschoben werden. Natürlich gibt es auch einen Kompensatorschlitz, der bei herausgenommenem Kompensator zur Staubschutz verschließbar ist. 



Im für die Konoskopie ausgestatteten Monotubus befindet sich eine Betrandlinse, die über zwei Rändelschrauben zentriert werden kann. Die Fokussierung der Bertrandlinse erfolgt nach Lösen einer weiteren Rändelschrauben durch axiales Verschieben der gesamten metallischen Hülse und kann in jeder beliebigen Position wieder fixiert werden. Die Zugstange (mit dem schwarzen Knopf) hat eine Doppelfunktion: Durch Einschieben und Herausziehen wird die Betrandlinse in den Strahlengang geschoben oder daraus entfernt, durch seitliches Betätigen (als "Hebel") kann eine Blende stufenlos verstellt werden, wodurch das Achsenbild schärfer wird. Der gesamte Mechanismus des Achselbildtubus ist eine sehr ungewöhnliche (und originelle) Wild-Konstruktion.



Ich jedenfalls freue mich sehr, dass ich dieses Mikroskop in wirklich hervorragendem Erhaltungszustand bekommen konnte und hoffe, dass die Vorstellung dieses Schmuckstücks den einen oder anderen interessiert.

Falls jemand weitere Unterlagen, Prospekte etc. zu den Wild-Mikroskopen M20, M21 etc. als PDF hat, wäre ich dankbar, wenn sie mir überlassen würden. Ebenso wäre ich an dem Pol-Binotubus und einem schwarzen Wild-Trafo im Kunststoffgehäsue interessiert.

Herzliche Grüße
Peter

Weitere Links zum M21:


http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/indexmag.html?http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artoct06/rp-polar.html

http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/indexmag.html?http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artoct06/gm-polar.html

http://www.science-info.net/docs/wild/WildM21.pdf



polarising polarizing microscope
« Letzte Änderung: Januar 12, 2019, 07:57:34 Vormittag von Peter V. »
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Jürgen Boschert

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Re: Die WILDe Schönheit aus der Schweiz: Polarisationsmikroskop Wild M21
« Antwort #1 am: Januar 11, 2019, 23:35:27 Nachmittag »
Lieber Peter,

herzlichen Glückwunsch zu dieser Schweizer Schönheit, an der Du ja viel Freude jetzt schon hast und auch weiterhin haben wirst.

Gruß !

JB
Beste Grüße !

JB

olaf.med

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Re: Die WILDe Schönheit aus der Schweiz: Polarisationsmikroskop Wild M21
« Antwort #2 am: Januar 12, 2019, 09:08:11 Vormittag »
Lieber Peter,

ein wirklich sehr schönes und eigenwilliges Stativ, fernab vom "Mainstream" der Zeit.

Herzlichen Glückwunsch!

Olaf

Wutsdorff Peter

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Re: Die WILDe Schönheit aus der Schweiz: Polarisationsmikroskop Wild M21
« Antwort #3 am: Januar 12, 2019, 10:17:54 Vormittag »
Hallo Peter,
auch von mir herzliche Glückwünsche zu diesem Schweizerischen Mikroskop.
Davon kann ich mit meinem Poladun IV nur träumen

Gruß Peter

Peter V.

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Re: Die WILDe Schönheit aus der Schweiz: Polarisationsmikroskop Wild M21
« Antwort #4 am: Januar 12, 2019, 11:11:06 Vormittag »
Hallo,

Hier noch Fotos der biologischen Geschwister des M21 - einmal das vom Stativ her identische Wild M20 und das Wild M20 EB (Eingebaute Beleuchtung). Beide M20 EB sind mit einem 6-fach-Wechselrevolver und Phasenkontrast ausgestattet, jedoch mit unterschiedlichen Tischen (kleiner Tisch mit horizontal angeordneten Triebknöfen und großer Tisch mit tiefliegendem vertikalen Trieb). Eines der EB-Modelle ist zusätzlich mit einem Zoom-Vergrößerungswechsler (Variomag) ausgerüstet. Mich beeindruckt bei den schwarzen Wild-Mikroskopen immer die klare elegante Formgebung, vielleicht war das rote Bereitschaftslämpchen an den Stativen  - das es auch am M20 EB gibt - schon der vorweggenomme "Red Dot"-Design Award;)
(Leider kommt das auf meinen  Fotos, die noch deutlich Luft nach oben haben,  nicht gut zur Geltung; es wird endlich Zeit für ein Fotozelt, fürchte ich...)

Herzliche Grüße
Peter
« Letzte Änderung: Januar 12, 2019, 11:20:28 Vormittag von Peter V. »
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A. Büschlen

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Re: Die WILDe Schönheit aus der Schweiz: Polarisationsmikroskop Wild M21
« Antwort #5 am: Januar 12, 2019, 15:18:47 Nachmittag »
Hallo Peter,

schön, dass du zum M21 auch das M20 zeigst. Der Variomag ist aus meiner Sicht etwas vom ganz feinen. Seine Leistung ist nicht mit einem Optovar zu vergleichen!

Sind das wirklich alles Wild Okulare die die gezeigten M20 zieren? ;)

Gruss Arnold

Peter V.

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Re: Die WILDe Schönheit aus der Schweiz: Polarisationsmikroskop Wild M21
« Antwort #6 am: Januar 12, 2019, 15:36:14 Nachmittag »
Hallo Arnold,

nein, gut erkannt! An dem Mikroskop mit Variomag befinden sich Leitz-Okulare, an dem anderen jedoch originale Wild  W 15x K-Okulare, am kleinen M20 Olympus Tokyo WF 10 x. Ich weiß - eigentlich ein Stilbruch, aber die meisten Mikroskope habe ich so belassen, wie ich sie bekommen habe. Ich würde aber in meinen Grabbelkisten sicher auch noch passende Okulare finden...wenn ich denn mal suchen würde.. ;)

Den Variomag gab es auch in anderer Ausführung (den ich aber dummerweise vor Jahren nicht genügend geschätzt und wieder verkauft habe). Die Ausführung mit dem silbernen Rändelring finde ich eigentlich noch ästhetischer.

http://www.classicoptics.com/parts/wild-parts/variomag/variomag.html

Herzliche Grüße
Peter
« Letzte Änderung: Januar 12, 2019, 15:53:36 Nachmittag von Peter V. »
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Dünnschliffbohrer

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Re: Die WILDe Schönheit aus der Schweiz: Polarisationsmikroskop Wild M21
« Antwort #7 am: Januar 12, 2019, 15:42:34 Nachmittag »
Hallo Peter,
Waidmannsheil für diesen Fang. Das Teil taucht ja nur selten mal auf. Hätte ich den monokularen Polarisationstubus nicht vor längerer Zeit mal zufällig einzeln für einen vernünftigen Preis entdeckt, dann hätte ich ihn dir sogar gerne gegen meinen binokularen mit dir getauscht. Der ist nämlich wirklich technisch raffiniert und liefert m.E. die schönsten Achsenbilder.
Was ich selbst noch gerne finden würde, das wäre die Synchrondreheinrichtung (auch die für das Z-Winkel Gfl Pol).
Nach meinem ersten M11 und M21 bin ich inzwischen richtig Wild geworden. Allerdings nicht weil ich denken würde, dass die anderen Hersteller nichts taugen würden, sondern es hat sich nicht zuletzt aufgrund der sehr hohen Kompabilität/Austauschbarkeit des Zubehörs/Nebenapparate (ähnlich Zeiss Jena + Zeiss Göttingen) so ergeben. An Unterlagen habe ich nur das in gedruckter Form, was du ohnehin schon als PDF hast.
Viel Freude mit dem technsichen Spielzeug (ich nehme mal an, dass du ja mit Dünnschliffen versorgt worden bist). Das ist ja das beste für ein verregnetes Wochenende!
"Und Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; und er schuf um ihn Laubmoose und Lebermoose und Flechten und ein Mikroskop!"
[aus: Kleeberg, Bernhard (2005): Theophysis, Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen,  S. 90]

Peter V.

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Re: Die WILDe Schönheit aus der Schweiz: Polarisationsmikroskop Wild M21
« Antwort #8 am: Januar 12, 2019, 15:50:27 Nachmittag »
Hallo DSB,

Dein M21 habe ich ja mal gesehen, als es zur Reha in meiner Nachbarschaft war  ;) und seitdem hatte ich eigentlich erst den Wunsch, dieses schöne Instrument auch zu besitzen. In der Tat ist es selten (derzeit wird es gerade im englischen Ebay für einen nicht gerade Schäppchen-Preis zum Sofortkauf angeboten). Die Synchrondreheinrichtung ist vermutlich rar wie Goldstaub. Dass Du den Achsenbildtubus einzeln bekommen hast, erstaunt mich! Hätte nich gedacht, dass der mal einzeln auftaucht. Glückwunsch! Ich hätte ihn allerdings auch nicht gegen Deinen Pol-Bino getauscht, denn eine Konoskopie-Einrichtung gehört für mich zu einem Polmikroskop zwingend dazu (wenngleich natürlich ein Phasenteleskop genau so gute Dienste leistet und manchmal ein besseres Bild liefert als eingebaute Bertrandlinsen).
Solltest Du mal einzeln auf den Pol-Bino  stoßen (wo auch immer), gib mir bitte Bescheid (Du bist ja versorgt). In der Tat ist das Achsenbild an diesem Polmikroskop sehr gut, besser als an manchen anderen Polmikorksopne - das ist mir vorgestern bei ersten Ausprobieren auch direkt aufgefallen.

Herzliche Grüße
Peter
« Letzte Änderung: Januar 12, 2019, 15:58:42 Nachmittag von Peter V. »
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Urs 123

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Re: Die WILDe Schönheit aus der Schweiz: Polarisationsmikroskop Wild M21
« Antwort #9 am: Januar 12, 2019, 16:18:19 Nachmittag »
Hallo Peter,
ganz herzliche Gratulation zu Deinem wunderschönen Fang! Was Unterlagen zum M20 betrifft habe ich Dir eine PN geschickt.
Herzliche Grüsse
Urs

Frank D.

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Re: Die WILDe Schönheit aus der Schweiz: Polarisationsmikroskop Wild M21
« Antwort #10 am: Januar 12, 2019, 16:37:58 Nachmittag »
Lieber Peter,

Glückwunsch zu diesem Wildfang.
Was ich ebenfalls für bemerkenswert halte, ist die Justage der Leuchtfeldblende durch einfaches Verschieben des Spiegeleinsatzes. Der ist bei den Mikroskopen anderer Hersteller fest verschraubt, bei diesen WILD-Mikroskopen jedoch über eine plane Metallfläche und innerhalb des weiß eingezeichneten Ringes verstellbar. Wie bei einem Gleittisch, kommt es auch hier auf das richtige Schmiermittel an, damit der Einsatz nicht bei jedem Stubser verstellt wird.

Der innere Aufbau des Pol-Drehtisches ist vergleichbar mit den Zeiss West-Tischen. Zwei Lagerebenen mit über 250 Lagerkugeln. Die Schweinerei eines zerbröselten Reibrades bleibt den WILD-Besitzern natürlich erspart.

Viel Freude an Deinem ... zweiten? .... oder dritten? ...  Mikroskop
Frank

ortholux

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Re: Die WILDe Schönheit aus der Schweiz: Polarisationsmikroskop Wild M21
« Antwort #11 am: Januar 14, 2019, 17:02:07 Nachmittag »
Auch von mir Glückwünsche.

Es wär doch jetzt wirklich mal an der Zeit, Deine Stücke mehr zu exponieren. Und sei es nur als Bilder in verschiedenen Artikeln. Oder in einem Buch über Nachkriegsmikroskope - ausschließlich Leitz bis 1974.
Dann verlegen wir den Voigt und den Lehmann im selben (Eigen-) Verlag und verkaufen diesen Doppelband für viel Geld an alle 87 Interessierten und begeben uns mit dem verdienten Geld in den noch verdienteren Ruhestand.

Wolfgang

Stephan Hiller

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Re: Die WILDe Schönheit aus der Schweiz: Polarisationsmikroskop Wild M21
« Antwort #12 am: Januar 15, 2019, 01:51:37 Vormittag »
Ebenso wäre ich an dem Pol-Binotubus und einem schwarzen Wild-Trafo im Kunststoffgehäsue interessiert.

Hallo Peter,

Glückwunsch zu deinem schwarzen "Schweizer Präzisions-Weihnachtsgeschenk", das wirklich wie es Olaf schon gesagt hat etwas abseits des Mainstreams anderer Hersteller daherkommt.
Wenn du keinen schwarzen original Trafo für die original Beleuchtung findest - Herr Henkel hat mir mal gesagt, dass meine Zeiss LED Stecksockel auch in die Wild M 20 Serie passen - aber das ist dir vermutlich auch schon aufgefallen. Falls du tatsächlich planst mit dem Mikrsokop zu arbeiten wäre eine LED sicher eine gute Alternative zum Original Leuchtmittel. Zudem trägt der LED Einsatz weniger auf und das Kabel kann abgesteckt werden. Ein schwarzes LED Steuergerät plane ich allerdings nicht aufzulegen. Der Gehäusehersteller liefert leider nur in Hell- oder Dunkelgrau  ;D

Grüße

Stephan
« Letzte Änderung: Januar 15, 2019, 02:04:48 Vormittag von Stephan Hiller »

Fahrenheit

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Re: Die WILDe Schönheit aus der Schweiz: Polarisationsmikroskop Wild M21
« Antwort #13 am: Januar 15, 2019, 07:23:05 Vormittag »
Lieber Peter,

Glückwunsch zu dem schönen Fang! Da müssen die anderen in der Vitrine etwas bei seite rücken ... :)

Herzliche Grüße
Jörg
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Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

Peter V.

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Re: Die WILDe Schönheit aus der Schweiz: Polarisationsmikroskop Wild M21
« Antwort #14 am: Januar 15, 2019, 08:21:22 Vormittag »
Lieber Stephan,

ich hatte das etwas falsch in Erinnrung: Es gibt keinen schwarzen Wiild-Trafo im Kunststoffgehäuse. Der, den ich in Erinnerung hatte, war ein Fremdprodukt, wie ich herausfand, nachdem ich mir noch einmal alte Bilder angeschautb habe. Bezüglich der Trafos hat Wild übriegns keinen so guten Geschmack bewiesen, der seinerzeitige Trafo sah aus wie auf dem angehängten Foto., also offenbar in - m.E. unpasssender - Hammerschlagoptik. Den habe ich zwar auch nicht, aber das ist nicht weiter schlimm. Modernere Wild-Trafos finden sich hier durchaus in meiner kleinen mikroskopischen Schatzkammer.

"Verhillern" werde ich das M21 aber wohl nicht, denn es ist mehr ein Museumsstück. Als "Gebrauchs"-Polmi habe ich ein wunscherschönes weißes Ortholux II Pol BK, das Dir evtl. auch nicht ganz unbekannt sein dürfte  ;) und das ich durch Tausch gegen ein Orthoplan Pol von einem nicht ganz unbekannten Forummitglied aus Witten erwerben konnte. Das Ortholux II ist seinerzeit - mit Deiner Hilfe und Deinen Komponenten - LEDisiert worden, und zwar mit einer komplett in den Mikroskopfuß eingebauten Steuerelektronik. Mit diesem Werk konntest Du ja selbst "den" Exeprten für Polarisationsmikroskopie schlechthin von den Vorteilen der LED überzeugen, der bis dahin auch eher skeptisch war. Bei meinem letzten Besuch sah ich aber schon wieder ein Hiller-Steuergerät auf seinem Schreibtisch... ;)

Hezrliche Grüße
Peter


« Letzte Änderung: Januar 15, 2019, 08:23:53 Vormittag von Peter V. »
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