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Fragen zum Leitz Biomed

Begonnen von Wasserfloh, Oktober 17, 2009, 21:49:39 NACHMITTAGS

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Wasserfloh

Hallo und einen schönen guten Abend,
für mein Mikroskop Leitz Biomed suche ich noch eine Bedienungsanleitung. Das Gerät habe ich 1988 bei Leitz gekauft, aber zum Teufel, ich kann mich gar nicht erinnern, eine Anleitung bekommen zu haben. Da ich z. Zt. wieder die Mikroskopie betreibe, möchte ich das Gerät auch im Detail kennenlernen (s. unten). Die Mikrofibel habe ich auch schon zur Hälfte durch, aber Fragen gibt es immer noch.

Meine Fragen also:
1. Ich habe die Objekte 10x, 25x und 40x als Phasenkontrastobjektive. Lohnt es sich, für die Betrachtung von Ciliaten, etc. sich gebrauchte Normalhellfeldobjektive anzuschaffen? Wenn ja, wären die höher vergrößernden Objekte eher von Interesse, da sich hier der Nachteil von Phaco eher bemerkbar macht? Bei dem Thema "schwimme" ich noch ein bisschen.
2. Ich habe in einem Buch gelesen, dass man den Kondensor bei Phasenkontrast am besten so justiert, dass das Bild zunächst dunkler wird. Reicht das als Justierung aus, oder muss man ein Hilfsmikroskop haben?
3. Wo kann man für das o. g. Mikroskop eine Anleitung bekommen? Vielleicht sind dort ja schon viele Antworten auf meine Fragen enthalten [hoff].
4. Weiß jemand vorab, wofür/welche Funktion der abgebildete Drehknopf hat?


Vielen Dank für die Mühe!
Friedhelm Küch
Viele Grüße
Friedhelm

Thilo Immel

Zitat
1. Ich habe die Objekte 10x, 25x und 40x als Phasenkontrastobjektive. Lohnt es sich, für die Betrachtung von Ciliaten, etc. sich gebrauchte Normalhellfeldobjektive anzuschaffen? Wenn ja, wären die höher vergrößernden Objekte eher von Interesse, da sich hier der Nachteil von Phaco eher bemerkbar macht? Bei dem Thema "schwimme" ich noch ein bisschen.
2. Ich habe in einem Buch gelesen, dass man den Kondensor bei Phasenkontrast am besten so justiert, dass das Bild zunächst dunkler wird. Reicht das als Justierung aus, oder muss man ein Hilfsmikroskop haben?
3. Wo kann man für das o. g. Mikroskop eine Anleitung bekommen? Vielleicht sind dort ja schon viele Antworten auf meine Fragen enthalten [hoff].
4. Weiß jemand vorab, wofür/welche Funktion der abgebildete Drehknopf hat?

Hallo Herr Küch!

Zu 1: Ich sehe es kommen: das gibt wieder eine Endlosdiskussion...
Zu 2: genauer ist es mit Einstellfernrohr.
Zu 3: Bei Leitz/Leica! Nach einer Kopie fragen. Meines Wissens machen die das.
Zu 4: Der Knopf ist zum Arretieren des Kondensors gedacht. Man kann ihn dann nicht mehr nach vorne herausziehen.


Gruß

Thilo Immel

Wasserfloh

Hallo Herr Immel,

vielen Dank für Ihre Antworten! Das ging ja schnell!

Dann werde ich Leitz mal schreiben.

Und die Arretierungsfunktion hatte ich schon ganz verdrängt. Hatte schon vermutet, dass ich irgendetwas am Kondensor "überdrehe", wenn ich nicht die richtige Knopfeinstellung habe.

Zur 1. Frage: also, wegen mir muss da ja jetzt keine Endlosdiskussion losgetreten werden. Ich bin nur Anfänger und möchte "ein Gefühl" dafür entwickeln, was mit Phaco geht und was nicht geht.

Zur Zeit muss ich erst noch üben, und eine wichtige Erkenntnis habe ich schon jetzt in dem Forum gefunden, nämlich, dass das Präparat (in meinem Fall Wasserproben) SO DÜNN wie möglich sein soll.

Falls jemand aber Vergleichsfotos eines 25x oder 40x Objektivs einmal mit Phaco und einmal normales Hellfeld hätte, könnte ich mir überhaupt vorstellen, ob das was bringt.

Viele Grüße
Friedhelm Küch
Viele Grüße
Friedhelm

Bernhard Lebeda

Hallo Friedhelm

zunächst die Anleitung kann man hier für 5$ erwerben.

http://iscanmanuals.com/paypal/LEITZ_MICROSCOPE.html


Zu der berühmten 1. Frage: ich glaube nicht, dass es eine Grundsatzdiskussion geben wird, denn die Frage ist letztlich nicht eindeutig zu beantworten. wie Peter Voigt in der letzten Diskussion darüber schon sagte, hängt das sehr stark davon ab, um welche Objektive es sich GENAU handelt. Ich besitze einen kompletten Leitz HF Satz und einen kompletten Phaco Satz (Mischung aus 160er EF, Plan und Plan Fluotaren). Der Unterschied ist am OPTIMALEN Präparat sichtbar, am Durchschnittspräparat eher kaum und am Wassertropfen so gut wie kein Unterschied. Ich denke gerade die alten Leitz Phasenobjektive sind im HF durchaus brauchbar bis gut.

Trotzdem würde ich die Frage, ob sich die Anschaffung reiner HF Objektive lohnt mit ja beantworten und zwar aus dem Grund dass die Dinger ja nichts mehr kosten. Wenn man bei ebay einigermassen aufpasst, kann man EF oder NPL bzw. Planobjektive zwischen 40 und 100€ ergattern. Das würde ich langfristig schon einplanen.

Ich erkenne übrigens nicht genau, ob Du da einen Phasenkondensor hast?? Und ein Einstellfernrohr würde ich auch unbedingt anschaffen. Das mit dem "dunkler werdenden Bild" hab ich noch nie gelesen, was war denn das für ein Buch?

Ein weiterer Punkt: gerade im Wassertropfen beobachte ich immer durch die Phasenobjektive, da sich hier ja öfters die Situation ergibt, dass man auf Phako umschalte möchte. Die HF Objektive nutze ich eigentlich nur an botanischen Sachen oder Insekten, allerdings inzwischen an einem zweiten Stativ, da die rumschrauberei irgendwann nervt!

ich kann demnächst mal Vergleichsaufnahmen machen, komme wohl aber erst am Montag dazu.


Hoffe bis hierhin geholfen zu haben


Viele Mikrogrüsse

Bernhard


Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

Klaus Herrmann

#4
Hallo Friedhelm,

Leica wird sicher helfen. Hier gibt es auch einiges. (Zwar habe ich das Biomed nicht gefunden, aber da ist sicher was sehr Ähnliches dabei!)

http://www.science-info.net/docs/leitz/

Solche Dokumentationen sind im französischen Forum sehr übersichtlich aufgelistet und sofort zu finden! Technik--> Mikroskope und da stehen diese Dokumentationen immer oben am Anfang. Sehr systematisch!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Wasserfloh

#5
@Klaus, danke für den Link, ist schön was zum Stöbern!
Das Biomed selbst habe ich auch nicht gefunden, wohl aber Prospektmaterial dazu, finde ich sehr interessant!
Vielen Dank!

@Bernhard,
vielen Dank für die ausführliche Beantwortung, das hat mir sehr weiter geholfen!
Ich kann mir jetzt ein besseres Bild machen (ist schon fast wortwörtlich zu nehmen). Deiner Erklärung nach lohnt es sich also, zusätzlich Hellfeldobjektive zu kaufen. Stimmt, der Preis dafür ist ja nicht mehr so hoch.
Besitzt Du selbst auch ein Leitz-Mikroskop?

Wenn man mit einem Einstellfernrohr den Kondensor auf die Phasenkontrastringe einstellt, stimmt denn dann noch die Köhlersche Beleuchtung?
Oder vernachlässigt man dann diese?

Was bedeuten die Abkürzungen EF und NPL, was von beiden ist "besser"? (Achromat und Apochromat, sowie Planapochromat sind der Bedeutung nach bekannt)

Hier mal die Daten meines Mikroskops:
Objektive: 1. EF 4/0.12, 2. EF 10/0.25 Phaco 1, 3. EF 25/0.50 Phaco 2, 4. EF 40/0.65 Phaco 2
Kondensor Nr. 56 A 0.90 zweilinsig, Schlittenw., für Hellfeld-, Dunkelfeld- und Phasenkontrastbeleuchtung durch einschiebbare Ringblenden (Phaco 1, Phaco 2, Dunkelfeld), für Ölimmersion (habe ich kein Objektiv, empfehlenswert?) bräuchte ich noch eine "Kondensorkappe A 1.25 Oel".
Binokularer Tubus.

ZitatDas mit dem "dunkler werdenden Bild" hab ich noch nie gelesen, was war denn das für ein Buch?
Habe ich jetzt gefunden, das steht bei "Mikroskopieren als Hobby", Falken-Verlag, S.29: "Die Deckung von Ringblende und Phasenring ist am besten mit einem sogenannten Einstellfernrohr zu kontrollieren...Vielfach kann auf ein Einstellfernrohr verzichtet werden, wenn man weiß, wie ein Phasenbild aussieht. Bei optimaler Einstellung verdunkelt sich der Bildhintergrund etwas, und das Phasenobjekt erhält einen deutlich sichtbaren Dunkelkontrast."

Schon wieder 'ne Menge Fragen, ich hoffe, es nervt nicht!
Aber Anfänger haben eben Fragen zuhauf!

Vielen Dank und Grüße
Friedhelm
Viele Grüße
Friedhelm

Jürgen Boschert

Hallo Friedhelm,

ZitatWas bedeuten die Abkürzungen EF und NPL, was von beiden ist "besser"? (Achromat und Apochromat, sowie Planapochromat sind der Bedeutung nach bekannt)

Bde. Kürzel beziehen sich auf die Ausdehnung des als plan empfundenen Gesichtsfeldes. Man erkennt das am besten, wenn man sehr dünne ebene Präparate benutzt, insebesondere Ausstriche.
EF steht für extended field, d.h., das überblickte Feld ist in einem weiteren Bereich geebnet, als dies bei "einfachen" Achromaten der Fall ist. Bei Ausstrichpräparaten nimmt hier bei scharf gestelltem Zentrum die Schärfe am äußersten Rand hin etwas ab.
NPL steht für Normalplan. Leitz hatte den Ausdruck "Normal" hier für die (insbesondere bei der Konkurrenz) übliche Sehfeldzahl-Größen um die 20 benutzt, um deutlich zu machen, dass es auch Mikroskope (natürlich von Leitz !) mit Großfeldsystemen gibt; hier hatte Leitz in der Tat lange Zeit die Nase vorn, Flaggschiff war das Orthoplan mit einer Sehfeldzahl von 28 ! Objektive, die ein so großes Feld plan zeichneten wurden mit Pl graviert. So gab es bei Leitz von allen chromatischen Korrektionsgraden - Achromate und halbapochromatische Fluoritobjektive - sowohl eine NPL- als auch eine PL-Version. Wegen des eh schon großen Aufwandes wurden allerdings apochromatische Objektive ausschließlich als Pl-Version angeboten.

Besten und "erweiterten" Durchblick !

JB
Beste Grüße !

JB

Wasserfloh

Danke Jürgen, für den "Durchblick"!
Viele Grüße
Friedhelm

PAKRO

Hallo Friedhelm!

Ich habe ein paar Unterlagen zum Leica Biomed, wenn Interesse dann sende ich sie gerne per Mail.

Einfach PM mit der Mailadresse senden.


Beste Grüße

Peter

Detlef Kramer

Hallo Friedhelm,

ZitatWenn man mit einem Einstellfernrohr den Kondensor auf die Phasenkontrastringe einstellt, stimmt denn dann noch die Köhlersche Beleuchtung?

Mit Hilfe des Einstellfernrohres wird nicht der Kondensor verstellt, sondern nur die Ringblenden. Dafür hat der PH-Kondensor zwei zusätzliche Triebe. Die Zentrierung des Kondensors muss selbstverständlich erhalten bleiben.

Viele Erfolg und herzliche grüße

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

Vorstellung: Hier klicken

Wasserfloh

Hallo Detlef,
zusätzliche Einstellmöglichkeiten nur für die Ringblenden habe ich noch nicht gefunden, vielleicht gibt die Anleitung Auskunft.
Vielen Dank für den Hinweis!

Friedhelm
Viele Grüße
Friedhelm

Klaus Herrmann

Hallo Friedhelm,

bei Leitz werden die einzelnen Blenden mit 2 Steckschlüsseln einzeln zentriert. Das sind dünne 4-Kantsteckschlüssel sehen aus wie aus der Puppenstube und verlieren sich deshalb gerne. Sicher hab ich in meinen Kisten noch welche. Es gab aber verschiedene Durchmesser, soweit ich weiß!

In der Kondensordrehscheibe sind Löcher, wenn Du da rein schaust siehst Du die 4-Kantlöcher!

Bei Zeiss ist das einfacher gelöst. Bernd hat gerade einen CZ-Kondensor gezeigt, da sieht man die Mechanik.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

felix

Hallo Friedhelm,

brauchst Du ein Phako-Fernrohr?  Jein. Natürlich kannst Du damit die Ringe "idiotensicher" zentrieren.  Aber wenn Du das einige Male gemacht hast, dann weißt Du wie ein sauberes Phakobild aussieht.  Dann wirst Du das Fernrohr nur noch selten brauchen.  Im Prinzip kannst Du also den Ring "von Hand" zentrieren; dabei ist die Idee, daß das Bild gleichmäßig "dunkler" (als im HF) wird schon ganz richtig.  (Ich würde sogar empfehlen, das Fernrohr nicht allzu oft einzusetzen, da jedesmal Staub auf die Prismen fallen oder es gar zu Metallabrieb kommen kann.)

Wenn Du einmal günstig an ein Phako-Fernrohr kommen kannst, ist es dennoch eine gute Anschaffung.  Denn Du kannst damit das optischen System in (beinahe) allen Ebenen durchmustern.  Das hilft ggf. Probleme zu beseitigen.

felix
"Du" angenehm.

Bernhard Lebeda

Zitat von: Klaus Herrmann in Oktober 18, 2009, 23:10:07 NACHMITTAGS
Hallo Friedhelm,

bei Leitz werden die einzelnen Blenden mit 2 Steckschlüsseln einzeln zentriert. Das sind dünne 4-Kantsteckschlüssel sehen aus wie aus der Puppenstube und verlieren sich deshalb gerne. Sicher hab ich in meinen Kisten noch welche. Es gab aber verschiedene Durchmesser, soweit ich weiß!

In der Kondensordrehscheibe sind Löcher, wenn Du da rein schaust siehst Du die 4-Kantlöcher!

Bei Zeiss ist das einfacher gelöst. Bernd hat gerade einen CZ-Kondensor gezeigt, da sieht man die Mechanik.


Mooment, Friedhelm schreibt doch er hat den Kondensor Nr. 56. Das ist kein Ringblendenkondensor, sondern ein einfacher mit Blenden in Steckfassung. Da dürfte es eigentlich nichts gross zu zentrieren geben, zumindest nach der Anleitung zum Laborlux 12.  Kondensor ist wie üblich zu zentrieren, dann Steckblende rein und alles sollte werkseitig passen. Dann braucht man natürlich auch kein Einstellfernrohr.

Friedhelm: ja, ich habe ein Laborlux D

Und, Klaus, ich habe hier einen Ringblendenkondensor, bei dem die Zentrierschlüssel schon fest angebracht sind. Sozusagen in Parkposition, die werden bei Bedarf einfach reingeschoben und es kann fröhlich zentriert werden. Viel besser gelöst kann ich mir das eigentlich nicht vorstellen!!


Die Stelle bei Drews war mir entfallen, stimmt. Ich halte die Aussage für etwas problematisch. Die Deckung von Phasenring und Ringblende sollte schon sehr genau sein, da man sonst Kontrast verschenkt und das haben die exzellenten Leitz Objektive nicht verdient!!


Viele Grüsse


Bernhard


Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

Peter V.

Hallo!

Irgendeine Zentriermöglichkeit müsste ( sollte ) es aber eigentlich geben. Eine exakte Abdekcung zwischen Phasenring im Objektiv und Ringblendenschlitz ist ansonsten eigentlich kaum möglich, da es ja immer Ungenauigkeiten bei der Zentrierung des Kondensors und "Spiel" geben kann.
Mag sein, daß leitz beim Biomed darauf verzichtet hat, aber vorstellen kann ich es mir eigentlich nicht.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.