10 jähriger Wissenschaftler will loslegen...

Begonnen von ManuelDoe, Januar 28, 2019, 18:58:50 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

ManuelDoe

Hallo Mikroskopie-Foristen,

ich habe einen Haufen an Fragen, dafür wahrscheinlich ein unerschöpfliches Repertoire an Unwissen (jedenfalls zum Thema mikroskopieren). Vorweg, ich möchte kein 2000x Dunkelfeld-Phasendingsbums-Stereo-Mikroskop für 100€ kaufen ;)

Es folgt jetzt erstmal eine Menge Text, habe auch jetzt 2 Tage immer mal wieder zwischendurch geschrieben ;)

Ich habe einen 10 jährigen Sohn, der in die 5. Klasse geht und sich schon seit ewiger Zeit (eigentlich seit immer) für Biologie und alles Drumherum interessiert. Seit etwa 2 Jahren ist er auch total an der Medizin interessiert und will mal Notarzt werden. Ungebrochen besteht aber weiterhin sein generelles Interesse an der Biologie und der genauen ,,Untersuchung" von allem, was er finden kann. Selbst ein Klumpen Dreck kann ja sooo interessant sein. Bisher hat er ein paar einfache Lupen und ein einfaches Taschenmikroskop (60x – 120x steht drauf).

Nun hat er aus der Verwandtschaft ein Mikroskop aus altem Bestand als ,,Dauerleihgabe" bekommen. Ein Bresser Biolux NV bis 1280x, meiner Recherche nach eher etwas in der Kategorie ,,Spielzeug". Er hat richtig Spaß daran gefunden und das Mikroskop hat einen festen Platz in seinem Labor gefunden. Es sind ein paar Präparate dabei, Bein und Flügel von einer Fliege, Zwiebelhaut, Holz ... Damit hat er jetzt gemerkt, dass es noch viel interessante Dinge gibt, die seine Lupen ihm bisher noch nicht zeigen konnten.

Soweit der IST-Zustand, was wollen wir denn jetzt überhaupt?

Dadurch angeregt, möchte er jetzt gerne selber Präparate anfertigen und sich nicht mit den Fertigen vorschreiben lassen, was es zu entdecken gibt. Das möchten wir selbstverständlich unterstützen und fördern, auch weil das Interesse in diesem Bereich (einfach alles was mit Biologie/Medizin zu tun hat) schon lange anhält. Was ihm selbstverständlich sofort in den Sinn gekommen ist: ,,Blut". Also habe ich kurz recherchiert und mich spontan für einen Blutausstrich geopfert. Hat auch beim ersten Mal direkt funktioniert, die Entnahme der Blutprobe wurde von unserem kleinen Mediziner sehr professionell (mit Desinfektion, Handschuhen, Mundschutz und Mini-Pflaster) durchgeführt, ausgestrichen hab ich. Wir alle waren schon begeistert, die Erythrozyten zu sehen ... unser Sohn war für den Rest des Tages beschäftigt.

Mittlerweile hat er sich aus der Stadtbibliothek auch ein einfaches (Kinder-)Buch zum Mikroskop ausgeliehen und lernt es gerade auswendig.

So, nun komme ich langsam zu den Fragen, welche ihr nun wahrscheinlich kaum mehr Erwarten könnt.

Im ersten Teil geht es um das Präparieren, dann ums Aufrüsten der Hardware.

Vorher nochmal kurz all das, was unser Sohn wahrscheinlich demnächst erkunden möchte, wobei alles was mit ,,Leben" zu tun hat wahrscheinlich Priorität hat. Mit einem ,,+" markiere ich mal die Dinge, die mir als besonders wichtig erscheinen:

- Pflanzenteile, -zellen, -pollen +
- Gewebe (Mensch/Tier) +
- Wasser +
- Staub/Dreck (wenn man da überhaupt was findet)
- Salze
- Pilze
- Kristalle (aktuell mit dem Taschenmikroskop ganz gut)
- Lebensmittel (gibt es da was zu sehen? )
- (Textil)fasern (man muss ja auch mal Detektiv spielen)

Nun zum Präparieren:

Ja, es gibt viel Literatur und Wissen im Netz. Ich weiß aber noch nicht ganz, was ein 10-jähriger Junge der bestimmt nicht auf den Kopf gefallen ist wirklich braucht und umsetzen kann. Generell liest er auch gerne Bücher zu seinen Themen. Wenn ein Buch verständlich geschrieben ist, traue ich ihm durchaus zu, sich selbst weiterzubilden. Er wird dennoch hier und da meine Unterstützung benötigen, aber leider habe ich nicht immer Zeit, mich sofort einzulesen. Das Präparieren wäre dann erstmal ein Wochenendprojekt von uns.

Ich selbst bin technisch/wissenschaftlich im Bereich der Elektrotechnik unterwegs, die Hand ist für feine Lötarbeiten an Elektroniken zertifiziert. Vor Chemie habe ich keine Angst, ätze hin und wieder mal ein paar Platinen. Bin aber weit davon entfernt, wirklich Ahnung von Chemie zu haben!

Es gibt scheinbar eine unerschöpfliche Menge an Möglichkeiten und Chemikalien, um Präparate herzustellen, zu konservieren und zu färben. Das erste Etappenziel von ihm/uns ist es, ordentliche und haltbare Präparate herzustellen.
Vorerst Pflanzen, Wasser, Mundschleimhaut und Blut. Auf keinen Fall möchte ich, dass mein Sohn mit giftigen oder anderen gefährlichen Chemikalien hantieret. Selbst ich würde dies nur sehr ungern machen.


Von Chemlab gibt es eine SafeLine Serie, die ,,ungefährlich" sein soll. Leider gibt es auch da viele Verschiedene, nicht zu jeder findet sich etwas im Netz.

Gibt es Empfehlungen für die Präparation, die generell geeignet sind?

Welche würden wir für Pflanzen, Wasser, Mundschleimhaut und Blut benötigen? Man muss ja nicht sofort alles sehen können.

Wo findet man Anleitungen zur Anwendung der Mittel? Im Inhaltsverzeichnis des KOSMOS großem Buch der Mikroskopie sind z.B. einige Färbemethoden gelistet, jedoch nur wenige die ich mit SafeLine abdecken könnte. Meine Vorstellung: Drei kleine Fläschchen und eine klare einfache Anleitung zum Vorbereiten, zum Fixieren und evtl. zum Färben für die Meisten der genannten Anwendungsfälle.

Kann mein Sohn die Prozeduren nach etwas Übung auch sicher alleine durchführen?

Welche Literatur kann man empfehlen, die ein aufgeweckter 10-jähriger versteht und die sich ungefährlicher Mittel zur Präparation bedient?

Zur Aufrüstung der Hardware:

Dies ist eher ein längerfristiges Projekt, sofern das Interesse nicht widererwartend abnimmt. Ende April, zum Geburtstag, würden wir ihn dann gerne etwas professioneller Ausstatten. Professionell bedeutet leider nicht, dass es professionell teuer sein soll.

Die Anforderungen an die Ausrüstung werdet ihr aus meinem bisherigen Schreib-Gelaber besser kennen als ich!
Ich möchte gerne erstmal ein ordentliches Mikroskop investieren, gerne auch ein gutes gebrauchtes. Optimal wäre es, wenn man dieses nach und nach erweitern könnte. So habe ich z.B. aufgeschnappt, dass Phasenkontrastmikroskopie wohl bei dem was er machen möchte Vorteilhaft sein soll. Auch das Fotografieren sollte irgendwann mal möglich sein*. Jedoch wird nicht alles auf einmal gehen, daher lieber ein vernünftiges gebrauchtes, welches wir nachrüsten können. Für das Mikroskop zum Geburtstag würden insgesamt etwa 400€ zusammenkommen. Weniger darf es natürlich sein! Anschließend darf/soll je nach Interesse gerne erweitert werden.

Welche Vorgehensweise bei der Optimierung der Ausstattung würdet ihr empfehlen?

Auf welche Eigenschaften muss ich achten?

Welche ordentlichen, erweiterbaren Geräte kann ich für den Preis gebraucht bekommen?

Welche Erweiterungen werden wir benötigen, was kostet sowas in Etwa?


Jetzt haben wir (also ich und ihr) es erst einmal geschafft. Das Meiste ist gesagt und gefragt. Auch wenn es sehr viel ist, freue ich mich über eure konstruktiven Beiträge!

Gruß
Manuel

*Nebenbei: Habe meinem Sohn mal gesagt, er soll doch mal eine Skizze von dem was er sieht machen. Das würde man so machen, dafür hat er ja ein Laborbuch. Naja, die Antwort hätte ich vorhersehen müssen: ,,Aber Papa, moderne Mikroskope haben doch eine Kamera, mit den kann man sogar Videos machen"

Herbert Dietrich

Hallo Manuel mit Sohn,

willkommen im Mikro-Forum,

als Lektüre empfehle ich "Das Mikroskopier-Buch" von Oxlade/Stockley
gibt es antiquarisch bei booklooker für ein paar EURO.
Anleitungen nach denen ein Zehnjähriger gut arbeiten kann.

Für den Vater auch bei booklooker den Klassiker seit 1936!!!
Georg Stehli: Mikroskopie für Jedermann.

Als Mikroskop empfehle ich ein Zeiss West Standard, das ist endlos ausbaubar und ist sicher in der Grundausrüstung für 3 -400.-- EURO
zu bekommen.

Herzliche Grüße

Herbert


knipser009

Viele Grüße aus dem SaarPfalzKreis

Wolfgang
gerne per "Du"

beamish

Zitat von: ManuelDoe in Januar 28, 2019, 18:58:50 NACHMITTAGS
*Nebenbei: Habe meinem Sohn mal gesagt, er soll doch mal eine Skizze von dem was er sieht machen. Das würde man so machen, dafür hat er ja ein Laborbuch. Naja, die Antwort hätte ich vorhersehen müssen: ,,Aber Papa, moderne Mikroskope haben doch eine Kamera, mit den kann man sogar Videos machen"

Hallo Manuel,

mein Bio-Lehrer sagte immer: "was man nicht gezeichnet hat, hat man nicht gesehen". Es müssen ja keine Kunstwerke sein, aber man hat seine Beobachtung dokumentiert. Ein Foto ist nur mehr oder weniger schön, aber man hat da nicht zwingend analysiert, was man da überhaupt sieht. Also auch wenn's eine Kamera gibt, trotzdem zum Zeichnen ermuntern...

Herzlich
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

liftboy

Hallo Manuel,

in welcher Gegend bist Du/seid Ihr ansässig?
Meiner einer gibt Kurse an der VHS auch für Kinder ab 6Jahren aufwärts in Mikroskopie. Bei weiterem Interesse bzw. zu geringer Teilnahme führe ich die Kurse auch zu Hause durch.
Wenn Ihr in der Nähe von Kassel seid, könnt Ihr gerne verschiedene  Mikroskope und  Techniken ausprobieren (ev. auch günstig erwerben) und eine Basisausrüstung für lau mitnehmen.
In der Nähe von Dresden kann euch Gerd (planerdd) genauso weiterhelfen.
Ansonsten gibt es reichlich mikroskopische Gesellschaften über das Forum.
Weitere Infos gern unter PN und dann auch telefonisch.

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Gerd Schmahl

#5
Hallo Manuel,
für die meisten der angeführten Themenbereiche ist es nicht notwendig aufwendige, gefärbte Dauerpräparate anzufertigen. So oft guckt man sich das gleiche Ding sowieso nicht an. Wichtig sind vor allem Frischpräparte. Erdbeeren schmecken frisch auch besser als eingeweckt ;D
Zu den Themen, zu denen ich was sagen kann:
-Kristalle unbedingt! Und zwar beim Wachsen zusehen. Lösung herstellen, z.B. Vitamin C und auf dem Objektträger eintrocknen lassen. Geht erst ganz langsam los, aber dann! Sehr schon, weil lehrreich ist auch die Extraktion von reinem Coffein aus Kaffee: Etwas Kaffeepulver in ein kleines Metallgefäß (z.B. augeglühter Krohnkorken ohne Gummizeugs drin) geben, Objektträger oben drauf und mit der Pinzette über eine Kerze halten. Coffein sublimiert (geht direkt ohne flüssige Phase in gasförmigen Zustand über) und kristallisiert am kalten OT als feine Nadeln aus, die unter dem Mik sehr schon aussehen. Für Kristalle unbedingt auch für das Bresser eine kleine Polarisationseinrichtung bauen. Eventuell habt Ihr noch eine 3-D-Brille aus dem Kino (nicht die Rot-Grüne, sondern die wo beide Seiten grau sind (wenn nicht: Polfolie spendiere ich gerne für den jungen Forscher. Ein Filter muss unter den Tisch (auf den Lichtaustritt) der zweite optimaler Weise unter den Tubus, wenn er sich abschrauben lässt, Zur Not geht aber auch einfach auf das Okular legen/mit Klebeband befestigen. Die POlfilter müssen gekreuzt werden: man dreht den Filter, der sich am besten bewegen lässt, meist den auf dem Lichtaustritt so lange bis das Bild möglicht dunkel wird (ohne Kristalle auf dem Tisch) Dann erst Präparat auflegen und sich über sehr buntes Bild freuen.
Wasser: Nicht das aus der Leitung, da is nix drinn. Am nächsten Tümpel auch unterm Eis am Rand etwas Schlamm holen. Vielleicht wird Dein Sohn dann allerdings kein Arzt sondern Hydrobiologe ;D
Staub/Dreck: Klar gibts da jede Menge zu finden, nur dass man nicht immer gleich drauf kommt was es ist. Es sind definitiv jede Menge Haare dabei, aber auch Fusseln von Kleidung /auch mit Polfilter angucken!). Vielleicht mal im Bett wenn gerade das Laken gewechselt wird in den kleinen Vertiefungen der Matratze eine Probe nehmen. Da ist die Wahrscheinlichkeit für Hausstaubmilben groß
Fasern sind leicht zu mikroskopieren, aber schwer zu bestimmen. Man sollte so anfangen, dass man bekannte Stoffe anguckt und z.B. mal den Unterschied zwischen Kunstfasern (meist immer gleich dick) und Naturfasern (meist nicht gleich dick außer Seide) herausarbeiten.
Pflanzenzellen -Teile Pollen: da gibts natürlich auch viel zu sehen, auch ohne aufwendiges Färben. Selbst im Winter findet man Bennessel und kann sich angucken, warum die brennen (Brennhaare mit kleinem runden Köpfchen, die verkieselt sind (Polfilter!) und deshalb leicht abbrechen. Unten eine schöne Gelenkbeule voll mit Histamin, das ausgespritzt wird, wenn das Brennhaar, das inzwischen mit der Spitze in der Haut steckt zur Seite gebogen wird. Küchenzwiebel für die Pflanzenzellen ist der Klassiker. Schiefe Beleuchtung (Finger unter den Kondensor schieben), um den Zellkern besser zu sehen. Wenn Ihr rote Zwiebeln nehmt, könnt ihr Euch das Gematsche mit Farben sparen.

Ich verborge gute alte Zeiss-Jena-Laboval-2-Mikroskope für ein halbes Jahr. Bei Gefallen kann man sie für 250€ kaufen. Die sind auch ausbaubar für Dunkelfeld und Phasenkontrasteinrichtung (kostet auch etwa 250€, wenn sie gut ist). Ein Trinotubus für die Fotografie kostet mit der Kameraadaption auch ungefähr 200..250€ (ohne Kamera). Dunkelfeld lässt sich aber auch an Eurem Besser ohne all zu viel Aufwand mit einer Zentralblende realisieren, wie an fast jedem Mikroskop. Nur wenn man oberhalb des 40er Obkjektives Dunkelfeld will, brauchts einen speziellen Kondensor. Dann könnte es sein, dass Dein Sohn Heilpraktiker wird. Die machen damit Blut-Hoku-pokus ;D
Ach, ein Tipp noch: vielleicht das nächste Mal nicht ganz so viele Fragen auf einmal.
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Florian D.

Hallo Manuel,

ich schliesse mich Gerd an, dass die Bedeutung von Färbungen und Anfertigung von  Dauerpräparaten für den Anfänger leicht überschätzt wird. Es gibt fast nichts, was man mit einem Handschnitt nach Einbettung in Wasser nicht sehen könnte. Die Herstellung von Dauerpräparaten ist da im Vergleich eher schon ein Hobby für sich.

Viele Grüsse,
Florian

ManuelDoe

Hallo und Danke für die vielen Antworten, auch die per PM!

Frühstücksgespräch war natürlich: Mikroskopieren!

@Herbert Dietrich: Vielen Dank für die Infos.

Zitat von: beamish in Januar 28, 2019, 20:14:33 NACHMITTAGS
mein Bio-Lehrer sagte immer: "was man nicht gezeichnet hat, hat man nicht gesehen". Es müssen ja keine Kunstwerke sein, aber man hat seine Beobachtung dokumentiert. Ein Foto ist nur mehr oder weniger schön, aber man hat da nicht zwingend analysiert, was man da überhaupt sieht. Also auch wenn's eine Kamera gibt, trotzdem zum Zeichnen ermuntern...
So in der Art habe ich auch geantwortet. Die ein oder andere Zeichnung werde ich auch einfordern.


Zitat von: liftboy in Januar 28, 2019, 20:31:48 NACHMITTAGS
in welcher Gegend bist Du/seid Ihr ansässig?
Etwas nördlich von Dortmund, nach Kassel nicht mal so eben. Werde aber trotzdem noch auf dich zurückgreifen.


Zitat von: plaenerdd in Januar 28, 2019, 21:14:36 NACHMITTAGS
für die meisten der angeführten Themenbereiche ist es nicht notwendig aufwendige, gefärbte Dauerpräparate anzufertigen. So oft guckt man sich das gleiche Ding sowieso nicht an. Wichtig sind vor allem Frischpräparte.
Beginnen werden wir auf jeden Fall mit frischem "Zeug", schnell gemacht und ungefährlich! Aber her hat auch konkret den Wunsch geäußert, dass er sich sein ein großes Sortiment selbst erstellen möchte. Bestimmt nicht sofort, ich plane aber schon für die Zukunft, damit ich ihm (solange es geht) in der Planung immer einen kleinen Schritt voraus bin.  Etwas bremse ich ihn schon. Eber mal im ernst, wer von euch "alten" Mikroskopierern ist nicht stolz auf seine ersten und auch neuen, für die Ewigkeit konservierten Präparate? Wer argumentiert denn da mit der Notwendigkeit?


Zitat von: plaenerdd in Januar 28, 2019, 21:14:36 NACHMITTAGS
Zu den Themen, zu denen ich was sagen kann:
...
Super! Werde mich zu den genannten Themen noch etwas informieren. Ich weiß aber jetzt schon, dass es für meinen Sohn (und mich) sehr interessant sein wird.


Zitat von: plaenerdd in Januar 28, 2019, 21:14:36 NACHMITTAGS
Ich verborge gute alte Zeiss-Jena-Laboval-2-Mikroskope für ein halbes Jahr. Bei Gefallen kann man sie für 250€ kaufen. Die sind auch ausbaubar für Dunkelfeld und Phasenkontrasteinrichtung (kostet auch etwa 250€, wenn sie gut ist). Ein Trinotubus für die Fotografie kostet mit der Kameraadaption auch ungefähr 200..250€ (ohne Kamera).
So stelle ich das ganze vor. Werde mich bei dir melden, sobald wir unsere ersten Schritte am aktuellen Gerät erfolgreich gegangen sind. Bis April ist noch etwas Zeit. An erster Stelle steht jetzt das Arbeiten mit eigenen Proben!


Zitat von: plaenerdd in Januar 28, 2019, 21:14:36 NACHMITTAGS
Dann könnte es sein, dass Dein Sohn Heilpraktiker wird. Die machen damit Blut-Hoku-pokus ;D
Ich möchte jetzt niemandem auf die Füße treten ... aber noch sollte mein Einfluss ihn davon abhalten  ;)


Zitat von: plaenerdd in Januar 28, 2019, 21:14:36 NACHMITTAGS
Ach, ein Tipp noch: vielleicht das nächste Mal nicht ganz so viele Fragen auf einmal.
Ja, war viel ...  ;D
Damit wollte ich die gesamte Situation darstellen. So hatte ich z.B. Fragen zu den SafeLine Fixierungen und Färbungen. Hat zwar keiner beantwortet ... habe aber einige andere Infos hier im Thread oder als PN bekommen, sodass die Fragen jetzt gar nicht mehr so akut sind. Auch haben ich schöne Tips bekommen, womit wir beginnen können!

Ok, weiter geht es also
Gruß
Manuel

Fahrenheit

Lieber Manuel,

zur Hardware hast Du schon wirklich gute Tipps und Angebote bekommen. Wichtig: kauf' gebraucht wie hier angeboten. Neugeräte kosten mehr und können weniger - oder sind wirklich teuer.
Eine Überlegung möchte ich noch mit geben: wenn noch nicht sicher ist, wie die Motivationslage sich entwickelt, kannst Du auch für kleines Geld mit einem Biolam (gibts bei Wolfgang - Liftboy) oder einem Leitz HM einsteigen. Wenn das Interesse nach lässt, hast Du zwischen 50 und 80 Euro ausgegeben. Kein Ding. Wenn es bleibt: ausbaubar ist zumindest das HM nicht, aber man kann die kleinen Geräte auf jeden Fall als Exkursionsmikroskop nutzen und stellt später ein Standard etc. auf den Schreibtisch.

Das Biolam:
http://www.mikroskopie-bonn.de/bibliothek/mikroskopische_technik/191.html

Das Leitz HM:
http://www.mikroskopie-bonn.de/bibliothek/mikroskopische_technik/200.html


Nun zu pflanzlichen Dauerpräparaten. Das ist das Gebiet der Mikroskopie, mit dem ich mich hauptsächlich beschäftige. Die Präparation erfordert Fingerfertigkeit und Übung, man kann auch hier langsam einsteigen. Der Standard arbeitet mit AFE (Essigsäure, Formaldehyd) das durch Ethanol 70% ersetzt werden kann, Isopropanol und Euparal. Alles handhabbar, aber erst mal gemeinsam.
Wie oben schon gesagt: auch frische Schnitte sind faszinierend, das geht ohne Chemie, aber eine Rasierklinge kann auch ihre Tücken haben ...

Farben gibts in kleinen Mengen für kleines Geld bei Klaus Herrmann hier im Forum.

Hier ein wenig zum Lesen:

Für den Vater:
http://www.mikroskopie-bonn.de/themenseiten/erstellung_pflanzlicher_dauerpraeparate/index.php
Die volle Breitseite in Häppchen. Ich hoffe, es hilft. :)

Für den Sohn:
http://www.mikroskopie-bonn.de/_downloads/Von_der_Probe_zum_Praeparat_V1_5_170308.pdf
Einfach und mit Hausmitteln (wenn man den Tipps folgt).

Auf der Webseite des MKB findest Du natürlich noch mehr (www.mikroskopie-bonn.de), insbesondere auch zu empfehlenswerten Büchern:
http://www.mikroskopie-bonn.de/literatur/index.html

Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße
Jörg
Hier geht's zur Vorstellung: Klick !
Und hier zur Webseite des MKB: Klick !

Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

Gerd Schmahl

Hallo Manuel,
kurz zu SafeLine: Habe selber schon damit gearbeitet. In der Schule haben wir die Pflanzenfärbesets. Funktioniert schon ABER: Keiner weiß wie gut haltbar die Sachen wirklich sind. Viele SafeLine-Rezepturen SCHEINEN abgewandelte Originalrezepturen bekannter Sachen zu sein, in denen andere Konservierungs- und Lösungsmittel benutzt wurden. Langzeiterfahrungen gibt es noch nicht so richtig, weil es das noch nicht so lange gibt und leider erfährt man so gut wie nix über die Zusammensetzungen. Da sind dann 4 Spühlungen in verschiedenen Flaschen und in der Gebrauchsanweisung steht dann nur "so und so viel Minuten in Spülung1 so und so viel in Spülung 2" Eigentlich erfährt der Schüler nicht, was er da macht und wozu das gut ist und das ist nicht gut. So kann man nicht den Umgang mit Chemikalien lernen. Es gehört auch einfach dazu mit diesen Sachen verantwortungsvoll umzugehen. Ich habe vor über 40 Jahren als Jugendlicher immer schön den Totenkopf mit den beiden gekreuzten Konchen auf meine Fläschchen gemalt, aber ich habe auch immer Respekt gehabt, vor dem was da in meinem Schrank stand. Vieles kann man heute nicht mehr einfach so kaufen. Aber an dieser Stelle muss ich aufhören, sonst fangen hier gleich wieder 10 Leute an zu jammern, was man heute alles nicht mehr darf.
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Herbert Dietrich

Hallo Gerd,

ja die Zukunft war früher auch besser
                                            Karl V.

Herzliche Grüße

Herbert

ManuelDoe

Zitat von: Fahrenheit in Januar 29, 2019, 14:09:28 NACHMITTAGS
Die Präparation erfordert Fingerfertigkeit und Übung, man kann auch hier langsam einsteigen. Der Standard arbeitet mit AFE (Essigsäure, Formaldehyd) das durch Ethanol 70% ersetzt werden kann, Isopropanol und Euparal. Alles handhabbar, aber erst mal gemeinsam.
Wie oben schon gesagt: auch frische Schnitte sind faszinierend, das geht ohne Chemie, aber eine Rasierklinge kann auch ihre Tücken haben ...
Klar werden wir langsam beginnen. Erstmal Frisches, davon habt ihr mich schon überzeugt! Es ist aber immer schön schon den nächsten Schritt zu kennen. Habe den Artikel zum Präparieren von mikroskopie-bonn mal kurz durchgelesen. Halte das nicht für wahnsinnig kompliziert, schein aber doch schon recht ordentliches Handwerk. Und jedes Handwerk muss geübt werden!


Zitat von: Fahrenheit in Januar 29, 2019, 14:09:28 NACHMITTAGS
Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Hab ich mir gemerkt ;)


Zitat von: plaenerdd in Januar 29, 2019, 18:32:54 NACHMITTAGS
kurz zu SafeLine: ....
Danke dir für die Infos und auch deren Bedeutung. Habe mittlerweile echt schon viel Hilfe zur Chemie von euch erhalten, bzw. wurden Wege zur Chemie aufgezeigt.

Gruß
Manuel

A. Büschlen

Hallo Manuel,

ist ein Stereomikroskop auch ein Thema?
Aus meiner Sicht eigentlich unerlässlich für den Blick in die Proben und zum  präparieren.

Gruss Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

ManuelDoe

Hallo  Arnold,

Zitat von: A. Büschlen in Januar 29, 2019, 20:15:20 NACHMITTAGS
ist ein Stereomikroskop auch ein Thema?
Ihr wollt mich aber schon früh in die Sucht treiben, oder? Zumindest Wahnsinnig!


Zitat von: A. Büschlen in Januar 29, 2019, 20:15:20 NACHMITTAGS
Aus meiner Sicht eigentlich unerlässlich für den Blick in die Proben und zum  präparieren.
Diesen Aspekt habe ich vorher nicht so gesehen. Mittlerweile bist du aber nicht der Erste, der mir einen Schubs in die Richtung gibt.


Aktuell sieht es so aus, das sämtliche Einsteiger-Mirkoskop-Empfehlungen (egal ob Zeiss, LOMO oder sonst was) unter den von mir Gesetzten 400€ (halte ich eigentlich schon für recht viel, jedoch gehe ich bei einem solchen Gebrauchtgerät von einem sehr geringen Wertverlust aus) bleiben.
Dann wäre da noch etwas Luft für ein günstiges, ebenfalls gebrauchtes Stereomikroskop. Da der Fokus des kleinen Forschers aber (aktuell) bei den wirklich winzig kleinen Dingen liegt, gehe ich mal davon aus, dass es eins der einfacheren Sorte sein darf.
Was würde sowas denn in einfach, aber trotzdem ordentlich gebraucht kosten?

Zu den in Frage kommenden Mikroskopen habe ich auch bereits einiges an Infos erhalten, habe die aber noch nicht wirklich verinnerlichen können.

Wir bereiten und gerade darauf vor, ein paar Pflanzenschnitte frisch zu erforschen. Sind auch bereits in den Vor-Vorbereitungen zum Dauerpräparieren nebst Färbung eben dieser.

Bei der Ausstattung mit Gerätschaften haben wir noch etwas Zeit (Geburtstag im April) ...

Gruß und Dank
Manuel

liftboy

Hallo Manuel,

der Wertverlust bei den LOMO Mikros tendiert gegen Null, zumal ich das Mikro (wenn unbeschadet) auch wieder zurücknehme.
Ein einfaches Stemi hätte ich auch noch übrig ;-)

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr