Autor Thema: Das Carl Zeiss 'Auflicht-Mikroskop'  (Gelesen 2706 mal)

TPL

  • Member
  • Beiträge: 3120
Das Carl Zeiss 'Auflicht-Mikroskop'
« am: Dezember 10, 2013, 16:45:17 Nachmittag »
Hallo Forum,

das Carl Zeiss 'Auflichtmikroskop' (auf der Gebrauchsanleitung G 04-655-d von 1956 steht 'Auflicht-Mikroskop') wurde Mitte der 1950er Jahre vorgestellt, in einer Zeit, in der Zeiss andere Markennamen (Zeiss-Winkel, Zeiss-Opton) zu Carl Zeiss vereinheitlichte. Nicht selten gab es aber wohl Exemplare, bei denen der markante Tubuskörper mit 'Carl Zeiss' graviert war, der Kondensor und die Objektive aber noch mit 'Zeiss-Winkel'.

Aus: Michel, K. 1962, Die Mikrophotographie, Springer, Wien.

Das von mir erstandene Gerät ist etwas jünger (Seriennummer 2053245). Insbesondere ist die Tubusoptik (verbaut im 'Carl Zeiss' gravierten Illuminatorgehäuse mit Wechselrevolver, Nummer 2151902) bereits für die damals modernen HD-Epiplan-Objektive mit 33 mm Abgleichlänge vorgesehen, welche die sehr kurz gefassten früheren Objektive (Gravur 'Aufl. HD') mit 22 mm Abgleichlänge ersetzten.

Das Auflichtmikroskop wurde mindestens bis in die 1970er Jahre geliefert. Außer dem Wechsel zu hammerschlag-grauem und später lichtgrauem Lack gab es noch eine weniger offensichtliche Änderung an der Triebführung der Stative: Lagen die Zahnstangen der frühen, schwarzen Modelle noch geschützt im Stativhals, so liegen sie bei den grauen Stativen F und G (die auch für die Stereomikroskope verwendet wurden) auf der Außenseite des Stativhalses.


Neben dem gewöhnlichen Auflichtmikroskop lieferte Zeiss auch das 'Mikroskop für Tiefenmessungen'. Dies hatte ein deutlich größeres Feintrieb-Rad mit einer justierbaren und per kleiner Schraube festellbaren Null-Position, eine Einzelobjektiv-Aufnahme für das Epiplan 40/o,65 und ein Illuminatorgehäuse mit wechselbaren Reflektoreinsätzen. Es wurde typischerweise mit dem Stativ K geliefert, dessen kunststoffummantelte, zylindrische Füße zum Beispiel zerstörungsfrei auf Druckwalzen gesetzt werden konnten und per Magnetkraft auch auf anderen Werkstücken haften. Auf der Rückseite des Stativ K erlaubte eine Mikrometerschraube die Bewegung des gesamten Mikroskops über die Probe.

« Letzte Änderung: April 21, 2020, 21:49:18 Nachmittag von TPL »

TPL

  • Member
  • Beiträge: 3120
Re: Das Carl Zeiss 'Auflicht-Mikroskop'
« Antwort #1 am: April 21, 2020, 08:35:58 Vormittag »
Hallo Forum,

den ersten Anlauf zum obigen Beitrag über das Carl Zeiss 'Auflicht-Mikroskop' hatte ich vor beinahe sieben Jahren genommen, kurz, nachdem ich mit etwas Glück das dort gezeigte Auflicht-Mikroskop über eine Kleinanzeige bemerkt und gekauft hatte. Ausgelöst durch einen sehr schönen Beitrag von Reinhold zum gleichen Gerät fiel mir erst kürzlich auf, dass mein Beitrag dazu aber über Jahre weg als ein Torso aus ein paar Bildern und etwas Text liegen geblieben war. Das habe ich nun geändert.

Viele Grüße,
Thomas