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Nadine stellt sich vor

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Blümchen:
Hallo ihr Mikroskopiker,

ich hoffe das ich hier richtig bin. Ich hab gelesen das man sich hier vorstellen soll, deshalb mach ich das jetzt. Mein Name ist Nadine, ich bin 31 Jahre alt und wohne in der schönen Stadt Hann. Münden. Mein Hobby ist mein Balkon mit vielen Blumen. Deshalb nenne ich mich hier auch Blümchen. In der Schule haben wir früher mal Blumenteile und auch so kleine Tierchen im Blumenwasser angeschaut, da wimmelte es nur so. Das hat mir richtig gut gefallen. Jetzt möchte ich auch gerne ein Mikroskop haben. Ein Freund meinte, er hat noch eins von seinem Opa auf dem Dachboden stehe und das stört ihn sowieso, deshalb schenkt er mir das. Er will es los werden und wollte es sogar schon mal zum Spermmüll stellen aber dafür ist das doch zu schade, dann nehme ich das lieber. Das Teil ist aber sau schwer und mir eigentlich zu groß. Und es ist wohl auch schon ziemlich alt und ich weis nicht, wie man damit überhaupt, was sehen soll…
Ich möchte mir gerne ein modernes Bressermikroskop kaufen, die sind ja wohl ganz gut und haben auch eine eingebaute Kamera mit einem Flachbildschirm und sehen auch gut aus und die können bis 2000x vergrössern. Auf euch gekommen bin ich weil mir jemand sagte das es auch Leute gibt, die alte Mikroskope sammeln und ich vielleicht einen finde, der mir ungefähr das Geld für mein Traummikroskop - ein Bresser LCD-Mikroskop dafür gibt. Es ist bei Amazon gerade von 219€ auf 179,99 runtergesetzt.
Vielleich fahre ich morgen mal wieder zu meinem Freund, dann könnte ich das Mikroskop mal mitnehmen und es euch mal zeigen!

Liebe Grüße euer Blümchen (Nadine).


Hab die Fotos jetzt rein, erst gab es Probleme, aber ich glaube jetzt passt das.

Klaus Herrmann:
Willkommen im Club Nadine!
 Schön, dass du dich gleich mal vorstellst - vergessen viele.

Ein Bresser mirt 2000facher Vergrößerung - irre; das ist doppelt so viel wie mein Mikroskop der Forschungsklasse kann. Und das kostet mehr als 100 mal so viel.
Ich sag jetzt mal ganz locker vergiss es! Und hör dich erst mal hier um. Dann bekommst du gute brauchbare Ratschläge.

Und -das soltest du unbedingt tun:
--- Zitat ---Vielleich fahre ich morgen mal wieder zu meinem Freund, dann könnte ich das Mikroskop mal mitnehmen und es euch mal zeigen!

--- Ende Zitat ---
Vielleich ist es ja nicht nur schwer, sondern taugt auch was und vielleicht auch viel mehr als das wunderbare Bresser mit 2000 facher Vergrößerung!

Fahrenheit:
Liebe Nadin,

herzlich willkommen im Forum!

Auch wenn Klaus etwas spöttisch und ohne Erläuterung geschrieben hat: er hat absolut recht.

Zum einen, da das Abbesche Gesetzt keine echten Vergrößerungen über etwa 1200x erlaubt. Die Grenze bildet hier die maximal mögliche Auflösung von Linsensystemen mit sichtbarem Licht. Oberhalb dieser Grenze wird das Objekt nur noch größer, es werden aber keine Details mehr aufgelöst, etwas vereinfacht: Du bekommst dass Bild nicht mehr wirklich scharf.
Wenn Du da etwas tiefer einsteigen möchtest, schau Dir mal die Mikrofibel (oben rechts verlinkt ...) und Christians "Pfad durch die Lichtmikroskopie" an:
https://www.mikroskopie.de/pfad/

Zum anderen: Ordentliche Mechanik, ordentliche Optik und auch noch eine Kamera für rund 160 Euro? Zum Vergleich ein Griff in die andere Richtung: ein neuwertiges Kursmikroskop (das Studenten in den Hörsälen benutzen) wie z.B. das Zeiss Primostar oder ein Leica DM 750 kostet mit einfacher Optik ohne viel drumherum mit gut 1600 Euro das Zehnfache. Und das ist "nur" ein Kursmikroskop, man kann auch noch viel mehr Geld in die Hand nehmen. Da Bresser nun auch nicht zaubern kann, wird sich der Preisunterschied in der Qualität ausdrücken ... und ja, das tut er ganz massiv. ;)

Nun hat man als Hobbyist und grade als Einsteiger sicher nicht immer die Gelegenheit, solche Summen aufzuwenden. In der Regel empfehlen die Kolleginnen und Kollegen hier daher gebrauchte Geräte der Markenhersteller. Diese Geräte haben früher ein Vermögen gekostet, sind dank ihrer optischen und mechanischen Qualität bei guter Pflege oder mit etwas "Aufarbeitung" aber von der Abbildungsqualität immer noch um Klassen besser, als das, was Du Dir da ins Auge gefasst hast.

Und nun hast Du ja wohl das Glück, Zugriff auf ein solches Gerät zu haben. Was willst Du mehr :)

Wenn du magst, zeig uns mal ein paar Bilder davon und berichte erst mal, ob sich alles, was sich drehen lässt, auch leicht drehen lässt. Du wirst Sicher jede Menge Hinweise erhalten, wie man dem "Kellerfund" wieder auf die Beine helfen kann - natürlich auch bezüglich Optik und Beleuchtung. Und dann hast Du mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit für ganz kleines Geld ein vernünftiges Gerät.

Sollte das MMikroskop nicht wieder herzurichten sein oder ist es Dir tatsächlich zu groß (man findet die seltsamsten Sachen in Kellern und auf Dachböden) rate ich Dir, die Finger von einem Neukauf zu lassen und Dich hier im Forum an Wolfgang (Liftboy) zu wenden. Er verkauft regelmäßig die kleinen Lomo Biolams zwischen 50 und 100 Euro. Damit bist Du auch von der Abbildungsqualität auf jeden Fall besser bedient als mit dem von Dir angepeilten Neukauf.
Wir nutzen ein solches Gerät in bei der MKB in Bonn als Leihgerät für unsere Anfänger:
http://mikroskopie-bonn.de/bibliothek/mikroskopische_technik/191.html

Auch zu empfehlen und von mir als "Exkursionsmikroskop" genutzt: Das Leitz HM
http://mikroskopie-bonn.de/bibliothek/mikroskopische_technik/200.html

Und Bilder machen? Versuch es dann mal mit Deinem Handy direkt durch das Okular. Es gibt da auch Hilfsmittel zu Kaufen oder zum Selbstbau, aber es geht auch erst mal ohne.

Herzliche Grüße
Jörg

plaenerdd:
Hallo Nadin,
Du wohnst in einer sehr schönen Stadt, auch wenn der sperrige Name selbst auf den Ortseingangsschildern nur abgekürzt zu finden ist.
Meinen Vorrednern kann ich mich nur anschließen! Zeige uns mal ein paar Fotos, von dem älteren Gerät. "Sauschwer" ist schon mal ein gutes Qualitätsmerkmal, denn dann steht da Mikroskop auch fest. Man darf nicht vergessen, dass auch jeder Erschütterung mitvergrößert wird, wenn z.B. der Wassertropfen den man sich gerade anschaut vibriert, weil jemand durch das Zimmer läuft. Eine sauber laufende Mechanik kann man nicht wirklich leicht bauen, denn deren Präzision ist für ein gutes Mikroskopieren genauso entscheident wie die Optischen Komponenten. Was nützt Dir das beste Objektiv, wenn Du mit einem wackeligen Trieb ständig an der sehr kleinen Schärfenebene, die Du sehen möchtest, vorbeischißt?
Was die Literaturempfehlungen meiner Vorredner angeht, kannst Du auch mit etwas weniger umfangreicher Kost als der Mikrofibel beginnen, mit der "Mikroskopkaufberatung für absolute Anfänger".
Beste Grüße
Gerd

liftboy:
Hallo erstmal,

dann will ich auch meinern Senf dazutun :-)
Zuerst. Meiner einer (und noch ein paar andere) sind ganz in Deiner Nähe (Kassel).
Als zweites: Ein faires Angebot: Du kommst bei mir vorbei (Ahnatal, das ist von Münden aus noch vor Kassel) schaust Dir verschiedene Mikroskope an und entscheidest dann, was du möchtest.
Die Standardausführung würde, wie für alle im Forum, 50€ kosten, würde etwas mehr können als das Bresser und wäre günstig ausbaufähig.
Ausserdem wäre Dir die Unterstützung der Nordhessischen Mikroskopfreunde sicher :-)

Grüße
Wolfgang

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