Autor Thema: Echter Epidot  (Gelesen 646 mal)

Florian D.

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Echter Epidot
« am: November 01, 2019, 14:20:16 Nachmittag »
Glückauf Forum,

nachdem ich im Post  "Falscher Epidot" eher Vesuviane statt Epidote gesehen habe, habe ich nun eine weitere als Epidot bezeichnete Stufe dünngeschliffen.
Sie stammt ebenfalls vom Lago Falin im Val die Viú, Piemont. Die Stufe sieht von den Farben her schon "epidotiger" aus, siehe erstes Bild. Im Dünnschliff sieht man sehr schön vollkommene Spaltbarkeit nach (001). Pleochroismus erkenne ich nicht. Mit gekreuzten Polarisatoren traumhafte Interferenzfarben, wobei ich mich allerdings schwer tue, selbst mit Kompensator, diese einer bestimmten Ordnung zuzuordnen.

Viele Grüsse
Florian

Florian D.

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Re: Echter Epidot
« Antwort #1 am: November 01, 2019, 14:26:29 Nachmittag »
In der Konoskopie findet sich, dass 2V wohl sehr gross ist, weil man keine 2 Isogyren in einem Bild findet.
Wie es sein soll, ist der Epidot optisch negativ.
Letztes Bild mit Rot I.


Gruss
Florian
« Letzte Änderung: November 01, 2019, 15:10:53 Nachmittag von Florian D. »

olaf.med

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Re: Echter Epidot
« Antwort #2 am: November 01, 2019, 17:15:25 Nachmittag »
Lieber Florian,

Zitat
Wie es sein soll, ist der Epidot optisch negativ.   

Wie man sieht soll es nicht immer so sein:



Die eisenarmen Epidote sind optisch positiv und Deiner ist sicher nicht eisenreich, sonst wäre er deutlich pleochroitisch.

Herzliche Grüße,

Olaf

Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

bergarter

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Re: Echter Epidot
« Antwort #3 am: November 01, 2019, 18:16:30 Nachmittag »
Grüß Dich Florian

Die Farben sind sicher sehr schön, Spalten gibt`s auch viele, was mich aber beeindruckt, sind die trollartigen Wesen  -  die den blauen und den rosa Kristall bevölkern.

Ist das echter " Schriftepidot " ?

 grüß Dich
 Gerd

Florian D.

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Re: Echter Epidot
« Antwort #4 am: November 01, 2019, 21:46:07 Nachmittag »
Grüß Dich Florian

Die Farben sind sicher sehr schön, Spalten gibt`s auch viele, was mich aber beeindruckt, sind die trollartigen Wesen  -  die den blauen und den rosa Kristall bevölkern.

Ist das echter " Schriftepidot " ?

 grüß Dich
 Gerd
Ich fürchte, dass sich da nur der Kleber etwas abgelöst hat.
Viele Grüsse
Florian

Florian D.

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Re: Echter Epidot
« Antwort #5 am: November 01, 2019, 21:49:58 Nachmittag »
Lieber Florian,

Zitat
Wie es sein soll, ist der Epidot optisch negativ.   

Wie man sieht soll es nicht immer so sein:



Die eisenarmen Epidote sind optisch positiv und Deiner ist sicher nicht eisenreich, sonst wäre er deutlich pleochroitisch.

Herzliche Grüße,

Olaf
Oh je!
Was läuft hier schon wieder schief?
Viele Grüsse
Florian


PS: Wenn ein Epidot so eisenarm ist, dass er optisch positiv ist, würde man dann nicht von einem Klinozoisit sprechen?
« Letzte Änderung: November 01, 2019, 22:12:51 Nachmittag von Florian D. »

olaf.med

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Re: Echter Epidot
« Antwort #6 am: November 01, 2019, 22:37:48 Nachmittag »
Lieber Florian,

da sind wir wieder bei dem Sch.... Nomenklatur-Problem. Warum kann man es nicht bei klassischen Namen belassen und unterwirft sich eher weniger sinnvollen Formalien. Ja, wahrscheinlich ist Dein Mineral ein Klinozoisit. Sollte nun jeder Geländepetrologe ein ganzes Untersuchungsinstrumentarium mitschleppen, um diese doch relativ unwichtige Unterscheidung vornehmen zu können.

Herzliche Grüße, Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

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Florian D.

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Re: Echter Epidot
« Antwort #7 am: November 01, 2019, 23:29:49 Nachmittag »
Lieber Florian,

da sind wir wieder bei dem Sch.... Nomenklatur-Problem. Warum kann man es nicht bei klassischen Namen belassen und unterwirft sich eher weniger sinnvollen Formalien. Ja, wahrscheinlich ist Dein Mineral ein Klinozoisit. Sollte nun jeder Geländepetrologe ein ganzes Untersuchungsinstrumentarium mitschleppen, um diese doch relativ unwichtige Unterscheidung vornehmen zu können.

Herzliche Grüße, Olaf

Ja, gut, Nomenklatur geschenkt. Aber, wenn ich das konoskopische Bild anschaue, mit Rot I, dann ist der Epidot doch optisch negativ, oder interpretiere ich das falsch?

Viele Grüsse
Florian

olaf.med

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Re: Echter Epidot
« Antwort #8 am: November 01, 2019, 23:37:51 Nachmittag »
Ja, stimmt.

Grüße, Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
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Florian D.

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Re: Echter Epidot
« Antwort #9 am: Dezember 18, 2019, 07:37:26 Vormittag »
Glückauf Forum!

Herr Prof. Raith hat mir freundlicherweise einen Scan seiner sehr interessanten Arbeit zum Thema Epidote,
Hörmann, P. K., and M. Raith. "Optische Daten, Gitterkonstanten, Dichte und magnetische Suszeptibilität von Al-Fe (III)-Epidoten." N Jahrb Mineral Abh 116 (1971): 41-60.
zugeschickt.

Die vielleicht interessanteste Information, die ich daraus entnommen habe, ist die, dass die Ehringhauszahl N, d.h. das Verhältnis von Doppelbrechung zur Dispersion der Doppelbrechung praktisch unabhängig von der Lage des Kristalls ist und Werte zwischen 2 für sehr eisenarme Epidote (Klinozoisit) bis 5 für eisenreiche Epidote annimmt. Die Farbfolge der Interferenzfarben, auch in beliebigen konoskopischen Bildern, sollte daher ähnlich der sein, die Olaf Medenbach auf seiner Homepage für Stontiumdithionat (Sr S2O6 4H2O) zeigt:
ftp://ftp.min.rub.de/pub/Medenbach/Kristalloptik/spezielles.ppt
Insbesondere treten statt des Gelbs 2. Ordnung grüne und gelbgrüne Farbtöne auf, wie man dies auch auf den bereits geposteten Bildern sieht. Diese Grüntöne sind also nicht 3. Ordnung, wie man dies vielleicht anhand der Michel-Levy Karte vermuten könnte.
Dies sind auch die maximalen beobachteten Interferenzfarben. Mit dem Kompensator könnte man jetzt die Doppelbrechungen bei verschiedenen Wellenlängen vermessen und so die Dispersion genau bestimmen. Vielleicht komme ich dazu ja über die Feiertage.

Viele Grüsse
Florian

hugojun

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Re: Echter Epidot
« Antwort #10 am: Dezember 18, 2019, 11:05:16 Vormittag »
Hallo Florian,

Glückauf Forum!

Herr Prof. Raith hat mir freundlicherweise einen Scan seiner sehr interessanten Arbeit zum Thema Epidote,
Hörmann, P. K., and M. Raith. "Optische Daten, Gitterkonstanten, Dichte und magnetische Suszeptibilität von Al-Fe (III)-Epidoten." N Jahrb Mineral Abh 116 (1971): 41-60.
zugeschickt.

Die vielleicht interessanteste Information, die ich daraus entnommen habe, ist die, dass die Ehringhauszahl N, d.h. das Verhältnis von Doppelbrechung zur Dispersion der Doppelbrechung praktisch unabhängig von der Lage des Kristalls ist ...


Viele Grüsse
Florian



ist die Lage deshalb unabhängig, da egal, in welchem Schnitt man beobachtet, die Lage der Brechung-Indizes
immer 90° zu einander verbleiben. Würde man also anstatt nγ, nβ und nα eine Lage nδ, nε und nζ  zu einander ins Verhältnis setzen , käme also die gleiche N-Zahl dabei heraus , solange nδ, nε und nζ  90° zueinander gemessen werden ?

ein schönes Fest und ein gesundes neues Jahr 2020

Jürgen
« Letzte Änderung: Dezember 18, 2019, 11:19:15 Vormittag von hugojun »