Autor Thema: Feinfilter für Wasserproben aus Teichen  (Gelesen 527 mal)

Pommbaer

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Feinfilter für Wasserproben aus Teichen
« am: Januar 22, 2019, 12:28:54 Nachmittag »
Hallo zusammen,

wir haben damals im Studium mit einem Ruderboot auf dem See einen Trichterfilter hinter dem Boot hergezogen um so allerhand "Sichtbares" für die Mikroskopie zu sammeln.

Wer kann mir eine gute Anlaufstelle für derartige Filter nennen, gerne auch im kleineren Maßstab? Ich würde gerne Proben von Teichen oder Oberflächengewässern damit etwas aufkonzentrieren, bevor ich sie unter die Linse lege.

Was mich hier auch interessieren würde wären möglichst feine Filter um auch kleinste Lebewesen aufzufangen.

ich erinnere mich dazu an eine Probenahme an einem Teich nahe der Hochschule, wo wir einen etwa Teesiebgroßen Filter einsetzten der selbst kleinste Parasiten zurückgehalten hat.


Philipp

Bob

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Re: Feinfilter für Wasserproben aus Teichen
« Antwort #1 am: Januar 22, 2019, 12:34:25 Nachmittag »
Hallo Phillip,
zur Herstellung solcher Siebe nach Maß eignet sich Edelstahlgewebe (ebay) sehr gut. Man nimmt einfach ein Stück Kunststoff-Rohr, z.B. HT-Rohr, legt das Gewebe drauf und schweißt es mit einem Lötkolben oder warmen Löffel oder... fest. Günstig, robust und praktisch für unterwegs, besonders wenn man eine passende Plastikdose hat.
Zum Hinterherzeihen ist ein Planktonnetz besser, es hat ja viel mehr Filterfläche.

Viele Grüße,

Bob

Pommbaer

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Re: Feinfilter für Wasserproben aus Teichen
« Antwort #2 am: Januar 22, 2019, 12:43:17 Nachmittag »
Zur Anwendung dieses Trichters:

Ich bin mir bei der Größe der Poren nicht mehr sicher welches Maß dieser hatte, aber der Boden des Edelstahl-Trichters war geschlossen, so dass sich dort am Ende wenige ml Flüssigkeit mit aufkonzentriertem "Inhalt" befanden. Die gesamte Wand des Trichters war als Filter ausgebildet. Die Reste im Boden des Trichters wurden dann über eine Pipette entnommen. Der Trichter selbst war sicherlich 30cm im Durchmesser und in der Höhe.

Natürlich könnte ich alternativ auch einfach einen normalen PP- oder Glas-Trichter heranziehen, ein Filterpapier verwenden und eine Filtration durchführen. Aber ich bin weder ein Freund von Einmal-Artikeln (habe hier ja keine gesetzlichen Vorgaben zuhause) noch von Papierfiltern generell, da ich hier eine Retention durch das Filterpapier selbst erwarte. Diese hätte ich bei Edelstahl zum Beispiel nicht.



plaenerdd

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Re: Feinfilter für Wasserproben aus Teichen
« Antwort #3 am: Januar 22, 2019, 22:43:10 Nachmittag »
Hallo Phillip,
Zitat
Natürlich könnte ich alternativ auch einfach einen normalen PP- oder Glas-Trichter heranziehen, ein Filterpapier verwenden und eine Filtration durchführen. Aber ich bin weder ein Freund von Einmal-Artikeln (habe hier ja keine gesetzlichen Vorgaben zuhause) noch von Papierfiltern generell, da ich hier eine Retention durch das Filterpapier selbst erwarte. Diese hätte ich bei Edelstahl zum Beispiel nicht.
Nee, das funktioniert nicht wirklich gut, weil Du da viel zu wenig Filterfläche hast. Das was Du vorher beschrieben hast ist ein Planktonnetz und das ist seit über huntert Jahren der Standart bei der Anreicherung von Plankton. Du brauchst einfach so viel Filterfläche wie möglich, besonders dann, wenn Du in recht sauberem Wasser fischst. Je feiner ein Planktonnetz ist, um so langsamer muss man es durch das Wasser ziehen, weil sonst das Wasser nicht durch die feinen Maschen durch strömt, sondern seitlich am Netz vorbei. Übliche Maschenweiten sind so um die 50 bis 100µm. Ich habe mein Netz aus Siebdruckgaze mit 65µm Maschenweite selbst genäht. Am Ende des Trichters ist eine Offnung, in die ein kleines Probengefäß gesteckt wird. Da dieses Gefäß Wasserundurchlässig ist, muss man das Netz am Schluss so aus dem Wasser ziehen, dass die vor dem Gefäß angereicherten Planktonlebewesen hineingewirbelt werden. Das erreicht man ganz einfach, in dem  man es einige male wieder kurz in das Wasser taucht und wieder herauszieht (nur die Spitze des Planktonnetzes!): Dadurch wird das Wasser in Gegenmrichtung, also von außen nach innen in das Netz gespühlt und die in den Maschen hängenden Lebewesen in den Trichter vor das Auffanggefäß gespühlt und auch hineingewirbelt. Das Planktonnetz muss nach Gebrauch in eine Kunsttofftüte verstaut werden, damit es nicht austrocknet und zu Hause mit Leitungswasser gut gespült werden, möglichst in beiden Richtungen und erst dann getrocknet werden. Wenn die Viecher im Netz antrocknen, bekommst Du sie nur sehr schwer wieder raus.

Wenn Du selber keine Nähbegabung hast, kannst Du hier Netze kaufen.

Beste Grüße
Gerd
« Letzte Änderung: Januar 22, 2019, 22:47:23 Nachmittag von plaenerdd »
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