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Drei Rätsel

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dugesia:
Guten Tag!
Ich hoffe, ich bin an der richtigen Adresse ...
Es gibt da nämlich etwas, was mir schon länger Rätsel aufgibt: Ich habe drei Fotos, von denen ich einfach nicht weiß, was das ist:
 
1: Ein "Ding" vom 29.08.2017 fand ich im Edersee (Mittelgebirgs-Stausee in Nordhessen, damals war der Wasserstand sehr niedrig). In unmittelbarer Nähe lebten sehr viele Kieselalgen. Das "Ding" bewegte sich nicht, verursachte keine sichtbare Strömung und wirkte auf die anderen Wasserlebewesen weder sonderlich anziehend noch abstoßend.
 
 
 
2: ...und noch ein kleiner Unbekannter: Am 16.10.2017 (und auch noch später) waren in meinem Gartenteich (Wasser: klar, noch nicht viel Laubeinfall; Lage: Gartenhochteich in Fertigteichschale (d.h.kein Kontakt mit Grundwasser oder eingeschwemmtem Oberflächenwasser); Bevölkerung: Spitzschlammschnecken, die fleißig laichen; Pflanzen: vergammelnde Seerosenblätter; grüner Bewuchs am Rand (Fadenalgen?);
badewannengroß; Licht: Zu dieser Jahreszeit nur noch wenig (etwa 7 h/Tag, wenn überhaupt); Bodenbelag: Mulm) mehrere solcher rundlichen "Klumpen". Das könnten Kolonien aus irgendwelchen (wahrscheinlich filtrierenden) Einzellern sein, die sich aber kein bisschen bewegten. Aus jedem Einzeltier ragt ein langer durchsichtiger Ausläufer. In der Umgebung lagen außerdem geweihartige reglose Stücke herum, die so aussahen, als würden sie dazugehören. Die größte Ähnlichkeit besteht zum Grünen Gallertkugeltierchen, aber es gibt viele Unterschiede.
 

1 und 2 könnten auch eine Art Abwasserschwamm sein. Wenn sich etwas nicht bewegt, bin ich oft mit meinem Latein am Ende.
 
 
3: Wer kennt diese Alge? Die begegnet mir dauernd, vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Die ist so häufig, dass die Antwort bestimmt geradezu beschämend simpel ist (womöglich Oscillatoria oder eine Spirogyra-Abart), aber ich stehe einfach auf dem Schlauch.
 
 
Zu meiner Arbeitsweise: Ich benutze ein Auflichtmikroskop (Stereolupe) der Firma Bresser und betreibe nur Lebendmikroskopie, indem ich mittels Filtern den Inhalt eines 500-ml-Probenglases auf nur noch etwa 2 ml reduziere. Dabei gehe ich vorsichtig vor, damit die Organismen nicht geschädigt werden und weiterhin ihr natürliches Verhalten zeigen und sich sogar vermehren. Auf dem Auflichtmikroskop befindet sich eine USB-Kamera.

Für jede Hilfe wäre ich dankbar!
Melanie




plaenerdd:
Hallo Melanie,
Willkommen im Forum!
Bild 1 Blaualge Microcystis flos-aquae
Bild 2 ?
Bild 3: Jochalge Spirogyra, Die Art läßt sich nur während der Fortpflanzung bestimmen.

Beste Grüße
Gerd

dugesia:
Danke sehr!
Ist diese äußere Gitterform bei 1 eine Wuchsform von Microcystis flos-aquae oder nur ein davon umwachsenes Substrat? Und erkennt man bei 3 nur nicht den spiralförmigen Chloroplasten auf Anhieb? Liegt das vielleicht am Alter der Alge, am Blickwinkel o. ä.?

Grüße,
Melanie

plaenerdd:
Hallo Melanie,
zu 1) die Form der durch Gallerte zusammengehaltenen Kolonien ist ungeheuer variabel. Kleine Kolonien sind meist geschlossene unförmige Klumpen, größere oft netzartig. Im "Wassertropfen" heißt die Art zu deutsch "Netzalge"

zu3) Ich bin mir hier nicht zu 100% sicher, ob es Spirogyra ist. Die Auflösung ist etwas gering, aber ich meine eine angedeutete Spiralstruktur zu erkennen. Hier wäre eine Aufnahme mit höherer Vergrößerung hilfreich. Es gibt noch zahlreiche andere Fadenalgen-Gattungen, die auf den ersten Blick sehr ähnlich wirken. Es lohnt sich immer den grünen "Schleim" etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Da kann man immer wieder Überraschungen finden, bis hin zum Wassernetz.

Hast Du den "Wassertropfen"? Das ist ein Muss für Tümpler.
Beste Grüße
Gerd

Peter Kerwien:
Hallo Melanie,

Bild 2 zeigt vermutlich die Grünalge Chaetophora,
Gruß Peter

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