Neuling mit Mikroskop "Swift Nine Fifty" hat ein paar Fragen

Begonnen von daffy1234, Oktober 23, 2009, 18:00:08 NACHMITTAGS

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Druse

#15
Hi Michael,

dieser Link fiel mir eben noch ein, die Lackabdrücke funtionieren sehr gut mit etwas "härteren" Blättern, z.B. Lorbeer- oder Christrosenblätter:

http://kopernikusschule.de/WPU-WEB-Mikroskopie/Mikroskopie00.htm

VG Mila

Das "Was ist was"-Buch gibt es schon ab 80 Cent, z.B. hier:

http://www.amazon.de/gp/offer-listing/3788602481/ref=sr_1_olp_1?ie=UTF8&s=gateway&qid=1256321673&sr=8-1

Joost van de Sande

Hallo Micheal,

Was Ich Anfänger immer empfehle ist: Besuche einen Mikroskopieverein, da gibts viele Leute die Sie gerne helfen.

Freundliche Grüße

Joost van de Sande

Peter V.

#17
Hallo!

Uiuiui - kehren hier plötzlich extreme Empfindlichkeiten ein? Reichen Smileys und die explizite Einleitung "Nicht böse sein...." nicht mehr aus, um zu verhindern, dass jemand gleich angefressen ist?

Zitatbitte, dann fang an und beantworte die Fragen!

Sei beruhigt, das hätte ich auch getan, wenn ich etwas mehr Zeit gehabt hätte ( jetzt z.B. ) Aber vielleicht war mein Posting ja schon Anlaß, dass sich mittlerweile genügend Leute zielführender zu Wort gemeldet haben.

Gut - genug des Geplänkels. Nichts desto trotz waren aber meine diesbezüglichen Äußerungen absolut ernst gemeint:

Da fragt jemand, der wirklich NICHTS mit Mikroskopie zu hat ( außer vielleicht mal als Kind durch ein Kindermikroskop geschaut zu haben ) und wohl diesbezüglich wirklich absolut unbedarft ist ( was die Art der Fragestellung und der Inhalt der Fragen ja zu erkennen geben ), was er mit seinem "Dachbodenfund" überhaupt anstellen kann. Und als Rat bekommt er das Studium (Sic!)  der Mikrofibel genannt. ( Es war hier früher schon mal eine gerne geübte Praxis, stereotyp bei Anfängrfragen auf die Mikrofibel zu verweisen ). Auch auf die Gefahr, mich jetzt heute zum zweiten Mal unbeliebt zu machen: Bei aller Wertschätzung für dieses Werk - es ist sicher NICHT die geeignete Einsteigerlektüre!!! Sie ist umfangreich und informativ, innsbesondere in technischen Dingen und eher für den, der bereits mit Mikroskopie zumindest etwas Erfahrung hat, von unschätzbarem Wert. Aber allein der Umfang mit der Fülle technischer Infos erschlägt den Anfänger förmlich.  Mila vergißt evtl. dass sie bereits durch Schule / Studium gewisses Vorwissen hat(te) und ihr ein Mikroskop nicht völlig fremd ist.
Und der Verweis auf die Suchfunktion des Forums und die Mikro-Rezepte bringen in diesem Fall auch eher keine konkrete Hilfe.

Aber das hätte ich wahrscheinlich nicht so ungeschminkt aussprechen dürfen - Entschuldigung dafür!

Und Bernd Tip mit dem Was ist Was- Buch sollte man auch nicht so in's Lächerliche ziehen. Für jemanden, der wirklich überhaupt keine Vorstellung von Mikroskopie hat, muß dieses (Kinder)Buch zum absoluten Einstieg nicht verkehrt sein.
Das meines Erachtens beste Buch ist der "Kremer" ( das große Buch der Mikroskopie ), seinen kleinen Bruder kenne ich nicht, Bernhard hat es aber auch schon einmal empfohlen.

Zunächst wäre ja mal interesant, was für ein Mikroskop das überhaupt ist. Bei ebay habe ich dieses hier gesehen, das es zu sein scheint: 170390361650 Ungewöhnlich die wilde Zusammenstellung der Objektive. Ob das Mikroskop in dieser Zusammenstellung tauglich ist und welche Leistung es bringt, ist hier absolut nicht zu beurteilen ( Frage 2 )  

Hausstaubmilben könntest Du theoretisch sehen, das müsste im Prinzip mit jedem Mikroskop machbar sein. Allerdings musst Du eine entsprechende Probe gewinnen bzw. aufbereiten, denn sie sind viel schiweiriger zu finden, als man glauben sollte. Das aufzuführen würde aber hier zu weit gehen ( Frage 1 )

Frage 3) kann man so nicht beantworten. WAS für Zubehör meinst Du? Ausbaubar ist das Mikroskop selbst ziemlich sicher nicht, oder meinst Du "Zubehör" im Sinne von Laborgeräten, Schalen, Pinzetten etc.?

Frage 4 + 5) Ja - einfach über das Okular halten und ausprobieren! Tolle Ergebnisse wird das natürlich nicht bringen, die preiswerteste befriedigende Lösung für einen Anfänger ist die DCM 130 für ca. 110 EUR bei ebay.

Frage 6 + 7) Kann man in dieser Breite hier nicht beantworten => da hilft das "große Buch der Mikroskopie". Bei Teppichfasern und Haaren reicht das bloße "Drunterlegen", Blut kann man so einfach NICHT betrachten, das muss ausgestrichen und gefärbt werden, eine nicht ganz leichte Prozedur. Einfach nur einen Tropfen Blut auf den Objektträger tropfen bringt absolut nichts!!

Frage 8 ) Der Anfang ist durch Kontakt mit diesem Forum ja schon gemacht. Ein gutes Einführungsbuch ist sicher empfehlenswert! Und vielleicht solltest Du mal irgendjemanden, der etwas von Mikroskpen versteht, durch Dein etwas bunt zusammengewürfeltes Swift schauen lassen, ob es überhaupt "tauglich" ist.

Frage 9) siehe Detlefs Antwort.

Herzliche Grüße
Peter







Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Druse

#18
Hallo Peter,

das Studium der Mikrofibel hatte wer empfohlen? Ich überlese es vielleicht? Wir achten hier doch sehr auf guten Umgang. Den Begriff "angefressen" finde ich doch eher unpassend!

So, nun waren wir beide ja wohl off topic (und andere auch),

Friedlichen Gruß, Mila

Peter V.

#19
Och Mila,

ZitatWir achten hier doch sehr auf guten Umgang. Den Begriff "angefressen" finde ich doch eher unpassend!

jetzt is aber gut - oder?
Was soll das?

Bzgl. "Studium": Ok - vielleicht war mir das aus einem andern Posting noch im Gedächtnis, aber wie dem auch sei: ich habe auf diese Art von Diskussion jetzt wirklich keine Lust!

Wir sollten jetzt Frieden schließen ( obwohl ich gar nicht unfriedlich war und niemandem etwas wollte..... )

Apropos "angefressen": Wie sagt man bei Euch? Das ist hier im sprachlich manchmal etwas derben Ruhrgebiet ein gängiger ( und eher noch gesitteter ) Ausdruck für "beleidigt sein" - es gibt durchaus noch deftigere Formulierungen.....


Herzliche Grüße
Peter
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daffy1234

Also ich bin froh das überhaupt soviele schreiben und bin für jeden Post dankbar :)

Voigt, ein Namensbruder, ich heiße auch Voigt, zwar Michael, aber mit i :)

Also ich hab wirklich noch nicht viel Erfahrung. Ich hab jetzt alle möglichen Sachen die ich so finde unters Mikroskop gelegt und bin schon froh, das ich viele interessante Sachen gesehen habe.
Also angefangen von Staub, Haaren, Blättern, Fasern, Blut, bis hin zur Fliege, hab ich mal alles ausprobiert und es ist wirklich interessant.
Ich habe jetzt keine vorbereitungen getroffen und keine Flüssigkeiten zugegeben, einfach nur drauf und geguckt und das ist ja schon der hammer.
Zb. die Flügel und die tausende Haare, echt klasse, was man alleine mit einfachen Mitteln schon sieht. Beim Blut sieht man halt nur das sich alles bewegt, was erreicht man den durchs einfärben? Wenn ich die verschiedenen Farbfilter vor die Linse drehe, sieht man verschiedenes deutlicher, aber das ist bei mir mehr rumprobiererei.  :P

Schade das bei der Fliege offensichtlich die Lampe zu schwach ist, ich kann die Flügel und die Beine gut erkennen, aber zb die Augen seh ich nicht. Kann ich das mit einer stärkeren Lichtquelle erreichen? Oder wäre sowas ehr was für erfahrene Nutzer ?

Also eine größere Vergrößerung kann ich durch Aufrüstung nicht erreichen? Zb durch ein besseres Okular oder so? Durch ein zb 20X Okular würde ich doch alles noch größer sehen, oder hat das Nachteile bei dem Mikroskop?

Was brauch ich denn für den Anfang an Zubehör, Flüssigkeiten und so?
Also die Objektgläser und Deckgläser hab ich, Messerset usw hab ich auch, die Pipette find ich nicht mehr, die sollte ich mir noch besorgen. Was brauche ich denn für Flüssigkeiten?

Also das Buch "Was ist Was" werd ich nächste Woche bekommen und mich erstmal ein bisschen einlesen, hab sonst seit ca 15 Jahren nichts mehr mit einem Mikroskop gemacht, deswegen ist ein Anfang von 0 ganz ok denk ich.

So ich guck mir noch ein paar Sachen an :) 

daffy1234


Fahrenheit

#22
Lieber Michael,

lass' erst mal Stecken. Die Okulare müssen nicht nur mechanisch an das Mikroskop sondern auch optisch zu den Objektiven und ggf. der Tubus-Optik passen.

Leider kann man nicht alles was passt frei miteinander kombinieren. Um eine Idee zu bekommen, wie Dein Mikroskop funktioniert, kannst Du Dir ja mal die sehr schön aufbereiteten Seiten von Christian Linkenheld (unser Admin) ansehen, die Du hier findest.

Der Vorschlag von Peter ist in Ordnung: arbeite Dich mit Deinem Gerät ein ohne schon etwas zu ändern. Schau Dir bei einem bekannten Mikroskopiker (wenn Du uns sagst, wo Du ungefähr herkommst, meldet sich sicher jemand) oder bei einer Vereinigung in Deiner Nähe (Linkseiten, Mikes Mikro-Map) mal die Ausrüstung an und nimm auch Dein Gerät mit.
So lässt sich dann auch vor dem Hintergrund Deiner gewonnenen Erfahrung besser beurteilen, wo die Reise hingehen soll und was dazu ggf. zu erweitern oder gar neu anzuschaffen ist.

Zur Fliege: die Augen kannst Du ohne Vorbereitung (Präparation) nur im Auflicht z.B. durch ein Stereomikroskop einfach so beobachten.
Durchlichtmikroskope 'funktionieren' nur mit durchsichtigen Proben. Was nicht durchsichtig ist, wird durchsichtig gemacht - und zwar durch Schneiden in hinreichend dünne Scheiben. Dabei geht natürlich der räumliche Gesamteindruck verloren, da man immer nur eine Ebene der Struktur sieht.

Der einfachste Einstieg zur Erstellung mikroskopischer Schnitte ist die Untersuchung pflanzlichen Materials. Das Mikrophotoforum ist voll von Beispielbildern.
Wenn Du wissen möchtest, wie man da mit einfachen Mitteln einsteigt, kannst Du hier nachlesen.

Für den Anfang empfehle ich Dir aber das Tümpeln. Dazu hast Du bereits alles was Du brauchst - außer vielleicht einer Pipette. Kennst Du jemand mit einem Aquarium? Schau Dir den Filtermulm an. Oder schau einmal in einen kleinen Weier und nimm etwas Bodenschlamm als Probe. Wenn noch Algen oder Wasserpflanzen drin sind: auch die sind voller Leben und auch selbst interessante Objekte.

Für diese "Welten" brauchst Du nur Dein Mikroskop, Objektträger und Deckgläser, Probenbecher und Pipette. Und wenn Du wissen willst, was Du da siehst vielleicht noch den Wassertropfen (Das Leben im Wassertropfen, Kosmos, ISBN 3-440-10807-4).

Viel Erfolg und viel Spaß!

Herzliche Grüße
Jörg

Edit: Buchtipp ergänzt.
Hier geht's zur Vorstellung: Klick !
Und hier zur Webseite des MKB: Klick !

Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

Klaus Herrmann

Hallo Michael,

Zitatoder macht das keinen Sinn?

so ist es! Damit kannst Du auch nicht durch ein millimeterdickes Fliegenauge schauen!

Du bist ja voller Begeisterung und Neugierde. Aber der Vorschlag kam schon: wenn Du nicht hunderte Kilometer von der nächsten Mikroskopischen Vereinigung weg bist, dann sollte dein nächstes Ziel ein Besuch dort sein.

Sie werden sich wie die Heuschrecken auf Dich stürzen und Dir alle Grundlagen zeigen, die Du brauchst. Ein Buch lesen bringt nicht so viel für einen Anfänger, wie ein Abend in so einem Kreis!

Wenn Du die Dir nächst gelegene Stadt hier nennst, werden sich die Ortsansässigen sicher bei Dir melden.

Du siehst ja, was so ein "Fernkurs" von vielen Experten bewirken kann: Schwere Zerrüttung Jahrzehnte alter Freundschaften und ähnliche Katastrophen! ;D - da ist der direkte Weg viel effizienter!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Bernhard Lebeda

Zitat von: Fahrenheit in Oktober 23, 2009, 23:56:00 NACHMITTAGS



Für den Anfang empfehle ich Dir aber das Tümpeln. Dazu hast Du bereits alles was Du brauchst - außer vielleicht einer Pipette. Kennst Du jemand mit einem Aquarium? Schau Dir den Filtermulm an. Oder schau einmal in einen kleinen Weier und nimm etwas Bodenschlamm als Probe. Wenn noch Algen oder Wasserpflanzen drin sind: auch die sind voller Leben und auch selbst interessante Objekte.

Für diese "Welten" brauchst Du nur Dein Mikroskop, Objektträger und Deckgläser, Probenbecher und Pipette. Und wenn Du wissen willst, was Du da siehst vielleicht noch den Wassertropfen (Das Leben im Wassertropfen, Kosmos, ISBN 3-440-10807-4).
t.


Ganz genauso ist es !! Ergänzen würde ich die Ausrüstung noch mit dem Kodi Teefilter http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=226.0

An einem Nordic Walking Stock befestigt ergibt der ein prima Planktonnetz (ist jedenfalls sinnvoller als diese Stöcke im Zeitlupentempo durch den Wald zu schleifen  ;D)


Zum Thema "Was ist was" Buch möchte ich Abbitte leisten. Ich hab mir gerade Milas amazon link angeschaut. Es muss wohl früher zu "meiner Zeit" noch eine Vorgängerausgabe gegeben haben (die ich früher auch hatte)  Die war jedenfalls sehr simpel, die neue da scheint in der Tat brauchbarer zu sein.

Das grosse Kosmos Buch habe ich übrigens bewusst nicht empfohlen, da ich für den ERSTEN Einstieg den kleinen Kremer für geeigneter halte. Aber das kann Michael ja in einer Leseprobe in der Buchhandlung selbst entscheiden!


Gute Nacht

Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

Bernhard Lebeda

Zitat von: daffy1234 in Oktober 23, 2009, 23:35:26 NACHMITTAGS
Hab hier zb das Okular gefunden

Weitfeld Okular WF 20x für Mikroskope mit DIN 23,2 mm

http://cgi.ebay.de/Weitfeld-Okular-WF-20x-fuer-Mikroskope-mit-DIN-23-2-mm_W0QQitemZ140273239106QQcmdZViewItemQQptZOptik_Zubeh%C3%B6r?hash=item20a8efc442

damit wäre doch eine Verbesserung möglich, oder macht das keinen Sinn?


Dazu auch noch etwas Senf. Es ist im Grunde die klassische Anfängerfalle: höher vergrössern ist besser. Nonsense!!

Die Vergrösserung muss der Grösse des Objektes angepasst sein. Von den optischen Grenzen (förderliche Vergrösserung) will ich noch gar nicht anfangen. Aber es ist eigentlich schon so, dass die weitaus meisten Objekte, die man als Amateur so betrachtet, am besten bei bis etwa 400x zum Informationsgewinn führen, weil sie halt in der entsprechenden Grössenordnung liegen. Du darfst die Beleuchtung nicht unterschätzen, die wird nämlich spätestens bei > 400x zum Thema. Wenn Du denn schon noch investieren möchtest, dann wüde ich die mittlere Vergrösserung empfehlen. z.B. http://cgi.ebay.de/Objektiv-achr-20x-0-40-NEU-mit-Rechnung_W0QQitemZ260375781235QQcmdZViewItemQQptZOptik_Zubeh%C3%B6r?hash=item3c9f9b1f73


Allerdings wäre zu klären welche Abgleichlänge Deine Objektive haben. Miss doch mal die Länge Deines 45x Objektivs.


Tschüss

Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

reblaus

@daffy1234 -

lass dich nicht verwirren. Als Knabe vor 50 Jahren hatte ich auch solch ein sogenanntes Mikroskop und ich hatte mein erstes erschröckliches Erlebnis (Milben auf Marmelade) damit. Und das Ding hatte sicher kein Leitz Okular. Man konnte auch Rotatorien damit besichtigen und seine (eigenen) Spermatozooen wimmeln sehen. Zur Besichtigung deiner Hausstaubmilen dürfte das auch ohne Lektüre der einschlägigen Schriften kein Problem sein. Und wenn dir das dann wirkliche Spass macht: Dann nutze die bisherigen (richtigen) Ratschläge in diesem thread!

Gruß
Rolf