Autor Thema: Dicke von Dünnschliffen vermessen  (Gelesen 1822 mal)

plaenerdd

  • Member
  • Beiträge: 2390
  • Dresdener (Exilmecklenburger)
Re: Dicke von Dünnschliffen vermessen
« Antwort #30 am: Januar 05, 2019, 19:17:34 Nachmittag »
Hallo Kurt,
für das Deckglas mag Deine Methode gehen, den Dünnschliff selber kannst Du damit aber leider nicht vermessen, weil der i.d.R. nicht dicht genug an den Rand des OT heranreicht, dass Du ihn mit höheren Vergößerungen scharf einstellen kannst. Außerdem ist der Rand eines DS oft etwas dünner als in der Mitte. Zumindest ist das bei Anfängern (und auch bei mir) meist der Fall.
Beste Grüße
Gerd
« Letzte Änderung: Januar 05, 2019, 23:04:22 Nachmittag von plaenerdd »
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: CZJ-Nf mit Phv, Pol, DF, HF; Auflicht: VERTIVAL, Stemi: MBS-10; Inverses: Willovert mit Ph

Kurt Wirz

  • Member
  • Beiträge: 738
Re: Dicke von Dünnschliffen vermessen
« Antwort #31 am: Januar 05, 2019, 22:27:38 Nachmittag »
Hallo Gerd

Vielen Dank für die aufschlussreiche Begründung.
Nun verstehe ich, weshalb man andere Wege sucht.

Kurt
.
Meine Bilder entsprechen nicht immer exakt der Realität,
ich wünsche mir deshalb Betrachter, die auch unbelastet geniessen können.

http://www.focus-stacking.com

bergarter

  • Member
  • Beiträge: 80
Re: Dicke von Dünnschliffen vermessen
« Antwort #32 am: Januar 05, 2019, 22:32:11 Nachmittag »
grüß Dich
Gerd

- - Außerdem ist der Rand eines DS oft etwas dünner als in die Mitte. Zumindest ist das bei Anfängern (und auch bei mir) meist der Fall.--

Diese Aussage von Dir  ist mir unverständlich.
Was meinst Du damit?
Sind Deckgläser allgemein mittig dicker ( aber dann nicht beim Anfänger )
durch den Einsatz von Klebepressen außen verformt?
oder
thermisch außen verformt. Dünner  geworden?

Dünne Steinplättchen von ca  0, 050 ? mm können  sich  in der Hitze von 120 Grad zu Sattelflächen verformen, gilt das auch für Deckgläser? Stoffwanderung nach außen?


Grüß Dich
Gerd
« Letzte Änderung: Januar 05, 2019, 22:39:40 Nachmittag von bergarter »

plaenerdd

  • Member
  • Beiträge: 2390
  • Dresdener (Exilmecklenburger)
Re: Dicke von Dünnschliffen vermessen
« Antwort #33 am: Januar 05, 2019, 23:03:01 Nachmittag »
Hallo Gerd,
ich hätte nicht abkürzen sollen. Mit "DS" meine ich natürlich den Dünnschliff, nicht das Deckglas. Den Dünnschliff kann man ja schließlich bei der finalen Bearbeitung mit Hand immer noch schön versauen, z.B. in dem man eine Dachkante reinschleift. Dann hat man zwei auslaufende Seiten und zwei die in der Mitte dicker sind als an den Ecken.
Beste Grüße
Gerd
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: CZJ-Nf mit Phv, Pol, DF, HF; Auflicht: VERTIVAL, Stemi: MBS-10; Inverses: Willovert mit Ph

bergarter

  • Member
  • Beiträge: 80
Re: Dicke von Dünnschliffen vermessen
« Antwort #34 am: Januar 05, 2019, 23:09:38 Nachmittag »
hallo Gerd

Ich überles oft was. Entschuldigung.

 
grüß Dich
Gerd

hugojun

  • Member
  • Beiträge: 71
Re: Dicke von Dünnschliffen vermessen
« Antwort #35 am: Januar 07, 2019, 13:03:31 Nachmittag »
Hallo zusammen und ein frohes neues und gesundes Jahr:

Zum Beitrag habe ich dies in meinen Unterlagen gefunden:


Völkel, H.: Allgemeines über die Anfertigung von Dünnschliffen und Anschliffen. Präparator. 13: (1967).155-169. 6








Das Deckglas scheint mir mit ca., 69µm recht dünn , dafür sind aber die Kleberschichten nahe bei der Schliffdicke.


Gruß
Jürgen



« Letzte Änderung: Januar 07, 2019, 13:23:23 Nachmittag von hugojun »

Florian D.

  • Member
  • Beiträge: 424
Re: Dicke von Dünnschliffen vermessen
« Antwort #36 am: Januar 07, 2019, 14:17:15 Nachmittag »
Toll, ein Dünnschliff vom Dünnschliff!
 ;D

Danke für's Zeigen,
Florian

Florian D.

  • Member
  • Beiträge: 424
Re: Dicke von Dünnschliffen vermessen
« Antwort #37 am: Januar 07, 2019, 14:27:40 Nachmittag »
Hallo Florian:

Höhenmessungen mit Objektiven NA > 0.75 benötigen eine etwas verbesserte Gleichung, wenn man kleine Abweichungen nicht tolerieren kann. Auch muss man den Fokusierungsmechanismus eichen. Ich habe mal eine einfache Zusammenfassung ins Netz gestellt. Vielleicht ist sie hilfreich in diesem Zusammenhang. Das Dokument kann man mit dem folgenden URL zugreifen. Das Passwort ist Micscape.

http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artjun05/ThicknessPaper.pdf

Prinzipiell ist es eine Zusammenfassung von der Arbeit von G. W. White [1].

Gruss,

Gregor

[1] G. W. White, Improving the accuracy of vertical measurements under the microscope, The Microscope, 18 (1970), 51-59.

Ich habe den Artikel von White jetzt gelesen. Wichtig ist hierbei vielleicht, dass er davon ausgeht, dass die Aperturblende voll geöffnet ist. Wenn ich das allerdings mache, habe ich kaum noch Kontrast und kann die Ober und Unterseite des Deckglases bzw. Schliffs nicht mehr fokussieren.

Bei dem Effekt, den White beschreibt, handelt es sich doch eigentlich darum, dass das zusätzliche brechende Objekt zu einer negativen sphärischen Aberration führt.
Dazu muss ich mich noch weiter einlesen.

Viele Grüsse,
Florian

olaf.med

  • Member
  • Beiträge: 2132
Re: Dicke von Dünnschliffen vermessen
« Antwort #38 am: Januar 07, 2019, 16:18:51 Nachmittag »
Hier noch ein schönes Beispiel für die Dicke von Kittschichten, das mir wieder in den Sinn kam, als ich den Artikel von Hannes Völkel sah. Es handelt sich um einen Bohrkern, der mit einem Mikro-Bohrgerät erzeugt wurde, einmal im REM und dann herausgebrochen und im polarisierten Licht (Pol's nicht ganz gekreuzt, damit man die Details erkennt). Die Grenzflächen zwischen den Kittschichten und Objektträger bzw. Deckglas sind mit roten Pfeilen gekennzeichnet.





Man sieht, dass die Dicke der Kittschichten doch ganz erheblich ist!

Herzliche Grüße,

Olaf

plaenerdd

  • Member
  • Beiträge: 2390
  • Dresdener (Exilmecklenburger)
Re: Dicke von Dünnschliffen vermessen
« Antwort #39 am: Januar 07, 2019, 19:20:40 Nachmittag »
Hallo Olaf,
cooler Bohrer, der Bohrkerne vom Durchmesser eines Haares fabriziert.
Danke für's Zeigen.
Grüße
Gerd
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: CZJ-Nf mit Phv, Pol, DF, HF; Auflicht: VERTIVAL, Stemi: MBS-10; Inverses: Willovert mit Ph

Florian D.

  • Member
  • Beiträge: 424
Re: Dicke von Dünnschliffen vermessen
« Antwort #40 am: Januar 16, 2019, 09:38:44 Vormittag »
Glückauf!

Ich habe zu dem interessanten Artikel von Gregor alias Orthoplan eine kleine Graphik angefertigt.
Diese zeigt die Strahlengänge die von einem Punkt hinter einer Quarzplatte ausgehen (diese steht vertikal).
Die gestrichelten Linien sind die tatsächlichen Strahlen in der Platte, die durchgezogenen die gebeugten Strahlen in Luft, zurückverlängert in die Quarzplatte.
In blau sind Strahlen, die in Luft eine Apertur von 0.85 aufweisen, in grün solche mit 0.65.
Man sieht, dass sich diese Strahlen in verschiedenen Punkten schneiden. D. h. die Platte führt zu sphärischer Aberration.
Ebenfalls eingezeichnet ist die Kaustik (rot), d.h die Einhüllende der konvergierenden Strahlen.
Die  Spitze der Kaustik ist der parallaktische Brennpunkt, d. h. der für kleine Aperturen.
Der von Gregor referenzierte Artikel schlägt nun vor, als  Lage für den effektiven Brennpunkt einen gewichteten Mittelwert zu verwenden.
In sonstiger optischer Literatur wird hingegen oft die Stelle maximaler Einschnürung betrachtet. Diese ist dort, wo die Strahlen mit höchster NA die Kaustik schneiden (jeder Strahl tangiert die Kaustik in einem Punkt und schneidet sie später nochmal).
In Seidelscher Näherung liegt dieser Punkt 2/3 der Distanz vom parallaktischen Brenpunkt Richtung des Brennpunkes höchster NA.
In der Praxis dürfte der Unterschied beider Definitionen gering sein.

Eine moderne Behandlung der sphärischen Aberration findet sich hier,
http://rohr.aiax.de/BasicAberrationsandOpticalTesting.pdf

Zeiss hat hierzu eine nette Seite mit Animationen:
http://zeiss-campus.magnet.fsu.edu/tutorials/basics/focusdepthsphericalaberration/indexflash.html

Viele Grüsse,
Florian