Kondensorhalter wandert am Zeiss Standard 14 nach unten

Begonnen von Schmuddelkind, Januar 30, 2019, 13:26:27 NACHMITTAGS

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Schmuddelkind

Hallo liebe Mikroskopierfreunde.
Nachdem meine Augen wieder besser sind, möchte ich mich endlich wieder meinem Wassertropfen widmen... :)
Ich habe leider das Problem dass sobald die Einbauleuchte das Mikroskop erwärmt, sich der Kondensorhalter der Schwerkraft beugt. Ich habe den großen Revolverkondensor und und die zentrierbare Hilfslinse mit Filterhalter in der sehr schweren Metallausführung installiert.
Ich bin unter Anderem Maschinenbauer und würde mit der Wahl von Zwei-Loch-Gewindebuchsen und nicht normgerechten Schlitzschrauben signalisieren wollen: Finger weg!!!
Bevor ich aber anfange Schraubendreher dünn zu schleifen und an dem jungfräulichen Instrument zu murksen, frage ich erstmal die Profis hier wie ich die Hemmung etwas straffer bekomme. Mit dem 0.9 Klappkondensor habe ich kein Problem, aber der wiegt auch nur die hälfte.

Bitte helft mir. Ich möchte nicht nur Hellfeld, sondern Phasenkontrast schauen...😍

Klaus Herrmann

Hallo Stefan,

da du deinen Namen nicht geheim gehalten hast verwende ich ihn auch. Hat sich in diesem Forum so eingebürgert - ist etwas persönlicher. Ich finde es auf jeden Fall sehr sympathisch. Wenn du also deine Beiträge mit deinem "Stefan" unterschreibst mit oder ohne nette Grußformel hat man es leichter.

Zum technischen Problem: könne ein zu niedrigviskoses Fett sein, und/oder die Friktion ist falsch eingestellt. Zeig bitte mal die Kondensorträger-Verstellung von links und rechts, damit man sieht, welchen Typ du hast.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Schmuddelkind

Hallo lieber Klaus.

Anbei zwei Bilder meines Kondensortriebes. Ich glaube der ist Standard-14-Standard und Du mir im Groben den Aufbau erläutern kannst. Reparieren könnte ich das ohne Hilfe, aber in dem Instrument stecken viele Kindheitserinnerungen und ich habe es vor einigen Monaten endlich geschenkt bekommen. Da ist jede Schraube die ich lösen muss ein Stich ins Herz...

Zur Symptomatik: Bis vor etwa vier Wochen funktionierte alles bestens, bis es anfing dass die Hemmung bei tieferer Kondensorstellung weicher wurde. Ich würde daher schon mal ein Problem mit der Friktion in der Triebachse ausschließen, ebenso bei der Viskosität des Fettes, denn laut der Vorbesitzerin wurde das Instrument nie gefettet. Soweit ich die zugänglichen Bereiche der Führungen beurteilen kann liegt da ein sehr sauberer Film auf den Bahnen, der angesichts des Alters  einen Oskar in Tribologie verdiente. Hinzu kommt seit einigen Tagen, zunehmend Spiel dazu, nach meinem Handgefühl mittlerweile geschätzte 0,2mm.

Klaus, bitte mach mich glücklich und bestätige mir das in der Schwalbenschwanzführung eine Keilleiste verbaut ist und ob ich den Tisch oder den Fuß am Instrument entfernen muss um an die Stellschraube zu kommen.

Danke Dir im Voraus mit lieben Grüßen,
Steff

Herbert Dietrich

#3
Hallo Stefan,

mit der Schlitzschraube (Bild eins, die sitzt genau gegenüber des Kondensor-Triebes) lässt sich die Gängigkeit des Kondensortriebs einstellen.

Herzliche Grüße

Herbert

Klaus Herrmann

Jetzt hat mir Herbert die Chance genommen dich glücklich zu machen - aber der muss auch nicht ein von der Gattin jeden Abend erwartetes 6 gängiges Menu kochen! ;D

Wenn sein Vorschlag nicht hilft machen wir dann noch den Kurs für Fortgeschrittene!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Lungu

Zitat von: Klaus Herrmann in Januar 31, 2019, 20:05:13 NACHMITTAGS
- aber der muss auch nicht ein von der Gattin jeden Abend erwartetes 6 gängiges Menu kochen! ;D

Super Idee lieber Klaus,

wie oft stellt sich die Frage: "Was essen wir Heute". Da hilft jetzt der tägliche Menü Vorschlag von Klaus. Für den Anfang reicht es ohne Bilder und um es noch mehr zu vereinfachen, vegetarische und vegane Gerichte brauchen wir  nicht. Eine Wein Empfehlung wäre schön.

In Vorfreude Lungu


 
Grüße Lungu

beamish

Zitat von: Lungu in Januar 31, 2019, 22:04:09 NACHMITTAGSEine Wein Empfehlung wäre schön.


Die Antwort kenne ich jetzt schon: Cremant d'Alsace...  ;-)

Herzlich
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Schmuddelkind

Also Klaus,
das ist doch völlig normal. Ein Mann gehört heute hinter den Herd und ins Bett. Früher habe ich die Frauen auch noch finanziert, was doof von mir war. Heute bringt sie das Geld heim, und das finde ich super :) :) :)
Ich koche unheimlich gern und das andere finde ich auch nicht sooo schlimm... ;D

Den Kurs für Fortgeschrittene können wir machen, ich möchte das Problem gerne schnell lösen.
Du, ich hätte eine Bitte an Dich, und zwar bräuchte ich einige Chemikalien von Dir. Du wirst Dir gleich denken können  was ich damit vor habe... Den Römpp/Raaf  "Chemische Experimente die gelingen" kennst Du ja sicher auch noch ...
Meine Jugendbibel aus der Zeit in der man als 12-jähriger noch 250g Kaliumpermanganat in der Apotheke bekam liegt hier grad neben mir... Das Buch und ich haben überlebt - Unglaublich... Aber das Rezept zur Spiegelherstellung ist gut...
Ich habe den Prozess für die Herstellung von Ringblenden in der Theorie soweit durch, dass ich jetzt praktische Ergebnisse benötige. Der Herbert, Du und ich werden welche für unser Steckenpferd brauchen, und wenn keiner welche herstellt werde ich das jetzt in die Hand nehmen. Ist ja nur ein Hobby, aber ich werde Unterstützung brauchen.
Ich hoffe es ist OK für Dich, wenn ich Dich mal gelegentlich anschreibe und spezifische an Dich als Chemiker, Optiker und Koch stelle.  :D

Liebe Grüße,
Steff


Klaus Herrmann

Hallo Stefan,

ist dein tribologisches Problem jetzt behoben?

Silbernitrat für 100.000 Blenden hätte ich, du könntest also in Großserie gehen. Mit dem Römpp habe ich in jungen Jahren begonnen und dann aber den Gattermann rauf und runter gekocht. Eine Probe Eosin von damals habe ich heute noch. Die Vorstufe Fluorescein war der härtere Brocken.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Schmuddelkind

Gumo Klaus.

Fertiges Silbernitrat?
Das nehme ich natürlich gerne an. Ich hätte Dich in meiner Bescheidenheit um Salpetersäure gebeten um traditionell selbst zu brauen, aber zwei Stunden Eindampfen macht ja bei der Kälte auch nicht so wirklich Spaß... 😏
Ich werde Dir die Wunschliste heute noch zukommen lassen.

Was den Kondensortrieb betrifft so würde ich mich lieber erst besser informieren bevor ich da Werkzeug ansetze... Als Maschinenbauer glaube ich nicht dass ich die Friktion über die Schlitzschraube einstellen kann, die wird auf Anschlag mit der Triebachse sein. Ich vermute dass ich da an die Zweilochmutter in der Rändelscheibe ran muss und über die beiden kontern, sonst macht das keinen Sinn. Das ist beim Koxialtrieb am Kreuztisch auch so gelöst.
Der hatte so viel Spiel das ich da anfangs unbedingt etwas tun musste, erforderte sehr viel Gefühl beim einstellen, aber der ist jetzt wieder ein spielfreier Handschmeichler...😊  Und wie gesagt fühle ich etwas Spiel in der Schwalbenschwanzführung und denke dass die Hemmung wieder über dass Fett gegeben ist, sobald die Führungsbahnen wieder auf Vollkontakt sind. Sicher kann ich das absinken des Kondensors verhindern indem ich irgendwie die Triebachse festknalle, aber das ist nicht Zeiss und löst nicht das Problem mit dem Führungsspiel.
Ich bin, bis ich eines Besseren belehrt werde, weiterhin überzeugt dass eine Keilleiste im Schwalbenschwanz verbaut ist bei der sich die Halteschraube gelöst hat. Wenn ihr irgendwie ein Stativ ohne Tisch oder Fuß in Eurem Fundus habt, bitte ich Euch mir ein Foto der Führung von oben bzw. unten zu machen, das würde mir riesig weiterhelfen.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag und liebe Grüße,

Steff


Schmuddelkind

Und Klaus,
wenn Du bei den Phasenblenden dabei bist, bitte ich Dich mir kurz an die Adresse in meinem Profil zu mailen.
Das wird schon noch tricky und sollte vorerst unser geistiges Eigentum bleiben.
Sollte alles so funktionieren wie ich mir das vorstelle, werden wir die Scheibchen zu so einem fairen Preis abgeben können, dass Nachmachen eh nicht lohnt. Ist daher kein Thema fürs Forum...

Grüß Dich nochmal,

Steff



Klaus Herrmann

Guten Morgen Stefan,

du hast ja so Recht! Schlechte Nachricht: es ist etwas aufwändiger. Der Fuß muss ab (4 lange Inbusschrauben von unten, dann kannst du den Kondensorträger nach unten rausschieben. Die Schlitzschraube rausdrehen. Andere Seite: die Stirnlochschraube rausdrehen, dann das Stellrad abhebeln. Den Rest wird der Maschinenbauer leicht verstehen.. Die Schlittenführung hat keinen Keil, wie du vermutest. Wichtig ist schon auch ein relativ zähes Fett.

Ich habe nicht viele Bilder gemacht. Vielleicht habe ich es auch hier in Technik genauer beschrieben, aber kompliziert ist es nicht.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Klaus Herrmann

Hier noch ein Hinweis aus der Beschreibung, die ich damals gemacht habe:

ZitatZahnstange erst mal in Xylol gelegt zum Einweichen. Zum Ausbau der Triebwelle löst man die Fixierschraube mit Stirnlochschlüssel. Dann kann die Welle herausgezogen werden. Wichtig: die weiße Friktionsscheibe nicht verlieren beim Herausziehen! Die ist nötig um die Schwergängigkeit zu regulieren! Die Welle wird ebenso eingeweicht. Dann alles mit einer Messingdrahtbürste gesäubert. Gefettet und wieder zusammengebaut.

Es ist also wirklich ein Zusammenwirken der Schlitzschraube und der Stirnlochschraube und der Fettviskosität. Die Weiße Kunststoffscheibe ist übrigens empfindlich auf Aromaten-Lösemittel Touol, Xylol. Deshalb aromatenfreies Waschbenzin verwenden. (habe ich also damals falsch gemacht. Die Drahtbürste bezieht sich auf den Rost auf der Zahnstange.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Schmuddelkind

Hallo Klaus  :)

Super, jetzt brauche ich keine Angst mehr zu haben etwas an meinem Liebling zu zerstören.
Wer nicht fragt bleibt dumm, wer fragt und solche Infos bekommt lernt dazu  :) :) :)
Herbert hat mir auch schon gute Tips gegeben und wird Fett mit ins Päckchen legen.
Für die Schlitzschraube werde ich mir ein Bit zurecht schleifen bei dem Werkzeug für die Stirnlochmutter wird es schwieriger.
Hast Du eines?
Die Gleitscheibe scheint die gleiche zu sein wie sie auch im Koaxialtrieb für den Kreuztisch verbaut ist.
Die ist aus Polyamid und badet nicht gern in Aromaten...  :) :) :) Dachtes sicher das wäre PTFE.
Wenn ich mich an die Arbeit mache, werde ich das bebildert mit etwas Text hier einstellen.

Vielen Dank an Dich und Herbert

Klaus Herrmann

Hallo Stefan,

ZitatWerkzeug für die Stirnlochmutter wird es schwieriger.
Dafür gibt es Uhrmacherwerkzeug mit Wechselstiften und verstellbarem Abstand. Unter den beiden Begriffen müsste man was finden. Ich habe so ein Verstellbares Werkzeug mit 2 verstellbaren Stäben, eine Seite ist rund-Spitz die andere wie ein Schraubendreher. Keine Superquali reicht aber wenn nicht zu viel Kraft augewendet werden muss. Kommt aus dem Fotobereich.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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