Autor Thema: Mikrofotografische Variationen einer Kristallbildung von Augentropfen  (Gelesen 294 mal)

Schrodt

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Mikrofotografische Variationen einer Kristallbildung von Augentropfen
« am: März 13, 2019, 16:20:28 Nachmittag »
Als Augenbefeuchtungsmittel verwende ich bei trockenen Augen gelegentlich Hylo-Vision-Gel multi Augentropfen. Diese enthalten unter anderem 0.30 % Natriumhyaluronat, das Natriumsalz der Hyaluronsäure. Dieses hat die besondere physikalische Eigenschaft, einen gleichmäßigen, stabilen und besonders lange haftenden Feuchtigkeitsfilm auf der Oberfläche der Haut zu bilden. Außerdem ist maßgeblich der Inhaltsstoff Dinatriumedetat (EDTA), ein Komplexbildner, enthalten und mit geringem Prozentsatz Polyhexanid, ein Antiseptikum.

Ich war neugierig auf die Kristallbildung dieser wässrigen Lösung und habe von den Augentropfen ein Verdunstungspräparat angefertigt.

Nach 12 Stunden war im mikroskopischen Bild eine fischgrätenartige Kristallisation zu sehen, die von verschiedenen Kristallen überlagert war. Das Fischgräten-Muster zeigte beim polarisierten Drehen
keinen Farbwechsel im Erscheinungsbild (isotrop), die überlagerten Kristalle zeigten nur teilweise einen kleinen Farbwechsel (anisotrop).

Da mich das Erscheinungsbild und die Darstellung von feinen Details bei verschiedenen Mikroskop-Verfahren interessierte, habe ich folgende Verfahren verwendet:

Mikroskop Leitz Orthoplan • Halogenbeleuchtung 12 V 100 W • Digitale Kompaktkamera Canon PowerShot G11 • Eigenbau-Adapter mit Fotookular 6.3 x / 28 Brille .

Mikrofoto 1 :  Auflicht - Hellfeld mit Opakilluminator

Mikrofoto 2 :  Auflicht - Hellfeld mit Opakilluminator und Spiegel unter dem Präparat

Mikrofoto 3  : Ausschnitt aus Mikrofoto Typ 2

Mikrofoto 4 :  Auflicht - Dunkelfeld mit Opakilluminator und Filterschieber mit Linearpolarisator im Stativ

Mikrofoto 5 :  Spiegelreflexmikroskopie mit Auflicht-Interferenzkontrast ICR

Mikrofoto 6 :  Durchlicht - Polarisation mit gekreuzten Polarisatoren und Kompensator Lambda

Mikrofoto 7 :  Durchlicht -Polarisation mit fast gekreuzten Polarisatoren

Mikrofoto 8 :  Durchlicht - Polarisation  mit nicht ganz gekreuzten Polarisation und Kompensator Lambda

Mikrofoto 9 :  Durchlicht - Dunkelfeld und Filterschieber mit Linearpolarisator im Stativ

Mikrofoto 10 :  Durchlicht - Polarisation mit gekreuzten Polarisatoren und Kompensator Lambda

Mikrofoto 11 :  Wie 10 , jedoch etwas gedreht !


Nachstehend zeige ich zur besseren Information die Vorder- und Rückseite der Augentropfen-Verpackung sowie die Mikrofotos 1 - 11.










Foto 1 :  AL - HF • HD 10 x / 0.18 • ISO 80 • 1/80 s




Foto 2 :  AL - HF + Spiegel • HD 10 x / 0.18 • ISO 80 • 1/250 s




Foto 3 :  AL - HF + Spiegel • HD 10 x / 0.18 • ISO 80 • 1/400 s




Foto 4 :  AL - DF + POL • HD 10 x / 0.18 • ISO 200 • 0.5 s




Foto 5 :  Spiegelreflexmikroskopie mit Auflicht-Interferenzkontrast ICR • NPL 10 x / 0.20 P • ISO 80 • 0.6 s




Foto 6 :  DL - POL + Lambda • PL APO 6.3 / 0.20 • ISO 80 • 0.5 s




Foto 7 :  DL - POL • PL APO 6.3 / 0.20 • ISO 100 • 0.8 s




Foto 8 :  DL - POL + Lambda • PL APO 6.3 / 0.20 • ISO 80 • 0.5 s




Foto 9 :  DL - DF + POL • PL APO 6.3 / 0.20 • ISO 80 • 0.8 s




Foto 10 :  Dl - POL + Lambda • PL Apo 16 / 0.40 • ø 0.56 mm • ISO 200 • 0.6 s




Foto 11 :  Wie 10 , jedoch etwas gedreht !





Fazit :  Die verschiedenen Mikroskopie-Verfahren zeigen natürlich Feinheiten recht unterschiedlich !

           Mir gefallen ohne wissenschaftlichen Hintergrund die Mikrofotos 2, 3, 5, 8 und SW-Grafik 9.


Viel Spaß beim Anschauen.

Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer
« Letzte Änderung: März 13, 2019, 19:02:11 Nachmittag von Schrodt »

Schrodt

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Re: Mikrofotografische Variationen einer Kristallbildung von Augentropfen
« Antwort #1 am: März 15, 2019, 09:53:58 Vormittag »
Ergänzung:  Mikrofotos 12 - 15   •   Es hat sich in ca. 3 Tagen Standzeit des Verdunstungspräparates etwas getan ! Das Erscheinungsbild von den, das Fischgräten-Muster überlagernden, anfangs kompakten
                                                    Kristall-Komplexen, hat sich inzwischen zu bizarren Komplexen verändert ! Nachstehend 4 Mikrofotos von dem derzeitigen Zustand.
                                                   
                                                    DL - POL + Lambda • PL APO 16 / 0.40 • ISO 100 • 1.o s.


   








Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer

Schrodt

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Re: Mikrofotografische Variationen einer Kristallbildung von Augentropfen
« Antwort #2 am: März 16, 2019, 18:05:28 Nachmittag »
Hallo Mikrofreunde,

mit stärkeren Vergrößerungen, höheren Aperture und Ausschnitt-Vergrößerungen habe ich versucht, die bizarren Kristall-Komplexe etwas zu entschlüsseln. Nachstehend die Mikrofotos 16 - 19 von den Versuchen.


Mikrofotos 16 - 17 :   AL - HF + POL • Spiegel unter dem Präparat • DP 32 x / 0.5 / - / FAA 0.8 mm • ø 0.44 mm






Mikrofotos 18 - 19 :   DL - POL • NPL FLUOTAR 63 / 0.90 / 0 / FAA 0.11 mm •  ø 0.36 mm + 0.18 mm






Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer
« Letzte Änderung: März 17, 2019, 09:22:18 Vormittag von Schrodt »