Autor Thema: Focus-Bracketing  (Gelesen 1863 mal)

Heribert Cypionka

  • Member
  • Beiträge: 832
    • PICOLAY
Re: Focus-Bracketing
« Antwort #15 am: März 20, 2019, 17:36:30 Nachmittag »
Hallo Hubert,

Danke für deinen erneuten Beitrag. So langsam ufert unsere Diskussion ein wenig aus. Ich weiß nicht, ob wir auch noch über Mikroskopie reden wollen. Meine am 15. geäußerten Aspekte gelten immer noch. Dass der Einzelbildabstand keine Rolle für die Tiefe spielt, auch.  Schade, dass du auf meinen zweiten Erklärungsversuch zur Entstehung der Wölbung nicht geantwortet hast. Aber macht nix.

Zwei Dinge möchte ich noch abschließend sagen.
- Die Abflachung der Brücke (angenommen die Bilder waren in gleichmäßigen Abständen aufgenommen) könnte auf einen Alignmentfehler zurückzuführen sein, wenn die Tiefenschärfe mehrere scharfe Bilder erlaubt. Dadurch gibt es u.U. keine Größenanpassung (kann man unter Options an- und ausschalten), und es werden die Quadrate dicker, wie es im Beispiel auch aussieht. Das kann sich in diesem Falle auch auf die Tiefenkarte auswirken.

- Der gebranntmarkte 'Bildfehler' ist gar keiner ;)  Zwangs- und unbetrittenerweise ergibt sich durch die Projektion eine Lücke. Das gestackte Einzelbild sieht dort unscharf aus. Zum Glück für das Auge, das sich überwiegend am Kontrast orientiert! Und wenn man das Objekt als Anaglyphenbild oder im Kreuzblick betrachtet, fällt genau das Unscharfe nicht auf. Die Stelle wird nämlich in der Überlagerung durch das andere Bild abgedeckt, das stereomäßig passende Korrespondenzpunkte aufweist.
   Dazu sollte man wissen, wie unser Gehirn räumlich 'sieht': Die Informationen der linken Seiten des rechten und des linken Auges (und umgekehrt der rechten Seiten...), werden über das Chiasma zu direkt beieinander liegenden Arealen  zusammengeführt. Nun sucht das Gehirn korrespondierende Punkte, deren leichte Differenzen die 3D-'Berechnung' erlauben. Nicht passendes wird dabei ausgefiltert und übersehen (zumal, wenn es kontrastarm ist).   
   Solche Lücken treten auch bei der Aufnahme aus zwei verschiedenen Blickwinkeln auf. Man denke z.B. an ein Blatt, dass sich hochkant vor dem Betrachter befindet, so dass das linke Auge auf die Unter- und das rechte Auge auf die Oberseite schaut. Theoretisch könnte man meinen, damit das perfekte 3D-Bild machen zu können. Praktisch sieht das Auge (bzw. Gehirn) nur Chaos, da es bis auf die Vorderkante keine korrespondierenden Punkte gibt. Ein ähnliches Beispiel wäre der Blick entlang einer Würfelseite die horizontal nur 1.5° gegen die Z-Achse geneigt ist. Ein Auge sieht sie, das andere (Konvergenzwinkel 3°) nicht. Ein Stereobild wird hier schwierig oder unmöglich.

Lieber Hubert, damit will ich es jetzt aber gut sein lassen. Dir noch mal Danke für die Diskussion und gern das letzte Wort!

Heribert