Autor Thema: Feldmikroskope im Vergleich  (Gelesen 2200 mal)

anne

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Feldmikroskope im Vergleich
« am: August 06, 2019, 10:07:03 Vormittag »
Hallo zusammen,
es gibt ja einige Kleinmikroskope die auch Feldmikroskope genannt werden.
Eines davon ist das Swift FM 31.
Von McArthur gibt es etliche  Modelle:
http://www.microscope-antiques.com/mcarthurs.html
Aus Japan gibt es wohl das Nikon H.
Kennt hier jemand diese Modelle und kann etwas zur Qualität sagen, oder sind es mehr Sammlerstücke?

lg
anne
« Letzte Änderung: August 06, 2019, 16:05:20 Nachmittag von anne »

Bob

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Re: Feldmikroskope im Vergleich
« Antwort #1 am: August 06, 2019, 13:13:58 Nachmittag »
Hallo Anne,
da gibt es einige Auswahl, die sich in Preis, Auflösungsvermögen, Ausstattungsmöglichkeiten, Ergonomie, Gesamtkonzept und Transportverpackung wesentlich unterscheiden.
Der Bereich bis 200-300-fache Gesamtvergrößerung ist gut bestückt, CMB-Matthias bietet sowas gerade in einer sehr empfehlenswerten Ausführung im Mikromarkt an.
Will man eine höhere Vergrößerung mit entsprechender Apertur wird es komplizierter und die Auswahl schrumpft erheblich. Die Preise steigen auch deutlich an, weil solche hübschen Klein-Instrument auch den Sammler ansprechen.
Ich hatte übrigens gerade erst einen Hinweis auf einen Swift FM-31 Clone von Bresser gepostet.

Zu überlegen ist auch immer, wie man das Mikroskop transportiert, wie oft man es wirklich herumträgt, und wie lange man damit arbeitet. So ein Swift ist wirklich klein und hat einen monokularen Schrägeinblick, es braucht aber schon einen 40cm-Stapel Bücher oder ein halbwegs stabiles und schweres Stativ um das Ding auf normale Einblickhöhe zu bringen. Da könnte man also gleich ein relativ leichtes Lomo Biolam mitnehmen und hätte noch viele weitere Vorteile. Ergonomie ist natürlich umso wichtiger, je länger man beobachten möchte, Gewicht ums wichtiger, je mehr man tatsächlich trägt usw...

Wichtig ist auch, das Gesamtpaket aus Instrument, Beleuchtungseinrichtung, Transportverpackung, Objektträgern, Deckgläsern, Werkzeug, ggfs. Farbstoffen und Eindeckmitteln zu betrachten. Eine praktisch eingerichtete Transportiste mit dem benötigten Schutzgrad ist oft wichtiger als das letzte Bisschen Auflösung oder mechanische Präzision.

Über viele gängige Reisemikroskope findest Du ausführliche Berichte im Micscape - Archiv.

Was hast Du denn konkret vor?

Viele Grüße,

Bob

rhamvossen

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Re: Feldmikroskope im Vergleich
« Antwort #2 am: August 06, 2019, 14:42:31 Nachmittag »
Hallo Anne,

Feldmikroskope gibt es sehr viele. Sie heisen Hufeisenstative, und dann die leichtere und einfachere Ausführung wie zum Beispiel viele Schülermikroskope. Ich habe das Konzept  "spezielles Feldmikroskop"  immer ein bischen blöd gefunden. Schau dir mal das Swift oder McArthur an, wurdest du  damit denn bequem mikroskopieren? Ein normales Hufeisenstativ hat einen Gerader Tubus, und genau das ist ein Vorteil am Ort, bücken muss man sich am liebsten so wenig wie möglich. Mein Favorit: Olympus HSA, aus dem 70er Jahren. Klein, leicht und mit ein Kunststoff Transportkoffer. Beste Grüsse,

Rolf
« Letzte Änderung: August 06, 2019, 14:52:04 Nachmittag von rhamvossen »

wilfried48

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Re: Feldmikroskope im Vergleich
« Antwort #3 am: August 06, 2019, 19:40:10 Nachmittag »
Hallo Anne,

vielen Dank für den link !
Diese schöne Zusammenstellung kannte ich noch nicht.
Ich unterscheide Feldmikroskope und Reisemikroskope.
Ein Feldmikroskop kann auf einem Photostativ mitten im Feld stehen.
Sehr geeignet ist hier das Swift FM-31 siehe beigefügte Bilder vom Pillerseetreffen 2014 wo das putzige Gerät
mitten im Hochmoor steht:

hier in grösserer Aufnahme mit forumsbekanntem Beobachter:

Im Feld braucht es keine elektrische Beleuchtung, der Kondensor vom Zeiss Junior mit Mattscheibe im Filterhalter sorgt
mit dem Tageslicht für eine helle gleichmässige Ausleuchtung.
Die Optik ist ordentlich, vergleichbar mit den einfachen Achromaten von Zeiss etc.
Das Gerät hat im Stativ ein Normgewinde für Fotostative und ist mit Tasche etwa so gross und schwer wie eine Spiegelreflexkamera.

Als Reisemikroskop ziehe ich allerdings mein kleines Zeiss Junior vor. Es wiegt samt Koffer weniger als 3,5 Kg, hat Normoptik und kann so mit höherwertiger Optik ausgestattet werden und hat einen Fotoanschluss.
Ich hatte es hier mal vorgestellt:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=11544.msg85023#msg85023
sehe aber gerade, dass sie meisten Bilder verlorengegangen sind.
Da man in dem Thread nicht mehr schreiben kann kann ich ihn leider auch nicht mehr reparieren.
Könnte ein Admin ihn zu diesem Zweck nochmal öffnen ?
Ich habe daher unten noch ein Bild angefügt.

viele Grüsse
Wilfried

« Letzte Änderung: August 06, 2019, 22:19:59 Nachmittag von wilfried48 »
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A. Büschlen

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Re: Feldmikroskope im Vergleich
« Antwort #4 am: August 06, 2019, 19:53:27 Nachmittag »
Hallo,

das Swift FM-31 kenne ich gut. Wie oft habe ich es ins Feld mit genommen! Aber:

Wie und wo präpariere ich im Feld?  Wo lege ich meine Präparationsutensilien im Feld sicher ab und in welcher Stellung stehe ich gebeugt über dem Mikroskop ;)

Ich kam zum Schluss, dass ich vorzugsweise einige gute Proben sammelte um diese zu Hause in aller Ruhe zu bearbeiten.

Gruss Arnold

Bob

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Re: Feldmikroskope im Vergleich
« Antwort #5 am: August 06, 2019, 20:25:57 Nachmittag »
Hallo Arnold,
beim identifizieren der richtigen "guten Proben" kann natürlich ein Mikroskop helfen. Ich hatte mal einen Bericht gesehen über ein ganz kleines Mikroskop, dass sich ein Engländer zur groben vor-Ort-Auswahl von Diatomeenproben gebaut hatte. Dazu braucht es dann ja weder ein großes Bildfeld, große Einstellwege, einen Objektführer und Wechselobjektive.

Ich hatte übrigens hier mal eine kleine Urlaubs-Zusammenstellung gezeigt, und es waren noch einige interessante Alternativen gezeigt worden. https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34328.0

Viele Grüße,

Bob

wilfried48

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Re: Feldmikroskope im Vergleich
« Antwort #6 am: August 06, 2019, 21:52:01 Nachmittag »
...
Wie und wo präpariere ich im Feld?  Wo lege ich meine Präparationsutensilien im Feld sicher ab und in welcher Stellung stehe ich gebeugt über dem Mikroskop ;)
...

Hallo Arnold,
beim Tümpeln geht das natürlich einfacher, da gibt es nichts zu präparieren. Und im Hochmoor braucht man noch nichtmal ein Planktonnetz. Ein wenig auf das Moor treten, sodass sich eine kleine Pfütze bildet mit dem Petrieschälchen etwas schöpfen auf das Gleittischchen des FM-31 stellen und fertig.
Das Fotostativ ist übrigens so hoch dass man ungebeugt mikroskopieren kann.

viele Grüsse
Wilfried
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Jürgen Boschert

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Re: Feldmikroskope im Vergleich
« Antwort #7 am: August 06, 2019, 22:07:50 Nachmittag »
Hallo zusammen,

noch eine kleine Anmerkung zum Swift oder seinem Klon: wenn man das einfache Huygens-Okular gegen eines mit Kompensationswirkung (Zeiss West CPL oder KPL) tauscht, wird die Bildqualität merklich verbessert.

Gruß !

JB
Beste Grüße !

JB

anne

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Re: Feldmikroskope im Vergleich
« Antwort #8 am: August 07, 2019, 08:16:24 Vormittag »
Hallo zusammen,
danke für die umfangreichen Antworten!
Ich hatte immer ein kleines Row Rathenow dabei,  klein, aber unhandlich in der Bedienung.
Dieses Jahr hatte ich dann unter dem Murren der Familie mein Zeiss Junior mit in den Urlaub genommen.

Mir ging es hier aber um den konkreten Vergleich der 3 Typen die ich angegeben habe.
Diese sind von mir mit "Feldmikroskop" wahrscheinlich nicht richtig bezeichnet worden.
Alle drei sind ähnlich im Aufbau, schwer zu bekommen und z.T. recht teuer.
Kennt den hier jemand das Nikon H?

lg
anne

smashIt

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Re: Feldmikroskope im Vergleich
« Antwort #9 am: August 07, 2019, 08:44:42 Vormittag »
Dieses Jahr hatte ich dann unter dem Murren der Familie mein Zeiss Junior mit in den Urlaub genommen.

und der nächste urlaub findet jetzt mit weniger familie und mehr mikroskopen statt?
MfG,
Chris

Bildung ist das was uns vom Tier unterscheidet.

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anne

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Re: Feldmikroskope im Vergleich
« Antwort #10 am: August 07, 2019, 10:31:26 Vormittag »
Hallo Chris,
na ja meine Älteste ist nun 16 Jahre, evtl. könnte es bald mehr Platz im Auto geben.
Aber noch scheue ich mich mehr als ein "Prüfmikroskop" mitzunehmen, zu prüfen ob es sich lohnt die Probe mitzunehmen.

lg
anne

Michael L.

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Re: Feldmikroskope im Vergleich
« Antwort #11 am: August 07, 2019, 16:17:32 Nachmittag »
Hallo Anne,

ich habe alle diese Modelle bis auf das Nikon. Für den von Dir genannten Zweck sind die alle geignet. Das Swift oder ein gleichwertiger Klon ist gelegentlich gebraucht zu bekommen für ca 250-300€ und ist robust und ein gutes Exkusionsmikroskop, bei Brunell in Uk stehen die noch im Angebot. Die McArthur Geräte sind noch kompakter und sind leider selten zu bekommen, hier gab es auch Zubehör wie DF aber das ist noch seltener, die Qualität ist gut. Gelegentlich bekommt man das open University Modell aus Plastik günstig, ist sehr leicht und kompakt, untere Qualität aber für den genannten Zweck ok, ich hatte es in Grönland dabei. Ein chinesisches McArthur Modell, ehemaliges Militärmikroskop, ist extrem selten zu bekommen hat aber sehr gute Optik. Das Nikon Modell H ist selten zu bekommen, hat wohl sehr gute Qualität aber die Preise liegen locker bei tausend €. Sehr kompakt und meiner Meinung nach ein echtes Taschenmikroskop ist das Tami von Hensold, gelegentlich für ca. 150€ zu bekommen. Das Protami mit Objektivrevolver bietet mehr Ausstattung, ist sehr selten zu bekommen, habe ich aber auch schon für über 500€ gesehen, echt übertrieben. Von Meopta gibt es das Exkursionsmikroskop in der "Dose" gelegentlich für 80-120€ ist nicht sehr klein aber robust und von mittlerer Qualität. Von Zeiss Winkel und Klein gibt es Kleinmikroskope gelegentlich auf dem Markt für ca 100-150€, sind mega stabil und können mit sehr guter Optik ausgestattet werden, man muss halt nur eins bekommen. Das ROW ist die preiswerteste Alternative da ist man schon mit 20€ dabei. Großen Arbeitskomfort bieten die kleinen in der Regel alle nicht, für das Swift und die Klone gibt es einen aufsetzbaren Objektführer, der historische Chinese hat eine simple aber tricki Objekträgerführung die ziemlich präzise ist. Dann gibt es die schönen historischen Modelle von Reichert, Leitz und Zeiss alles völlig überteuert und meist recht schwer. Fazit es gibt sehr viel Auswahl das meiste ist sehr schwierig zu finden und meist recht teuer, wenn hier jemand ein Nikon Modell H zu einem humanen Preis anbietet wäre ich interessiert :-)

Viele Grüße Michael

Ps das Lomo kann mann noch nennen insbes. die seltene Heimdahl Variante auch kleine Trichinenmikroskope könnte man als Reisemikroskope nutzen

wilfried48

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Re: Feldmikroskope im Vergleich
« Antwort #12 am: August 07, 2019, 17:18:11 Nachmittag »
Hallo Anne,

ich kenne das Nikon nicht persönlich, es soll aber gute Optik haben.
Es ist sehr selten und teuer. Das letzte habe ich vor ca. 2 Jahren in der Bucht gesehen und wollte es für meine Sammlung (für einen echten Feldeinsatz ist es viel zu schade) ersteigern.
Es hatte sogar Phasenkontrast, aber mit meiner selbst auferlegten Sammelsuchtpreisgrenze von 1000 Euro hatte ich keine Chance.

Mir dem Swift bin ich wirklich sehr zufrieden. Den ausladenden primitiven Kreuztisch würde ich allerdings nicht empfehlen. Ich habe ihn wieder abgegeben und mir eine kleine Gleitführung für Objektträger und kleine Petrieschälchen mit Deckglasboden gefräst. Mit wenig Gleitfett funktionert das sehr gut (auch beim 40er Objektiv) und alles passt zudem noch in das originale Lederetui des Mikroskops.

viele Grüsse
Wilfried


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Vorst. Wilfried48
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Michael L.

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Re: Feldmikroskope im Vergleich
« Antwort #13 am: August 07, 2019, 19:09:27 Nachmittag »
Hallo Wilfried,

die Konstruktion würde mich interessieren, wäre es möglich da mal ein Foto oder eine Skizze zu sehen?

Viele Grüße,

Michael
« Letzte Änderung: August 07, 2019, 20:58:12 Nachmittag von Michael L. »

wilfried48

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Re: Feldmikroskope im Vergleich
« Antwort #14 am: August 07, 2019, 22:45:57 Nachmittag »
Hallo Michael,

Fotos werde ich am Wochenende machen, ich muss es sowieso für den Urlaub einpacken.

viele Grüsse
Wilfried
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